{"id":27435,"date":"2024-11-27T10:46:56","date_gmt":"2024-11-27T09:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35697-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:47:01","modified_gmt":"2024-11-27T09:47:01","slug":"35697-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35697-01\/","title":{"rendered":"Abbau der \u00dcberd\u00fcngung von Hausg\u00e4rten durch Biotonne und \u00d6ffentlichkeitsarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die rd. 18 Mio. Hausg\u00e4rten in Deutschland (Gesamtfl\u00e4che rd. 930.000 ha) sind i.d.R. mit N\u00e4hrstoffen \u00fcberversorgt, in anderen Studien bereits durchgef\u00fchrte Bodenanalysen offenbarten insbesondere bei den Gartenbeeten einen \u00dcberschuss im Phosphorgehalt.<br \/>\nDie Situation in Berlin bildet eine vielfach bundesweit defizit\u00e4re Situation ab:<br \/>\n\u0095 Insbesondere das ressourcenbegrenzte Phosphat wird durch die Eigenkompostierung meist nicht bedarfsgerecht genutzt, sondern durch \u00dcberd\u00fcngung bis hin zu Pflanzensch\u00e4den verschwendet,<br \/>\n\u0095 der Energiegehalt der selbst kompostierten organischen Reststoffe wird nicht zur Herstellung von klimaentlastendem Biogas \u00fcber die Verg\u00e4rung der Bioabf\u00e4lle genutzt. <\/p>\n<p>Hauptziele des Projektes waren, \u00fcber eine hohe Anzahl von Bodenproben aus Berliner Hausg\u00e4rten den N\u00e4hrstoff-Versorgungsstand zu ermitteln und \u00fcber begleitende Frageb\u00f6gen Ursachen f\u00fcr eine \u00dcberd\u00fcngung herauszufinden. Die Ergebnisse sollen nach Auswertung dazu dienen, bundesweit erg\u00e4nzende Informationen zum Thema Eigenkompostierung und Biotonnen-Nutzung bereitzustellen, die dann in die jeweilige \u00d6ffentlichkeitsarbeit einflie\u00dfen k\u00f6nnen und sollen. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie BSR stellten zur Abgabe der Bodenproben zwei ihrer Recyclingh\u00f6fe im Norden Berlins.<br \/>\nDer Aufruf zur Probenabgabe erfolgte seitens der Senatsumweltverwaltung \u00fcber rd. 11.000 direkte Anschreiben an die Haushalte im Umfeld der Abgabestandorte, einer \u00fcber das Projekt informierenden Landingpage, eine Pressemitteilung, Infost\u00e4nde bei den lokalen Bau- und Lebensmittelm\u00e4rkten, Flyer und Bekanntgabe in den social media.<br \/>\nNach dieser \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurden in Berlin im Sommer 2021 von 336 Teilnehmenden \u00fcber 600 Bodenboden mit begleitenden Frageb\u00f6gen zur Eigenkompostierung und Nutzung der Biotonne, vorrangig von Nutz- und Zierbeeten sowie von Rasenfl\u00e4chen.<br \/>\nDie Analyse auf N\u00e4hrstoffe erfolgte durch die LUFA Nord-West, die die Ergebnisse mit einer jeweiligen konkreten D\u00fcngeempfehlung an die Teilnehmenden versandte. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Von den Teilnehmenden nutzen 46 % die Biotonne. Auch die Biotonnen-Nutzenden f\u00fchren zu 75% eine anteilige Eigenkompostierung weiter fort. Die eingereichten Proben stammten dominierend von Nutz- und Zierbeeten sowie von Rasenfl\u00e4chen<\/p>\n<p>Insbesondere die Beetfl\u00e4chen sind speziell mit Phosphat zu rd. 60 % hoch \u00fcberd\u00fcngt, Gem\u00fcsebeete zu 75%. Die \u00dcberd\u00fcngung entsteht durch die einseitige Verwendung des erzeugten Kompostes und damit zu hohen Kompostgaben, die weit \u00fcber den einschl\u00e4gigen Richtwerten liegen.<br \/>\nAn K\u00fcchen- und Gartenabf\u00e4llen wird insgesamt zu viel selbst kompostiert \u0096 die f\u00fcr die Kompostverwendung bevorzugten Beete sind zu klein, um diese zu gro\u00dfen Kompostmengen aufzunehmen. <\/p>\n<p>Mit Nutzung der Biotonne werden insbesondere die Hoch-\u00dcberd\u00fcngungen reduziert \u0096 nach einer Bilanzrechnung entzieht die Biotonne einem Gartengrundst\u00fcck pro Jahr rd. 450 kg n\u00e4hrstoffreiche Gartenabf\u00e4lle. Dennoch setzen drei Viertel der Biotonnen-Nutzer:innen die Eigenkompostierung (mit deutlich geringeren Mengen) fort; damit bleibt eine bedarfsgerechte N\u00e4hrstoff- und Humusversorgung der Gartenb\u00f6den erhalten. <\/p>\n<p>Ein vollst\u00e4ndiger Anschluss an die Biotonne in den gartenreichen Au\u00dfenbezirken lie\u00dfe in Berlin zus\u00e4tzlich mindestens 21.000 Mg\/a sortenreiner organischer Abf\u00e4lle erfassen \u0096 mit rd. 180 Mg in der Landwirtschaft sinnvoll einsetzbaren Hauptn\u00e4hrstoffen sowie rd. 2,1 Mio. m\u00b2 Biogas als regenerativem Energietr\u00e4ger.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Projekt wurden die die f\u00fcr Umwelt und Abfall zust\u00e4ndigen Bundes- und Landesministerien sowie die gr\u00f6\u00dferen Umweltverb\u00e4nde \u00fcber die im Projekt bereits ermittelten Ergebnisse informiert mit der Bitte, die eigenen Webseiten auf ausreichende Darstellung zur \u00dcberd\u00fcngung von Hausg\u00e4rten, deren Ursachen und den Nutzen der Biotonne zu \u00fcberpr\u00fcfen. Dazu verwendbares Text-\/Bildmaterial wurde mit versandt.<br \/>\nPr\u00e4sentationen des Projektes erfolgten auf 2 Fachtagungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die \u00dcberd\u00fcngung von Hausg\u00e4rten ist ein ernst zu nehmendes Ph\u00e4nomen, das einerseits aus zu viel selbst kompostierten Abf\u00e4llen, andererseits aus der ungleichm\u00e4\u00dfigen Verteilung des Kompostes resultiert. Der Einsatz der Biotonne baut diese \u00dcberd\u00fcngung ab bzw. beugt ihr vor. Durch die meist praktizierte fortgesetzte Eigenkompostierung auch bei genutzter Biotonne wird eine reduzierte, bedarfgerechte Kompostmenge im eigenen Garten zur Humus- und N\u00e4hrstoffversorgung weiterhin bereitgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die rd. 18 Mio. 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