{"id":27498,"date":"2023-09-11T10:32:02","date_gmt":"2023-09-11T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37127-01\/"},"modified":"2023-09-11T10:32:04","modified_gmt":"2023-09-11T08:32:04","slug":"37127-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/37127-01\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4tsmarktplatz &#8211; Die Sicherstellung der Mobilit\u00e4t der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In l\u00e4ndlichen R\u00e4umen ist die Besiedelung sehr d\u00fcnn. Im Landkreis Wesermarsch sind es zum Beispiel nur 108 Einwohner pro km\u00b2. Auf Basis von Erfahrungen der Universit\u00e4t Oldenburg aus Projekten wie NEMo  (Nachhaltige Erf\u00fcllung von Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnissen im l\u00e4ndlichen Raum) kann abgeleitet werden, dass seitens der B\u00fcrger grunds\u00e4tzlich gro\u00dfes Interesse an der Nutzung neuer Mobilit\u00e4tsangebote als Alternative zum eigenen Kraftfahrzeug besteht. Aufgrund der geringen Besiedelung ist es jedoch sehr schwierig, digi-tale Mobilit\u00e4tskonzepte zu etablieren und jederzeit ein bedarfsgerechtes Mobilit\u00e4tsangebot liefern zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Einf\u00fchrung einer digitalen Mobilit\u00e4tsl\u00f6sung ist das Erreichen einer kritischen Masse an Nutzern. Damit eine App von den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern aktiv und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum genutzt wird, muss ihr Angebot entsprechend gro\u00df genug sein. Allerdings wird das Angebot h\u00e4ufig auch gleichzeitig durch die Nutzer:innen selbst bestimmt, indem sie beispielsweise Mitfahrgelegen-heiten anbieten. Problematisch dabei ist, dass es sehr viele r\u00e4umlich begrenzte, nebeneinander existierende \u0084Insell\u00f6sungen\u0093 gibt, die nicht miteinander vernetzt sind.<br \/>\nUm eine umfassende Mobilit\u00e4tsl\u00f6sung f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum zu etablieren, m\u00fcssen zwei entscheidende interdisziplin\u00e4re Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden: <\/p>\n<p>1.\tWie kann die kritische Masse an Nutzer:innen erreicht werden?<br \/>\n2.\tWie kann das Vertrauen der B\u00fcrger:innen in neue digitale Gesch\u00e4ftsmodelle gest\u00e4rkt werden, sodass sie sich registrieren und ihre Daten bereitwillig zur Verf\u00fcgung stellen? <\/p>\n<p>Genau hier soll mit unserer innovativen Plattform, dem Mobilit\u00e4tsmarktplatz \u0084innovaMo\u0093, angesetzt werden. <\/p>\n<p>Mit dem Mobilit\u00e4tsmarktplatz m\u00f6chten wir nicht noch eine weitere App f\u00fcr die Mobilit\u00e4t kreieren, die dann, wie viele gute andere L\u00f6sungen zuvor, an der kritischen Masse oder an dem Misstrauen der Nutzer:innen scheitert. Viel mehr m\u00f6chten wir mit unserem Ansatz vorhandene Potenziale f\u00fcr solche Apps und L\u00f6sungen verbessern. \u00c4hnlich zu einem App Store soll der Mobilit\u00e4tsmarktplatz als interdisziplin\u00e4re Integrationsl\u00f6-sung nicht nur eine Vertriebs- sowie Datenplattform f\u00fcr bereits bestehende und neue intelligente Mobilit\u00e4ts-l\u00f6sungen f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum bereitstellen, sondern diese auch miteinander verzahnen, um den digitalen sowie gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Projektbeginn wurde in einer Planungsphase zun\u00e4chst die grundlegende Softwarearchitektur des Mobilit\u00e4tsmarktplatzes konzipiert. Der Mobilit\u00e4tsmarktplatz wurde dabei mit vier Hauptkomponenten geplant:<\/p>\n<p>\u0095\tEin \u0084App Store\u0093, der es Anbieter:innen erm\u00f6glicht die eigenen Anwendungen marketingwirksam auf selbst erstellten Anbieterseiten im Mobilit\u00e4tsmarktplatz darzustellen<br \/>\n\u0095\tEin Rechtesystem mit Single-Sign-On, in dem Benutzer:innen die selbst verwendeten Anwendungen und vor allem die Freigaben von pers\u00f6nlichen Daten einsehen und bearbeiten k\u00f6nnen<br \/>\n\u0095\tEin Kommunikations-Modul, dass den direkten Austausch zwischen Anbieter:innen und Benutzer:innen erm\u00f6glicht<br \/>\n\u0095\tEin Datastore, in dem im Mobilit\u00e4tsmarktplatz angebundenen Anwendungen Daten hinterlegen und somit potenziell f\u00fcr andere Anbieter:innen zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit unseren UI\/UX Experten ein klickbarer Prototyp entwickelt, der bereits vor der Umsetzung ein Gef\u00fchl f\u00fcr das Design und die Funktionsweise des Mobilit\u00e4tsmarktplat-zes geben konnte.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde mit der Entwicklung der Plattform begonnen. Dabei wurde das Vorgehensmodell Scrum verwendet. Die einzelnen Arbeitspakete wurden entsprechend zusammen mit den Entwicklern gesch\u00e4tzt und in Sprints unterteilt, damit Ergebnisse in regelm\u00e4\u00dfigen Terminen diskutiert und \u0096 sofern not-wendig \u0096 Systemteile \u00fcberarbeitet werden konnten. Gestartet wurde parallel mit der Entwicklung der Kom-ponenten \u0084App Store\u0093 sowie dem Rechtesystem mit Single-Sign-On. Dar\u00fcber hinaus wurde in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Oldenburg ein Prototyp f\u00fcr das Betriebssystem Android erstellt, der f\u00fcr interessierte Anbieter:innen als Grundlage f\u00fcr die Anbindung in den Mobilit\u00e4tsmarktplatz dient. Darauf folgend begann die Entwicklung des Kommunikations-Modul, welches Anbieter:innen erm\u00f6glicht interaktive Umfragen sowohl im Mobilit\u00e4tsmarktplatz, als auch in der eigenen Anwendung zu ver\u00f6ffentlichen. Zu diesem Zweck wurde auch der Android-Prototyp erweitert, um Anbieter:innen die Anbindung des Kommunikations-Moduls in die eigenen Anwendungen so einfach wie m\u00f6glich zu gestalten. Parallel zum Kommunikations-Modul wurde au\u00dferdem der Datastore konzipiert. Dieser wurde in Form einer NoSQL-Datenbank umgesetzt, die unstrukturierte Daten jeglicher Art speichert und durchsuchbar macht.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Entwicklung wurde au\u00dferdem aktiv auf Anbieter:innen im Mobilit\u00e4tssektor zugegangen, um diesen die Funktionen und Mehrwerte des Mobilit\u00e4tsmarktplatzes nahezulegen. Durch die Interessanten Gespr\u00e4che mit den Anbieter:innen wurden auch neue Funktionen, wie zum Beispiel eine \u0084In der N\u00e4he\u0093-Suche f\u00fcr B\u00fcrger:innen, konzipiert und subsequent umgesetzt. Dar\u00fcber hinaus wurde \u00fcber zielgruppenspezifische Social-Media-Kampagnen auf verschiedenen Plattformen, sowie Pressemitteilungen und News- bzw. Projektbeitr\u00e4ge auf den Mobilit\u00e4tsmarktplatz aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Ergebnis des Projektes wurde ein komplett neuer Internetauftritt  des Mobilit\u00e4tsmarktplatzes erstellt. Der Internetauftritt erm\u00f6glicht es sowohl B\u00fcrger:innen als auch Entwickler:innen von Mobilit\u00e4tskonzepten ein Benutzerkonto zu erstellen. Entwickler:innen von Mobilit\u00e4tskonzepten wird auf der Plattform eine Vielzahl von Funktionen geboten. Zum einen kann eine eigene Projektseite im Mobilit\u00e4tsmarktplatz erstellt werden, die sich zur marketingwirksamen Darstellung des eigenen Projektes, Webseite bzw. mobile Applikation optimal eignet. Zum anderen kann der Single-Sign-On von innovaMo in den eigenen Projekten integriert werden. Dieser erm\u00f6glicht es, dass alle Benutzerkonten von B\u00fcrger:innen f\u00fcr eine problemlose Registrierung in der eigenen Applikation verwendet werden k\u00f6nnen. Somit kann potenziell direkt ab dem ersten Tag der Ver\u00f6ffentlichung einer App eine gro\u00dfe Anzahl an Benutzer:innen akquiriert werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auf innovaMo \u00fcber eine intuitiv gestaltete Oberfl\u00e4che Umfragen inklusive verschiedener Fragetypen (Multiple Choice, Freitext, Skala-Fragen) einfach erstellt werden. Die Umfragen k\u00f6nnen auf innovaMo selbst \u0096 als allgemeine Umfrage zu Mobilit\u00e4tsthemen \u0096 ausgespielt werden. Zus\u00e4tzlich l\u00e4sst sich das Umfrage-Tool auch in die eigene Applikation integrieren. So ist es Entwickler:innen m\u00f6glich gezielt die eigenen Benutzer:innen anzusprechen und von diesen wertvolles Feedback einzuholen.<br \/>\nF\u00fcr B\u00fcrger:innen bietet der Mobilit\u00e4tsmarktplatz die M\u00f6glichkeit sich \u00fcber Mobilit\u00e4tskonzepte in der eige-nen Region zu informieren. Entwickler:innen von Mobilit\u00e4tskonzepten k\u00f6nnen beim Erstellen der eigenen Projektseite St\u00e4dte, Bundesl\u00e4nder und Regionen, in denen das Mobilit\u00e4tskonzept zur Verf\u00fcgung steht, selbst definieren. Im Anschluss k\u00f6nnen B\u00fcrger:innen eine \u0084In der N\u00e4he\u0093-Suche ausf\u00fchren, um alle relevanten Projekte\/Webseiten\/Applikationen in der eigenen Region zu finden und potenziell bei diesen zu partizipieren.<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt des Abschlussberichtes sind 18 Projektseiten von verschiedenen Anbietern auf innovaMo verf\u00fcgbar, von denen eine den Single-Sign-On verwendet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zum Launch von des Mobilit\u00e4tsmarktplatzes wurde eine Auftaktveranstaltung durchgef\u00fchrt, in der das Projekt und der daf\u00fcr erstellte Webauftritt interessierten Anbieter:innen sowie B\u00fcrger:innen vorgestellt wurde. Gest\u00fctzt wurde die Auftaktveranstaltung durch Pressemitteilungen sowie Social-Media-Beitr\u00e4ge in verschiedenen Kan\u00e4len wie Instagram, Facebook und LinkedIn. Die Bewerbung von innovaMo erfolgte \u00fcber den gesamten Zeitraum in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ebenfalls \u00fcber Instagram, Facebook sowie Lin-kedIn. Hierzu wurden au\u00dferdem diverse Beitr\u00e4ge zum Thema Mobilit\u00e4tsmarktplatz erstellt und ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Um m\u00f6glichst viele Anbieter:innen f\u00fcr die Plattform zu generieren, wurden deutschlandweit ca. 130 Anbieter:innen verschiedener Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen kontaktiert. Ein Artikel \u00fcber den Mobilit\u00e4tsmarktplatz zwecks weiterer Bewerbung ist in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin der Stadt Oldenburg derzeit in Arbeit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit konnte ein intuitiver und attraktiver Webauftritt f\u00fcr das Projekt innovaMo umgesetzt werden. Die technischen Ziele des Projektes konnten umgesetzt werden. So bietet der Mobilit\u00e4tsmarktplatz Anbieter:innen von Mobilit\u00e4tskonzepten die Integration des Single-Sign-Ons sowie die M\u00f6glichkeit Umfragen auf innovaMo und in der eigenen Applikation zu erstellen.<\/p>\n<p>Trotz umfangreicher Ma\u00dfnahmen konnte nicht die gew\u00fcnschte Menge an Anbieter:innen von Mobilit\u00e4ts-konzepten auf innovaMo geb\u00fcndelt werden. Zwar konnte das Interesse der Anbieter:innen geweckt werden, jedoch scheiterte die Integration in innovaMo in der Regel an folgenden zwei Faktoren:<br \/>\nZum einen waren ein Gro\u00dfteil der Anbieter:innen nicht dazu bereit das notwendige Zeitinvest zur Integration des Single-Sign-Ons bzw. des Umfragen-Tools aufzubringen oder gar eine eigene Projektseite zu erstellen. Auch unser Angebot, dass wir die Projektseite f\u00fcr die Anbieter:innen erstellen, sodass es auf der Seite der Anbieter:innen zu keinem Aufwand f\u00fchrt, wurde nur selten angenommen.<\/p>\n<p>Zum anderen waren viele Anbieter:innen nicht bereit die eigenen Projekte\/Webseiten\/Applikationen auf einer neuen Plattform zu bewerben, ohne dass diese bereits eine ausreichende Reichweite erreicht hat. Dies bedingte sich selbst, da eine Reichweite \u0096 vor allem ohne Projektseiten der gro\u00dfen Anbieter:innen im Mobilit\u00e4tssektor \u0096 nur schwer erreicht werden kann, wenn keine Anbieter:innen als Vorreiter fungieren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich festhalten, dass der Mobilit\u00e4tsmarktplatz innovaMo zwar erfolgreich umgesetzt, jedoch noch nicht erfolgreich etabliert werden konnte. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, wird ein neuer Zeitplan f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte des Jahres 2023 erstellt, der sich ausschlie\u00dflich auf die Gewinnung von Mobilit\u00e4tsanwendungen f\u00fcr die Plattform konzentriert. Sollten wir erfolgreich sein, werden wir im Anschluss erneut verst\u00e4rkt Ma\u00dfnahmen zur Bekanntmachung der Plattform bei den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern durchf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In l\u00e4ndlichen R\u00e4umen ist die Besiedelung sehr d\u00fcnn. Im Landkreis Wesermarsch sind es zum Beispiel nur 108 Einwohner pro km\u00b2. 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