{"id":27534,"date":"2025-06-25T10:34:29","date_gmt":"2025-06-25T08:34:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35878-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:34:29","modified_gmt":"2025-06-25T08:34:29","slug":"35878-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35878-01\/","title":{"rendered":"Veranstaltungsreihe: Bildung f\u00fcr die Umwelt \u0096 naturschutzfachlicher Wissenstransfer in die Landwirtschaft (Landwirtschaft &#038; Naturschutz)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Wandel von einer konventionellen Landwirtschaft hin zu einer umweltvertr\u00e4glicheren Landbewirtschaftung stellt ein aktuelles Problem mit gesellschaftlicher Tragweite dar. Die konventionelle Bewirtschaftung, die auf \u00fcber 90 % der derzeitigen Landwirtschaftsfl\u00e4chen angewandt wird, bringt Umweltbelastungen mit sich, die teils mit erheblichen negativen Folgen f\u00fcr die Umwelt einhergehen, wie z.B. dem R\u00fcckgang und m\u00f6glichen Verlust von Tier- und Pflanzenarten, der Belastung des Grundwassers, der Eutrophierung von Gew\u00e4ssern, der Bodenerosion und der Freisetzung klimawirksamer Treibhausgase. Ziel dieses Projektes ist es natur- und umweltschutzfachliches Wissen in die landwirtschaftliche Praxis und Ausbildung verst\u00e4rkt zu integrieren sowie Konflikte zwischen Natursch\u00fctzern und Landwirten abzubauen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Form von unterschiedlichen Formaten wird eine Veranstaltungsreihe zum Wissenstransfer konzeptioniert, durchgef\u00fchrt, evaluiert und etabliert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Freiland\u00fcbungen sowie Exkursionen. Bei diesen, vor allem praxisbezogenen Veranstaltungen, kann die Kommunikation zwischen Landwirten, Lernenden im Bereich Landwirtschaft und Vertretern des Natur- und Umweltschutzes durch die direkte Interaktion verbessert werden. Zur Unterst\u00fctzung werden passende Arbeitsmaterialien erstellt. Zudem sind Online-Pr\u00e4senz-Veranstaltungen geplant, durch die Wissen in konzentrierter Form vermittelt werden kann. Nachdem die Veranstaltungen eine Evaluation durchlaufen haben, werden diese entsprechend angepasst und auf geeigneten Internetplattformen zur weiteren Nutzung zur Verf\u00fcgung gestellt. Der durch diese Veranstaltungen generierte Erkenntnisgewinn im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz k\u00f6nnte die Umwelt entlasten, indem er zuk\u00fcnftige unternehmerische Entscheidungen und praktische Land-wirtschaftsma\u00dfnahmen beeinflusst. Bereits einen kurzfristigen Effekt k\u00f6nnen Ver\u00e4nderungen im Bereich von Greening- und AUK-Ma\u00dfnahmen bzw. die verst\u00e4rkte Nutzung von F\u00f6rderungen im Umweltbereich erzielen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die erste Veranstaltung im Projekt \u0084Untersaaten (im Winterraps)\u0093 fand online statt und informierte \u00fcber Untersaaten, welche zusammen mit der Hauptfrucht auf das Feld ausgebracht werden. Prof. K. Schmidtke (HTW Dresden, FIBL Schweiz) thematisierte die agrar\u00f6kologischen Leistungen von Untersaaten, wie z.B. Erosionsschutz, Beikrautregulierung, Bereitstellung und Schutz vor Auswaschung von N\u00e4hrstoffen oder die Anreicherung von organischer Substanz im Boden. Markus Neumann (Agrarbetriebsgemeinschaft Kiesdorf\/Dittersbach GbR) berichtete von den Ergebnissen seiner Meisterarbeit zu den produktionsbiologischen Parametern. Beobachten konnte er vereinzelte Mehrertr\u00e4ge, ein Verbleiben von mineralischem Stickstoff im Boden nach der Ernte sowie eine Steigerung des \u00d6lgehalts. Tristan Schirock (HSZG) be-sch\u00e4ftigte sich in seinem Vortrag mit den Effekten der Untersaatmischung RapsPro auf bestimmte Insektenvorkommen. Dabei schilderte er, dass tendenziell mehr Insektenbiomasse, weniger Rapssch\u00e4dlinge und mehr nat\u00fcrliche Feinde der Sch\u00e4dlinge in den Fallen auf den Fl\u00e4chen mit Untersaaten vorkamen. Christiane Dittrich (HSZG) stellte betriebswirtschaftliche Parameter vor, die bei Untersaaten mit Nutzung im Rahmen des Greenings eine g\u00fcnstige Bilanz zeigten. Die Bilanz weiter verbessern k\u00f6nnen die Einsparungen von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen N-D\u00fcngern. Bei den Teilnehmenden handelte es sich um Landwirte aus der Region Oberlausitz, Sch\u00fcler der Fachschule f\u00fcr Landwirtschaft in L\u00f6bau, Studierende der HSZG v.a. im Rahmen des Moduls \u00d6kologischer Wald- und Landbau. Eine Evaluation ergab, dass Veranstaltungen dieser Art gern wieder besucht w\u00fcrden.<br \/>\nBesonders f\u00fcr die Auszubildenden des BSZ L\u00f6bau in den Bereichen Land- und Tierwirtschaft wurden verschiedene Veranstaltungen durchgef\u00fchrt. So fand ein Vortrag mit dem Thema \u0084Greening \u0096 \u00f6kologisch wirksam?\u0093 statt, wobei die einzelnen Greening-Ma\u00dfnahmen und deren Wirkung sowie die besondere Rolle der Landwirtschaft f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t vorgestellt wurden. Des Weiteren wurden Gelbschalenf\u00e4nge eines Rapsfeldes in einem Praktikum ausgewertet, sodass die Auszubildenden im Anschluss in der Lage waren Sch\u00e4dlinge von Nichtsch\u00e4dlingen zu unterscheiden. Gerade im pestizidintensiven Rapsanbau, k\u00f6nnen so vor deren Einsatz exakt ermittelte Bek\u00e4mpfungsschwellen helfen, den Pestizideinsatz zu verringern. Das Praktikum zur Bestimmung der biologischen Gew\u00e4sserg\u00fcte hatte das Ziel, den Auszubildenden das Flie\u00dfgew\u00e4sser als Lebensraum, seine Bedeutung f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und Rolle im Kampf gegen den Klima-wandel n\u00e4her zu bringen und gleichzeitig die Akzeptanz gegen\u00fcber Forderungen des Gesetzgebers zu erh\u00f6hen. Die Bedeutung von artenreichem Gr\u00fcnland f\u00fcr einen gesunden Naturhaushalt, sowie die daraus entstehenden Vorteile f\u00fcr eine nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung wurden Auszubildenden praktisch n\u00e4hergebracht. \u00dcbungen zur Kennartenbestimmung sollen die Auszubildenden an die Thematik heranf\u00fchren, ihnen die Artenvielfalt des Gr\u00fcnlands n\u00e4herbringen und sie dazu animieren als zuk\u00fcnftige Landwirt-Innen Ma\u00dfnahmen zur Gr\u00fcnlandentwicklung umzusetzen. Weitere Vortragsthemen waren \u0093Die Treibhausgase und das Stickstoffproblem in der Tierproduktion\u0094 und \u0093Bedrohte Nutztierrassen\u0093. Im ersten Vortrags-teil wurden die Zusammenh\u00e4nge der Treibhausgase in der Tierproduktion und deren Regulationsm\u00f6glichkeiten dargestellt. Im zweiten Teil des Vortrags wurden bedrohte Rinderrassen, sowie die Verteilung der in Deutschland genutzten Rinderrassen hervorgehoben, um zu veranschaulichen, wie wenig Vielfalt es in der Tierhaltung heute gibt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben den oben beschriebenen Veranstaltungen fand au\u00dferdem ein Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u0084B\u00fcrger trifft Wissenschaft\u0093 statt. Dieser informierte \u00fcber die Biodiversit\u00e4t in der Agrarlandschaft und verschiedene Umweltma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen der Veranstaltungen konnte gerade in der ersten H\u00e4lfte der Projektlaufzeit festgestellt werden, dass LandwirtInnen durchaus ein gro\u00dfes Interesse an dem Erhalt und der Verbesserung ihrer Produktionsmittel haben, welche f\u00fcr sie Wirtschafts- und Lebensgrundlage darstellen. H\u00e4ufig ist ihnen jedoch nicht bewusst, in welch gro\u00dfem Umfang sie die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen von Organismen negativ beeinflussen bzw. benachbarte \u00d6kosysteme sch\u00e4digen. Insbesondere die Umweltwirkungen der landwirtschaft-lichen Produktion sollten st\u00e4rker in den Lehrpl\u00e4nen der Berufs- und Studienausbildung enthalten sein. Weiterhin muss dies auch bei der Ausbildung von Berufsschullehrern ber\u00fccksichtigt werden. Bei der Erstellung der Lehrunterlagen wurde daher darauf orientiert, pr\u00e4zise, einpr\u00e4gsame Grundaussagen auszuformulieren, ohne durch zu umfassendes Hintergrundwissen zu verwirren. Zusatzinformationen erm\u00f6glichen es dem Lehrenden, tiefer in die Problematik in Anpassung an die Zielgruppe einzusteigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Wandel von einer konventionellen Landwirtschaft hin zu einer umweltvertr\u00e4glicheren Landbewirtschaftung stellt ein aktuelles Problem mit gesellschaftlicher Tragweite dar. 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