{"id":27538,"date":"2025-06-25T10:34:01","date_gmt":"2025-06-25T08:34:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34850-02\/"},"modified":"2025-06-25T10:34:04","modified_gmt":"2025-06-25T08:34:04","slug":"34850-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34850-02\/","title":{"rendered":"Neue Ans\u00e4tze eines zielgruppenspezifischen Kommunikationskonzepts zu Herausforderungen des europ\u00e4ischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 \u0096NACHBEWILLIGUNG"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Neue Konzepte f\u00fcr eine bessere Information der Bev\u00f6lkerung zu den Zielen und Erfolgen von Natura 2000 und eine erh\u00f6hte Akzeptanz bei den Grundeigent\u00fcmer:innen und Bewirtschafter:innen ist dringend n\u00f6tig, um den zuk\u00fcnftigen Erfolg bei der Umsetzung von Natura 2000 zu gew\u00e4hrleisten. Das europ\u00e4ische Schutzgebietsnetz Natura 2000 ist ein wichtiger Beitrag, um die Erhaltung von besonders naturschutzrelevanten Lebensr\u00e4umen und Tier- und Pflanzenarten grenz\u00fcberschreitend in den Mitgliedstaaten der europ\u00e4ischen Union sicherzustellen. <\/p>\n<p>Das Projekt der ANL hat das Ziel, neue Ans\u00e4tze und Konzepte zur Kommunikation eines europ\u00e4ischen Schutzgebietsnetzes (Natura 2000) zu erarbeiten und damit f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen gesellschaftlichen Herausforderungen und Anforderungen an ein solches Netzwerk zielgerichtet L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Insbesondere sollen hier neue Formen der Informations- und Wissensbereitstellung f\u00fcr die Akteur:innen von Natura 2000 entwickelt und umgesetzt werden \u0096 zum einen f\u00fcr Landnutzer:innen, Grundeigent\u00fcmer:innen und politische Entscheidungstr\u00e4ger:innen, zum anderen f\u00fcr Jugendliche, junge Erwachsene und die Gesellschaft im Allgemeinen.<\/p>\n<p>Das Projekt beinhaltet die Umsetzung von mehrj\u00e4hrigen konkreten Kommunikationsma\u00dfnahmen f\u00fcr spezifische Zielgruppen f\u00fcr die Jahre 2019\u00962021 (pandemiebedingt verl\u00e4ngert bis M\u00e4rz 2023). Aufgrund der \u00fcberregionalen, europaweiten Bedeutung des Projekts ist zudem ein Austausch mit verwandten Projekten in Europa und Deutschland vorgesehen. Die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen wird im Bundesland Bayern stattfinden. Die Synthese der Ergebnisse \u0096 basierend auf den Erfahrungen in der Konzeption und Umsetzung \u0096 soll wichtige Kernpunkte f\u00fcr eine Weiterentwicklung von zielgruppenspezifischen Kommunikationskonzepten in Bayern, Deutschland und Europa liefern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDarstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden.<\/p>\n<p>Um das Wissen um Natura 2000 zu verbessern, die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Natura 2000 zu sensibilisieren und die Kooperations- und Umsetzungsbereitschaft bei den zentralen Akteur:innen zu erh\u00f6hen, f\u00fchrte das Projekt folgende Kommunikationsma\u00dfnahmen durch, die in ein breiteres Kommunikationskonzept eingebettet waren: (a) Interaktive Natura 2000-Wanderausstellung, (b) Natura 2000-Staffellauf und (c) Natura 2000-Auszeichnung (\u0084Natura 2000-Oskar\u0093).<\/p>\n<p>Die drei Projektma\u00dfnahmen dienten der Information, dem Dialog und der Involvierung der relevanten Zielgruppen und waren inhaltlich miteinander verkn\u00fcpft:<\/p>\n<p>(a) Information<br \/>\nDie Wanderausstellung vermittelte zentrale Inhalte von Natura 2000, deren \u00d6kosystemdienstleistungen und Best Practice-Beispiele durch unterschiedliche Methoden der Wissensvermittlung (zum Beispiel Wissensquiz, Medientisch, Filme, Bilder mit Erkl\u00e4rungen). Begleitet wurde die Ausstellung von einer umfassenden Informations-, Medien- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel Projekt-Webseite, Social Media, Finissagen, Vernissagen, CI-Kit, Presseaussendungen). Die Ausstellung wurde in ganz Bayern gezeigt. F\u00fcr m\u00f6glichst hohe Besucherzahlen wurden Synergieeffekte genutzt und die Ausstellung konnte in Museen, Naturerlebniszentren, Naturparkzentren und anderen geeigneten Ausstellungsorten besichtigt werden. <\/p>\n<p>(b) Dialog<br \/>\nDer Natura 2000-Staffellauf war eine neue Methode der Vermittlung von Natura 2000 unter Einbindung zahlreicher Stakeholder aus unterschiedlichen Branchen, die f\u00fcr Dialog und Austausch zusammengef\u00fchrt wurden. Der Staffellauf f\u00fchrte in f\u00fcnf Etappen von der Oberpfalz \u00fcber Niederbayern an die deutsche Staatsgrenze zu \u00d6sterreich und Tschechien. Pandemiebedingt konnte der Staffellauf nicht als \u00f6ffentliche Sportveranstaltung durchgef\u00fchrt werden. Deshalb trugen \u0096 stellvertretend f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit &#8211; bekannte Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Sport, dem Tourismus, der Wirtschaft und der Kultur die Natura 2000-Staffel als Zeichen ihrer Verbundenheit zur Natur. Die Etappen wurden in verschiedenen Disziplinen wie Laufen, Radfahren, Stand up-Paddeln und Wandern zur\u00fcckgelegt. Der Fokus des Staffellaufs lag auf dem Austausch und dem Dialog zur Bedeutung von Natura 2000. Daf\u00fcr wurden Politiker:innen, Landwirt:innen, Touristiker:innen, Mitglieder von Umweltschutz- und Naturschutzverb\u00e4nden, Gebietsbetreuer:innen und Naturparkranger:innen, Kolleg:innen (Mitarbeiter:innen) aus den Naturschutz- und Forstverwaltungen, Pressevertreter:innen vor Ort, Caterer (Erzeuger:innen) sowie Musiker:innen sowohl zu den Start- und Ziel-Events als auch zu den Zwischenstationen entlang der Etappen geladen. An den Zwischenstationen wurden naturschutzfachliche Projekte mit Bezug zu Natura 2000 vorgestellt. Finaler H\u00f6hepunkt war die Zieletappe im Nationalpark Bayerischer Wald mit Einbindung politischer Vertreter:innen aus Tschechien und \u00d6sterreich. Der Staffellauf war von intensiver \u00d6ffentlichkeits- und Medienarbeit bereits vor Beginn, w\u00e4hrend der Etappen und nach dem Ende begleitet, beispielsweise mit Pressekit, Pressebeitr\u00e4gen, Einladungskarten oder Beitr\u00e4gen in den SocialMedia-Kan\u00e4len und der Webseite.<\/p>\n<p>Durch die Pandemie kam es zu einem deutlichen Anstieg der Internetnutzung und damit von Podcasts. Um im Rahmen des Projekts diesen Trend zu nutzen, wurde ein Podcast erstellt. F\u00fcr das Konzept wurden Gespr\u00e4che mit erfahrenen Medienexpert:innen gef\u00fchrt, um fundierte Grundlagen f\u00fcr eine erfolgreiche Realisierung und Umsetzung der Podcasts zu gewinnen. \u00dcbereinstimmende Empfehlung war, den Netzwerkgedanken und das Netzwerk von Natura 2000 in den Mittelpunkt zu stellen und dazu Geschichten aus ganz Bayern zu erz\u00e4hlen. Ziel war es, dadurch mehr H\u00f6rer:innen zu gewinnen und die Reichweite zu erh\u00f6hen. Um eine m\u00f6glichst hohe Reichweite an Interessent:innen zu generieren, wurde empfohlen, Natura 2000-Gebiete in der N\u00e4he von gro\u00dfen St\u00e4dten in den Fokus zu r\u00fccken. Protagonist:innen und Natura 2000-Gebiete des Staffellaufs wurden im Podcast aufgegriffen.  Die Folgen wurden ein halbes Jahr nach dem Staffellauf ver\u00f6ffentlicht, um durch die Wiederholung der Inhalte und den damit verbundenen Wiedererkennungswert mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. <\/p>\n<p>(c) Involvierung von Akteuren und Anreize f\u00fcr die Umsetzung<br \/>\nDer Natura 2000-Oskar pr\u00e4mierte gelungene Umsetzungsma\u00dfnahmen sowie erfolgreiche Ma\u00dfnahmen und setzt damit Anreize zur Nachahmung, damit im Sinne des Schutzkonzepts von Natura 2000 entsprechende Fl\u00e4chen genutzt werden. Mit der W\u00fcrdigung wurden Wege einer naturvertr\u00e4glichen Nutzung und einer gelungenen Wissensvermittlung aufgezeigt und damit die Akzeptanz von Natura 2000 bei anderen Akteur:innen erh\u00f6ht. Auch ehrenamtliches Engagement beziehungsweise der Einsatz von Verb\u00e4nden wurde ausgezeichnet. Die begleitende, intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fchrte zu einer deutlich verst\u00e4rkten Aufmerksamkeit. Der Natura 2000-Oskar wurde in drei Kategorien verliehen:<br \/>\n\u0095\tIdee: Studierende\/Sch\u00fcler:innen konnten innovative Konzepte oder bereits umgesetzte Projekte zum Thema Natura 2000 einreichen.<br \/>\n\u0095\tEngagement: Grundeigent\u00fcmer:innen, Landnutzer:innen und deren Verb\u00e4nde und Interessensverb\u00e4nde konnten sich in dieser Kategorie mit ihrem Engagement zur Umsetzung von Natura 2000 bewerben.<br \/>\n\u0095\tVermittlung: Diese Kategorie pr\u00e4mierte Projekte und\/oder Veranstaltungen, welche Kinder und Jugendliche zielgruppengerecht an das Thema Natura 2000 heranf\u00fchren. Interessensverb\u00e4nde\/Grundeigent\u00fcmer:innen und Landnutzer:innen und deren Verb\u00e4nde konnten in dieser Kategorie ebenfalls Beitr\u00e4ge einreichen.<\/p>\n<p>Die Bewerbung erfolgte \u00fcber eine gezielte und umfangreiche Medienarbeit, vor allem in den sozialen Medien.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus den durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen und die Anwendung geeigneter Kommunikationsmethoden wird im Folgenden f\u00fcr die (a) interaktive Natura 2000-Wanderausstellung, (b) den Natura 2000-Staffellauf und (c) die Natura 2000-Auszeichnung (\u0084Natura 2000-Oskar\u0093) dargestellt. <\/p>\n<p>(a) Vermittlung von Informationen durch die interaktive Natura 2000-Wanderausstellung<br \/>\nDie Natura 2000-Wanderausstellung tourte ab Anfang M\u00e4rz 2020 mit Unterbrechung der pandemiebedingten Schlie\u00dfung durch 15 Orte in ganz Bayern und kooperierte dabei mit unterschiedlichen Ausstellungsh\u00e4usern wie Museen oder Umweltbildungseinrichtungen. Die Gr\u00f6\u00dfe und Bekanntheit der Ausstellungsh\u00e4user garantierte ein entsprechend gro\u00dfes Einzugsgebiet, was sich mit rund 86.000 Besucher:innen zu Projektende best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>(b) Dialog und Austausch mit neuen Zielgruppen beim Natura 2000-Staffellauf<br \/>\nDurch die Pandemie waren \u00f6ffentliche Veranstaltungen im Oktober 2021 nur mit einschr\u00e4nkenden Auflagen m\u00f6glich. Trotzdem waren bei der feierlichen Er\u00f6ffnungs- und der international besetzten Abschlussveranstaltung sowie den t\u00e4glichen kleineren Start- und Zielevents insgesamt 106 Teilnehmer:innen dabei.<br \/>\nDie pandemischen Auflagen erforderten eine Anpassung der \u00d6ffentlichkeitsarbeit. So konnte der<br \/>\nNatura 2000-Staffellauf durch eine intensive Medien- und Pressearbeit einschlie\u00dflich Social Media-T\u00e4tigkeit auf regionaler Ebene und dar\u00fcber hinaus eine hohe Aufmerksamkeit generieren. T\u00e4glich wurden Beitr\u00e4ge in den Social- Media-Kan\u00e4len und Pressemitteilungen mit einem R\u00fcckblick und mit Bildern des Tages ver\u00f6ffentlicht. Die Beitr\u00e4ge sind in den Blog auf der Webseite eingestellt. Insgesamt wurden mehr als 80 Beitr\u00e4ge in Zeitungen, Online-Nachrichten, auf externen Webseiten, in sozialen Medien und weiteren Medienkan\u00e4len ver\u00f6ffentlicht. Die Aufrufe der entsprechenden Kan\u00e4le und damit die Reichweite der Beitr\u00e4ge vertausendfachte sich dadurch.<br \/>\nIm Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Nationalpark Bayerischer Wald \u00fcberreichte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber als symbolischen Akt grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit die Natura 2000-Staffel an den Direktor des Nationalparks \u008aumava, Pavel Huben\u00fd, und den ober\u00f6sterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner. Auch die Natura 2000-Botschafterin Dr. Auguste von Bayern nahm daran teil.<\/p>\n<p>Die 16 Podcast-Folgen zu &#8220;Wilde Winkel. Bayerns Natur Podcast&#8221; erz\u00e4hlten Geschichten \u00fcber f\u00fcnf<br \/>\nNatura 2000-Gebiete mit Menschen, die dort leben, arbeiten oder sich erholen. Das neue Social Media-Profil &#8220;Bayerns Wilde Winkel&#8221; bewarb die Episoden und Inhalte. Die Folgen der Podcasts wurden zwischen April und August 2022 ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDie Podcasts waren von hoher journalistischer Qualit\u00e4t und erhielten eine konstante Anzahl von H\u00f6rer:innen. Eine Erh\u00f6hung war trotz intensiver Bewerbung kaum m\u00f6glich. Dies lag zum einen an dem sehr stark gestiegenen Angebot an Podcasts. Zum anderen ist ein Zeitraum von f\u00fcnf Monaten zu kurz, um die Reichweite stark zu erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>(c) Anreize zur Umsetzung durch die Natura 2000-Auszeichnung (\u0084Natura 2000-Oskar\u0093)<br \/>\n31 Beitr\u00e4ge wurden beim Wettbewerb Natura 2000-Oskar eingereicht: 8 f\u00fcr die Kategorie &#8220;Vermittlung&#8221; (Umweltbildung) und 22 f\u00fcr die Kategorie &#8220;Engagement&#8221; (Einsatz). In der Kategorie &#8220;Idee&#8221;, die sich speziell an Sch\u00fcler:innen und Studierende richtete, gab es keine Einsendungen. Schulen als auch Universit\u00e4ten waren w\u00e4hrend der Bewerbungszeit im Jahr 2020 geschlossen und\/oder hatten mit Einschr\u00e4nkungen zu k\u00e4mpfen. Die Jury w\u00e4hlte in jeder der beiden Kategorien drei Gewinner:innen aus (1., 2. und 3. Platz) und vergab zwei zus\u00e4tzliche Sonderpreise, sodass insgesamt 8 Preistr\u00e4ger:innen ausgezeichnet wurden.<br \/>\nMitglieder der Jury waren: Natura 2000-Botschafterin Dr. Auguste von Bayern, Stefan K\u00f6hler (Umweltpr\u00e4sident des Bayerischen Bauernverbands), Ulrike Lorenz (Vorst\u00e4ndin Bayerischer Naturschutzfonds), Dieter Pasch (Direktor der ANL), Dr. Peter Pr\u00f6bstle (Bayerische Landesanstalt f\u00fcr Wald und Forst), Volker Wachend\u00f6rfer (DBU) und Ingo Zahlheimer (Naturfotograf).<\/p>\n<p>Die Gewinner:innen erhielten Sachpreise und Urkunden. Eine Siegerehrung in Person konnte pandemiebedingt leider nicht stattfinden. Ein Modul zum Wettbewerb und den Gewinnerbeitr\u00e4gen wurde in die Wanderausstellung \u0084Ganz meine Natur. Unser europ\u00e4isches Naturerbe in Bayern\u0093 integriert. Die beiden ersten Preistr\u00e4ger:innen sowie die Preistr\u00e4ger:innen der Sonderpreise erhielten als Gewinn jeweils einen Kurzfilm, der mit einer professionellen Filmagentur gedreht wurde. Ebenso wurden die Gewinner:innen mit ihren Projekten und ihren Filmen auf der Webseite und in den Social Media-Kan\u00e4len ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>(d) Diskussion<br \/>\nDie Ma\u00dfnahmen waren so konzipiert und mit unterschiedlichen Methoden zielgruppengerecht aufbereitet, dass sie dem Dreiklang aus Information, Mitteilung und Verstehen nutzen und diesen f\u00f6rdern und damit der Kommunikation als Synthese dienen.<\/p>\n<p>Die Wanderausstellung kooperierte mit bekannten Bildungseinrichtungen, Museen und weiteren Ausstellungsorten. Mithilfe eines entwickelten CI-Kits konnte eine breite Bewerbung durch diese etablierten Einrichtungen umgesetzt werden, was die hohen Besucher:innenzahlen best\u00e4tigten. Die Integration der Ausstellung in die R\u00e4umlichkeiten dieser Einrichtungen f\u00fchrte dazu, dass das Thema Natura 2000 auch einem neuen Publikum bekannt wurde. Mit dieser Vorgehensweise gelang es, die Netzwerke und damit die Zielgruppen der Partner:innen des Projekts zu erreichen und zu nutzen.<br \/>\nDie Module der Wanderausstellung waren mit unterschiedlichen Kommunikations-Werkzeugen wie interaktive Elemente, Filme oder Bilder ausgestattet. Mit diesen ausgew\u00e4hlten, verschiedenen Methoden der Wissensvermittlung wurden die Besucher:innen zu Entdecker:innen der einzigartigen Lebensr\u00e4ume, Tier- und Pflanzenarten oder verschiedener Natura 2000-Gebiete in ganz Bayern. Best-Practice-Beispiele wurden vorgestellt, um gelungene \u00f6kologische Bewirtschaftung zu zeigen. Die Besucher:innen besch\u00e4ftigten sich ganz individuell mit dem Thema Natura 2000, was zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis f\u00fchrte und was das Wissen zu Natura 2000 st\u00e4rkte. Die Wanderausstellung ist aufgrund der Vielfalt an verschiedenen Modulen ein Beispiel daf\u00fcr, wie gelungene Wissensvermittlung auf spielerische Art und Weise gelingen kann.  <\/p>\n<p>Die Auszeichnung des Natura 2000-Oskars erging an Menschen oder Gruppen, die sich langj\u00e4hrig f\u00fcr Natura 2000 engagieren und gute, neue Konzepte f\u00fcr die Vermittlung des Themas vorzeigen konnten. Preise waren Filme \u00fcber den Einsatz der Preistr\u00e4ger:innen f\u00fcr das europ\u00e4ische Naturerbe. Dadurch wurde die Begeisterung, die hinter der vorbildhaften Umweltbildungs- und Naturschutzarbeit steckt, f\u00fcr die Zuschauer:innen erlebbar. Auch die Bedeutung von b\u00fcrgerschaftlichem Engagement f\u00fcr den Erhalt einzigartiger Lebensr\u00e4ume wurde mit den Filmen deutlich. Mit geeigneter Medienarbeit und Verbreitung in den sozialen Netzwerken wurde die breite Bev\u00f6lkerung auf die Preistr\u00e4ger:innen und ihren Einsatz aufmerksam gemacht.. Durch die Erg\u00e4nzung der Wanderausstellung um die Filme sowie die Gewinnerbeitr\u00e4ge des Natura 2000-Oskars konnten entsprechende Synergieeffekte genutzt werden, um die Reichweite enorm zu erh\u00f6hen.<br \/>\nDie Auszeichnungen des Natura 2000-Oskars zeigten anhand von Best-Practice-Beispielen wie wichtig die zielgruppenspezifische Vermittlung, nachhaltige Bewirtschaftung und kooperative Landschaftspflege sind.  Mit geeigneter \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr Medien und Beitr\u00e4ge in den Social-Media-Kan\u00e4len  wurde auf die Verleihung des Natura 2000-Oskars aufmerksam gemacht. Dies schaffte Anreize zur Nachahmung und sollte verschiedene Zielgruppen wie Landnutzer:innen, Grundeigent\u00fcmer:innen oder Verb\u00e4nde dazu animieren, \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen  auf ihren Fl\u00e4chen umzusetzen. Um eine langanhaltenden Wirkung und damit eine Bewusstseins\u00e4nderung bei den Zielgruppen sowie in der breiten Bev\u00f6lkerung zu erreichen, sollte das Engagement Einzelner oder von Gruppen f\u00fcr das europ\u00e4ische Naturerbe in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden entsprechend ausgezeichnet werden.<br \/>\nDer Natura 2000-Staffellauf f\u00fchrte in 5 Etappen durch zwei Regierungsbezirke und durch mehrere Natura 2000-Gebiete bis an die deutsch-\u00f6sterreichisch-tschechische Grenze. Protagonist:innen aus den Bereichen Sport, Tourismus, Wirtschaft, Kultur sowie Politik trugen die Staffel. Sie und Akteur:innen aus dem Natur- und Umweltschutz nahmen auch an den verschiedenen Start-, Ziel- oder Zwischen-Events teil. Durch die Gestaltung der Events mit wechselseitiger Information und Get-Together-Formaten konnte der Fokus auf Austausch und Dialog der Teilnehmenden gelegt werden. Als feierliche Veranstaltung fand das Zielevent im Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze zu \u00d6sterreich und Tschechien statt und hohe politische Entscheidungstr\u00e4ger:innen nahmen daran teil. Dadurch wurde der Austausch zwischen den drei L\u00e4ndern gest\u00e4rkt. Durch die begleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit konnte vor allem \u00fcber die Social-Media-Kan\u00e4le eine hohe Reichweite erreicht werden. Dabei spielten die neu gewonnen Protagonist:innen eine wichtige Rolle, neue Zielgruppen in der breiten Bev\u00f6lkerung zu erreichen. Um vor allem die junge Generation besser erreichen zu k\u00f6nnen, wurden die Inhalte auch auf Instagram gestellt, da dieses Tool vorwiegend von den 16- bis 29-j\u00e4hrigen genutzt wird.<br \/>\nAls Reaktion auf die Pandemie und aktuelle Trends wurden Podcasts \u00fcber Natura 2000 erstellt und \u00fcber die g\u00e4ngigen Plattformen verbreitet. Die Natura 2000-Podcasts erl\u00e4uterten durch die Beschreibung einzelner Arten die Bedeutung des europ\u00e4ischen Naturschutz-Netzwerkes. Anhand der Flussseeschwalbe wurden ihre Lebensr\u00e4ume und ihr Verbreitungsgebiet \u00fcber ganz Europa erl\u00e4utert. Dies verdeutlichte die Bedeutung des europ\u00e4ischen Schutzgebiets-Netzwerks. Mit ber\u00fchrenden und aufregenden Geschichten von Menschen, warum und wie sie sich f\u00fcr Natura 2000-Gebieten einsetzen, wurden nochmals positive Beispiele herausgestellt, die Wissen vermitteln und zum Nachahmen bewegen sollten. So gelang es, den komplexen Gedanken der Bewahrung des europ\u00e4ischen Naturerbes f\u00fcr diese und die n\u00e4chsten Generationen anschaulich zu kommunizieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um neben der regionalen Wirkung der geplanten Ma\u00dfnahmen auch eine landesweite Verbreitung in Bayern sicherzustellen, wurden die Aktionen medial und zielgruppenspezifisch aufbereitet und der Kontakt zu Pressevertreter:innen gesucht, um eine Berichterstattung sicherzustellen. Zum einen \u00fcber lokale oder landesweite Presse, zum anderen \u00fcber entsprechende Webauftritte und Social Media-Angebote. Die Presse-\/Medien- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit orientierte sich stets in Sprache (Text und Bild), Format, Inhalt und Verbreitungskan\u00e4len an der Zielgruppe. <\/p>\n<p>Die Themensetzung in den Medien ist sehr bedeutend: Je mehr \u00fcber die gro\u00dfe gesellschaftliche Bedeutung von Natura 2000 berichtet wird, umso h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei Zielkonflikten mit dem Hinweis auf die umf\u00e4ngliche Relevanz Akzeptanz erzeugt wird (BLUME 2014). Das Schutzgebietsnetzwerk und seine Leistungen sollten durch die beabsichtigten Aktionen und Ma\u00dfnahmen vermehrt in den Medien thematisiert werden.<\/p>\n<p>Neben der konkreten Umsetzung der drei Ma\u00dfnahmen Natura 2000-Wanderausstellung, Natura 2000-Staffellauf und der Natura 2000-Auszeichnung (\u0084Natura 2000-Oskar\u0093) waren eine intensive Begleitung der einzelnen Ma\u00dfnahmen durch verschiedene Methoden der Presse-\/Medien- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit essenziell. Mit den Profilen auf Instagram, Facebook sowie dem YouTube-Kanal k\u00f6nnen verschiedene Altersgruppen erreicht werden. Beitr\u00e4ge, Reels beziehungsweise Stories mit Bildern oder Kurzfilmen hatten eine h\u00f6here Reichweite. Begleitende Pressearbeit bediente das Netzwerk der Print-, Rundfunk-, TV- und Online-Medien. Auf einer Webseite www.ganz-meine-natur.bayern.de\/ wurden die Ma\u00dfnahmen ebenso ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen und die damit einhergehende intensive Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit spiegelte sich in einer erh\u00f6hten Anzahl regionaler, medialer Berichterstattung wider. Der direkte r\u00e4umliche Bezug eines Natura 2000-Themas zur eigenen Leserschaft eines Mediums erh\u00f6ht offensichtlich die Anzahl der Berichterstattungen. Die Projekt-Ma\u00dfnahmen wurden bayernweit durchgef\u00fchrt, allerdings waren sie stets in einer Region verankert. Daher wurden lokale und regionale Akteur:innen, Organisationen, Beh\u00f6rden, Institutionen, Verb\u00e4nde und Vereine integriert beziehungsweise deren Synergieeffekte genutzt. Das breite Netzwerk an Partner:innen im Projekt war f\u00fcr die Erh\u00f6hung der Reichweite und f\u00fcr die Erreichung neuer Zielgruppen entscheidend. Neben den Bereichen des Natur- und Umweltschutzes, bestand das Netzwerk aus Partner:innen aus der Landnutzung (insbesondere der Land- und Forstwirtschaft), des Grundeigentums, der Politik und den Interessensvertretungen, der Wirtschaft, der Kultur oder dem Sport. Nur mit ihrer Unterst\u00fctzung bei Konzeption, Durchf\u00fchrung und Bewerbung der drei Ma\u00dfnahmen konnte die Umsetzung des Projekts gelingen und das Netzwerk an Verb\u00fcndeten f\u00fcr Natura 2000 stark erweitert und fundiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Neue Konzepte f\u00fcr eine bessere Information der Bev\u00f6lkerung zu den Zielen und Erfolgen von Natura 2000 und eine erh\u00f6hte Akzeptanz bei den Grundeigent\u00fcmer:innen und Bewirtschafter:innen ist dringend n\u00f6tig, um den zuk\u00fcnftigen Erfolg bei der Umsetzung von Natura 2000 zu gew\u00e4hrleisten. 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