{"id":27520,"date":"2024-11-30T10:34:42","date_gmt":"2024-11-30T09:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35600-36\/"},"modified":"2024-11-30T10:34:43","modified_gmt":"2024-11-30T09:34:43","slug":"35600-36","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35600-36\/","title":{"rendered":"ESD for 2030: Dilemmas between Energy and Biodiversity: Adressing, Transforming, Engaging! DEB:ATE!"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Obwohl Erneuerbare Energien (EE) f\u00fcr die Energiewende unverzichtbar sind, wurden im Jahr 2020 in Deutschland auff\u00e4llig wenig neue EE-Anlagen errichtet. Grund daf\u00fcr ist ein Nachhaltigkeitsdilemma zwi-schen Artenvielfalt und Klimaschutz, das bei B\u00fcrger*innen oft heftigen Widerstand gegen den Bau von Windkraftanlagen hervorruft. Das Ziel des Projektes DEB:ATE! besteht darin, gemeinsam mit B\u00fcrger*innen und Expert*innen in Sachsen und Nordb\u00f6hmen nach Auswegen aus diesem Dilemma zu suchen, das im Erzgebirge seit Jahren besonders greifbar ist. Da sich die politischen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine Ener-giewende sowohl in Sachsen als auch in Tschechien best\u00e4ndig im Wandel befinden, bietet sich hier ein neues Gelegenheitsfenster zur Kompromissfindung zwischen Natur- und Klimaschutz<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektauftakt bildete ein halbt\u00e4tiger Digitaler Runder Tisch, mit dem Ziel, das Dilemma zwischen Erneu-erbaren Energien und Naturschutz grenz\u00fcberschreitend zu erfassen. Bei dieser Zusammenkunft wurde sowohl das Bewusstsein f\u00fcr die Thematik bei den Teilnehmenden geweckt als auch die Wichtigkeit der Erneuerbaren Energien f\u00fcr Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt er\u00f6rtert. <\/p>\n<p>Im Anschluss an den Digitalen Runden Tisch fand eine Reihe von halbt\u00e4gigen \u00f6ffentlichen vor-Ort-Debatten statt, die in einer Kombination aus Informations- und Beteiligungsformaten organisiert wurden. Im Zuge der Debatten hatten B\u00fcrger*innen die Gelegenheit, sich mit Expert*innen aus Tschechien und Deutschland \u00fcber die vor Ort konkret umstrittenen Fragen auszutauschen und zu informieren. Eine dieser Veranstaltungen konnte mit Sch\u00fcler*innen einer tschechischen Gesamtschule organisiert werden. <\/p>\n<p>Aufgrund der Entwicklung der pandemischen Lage im Herbst 2021 konnte das Vorhaben, einen Study Trip, um sich gemeinsam ein Bild von Best Practice Beispielen zu machen, zu unternehmen, nicht realisiert werden.<\/p>\n<p>Um die w\u00e4hrend der vor-Ort gewonnenen Erkenntnisse dennoch einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen und die gelungenen Projekten im EE Bereich auf beiden Seiten der Grenze als Inspiration zu nutzen, wurden Interviews mit Akteur*innen gef\u00fchrt, die in einen 30-min\u00fctigen Videocast eingebettet wur-den. (https:\/\/youtu.be\/7Y3pFAXDTk0)<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe lud die EAB erneut zu einer \u00f6ffentlichen halbt\u00e4gigen Abschluss-Konferenz, um die w\u00e4hrend verschiedenen Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen gewonnenen Er-kenntnisse zu reflektieren und in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen.<\/p>\n<p>Um nicht nur ein Fachpublikum, sondern vor allem Teilnehmer*innen aus unterschiedlichsten Bereichen und zu adressieren, wurde f\u00fcr alle Veranstaltungen eine deutsch-tschechische Simultanverdolmetschung bereitgestellt. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben sind folgende Ergebnisse: Insgesamt nahmen 132 Personen an den Projektak-tivit\u00e4ten (drei B\u00fcrgerdialoge, Auftakt- und Abschlussveranstaltung) teil, diskutierten gemeinsam mit den deutschen und tschechischen Expert:innen, sowie untereinander. Aus den Debatten gingen einige Erkennt-nisse in Bezug auf das Nachhaltigkeitsdilemma hervor:<\/p>\n<p>Erstens, bereits in der Kick-Off Veranstaltung wurde durch die Beitr\u00e4ge der Experten und in der Diskussion der Facettenreichtum des angesprochenen Nachhaltigkeitsdilemmas sichtbar. Zentral war dabei, dass sich das Dilemma nicht auf den Konflikt zwischen Klimaschutz vs. Naturschutz reduzieren l\u00e4sst. Das tat-s\u00e4chliche Dilemma bezieht sich somit auf Zielkonflikte zwischen Klimaschutz und vielen anderen Interes-sen. Zugleich wurde die Verzahnung und Abh\u00e4ngigkeit der beiden Ziele Klimaschutz und Naturschutz sichtbar. Daraus leitete sich ab, dass es im Falle von Nachhaltigkeitsdilemmata um eine Balance zwischen Komplexit\u00e4t und Facettenreichtum sowie Komplexit\u00e4tsreduktion und Zug\u00e4nglichkeit geht. <\/p>\n<p>Zweitens, ein wiederkehrendes und zentrales Ergebnis der Vor-Ort Debatten war die Notwendigkeit der Beteiligung betroffener B\u00fcrger:innen und Stakeholder:innen bei der Planung und Umsetzung von Anlagen Erneuerbarer Energien. Dabei geht es sowohl um eine Mitsprache und Informationsteilhabe im Planungs-prozess, offene Austausche und Diskussionsrunden (wie die durchgef\u00fchrten Debatten), als auch um eine Beteiligung bei der Umsetzung durch finanzielle Vorteile (verg\u00fcnstigter Strom, Gewinne, Investition) oder in Form von Energie-Genossenschaften. <\/p>\n<p>Drittens, die B\u00fcrgerdebatten vor Ort zeigten insbesondere ein enormes Informationsdefizit der Betroffe-nen und Interessierten. Zwar waren eine grundlegende Informationen bekannt, diese waren jedoch h\u00e4ufig oberfl\u00e4chlich und\/oder undifferenziert. Durch den Einbezug von Experten in die Debatten konnte zu Beginn zun\u00e4chst eine gemeinsame Wissensbasis geschaffen werden, um damit auch eine Grundlage f\u00fcr die Dis-kussion zu schaffen. <\/p>\n<p>Viertens, im Abschluss der B\u00fcrgerdebatten und auch in Auftakt- und Abschlussveranstaltung \u00e4u\u00dferten die Beteiligten widerholt eine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den regionalen, grenz\u00fcbergreifenden Austausch, der bis-her nicht stattgefunden hatte. Der Ansatz entlang gemeinsamer Grenzen auch gemeinsame L\u00f6sungen zu finden, l\u00f6ste bei den Beteiligten eine positive Resonanz aus. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die EAB hat die Projektaktivit\u00e4ten umfassend auf ihren sozialen Medien und in den w\u00f6chentlichen Newslet-tern begleitet.<br \/>\nF\u00fcr die vor-Ort Begegnungen mit B\u00fcrger*innen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet wurden Anzeigen in den lokalen Medien geschaltet. Dar\u00fcber hinaus wurden die Kan\u00e4le der Austragungs- und Veranstaltungs-partner vor Ort (Kulturzentrum, Stadtverwaltung) genutzt, um auf die Veranstaltung hinzuweisen und lokal Veranstaltungshinweise in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden ausgelegt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Projekt DEB:ATE! gelang es einen neuen Zugang zur Diskussion um das Nachhaltigkeitsdilemma zwi-schen Klimaschutz und Naturschutz zu erm\u00f6glichen und damit einen Beitrag zu einem notwendigen Aus-tausch in einer stark betroffenen Region zu leisten. Trotz der Einschr\u00e4nkungen durch die Covid-19-Pandemie konnten Pr\u00e4senzformate erfolgreich durchgef\u00fchrt werden, die einige Erkenntnisse und hilfreiche Erfahrungen hervorbrachten. Die gesteckten Projektziele konnten mehrheitlich erreicht werden. Bei einer erneuten Durchf\u00fchrung w\u00e4ren dennoch Anpassungen in Bezug auf die Zusammensetzung der Teilnehmen-den sinnvoll, um eine breite, l\u00f6sungsorientierte Debatte zu erm\u00f6glichen. Zus\u00e4tzlich w\u00e4re eine Kombination mit vorgelagerten Informationsformaten sinnvoll, um eine Basis f\u00fcr einen differenzierten Austausch zu schaffen und dadurch auch noch konkretere Ergebnisse zu erreichen. Ziel sollte es dann sein, die ergeb-nisoffenen Formate zug\u00e4nglich zu gestalten und durch eine flankierende \u00f6ffentliche Kommunikation die relevanten Themen niedrigschwellig zu vermitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Obwohl Erneuerbare Energien (EE) f\u00fcr die Energiewende unverzichtbar sind, wurden im Jahr 2020 in Deutschland auff\u00e4llig wenig neue EE-Anlagen errichtet. Grund daf\u00fcr ist ein Nachhaltigkeitsdilemma zwi-schen Artenvielfalt und Klimaschutz, das bei B\u00fcrger*innen oft heftigen Widerstand gegen den Bau von Windkraftanlagen hervorruft. 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