{"id":27529,"date":"2026-01-14T10:32:26","date_gmt":"2026-01-14T09:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35918-01\/"},"modified":"2026-01-14T10:32:26","modified_gmt":"2026-01-14T09:32:26","slug":"35918-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35918-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderinitiative Pestizide: Reihenbezogener Ackerbau mit reduziertem chemischen Pflanzenschutz und F\u00f6rderung von N\u00fctzlingen und Wildkr\u00e4utern in der Fl\u00e4che (ReNuWi)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft gilt als eine der Hauptursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang der Artenvielfalt. Um die Anwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und gleichzeitig Ertr\u00e4ge, N\u00fctzlinge, regionale Agrobiodiversit\u00e4t sowie Bodengesundheit auf der Ackerfl\u00e4che zu f\u00f6rdern, ist die Entwicklung neuer Anbaumethoden von entscheidender Bedeutung. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<br \/>\nIm geplanten Projekt wird der reihenbezogene Anbau von Fl\u00e4chenkulturen erstmals auch im konventionellen Ackerbau umgesetzt. Dadurch entstehen bez\u00fcglich der Entwicklung von Pflanzenschutzmethoden neue M\u00f6glichkeiten. Das Projektkonsortium entwickelt ein Anbausystem, in welchem die gezielte Einsaat von Wildkrautmischungen in die Kulturzwischenreihen die Gesunderhaltung und Unkrautunterdr\u00fcckung in der Erntekultur unterst\u00fctzt. Dazu bedarf es der Entwicklung von exakt gef\u00fchrten mechanischen Hack- und Pflegetechnologien, um die Zwischenbest\u00e4nde zu erhalten. Eine pr\u00e4zise und kombinierte Applikationtechnik sichert die Behandlungsf\u00e4higkeit der Erntekultur gegen Schaderreger bei gleichzeitiger Schonung von Boden und Wildkr\u00e4utern. Die langfristige Integration von Wild-pflanzen als Lebendmulch in die Anbaufl\u00e4che erh\u00f6ht die regionaltypische Agrobiodiversit\u00e4t und f\u00f6rdert die Bodengesundheit und damit die Pflanzenfitness. Durch die Auswahl n\u00fctzlingsf\u00f6rdernder Wildpflanzen sind positive Effekte auf N\u00fctzlingspopulationen zu erwarten, die zu weiteren Einsparungen von Insektiziden f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Akzeptanz neuer Ans\u00e4tze bei mittelst\u00e4ndischen, landwirtschaftlichen Unternehmen h\u00e4ngt stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen ab. Das Projekt ber\u00fccksichtigt diese Wirkungen mit einer praxisnahen Durchf\u00fchrung und Bewertung sowie der Einbindung von landwirtschaftlichen Partnern. Gemeinsam bringt das Projektkonsortium die n\u00f6tige Expertise in der Systementwicklung und -bewertung ein und steht f\u00fcr einen umfassenden Wissenstransfer in die Praxis.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Versuch wird mit praxis\u00fcblicher Technik angelegt, um eine direkte \u00dcbertragbarkeit in die breite landwirtschaftliche Praxis zu erm\u00f6glichen. In einer Fruchtfolge mit den Kulturen Winterweizen &#8211; Ackerbohne &#8211; Winterdurum &#8211; Silomais werden sechs Varianten des Zwischenreihenmanagements angelegt:<br \/>\n\u2022\tVar. 1 &#8211; mit fl\u00e4chigem Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmitteln (cPS)<br \/>\n\u2022\tVar. 2 &#8211; Bandspritzung in der Kulturreihe, Einsatz kameragest\u00fctzte Hacke im Zwischenrei-henbereich (kHa)<br \/>\n\u2022\tVar. 3 &#8211; Bandspritzung in der Kulturreihe, Einsaat mit einj\u00e4hrigen Kulturarten (EeKu)<br \/>\n\u2022\tVar. 4 &#8211; Bandspritzung in der Kulturreihe, Einsaat einj\u00e4hriger Wildkrautarten (EeWk)<br \/>\n\u2022\tVar. 5 &#8211; Bandspritzung in der Kulturreihe, Einsaat mehrj\u00e4hriger Wildkrautarten I (EmWkI)<br \/>\n\u2022\tVar. 6 &#8211; Bandspritzung in der Kulturreihe, Einsaat mehrj\u00e4hriger Wildkrautarten II (EmWkII)<\/p>\n<p>Ansaat der Zwischenreihenbegr\u00fcnungen<br \/>\nEntscheidend ist die Auswahl der Ansaatmischungen, bei der zahlreiche Punkte (wie zertifizierte Vermehrung, Wuchsh\u00f6he, Bl\u00fchzeitpunkte und Lichtverh\u00e4ltnisse, F\u00f6rderung spezifischer N\u00fctzlinge, Kulturartenvertr\u00e4glichkeit und gebietseigene Arten sowie ein hoher Anteil alter Wildkrautarten) beachtet wurden. Bei den Kulturarteneinsaaten (Variante 3 \u2013 EeKu) wurden darauf:<br \/>\n\u2022\tKresse in Ackerbohnen<br \/>\n\u2022\tKresse und \u00d6llein im Getreide<br \/>\n\u2022\tKresse, \u00d6llein und Saatwicke in Mais gedrillt.<br \/>\nF\u00fcr die Wildkrautmischungen ergab sich ein deutlich breiteres Spektrum. So wurden in Var. 4 (EeWk):<br \/>\n\u2022\t5 Arten aus 5 Familien in Ackerbohne<br \/>\n\u2022\t10 Arten aus 8 Familien im Getreide<br \/>\n\u2022\t10 Arten aus 8 Familien im Mais ges\u00e4t. <\/p>\n<p>Vegetation &#8211; erste Ergebnisse<br \/>\nDie extrem niederschlagsarme und warme Witterung im Jahr 2022 verhinderte die Keimung und Etablierung der meisten Ansaatarten. Bisher war der Etablierungserfolg in der Ackerbohnenkultur am h\u00f6chsten.<\/p>\n<p>Fauna &#8211; erste Ergebnisse<br \/>\nDie sehr aufw\u00e4ndige Pr\u00e4paration und Bestimmung aller Tierartengruppen wird im Herbst und Win-ter 2022\/23 durchgef\u00fchrt. Folgende faunistische Ergebnisse liegen bereits vor:<br \/>\nBeim Keschern auf den Transekten wurden insgesamt 972 Wildbienen und 303 Schwebfliegen erfasst. Auf den Varianten 1 (fl\u00e4chiger Herbizideinsatz) und 6 (artenreiche, mehrj\u00e4hrige Wildpflanzenmischung) wurden ca. 1200 Laufk\u00e4fer gefangen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>10. Juni 2022, Jubil\u00e4umsveranstaltung Agronomia, Campus Strenzfeld. Vortrag: Praxis\u00acrelevante Projekte im Naturschutz; ca. 20 Teilnehmende<br \/>\n14. &#8211; 16. Juni 2022, DLG Feldtage in Kirschgartshausen auf dem DLG-Stand sowie im Fachforum<br \/>\n23. Juni 2022, Bernburger Innovationstage &#8211; Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Landwirt-schaft. Vortrag Reihenbezogener Ackerbau mit reduziertem chemischen Pflanzenschutz und F\u00f6r-derung von N\u00fctzlingen und Wildkr\u00e4utern in der Fl\u00e4che; ca. 50 Teilnehmende<br \/>\n28. Juli 2022, Exkursion mit drei Mitarbeiter*innen der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt zum Strip-Till-Versuch<br \/>\nIn verschiedenen Sitzungen der Gremien: DLG-Ausschuss f\u00fcr Ackerbau, DLG-Ausschuss f\u00fcr Pflanzenschutz, Fachbeirat des IPZ<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die ersten Ergebnisse und Erkenntnisse sind vielversprechend. Leider behinderte die fr\u00fch einsetzende extreme Trockenheit und ausgepr\u00e4gte Hitze in fast allen Kulturen (Ausnahme: Ackerbohne) Keimung und Etablierung der Ansaatarten. Eine Gew\u00e4chshauskontrolle im August\/September 2022 ergab, dass von den ausgebrachten Arten praktisch keine keimf\u00e4higen Samen mehr vorhanden wa-ren, so dass das Projektteam entschieden hat, neben den einj\u00e4hrigen Wildpflanzenmischungen auch die mehrj\u00e4hrigen im Herbst 2022 noch einmal anzus\u00e4en, um den Erfolg des Projektes nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft gilt als eine der Hauptursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang der Artenvielfalt. Um die Anwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und gleichzeitig Ertr\u00e4ge, N\u00fctzlinge, regionale Agrobiodiversit\u00e4t sowie Bodengesundheit auf der Ackerfl\u00e4che zu f\u00f6rdern, ist die Entwicklung neuer Anbaumethoden von entscheidender Bedeutung. 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