{"id":27461,"date":"2026-04-12T10:32:17","date_gmt":"2026-04-12T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35330-02\/"},"modified":"2026-04-12T10:32:17","modified_gmt":"2026-04-12T08:32:17","slug":"35330-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35330-02\/","title":{"rendered":"Club nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen \u2013 Die Rolle der Konsumenten f\u00fcr eine erfolgreiche Transition zur Kreislaufwirtschaft \u2013 Phase II"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projekts ist die langfristige Fortf\u00fchrung des \u201eClubs f\u00fcr nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen\u201c mit dem Ziel, unter Beteiligung aller relevanten Stakeholdergruppen Erkenntnisse \u00fcber Einstellungen und Verhalten der Konsumenten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft in praxiserprobte Tools, Initiativen sowie Handlungs- und Politikempfehlungen zu \u00fcbersetzen. Dies soll vor allem Handel und KMU bei der Einrichtung eines erfolgreichen \u2013 d. h. von Konsumenten mitgetragenen und so letztlich umweltentlastenden \u2013 Kreislaufsystems unterst\u00fctzen. <\/p>\n<p>Anlass und Startpunkt f\u00fcr das Projekt sind Beobachtungen konkreter Verhaltensherausforderungen, die einer echten Kreislaufwirtschaft im Bereich Verpackung entgegenstehen und die es durch Mitwirkung unterschiedlicher Akteure zu \u00fcberwinden gilt:<br \/>\n\u2022 Kaufverhalten: Verbraucher*innen bevorzugen in Umfragen unverpackte und nachhaltig verpackte Produkte, kaufen aber z. B, im Bereich Obst\/Gem\u00fcse vor allem verpackte Ware.<br \/>\n\u2022 Verpackungsmythen: Verbraucher orientieren sich an Verpackungsmythen und greifen nicht zur \u00f6kologisch vorteilhafteren Verpackung<br \/>\n\u2022 Trennen und Sortieren: Verbraucher werfen Abfall und Wertstoffe nicht in die richtige Tonne (z. T. weil sie Verpackungsabfall nicht sortenrein trennen)<br \/>\n\u2022 Littering: Konsumenten entsorgen ToGo-Beh\u00e4lter nicht im M\u00fclleimer, sondern frei in der Umgebung des jeweiligen Gastronomiebetriebs <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAP1: Dialog im Club zu den Herausforderungen und L\u00f6sungsstrategien rund um Plastik und Verpackung. Dies beinhaltet regelm\u00e4\u00dfige Arbeitstreffen, etwa alle 2 &#8211; 3 Monate zum allgemeinen und zur konkreten Diskussion und Planung der Aktivit\u00e4ten zu den o. g. Herausforderungen sowie die Entwicklung von L\u00f6sungsans\u00e4tzen anhand folgender Schritte a) Definition des konkreten Verhaltens, b) Zielgruppenbestimmung, c) Literaturanalyse, d) Auswahl der begleitenden Forschungsmethoden, e) Auswahl geeigneter Pilotintervention, f) Evaluation und Ableitung von Handlungsempfehlungen<\/p>\n<p>AP 2: Entwicklung von Pilotinterventionen<br \/>\nAP2 ist der Auswahl innovativer Interventionsideen gewidmet, die in Pilot-Projekten umgesetzt und getestet werden (siehe AP3). Mit Interventionen sind solche Innovationen gemeint, welche das Verhalten der Konsumenten direkt beeinflussen k\u00f6nnen. Dies kann ein neues Mehrwegsystem ebenso sein wie ein neues Label oder ein neues Verpackungsdesign.<\/p>\n<p>AP3: Reallabor mit der digitalen Konsumenten-Community und Pilotprojekte<br \/>\nIn AP 3 wird eine Konsumenten-Community f\u00fcr ein Reallabor aufgebaut und es werden die priorisierten L\u00f6sungsans\u00e4tze aus AP2 im Rahmen von Pilotprojekten getestet. Die Ergebnisse werden systematisch aufgearbeitet.<\/p>\n<p>AP4: Empfehlungen f\u00fcr die Politik aus dem Experten-Panel<br \/>\nAP4 richtet ein Club-\u00fcbergreifendes Experten-Panel ein, in dem drei bis f\u00fcnf ausgewiesene, einflussreiche Experten die Clubs beraten und die Weitergabe der Ergebnisse an Entscheidungstr\u00e4ger der deutschen und europ\u00e4ischen Politik und Wirtschaft sicherstellen. <\/p>\n<p>AP 5: Dissemination und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nAP5 stellt sicher, dass die Projektergebnisse nicht nur innerhalb des Clubs und zwischen den Clubs (Plastik\/Verpackungen, Elektronik und ggf. weitere), sondern auch \u00fcber die Clubs hinaus verbreitet und implementiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Potenziale des Kreislaufprinzips zur Reduktion negativer Umwelteffekte sind enorm und es liegt gro\u00dfe Hoffnung auf diesem Prinzip f\u00fcr die F\u00f6rderung eines nachhaltigen Produzierens und Konsumierens (EC 2015). Im Bereich Plastik und Verpackungen sind \u2013 neben einer signifikanten Entlastung der Meere und des Nahrungskreislaufs durch jedes Kunststoffelement, das nicht in die Umwelt gelangt, beispielsweise folgende positive Umwelteffekte zu nennen: Das Recycling von einer Million t Plastik hat das gleiche CO2-\u00c4quivalente-Einsparpotenzial wie eine Million weniger Autos auf der Stra\u00dfe (EC 2018). Laut \u00d6ko-Institut (2016) entlastet allein die Sammlung und Verwertung durch das duale System in Deutschland die Umwelt pro Jahr heute um 1,9 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente. Die Versauerung der B\u00f6den sinke ebenso signifikant wie die Belastung durch Phosphat\u00e4quivalente. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden fossile energetische Ressourcen, beispielsweise Kohle und \u00d6l, durch das duale System geschont.<\/p>\n<p>Entsprechend gr\u00f6\u00dfer k\u00f6nnten diese positiven Umwelteffekte werden, wenn die Menge der Verpackungskunststoffe, die bisher nicht in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, reduziert wird. Die systematische Einbindung der Konsumentenperspektive ist hierbei ein vielversprechender und notwendiger Ansatz, um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen und die Potenziale des Recyclings auszusch\u00f6pfen (EC 2018). <\/p>\n<p>Die Einrichtung von Clubs ist in diesem Zusammenhang ein neuer Ansatz, um sektorenspezifische L\u00f6sungen f\u00fcr die Einbindung der Konsumentenperspektive in zentrale Umweltherausforderungen zu finden und vielversprechenden L\u00f6sungsstrategien wie der Kreislaufwirtschaft zum durchbrechenden Erfolg zu verhelfen. Die grundlegende Vorgehensweise \u2013 Sammlung von Wissen, Identifikation zentraler Herausforderungen, Auswahl praxistauglicher L\u00f6sungsstrategien sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen und Weiterbildungsformaten\u2013 l\u00e4sst sich auf andere Sektoren und auch andere L\u00f6sungsans\u00e4tze \u00fcbertragen. Dies wird im Rahmen des Projekts bereits durch den engen Austausch mit einem von der Stiftung Sitra gef\u00f6rderten Projekt zum Sektor Consumer Electronics stattfinden, um einerseits sektorenspezifische und andererseits sektoren\u00fcbergreifende L\u00f6sungspfade f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft identifizieren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Auch wird dies durch die guten Beziehungen zu Handel, Verb\u00e4nden und NGOs gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nKonkret werden folgende Wirkungen erwartet:<\/p>\n<p>KMU Impact:<br \/>\n\u2022 In der Verpackungsentwicklung und -herstellung t\u00e4tige KMUs erhalten Informationen \u00fcber die Verbraucherakzeptanz von geplanten Innovationen<br \/>\n\u2022Die Investitionssicherheit (bspw. Anschaffung von Maschinen f\u00fcr die Herstellung von Verpackungen) von KMUs wird gesteigert <\/p>\n<p>Handel Impact:<br \/>\n\u2022 Der Handel erh\u00e4lt Informationen \u00fcber die Verbraucherakzeptanz von geplanten Innovationen<br \/>\n\u2022 Der Handel bekommt neue, auf das Konsumentenverhalten abgestimmte, zirkul\u00e4re Verpackungskonzepte angeboten<\/p>\n<p>Gesellschaftlicher Impact:<br \/>\n\u2022 \u00d6kologischere Verpackungen k\u00f6nnen sich am Markt durchsetzen und werden vom Endverbraucher angenommen<br \/>\n\u2022 Ein h\u00f6herer Anteil an Verpackungen kann einer \u00f6kologisch vorteilhaften stofflichen Verwertung zugef\u00fchrt werden und bleibt dem Kreislauf somit erhalten<br \/>\n\u2022 Plastikverpackungen k\u00f6nnen wo m\u00f6glich und sinnvoll reduziert oder st\u00e4rker im Kreislauf gef\u00fchrt werden <\/p>\n<p>Die erste Projektphase konnte mit der Etablierung des Clubs hierzu bereits wichtige Impulse setzen. Als herausfordernd erweisen sich insbesondere die kartellrechtlichen Einschr\u00e4nkungen beim Teilen von relevantem Wissen zum Verbraucherverhalten. Das Projekt reagiert darauf, indem relevante Erkenntnisse m\u00f6glichst durch eigene Analysen\/Versuche generiert werden. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse werden \u00fcber den Club hinaus verbreitet und implementiert:<br \/>\nUnter https:\/\/www.ciap-circular.eu wurde eine englischsprachige Landingpage f\u00fcr das \u00fcbergeordnete Projekt erstellt, auf der Besucher*innen neben dem Verpackungsthema auch weitere Informationen zum gerade gestarteten Electronics Club und dem weiterhin relevanten, aber noch nicht implementierten Textil-Club finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Verb\u00e4nde und Handelsunternehmen im Partnernetzwerk des CSCP sind wichtige Multiplikatoren und werden in diese Aktivit\u00e4ten einbezogen. Dar\u00fcber hinaus wird das Projekt im engen Austausch mit dem Sitra-gef\u00f6rderten Projekt zu Elektronik stehen, um branchen\u00fcbergreifende Erkenntnisse und L\u00f6sungswege zu generieren. Diese Kooperation soll zudem die Kommunikation auf EU-Ebene und damit eine inter-nationale Strahlkraft des Projekts erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Club f\u00fcr nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen zeigt innovative Ans\u00e4tze auf, wie Erkenntnisse \u00fcber das Handeln der Konsumenten in L\u00f6sungen zur Kreislaufwirtschaft integriert werden k\u00f6nnen. Neu ist nicht nur diese systematische Konsumentenperspektive, sondern auch die Erweiterung herk\u00f6mmlicher Stakeholderdialoge um einen zielgerichteten Action-Plan Richtung L\u00f6sungsstrategien. Handel und KMU erhalten einen direkten, praxisrelevanten Mehrwert durch:<\/p>\n<p>1. Konkrete Handlungsempfehlungen<br \/>\n2. Bedarforientierte Weiterbildungs-Formate, das sie f\u00fcr sich und ihre Mitarbeiter nutzen k\u00f6nnen<br \/>\n3. Einen umfassenden Wissenspool zu den Hintergr\u00fcnden des Konsumentenverhaltens, zu den zentralen Herausforderungen in den jeweiligen Clubs und zu praktischen L\u00f6sungsans\u00e4tzen<\/p>\n<p>Es ist damit in besonderem Ma\u00dfe dazu geeignet, einen umweltrelevanten Impact zu generieren und weitere innovative L\u00f6sungen zur St\u00e4rkung der Kreislaufwirtschaft anzusto\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projekts ist die langfristige Fortf\u00fchrung des \u201eClubs f\u00fcr nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen\u201c mit dem Ziel, unter Beteiligung aller relevanten Stakeholdergruppen Erkenntnisse \u00fcber Einstellungen und Verhalten der Konsumenten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft in praxiserprobte Tools, Initiativen sowie Handlungs- und Politikempfehlungen zu \u00fcbersetzen. 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