{"id":27535,"date":"2026-04-18T10:32:15","date_gmt":"2026-04-18T08:32:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35501-82\/"},"modified":"2026-04-18T10:32:17","modified_gmt":"2026-04-18T08:32:17","slug":"35501-82","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35501-82\/","title":{"rendered":"Integrierte, dezentrale Energieversorgung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des F\u00f6rdervorhabens waren zwei Erkenntnisse:<br \/>\n1. Auf gewerblichen Mehrparteienimmobilien werden kaum PV-Anlagen installiert.<br \/>\n2. Es fehlen geeignete, skalierbare Ladel\u00f6sungen f\u00fcr E-Fahrzeuge in Mehrparteienimmobilien.<br \/>\nAufbauend auf diesen beiden Problemdefinitionen wurden Arbeitspakete entwickelt, um im Rahmen un-serer Mieterstromprojekte L\u00f6sungsans\u00e4tze hierf\u00fcr zu entwickeln und diese, wenn m\u00f6glich, in der Praxis zu erproben. Die Arbeitspakete widmeten sich dabei verschiedenen im Vorfeld identifizierten Hemmnis-sen, wie z.B. der aus der Planungs- und Umsetzungskomplexit\u00e4t erwachsenden Schwierigkeit, die Wirt-schaftlichkeit von gewerblichen PV-Mieterstromprojekten zu berechnen. Die Umweltrelevanz ergibt sich dabei aus der Notwendigkeit, den gewerblichen Geb\u00e4udebestand sowie den motorisierten Individualver-kehr umfassend zu dekarbonisieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZwischen den beiden Projektschwerpunkten Gewerbe und E-Mobilit\u00e4t gibt es verschieden Wechselwirkun-gen. Aus Gr\u00fcnden der besseren Nachvollziehbarkeit werden nachfolgend jedoch die Arbeitspakete der bei-den Schwerpunkte unabh\u00e4ngig voneinander aufgef\u00fchrt. Im Schwerpunkt \u201eGewerbe\u201c wurden folgende Ar-beitspakete bearbeitet:<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nEntwicklung eines Wirtschaftlichkeitsrechners und Expos\u00e9-Formats<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nAbbildung komplexer gewerblicher Messkonzepte als digitaler Zwilling und Automatisierung von Lo-kalstromabrechnungen<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nSparten\u00fcbergreifende Fernauslesung von Messdaten<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nKonzipierung und IT-seitige Umsetzung leistungsbezogener Stromtarife<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nVerschiedene vertragliche\/rechtliche Fragestellungen<br \/>\nIm Schwerpunkt \u201eE-Mobilit\u00e4t\u201c wurden folgende Arbeitspakete bearbeitet:<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Konzipierung des Gesch\u00e4ftsmodells<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Auswahl geeigneter Hard- und Software<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Einbindungsm\u00f6glichkeit steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in komplexen Lieferstellen<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Umsetzungsm\u00f6glichkeiten eines Lastmanagements unter Ber\u00fccksichtigung der lokalen Stromerzeu-gung<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Rahmenbedingungen f\u00fcr die Stromr\u00fcckspeisung aus mobilen Batteriespeichern<br \/>\nMit dem Ziel, praxistaugliche L\u00f6sungen zu identifizieren und, wo m\u00f6glich, zu erproben, kamen verschiedene methodische Ans\u00e4tze zur Anwendung:<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Desk Research<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Verschiedene Methoden der Gesch\u00e4ftsmodellentwicklung<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Experten-Gespr\u00e4che (Intensiver Austausch mit potenziellen Partnern, Lieferanten, Kunden und Fachanw\u00e4lten)<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 \u201eSprints\u201c zur agilen Entwicklung von Software-Bausteinen<br \/>\n\uf0b7<br \/>\n\u2022 Feldtests zum Zwecke der Erprobung entwickelter L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Verwerfungen am Energiemarkt haben dazu gef\u00fchrt, dass auch f\u00fcr Gewerbetreibende, die bisher h\u00e4u-fig von geringen Strompreisen profitierten, dezentrale Versorgungskonzepte mit stabileren Energiepreisen enorm an Attraktivit\u00e4t hinzugewinnen konnten. D.h., das \u00f6konomische Zieldreieck, dass gewerbliche Stromkunden relevante Stromkosteneinsparungen \u00fcber das Mieterstromangebot erzielen, Projektinvesto-ren mit der lokalen Vermarktung des Solarstroms attraktive Mehrerl\u00f6se gg\u00fc. der Netzeinspeisung gene-rieren und prosumergy als Stromlieferant ebenfalls den erforderlichen Deckungsbeitrag erreicht, kann im-mer h\u00e4ufiger auch in gewerblich genutzten Liegenschaften realisiert werden. Der \u00f6konomische Erfolg ist dabei haupts\u00e4chlich an den lokalen Nutzungsgrad des Solarstroms gekn\u00fcpft. Dies geht durch die CO2-Einsparungen erfreulicherweise mit \u00f6kologischen Vorteilen einher. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die in Mieterstrompro-jekte eingebundenen Ladepunkten. Diese stellen nicht nur einen weiteren Absatzmarkt dar, sondern ge-hen auch mit relevanten CO2-Einsparungen im Verkehrsbereich einher.<br \/>\nDie Projektziele des DBU-F\u00f6rderprojekts konnten erreicht werden. W\u00e4hrend des F\u00f6rderzeitraums konnten die bestehenden Gesch\u00e4ftsmodelle sowohl f\u00fcr die verschiedenen Arten von PV-Gewerbeprojekten als auch f\u00fcr die Versorgung von E-Ladepunkten innerhalb unserer Mieterstromprojekte standardisiert und di-gitalisiert werden. Es zeigte sich in der Praxis, dass die definierten Arbeitspakete der steigenden Nach-frage in den beiden Bereichen Rechnung tragen konnten. Durch die Verwerfungen im Energiemarkt haben sich einerseits neue Herausforderungen ergeben, welche insbesondere personelle Ressourcen gebunden haben, wodurch die Einhaltung des Zeitplans anspruchsvoller wurde. Andererseits hat sich dadurch die Nachfrage nach dezentralen Versorgungskonzepten bei Gewerbegeb\u00e4uden und die Nachfrage nach E-Ladepunkten in Mehrparteienimmobilien drastisch erh\u00f6ht. Es hat sich gezeigt, dass die Standardisierung der Gesch\u00e4ftsmodelle und die Digitalisierung der damit verbundenen Prozesse die Bearbeitung der Anfra-gen erleichtert hat. Durch das F\u00f6rderprogramm konnte eine gute Grundlage f\u00fcr die k\u00fcnftige Weiterent-wicklung dieser Gesch\u00e4ftsbereiche geschaffen werden.<br \/>\nPotenzielle Umweltentlastung<br \/>\nDie Umweltentlastung ergibt sich durch die Nutzung des lokal erzeugten Solarstroms im Vergleich zu einer reinen Versorgung \u00fcber das \u00f6ffentliche Stromnetz. Die spezifischen Treibhausgasemissionen in CO2-\u00c4qui-valenten je Kilowattstunde Strom betrugen im deutschen Strommix im Jahr 2021 durchschnittlich 485 g\/kWh (vgl. Umweltbundesamt (2022)). In den bestehenden Gewerbeprojekten von prosumergy weisen die Liegenschaften je Kundenanlage einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 200.000 kWh auf. Da-von werden durchschnittlich 40% (entspricht 80.000 kWh) \u00fcber die lokale PV-Anlage abgedeckt. Daraus resultiert eine durchschnittliche Einsparung von 38,8 t CO2-\u00c4quivalenten pro Jahr und Kundenanlage. In Bezug auf die in unseren Mieterstromprojekten integrierten Ladepunkten ergibt sich die CO2-Einsparung ebenfalls durch die Nutzung des lokal erzeugten Solarstroms im Vergleich zu einer reinen Versorgung \u00fcber das \u00f6ffentliche Stromnetz. Hier kommt pro gefahrenem Personenkilometer eine CO2-Einsparung von 162 g hinzu, was bei einer Jahresfahrleistung von 10.000 km ca. 1,6 t CO2-\u00c4quivalenten entspricht (vgl. Umweltbundesamt (2022)).<br \/>\nQuellen:<br \/>\nUmweltbundesamt (2022). Strom- und W\u00e4rmeversorgung in Zahlen, abrufbar unter: https:\/\/www.umwelt-bundesamt.de\/themen\/klima-energie\/energieversorgung\/strom-waermeversorgung-in-zahlen#Kraftwerke<br \/>\nUmweltbundesamt (2022). Vergleich der durchschnittlichen Treibhausgas-Emissionen einzelner Ver-kehrsmittel im Personenverkehr in Deutschland, abrufbar unter: https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/the-men\/verkehr-laerm\/emissionsdaten#verkehrsmittelvergleich<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Aufgrund der Corona-Pandemie fand die \u00d6ffentlichkeitsarbeit ausschlie\u00dflich online statt. An folgenden Ver-anstaltungen haben wir als Vortragende teilgenommen:<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nDeutsche Gesellschaft f\u00fcr Sonnenenergie (DGS) Franken: 2x 2021, 1x 2022<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nNetzwerk Energiewende Jetzt: 1x 2021, 2x 2022<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nDBU-\u201eHauptstadt-Impuls\u201c mit Staatssekret\u00e4r Dr. Patrick Graichen (Video auf YouTube verf\u00fcgbar)<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nEnergieagentur Region G\u00f6ttingen: 10.06.2021<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nSolarzentrum Berlin: 27.10.2021<br \/>\n\uf0b7<br \/>\nIHK Frankfurt am Main und Darmstadt: Tag der Immobilienwirtschaft am 12.10.2022<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt kann als sehr positiv eingestuft werden. Die definierten Arbeitspakete konnten im F\u00f6rder-zeitraum erfolgreich bearbeitet werden. Durch die Standardisierung der bestehenden Gesch\u00e4ftsmodelle im Bereich des gewerblichen Mieterstroms und der E-Mobilit\u00e4t konnten bereits einige Projekte optimiert und wei-tere akquiriert und teilweise auch bereits umgesetzt werden.<br \/>\nEs wird sich k\u00fcnftig zeigen, ob es uns gelingt, das enorme Potenzial in diesen Gesch\u00e4ftsbereichen zu heben und eine Skalierung zu erreichen. Hierzu bedarf es langfristig weiterer Entwicklungsschritte, z.B. im Bereich der netzdienlichen Steuerung der E-Ladepunkte oder auch der vehicle-to-grid-Anwendungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ausgangspunkt des F\u00f6rdervorhabens waren zwei Erkenntnisse: 1. Auf gewerblichen Mehrparteienimmobilien werden kaum PV-Anlagen installiert. 2. Es fehlen geeignete, skalierbare Ladel\u00f6sungen f\u00fcr E-Fahrzeuge in Mehrparteienimmobilien. Aufbauend auf diesen beiden Problemdefinitionen wurden Arbeitspakete entwickelt, um im Rahmen un-serer Mieterstromprojekte L\u00f6sungsans\u00e4tze hierf\u00fcr zu entwickeln und diese, wenn m\u00f6glich, in der Praxis zu erproben. 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