{"id":27533,"date":"2024-11-27T10:48:06","date_gmt":"2024-11-27T09:48:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35861-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:48:10","modified_gmt":"2024-11-27T09:48:10","slug":"35861-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35861-01\/","title":{"rendered":"Milieuschutz versus Klimaschutz? &#8211; Strategien zur Vereinbarung von klimagerechter mit sozialvertr\u00e4glicher Quartiersentwicklung (Vorphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Milieuschutzgebieten wird ein Zielkonflikt zwischen sozialer Stadt und Klimaneutralita?t deutlich, wenn durch die Kosten von energetischen Modernisierungen die soziale Erhaltung gef\u00e4hrdet ist. Damit ist die Anpassung des Geba?udebestandes an die Anforderungen des Klimaschutzes derzeit schwer m\u00f6glich. Energetische Sanierungen unterbleiben oder m\u00fcssen im Falle versagt werden, um die Umlage der Kosten auf die Mieter*innen und damit soziale Folgen und Verdr\u00e4ngung auszuschlie\u00dfen. Mit den aktuellen Voraussetzungen und Interessenlagen wie auch Anreiz-Strukturen entsteht damit ein praktischer Widerspruch zwischen Milieu- und Klimaschutz. Das Projekt hat zum Ziel diese komplexe Problemstellung zu erschlie\u00dfen, um innovative, wissenschaftlich fundierte und umsetzungsfa?hige sowie quartiersbezogene Strategien zu erarbeiten, die den Zielkonflikt, der insbesondere in Milieuschutzgebieten exemplarisch hervortritt, beilegen zu k\u00f6nnen \u0096 sprich f\u00fcr eine sozialvertr\u00e4gliche energetische Quartiersentwicklung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben gliedert sich insgesamt in zwei Phasen, die aufbauend und formativ die komplexe Materie aufbereiten und L\u00f6sungswege aufzeigen helfen. Gegenstand dieses Projekts ist die Phase EINS (Vorphase), die auf die Fortf\u00fchrung in einer Phase ZWEI zielt. Im Gesamt-Ergebnis soll ein \u0084Werkzeugkasten\u0093 mit Orientierungs- und Handlungsoptionen f\u00fcr Verwaltung, Eigentu?mer*innen, Mie-ter*innen, Planung und Bauwesen entstehen. Das Projekt wird anhand von zwei Referenz-Quartieren in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin Neuk\u00f6lln mit lokalen und \u00fcbergeordneten Akteur*innen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIn Phase EINS werden daf\u00fcr die Grundlagen gelegt. Die Arbeitspakete der Phase EINS sind entlang der Kompetenzen der beteiligten Partner*innen FG BES, insar, FG BB und zkg strukturiert. In einem partizipativen Ansatz werden zun\u00e4chst Stakeholder*innen identifiziert, um einen kollaborativen und ko-kreativen Zugang zu den Problemstellungen zu erschlie\u00dfen. Eingef\u00fchrt wird dieser Prozess mit der am FG BES entwickelten und von insar in der Praxis vertieften Methode \u0084Urban Design Thinking\u0093, im Workshop-Format mit zwei \u0084MvK-Labs\u0093. Parallel dazu wird ein Rechenmodell f\u00fcr eine integrierte CO2-\u00e4quivalente Quartiers-Bilanzierung durch das FG BB aufgestellt, um Wirkungen von bisherigen und zuk\u00fcnftigen Ma\u00dfnahmen, insbesondere in Kombination und auf Quartiersebene, \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen. Zudem bietet die Bilanzierung eine Grundlage zur digitalen Anwendung f\u00fcr Evaluation und Monitoring, die als Entscheidungshilfe die Partizipationsfa?higkeit unterst\u00fctzen kann. Die Aufgaben von zkg liegen in der Projektsteuerung, der Umsetzung des transdisziplina?ren Dialogs und Arbeitsprozesses, die f\u00fcr sich eine durchg\u00e4ngige S\u00e4ule des Projekts darstellen, sowie im Stakeholder*innen-Approach und in der digitalen Entwicklung.<\/p>\n<p>Wesentliches Ziel der Phase ZWEI wird es sein, auf den Grundlagen der Phase EINS aufbauend, innovative Lo?sungsstrategien sowie konkrete Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, deren \u00f6kologische und soziale Wirkungen zu erfassen und kontextuell zu bewerten, und diese Modellvorhaben in den Quartieren zuzuordnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die erste Projektphase hat im Spiegel der klima- und energiepolitischen Aktualit\u00e4t eindr\u00fccklich die Relevanz der Thematik best\u00e4tigt, die anhand von Milieuschutzgebieten zugespitzt zu beobachten und untersuchen ist. Zun\u00e4chst offenbarte der Stakeholder*innen-Approach ein differenziertes Feld von sachlichen und interessenseitigen Faktoren sowie strukturellen H\u00fcrden. Positiv dabei ist, dass ein \u00fcbergeordnetes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die dringliche Notwendigkeit, die klimatischen und sozialen Ziele zu vereinbaren, zu bestehen scheint \u0096 anhand der beteiligten Stakeholder*innen, die repr\u00e4sentativ die unterschiedlichen Interessen abbilden. Dies zeigte sich in den Ergebnissen der \u0084MvK-Labs\u0093 und der Diskussion, im Bericht anhand der Statements wiedergegeben. Ebenso zeigte sich jedoch, dass auch die Beteiligung noch essenzielle Grenzen aufweist. Wesentlich sind die Beteiligung und die Bereitschaft sowie auch M\u00f6glichkeiten auf Eigent\u00fcmer*innenseite zur sozialvertr\u00e4glichen energetischen Sanierung. Herausforderungen sind unter anderem die heterogene Einzeleigent\u00fcmer*innenschaft, die f\u00fcr viele innerst\u00e4dtische Lagen gegeben ist, womit der Untersuchung in den Referenzquartieren eine exemplarisch Relevanz zukommt. Andere strukturelle H\u00fcrden, wie in der Kommunikation und Information sowie in der Dynamik, Klarheit und Anwendbarkeit von Regelungen wirken verst\u00e4rkend. Die ko-kreative Methode best\u00e4tigte sich als zielf\u00fchrend zur konsequenten Beteiligung, vor allem Identifikation von komplexen Problemstellung bzw. Erarbeitung kollaborativer Ma\u00dfnahmen. Gleichzeitig sind breite Erschlie\u00dfung und Bewertung von bestehenden und zuk\u00fcnftig m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmen essenziell. F\u00fcr die klimatische Bewertung von Ma\u00dfnahmen, erfolgte eine Bestands- und Datenerfassung und wurde eine CO2-\u00e4quivalente Berechnungsbasis geschaffen, bei der zun\u00e4chst die ma\u00dfgeblich beeinflussbaren emittierenden Sektoren Geb\u00e4ude und Verkehr auf Quartiersebene betrachtet wurden. Dem folgt die Betrachtung weiterer einwirkender bzw. mindernder Faktoren sowie die CO2-Bilanzierung auf die in einem Haushalt bzw. Quartier lebenden Personen abzustellen. Zur digitalen Umsetzung sowie Anwendung wurden die Grundlagen gelegt. Demgegen\u00fcber, f\u00fcr die ganzheitliche Betrachtung der sozialen bzw. gesellschaftlichen Wirkungen, ist eine transdisziplin\u00e4re Bewertung von N\u00f6ten, basierend auf der Stakeholder*innen-Beteiligung sowie daf\u00fcr eine systematische Erfassung im Kontext von Quartiers- sowie \u00fcbergeordneten Faktoren. Wobei wechselseitig Einflussgr\u00f6\u00dfen sozio-kultureller und \u00f6konomischer, politischer und regulativer Art sowohl die sozialen als auch klimatischen Wirkungen betreffen. Die Grundlagen und Zug\u00e4nge wurden mit den beteiligten Bezirks\u00e4mtern f\u00fcr die Praxis reflektiert und dienten folglich der fortlaufenden Konzeption f\u00fcr die zweite Projektphase.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit der konsequenten Stakeholder*innen-Arbeit sowie den ko-kreativen \u0084MvK-Labs\u0093 waren die \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation des Vorhabens methodisch und inhaltlich integrierte und wesentliche Bestandteile der Projektarbeit. Die Stakeholder*innen wirkten dabei als Vertreter*innen und Multiplikator*innen bez\u00fcglich ihrer Interessen- und Zielgruppen. Hierdurch wurde das Projekt in den amtlichen und \u00f6ffentlichen Gremien der Bezirke vermittelt, ebenso auf Landesebene sowie im fachlichen Kreis der Verb\u00e4nde und im wissenschaftlichen Umfeld \u00fcber die Dissemination an der TU Berlin. Hierf\u00fcr wurden zur Vermittlung digitale Inhalte bilateral, online sowie auch \u00fcber soziale Medien zur Verf\u00fcgung gestellt und verwendet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Phase EINS des MvK-Projekts hat einen multiperspektivischen und transdisziplin\u00e4ren Zugang zu der komplexen Problemstellung geschaffen und damit wesentliche Grundlagen gelegt, f\u00fcr die Entwicklung von L\u00f6sungsstrategien und die Umsetzbarkeit in Form von Ma\u00dfnahmen und anhand von Modellvorhaben in der Phase ZWEI. Die Aktualit\u00e4t und Beispielhaftigkeit zur Vereinbarung der Zielstellungen, die zwischen Milieu- und Klimaschutz pointiert zum Ausdruck kommen, wurden w\u00e4hrend der Projektlaufzeit durch die klima-, geo-, energie- und gesellschaftlich-politischen Entwicklungen deutlich vor Augen gef\u00fchrt. Offensichtlich wurde zudem, dass energetische Modernisierungsma\u00dfnahmen mit dem Ziel der Klimaneutralit\u00e4t wesentlich abh\u00e4ngig von der Nutzung erneuerbaren Energien sind und die Betrachtung und L\u00f6sungen auf Quartiersebene gegen\u00fcber der Geb\u00e4udeebene gr\u00f6\u00dfere Notwendigkeit besitzen. Dabei sind f\u00fcr die Konfliktmoderation insbesondere die geschaffenen M\u00f6glichkeiten zur ko-kreativen Beteiligung der Stakeholder*innen sowie zur Einordnung und Bewertung von Ma\u00dfnahmen relevant. Bei der Einbindung von Stakeholder*innen werden identifizierte H\u00fcrden, wie bzgl. Eigent\u00fcmer*innen, weiteren Entwicklungsbedarf erfordern. Zur Erfassung und Bewertung der klimatischen wie auch ganzheitlichen sozialen Wirkungen \u0096 und um diese zur Anwendung zu bringen \u0096 ist der Ausbau, f\u00fcr erstere, formativ auf der Quartiersebene und, f\u00fcr letztere, der wissenschaftlichen und methodischen Verfasstheit ein Gegenstand der Phase ZWEI.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Milieuschutzgebieten wird ein Zielkonflikt zwischen sozialer Stadt und Klimaneutralita?t deutlich, wenn durch die Kosten von energetischen Modernisierungen die soziale Erhaltung gef\u00e4hrdet ist. Damit ist die Anpassung des Geba?udebestandes an die Anforderungen des Klimaschutzes derzeit schwer m\u00f6glich. 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