{"id":27430,"date":"2025-09-09T10:32:33","date_gmt":"2025-09-09T08:32:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35682-01\/"},"modified":"2025-09-09T10:32:36","modified_gmt":"2025-09-09T08:32:36","slug":"35682-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35682-01\/","title":{"rendered":"Wissenstransfer f\u00fcr Kommunen und Versorgungsunternehmen zu unterirdischen begehbaren Leitungskan\u00e4len als langfristig umwelt- und ressourcenschonende Infrastrukturbauwerke im urbanen Raum"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Unterirdische Versorgungsanlagen bestehen im Wesentlichen aus Rohrleitungen, Kabelb\u00fcndel, Schachtbauwerken und technischen Stationen. Als Teil der technischen Infrastruktur durchziehen Leitungstrassen den Baugrund unter oder zwischen Siedlungsfl\u00e4chen und transportieren Energie, Wasser und Informationen vom Erzeuger bzw. Verteiler bis zum Endkunden.<br \/>\nEine moderne Leitungsinfrastruktur muss auf die laufenden Ver\u00e4nderungen im Medienbedarf, vor allem Trink-, Heiz- und Brauchwasser, Elektrizit\u00e4t und Gase unterschiedlichster Parameter, dazu auf Daten und den Informationsaustausch reagieren k\u00f6nnen. Im Vergleich zur dominierenden Einzelverlegung k\u00f6nnen mehrere Rohrleitungen und Kabel in daf\u00fcr errichteten unterirdischen baulichen Anlagen, sogenannten Versorgungs- bzw. Leitungskan\u00e4len, \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume grabenlos verlegt und betrieben werden.<br \/>\nZum Thema Leitungskanal liegt dabei ein profundes Wissen vor, da es sich nicht nur international, sondern auch in Deutschland um eine lang bew\u00e4hrte Technik handelt und unter entsprechenden Rahmenbedingungen vielf\u00e4ltige Vorteile verspricht. Trotz des relativ h\u00e4ufigen internationalen Einsatzes bzw. der Untersuchung des Leitungskanals als eine valide Versorgungsalternative, wird der Leitungskanal bzw. Leitungsd\u00fcker in der j\u00fcngeren Vergangenheit nur vereinzelt errichtet oder als Alternative schon im Planungsprozess, teilweise durch nicht objektivierte Aussagen, verworfen.<br \/>\nDabei stehen die Kommunen und Versorgungsunternehmen aktuell vor gro\u00dfen Herausforderungen, da im Rahmen der Energiewende auch eine sog. Netzwende postuliert wird und Nachhaltigkeitsaspekte einen wichtigen Platz einnehmen. Der unterirdische Leitungskanal kann dabei eine sichere, nachhaltige und innovative Option zur Bew\u00e4ltigung von k\u00fcnftigen Herausforderungen sein. Aus diesem Grund steht der Wissenstransfer und Informationsaustausch mit Kommunen und Versorgungsunternehmen im Vordergrund. Hierf\u00fcr soll zuerst das vorhandene Wissen aufbereitet und anschlie\u00dfend mittels verschiedener Formate in einen Informations- und Wissensaustausch mit Akteuren eingetreten werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Wissenstransfer in diesem Projekt besteht aus drei Bestandteilen. Im Rahmen des ersten Schwerpunktes werden das vorhandene Wissen und der Stand der Technik zusammengetragen und aufbereitet. Neue Erkenntnisse, die sich aus dem Wissenstransfer ergeben, flie\u00dfen dabei kontinuierlich ein. In Erg\u00e4nzung zur klassischen Wissensvermittlung werden Werkzeuge konzeptionell entwickelt, um das vorhandene Wissen so aufzubereiten, das Planer und Entscheidungstr\u00e4ger eine niedrige Einstiegh\u00fcrde haben, den Leitungskanal als Alternative zur Bew\u00e4ltigung k\u00fcnftiger Herausforderungen in Betracht zu ziehen. Der zweite Bestandteil umfasst die Ansprache und das Einwerben von f\u00fcr den Wissenstransfer relevanten Akteuren. Auf Basis einer Stakeholderanalyse werden daf\u00fcr die anzusprechenden Akteure identifiziert. Ziel ist es, den Kontakt aufzubauen und einen Wissenstransfer zu initiieren. Mittels Informationsveranstaltungen, Workshops und Fachkonferenzen werden im dritten Bestandteil zum einen das aufbereitete Wissen an die TeilnehmerInnen verteilt, zum anderen Plattformen f\u00fcr einen Wissensaustausch angeboten. F\u00fcr einen Wissenstransfer \u00fcber das Projekt hinaus, werden zus\u00e4tzlich Initiativen gestartet, welche das Thema weiterverbreiten sollen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Wissenstransfer ist von den beteiligten Fachverb\u00e4nden AGFW (Der Energieeffizienzverband f\u00fcr W\u00e4rme, K\u00e4lte und KWK e. V.) und GSTT (German Society for Trenchless Technology e. V.), dem Institut f\u00fcr unterirdische Infrastruktur (IKT) sowie der Interessengemeinschaft begehbarer Versorgungskan\u00e4le (IBV) festgestellt worden, das unterirdische Leitungskan\u00e4le\/-d\u00fcker viel \u00f6fter als Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Betracht gezogen werden sollten. Die Ber\u00fccksichtigung von unterirdischen, meist begehbaren Leitungskan\u00e4len\/-d\u00fckern als weiterer Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung wird aktuell von mehreren positiven Faktoren bzw. Entwicklungen forciert:<br \/>\n\u0095 Vor dem Hintergrund der vielfach anstehenden notwendigen Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen der bestehenden Infrastrukturen m\u00fcssen sich St\u00e4dte und Gemeinden um eine nachhaltige Stadtentwicklung bem\u00fchen. Dabei sollten alle bew\u00e4hrten L\u00f6sungsalternativen ausgesch\u00f6pft bzw. betrachtet werden.<br \/>\n\u0095 Die mit dem Klimawandel einhergehenden Gedanken zum Klimaschutz machen ein Umdenken erforderlich. Leitungskan\u00e4le bieten dabei u. a. eine bessere Widerstandsf\u00e4higkeit gegen \u00dcberflutungen bzw. Untersp\u00fclungen.<br \/>\n\u0095 Das Fachwissen zum Stand der Technik rund um den Leitungskanal wurde in diesem Projekt sowie aktuell auch durch die \u00dcberarbeitung des GSTT-Leitfadens Nr. 10 geb\u00fcndelt. Zudem wird international, wo der Einsatz unteririscher Leitungskan\u00e4le schon mehr etabliert ist, an der ISO 37175 \u0084Smart Community Infrastructures &#8211; Operation and Maintenance of Utility Tunnels\u0093 gearbeitet.<br \/>\n\u0095 Weiterhin existieren heute mit den \u0084Katalog von Stellungnahmen zu g\u00e4ngigen Vorbehalten\u0093, der \u0084Checkliste zur Anwendung von Leitungskan\u00e4len\u0093 sowie der speziell entwickelter Variantenrechnungen nach Kosten und Nutzen neue M\u00f6glichkeiten die \u0096 in der Vergangenheit mitunter schwierigen und komplizierten \u0096 Diskussionen zu objektivieren.<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig m\u00fcssen Bund, Land und Kommunen mehr in die Pflicht genommen werden. Im Hinblick auf die aktuellen und k\u00fcnftigen Herausforderungen sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr nachhaltige und moderne Einbaualternativen wie den Leitungskanal zu verbessern. Dar\u00fcber hinaus sind es neben der \u0084\u00f6ffentlichen Hand\u0093 (Stra\u00dfenbaulasttr\u00e4ger\/Koordinierungs- u. Genehmigungsbeh\u00f6rden) insbesondere die Versorgungsunternehmen sowie Grundst\u00fcckseigent\u00fcmerInnen und Erschlie\u00dfungstr\u00e4gerInnen, welche die alternative Sichtweise Einzel- bzw. Erdverlegung zu Mehrfachverlegung in einer daf\u00fcr vorgesehenen baulichen Anlage verinnerlichen sollten.<br \/>\nSchlie\u00dflich sind f\u00fcnf Initiativen zur dauerhaften Verankerung von Leitungskan\u00e4len\/-d\u00fckern gestartet worden:<br \/>\n1.\tLage erfassen im Leitungsauskunftsportal \u0084infrest\u0093,<br \/>\n2.\tAufsetzen einer Kommunikationsplattform unter utility-tunnel.com,<br \/>\n3.\t\u0084Klima-Check\u0093 \u0096 CO2-Beitrag Leitungskan\u00e4le\/-d\u00fcker,<br \/>\n4.\tForcieren der Beteiligung an der internationalen ISO-Normung,<br \/>\n5.\tReaktivieren der Ausbildung k\u00fcnftiger IngenieurInnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden eine Reihe von Online-Seminaren und (Online-)Fachkonferenz ausgerichtet, an einer Konferenz zum Thema referiert und Ver\u00f6ffentlichungen in verschiedenen Fachzeitschriften geschrieben. Die folgende Aufz\u00e4hlung gibt eine Einblick, f\u00fcr einen vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick sei auf die Anh\u00e4nge des Abschlussberichts verwiesen:<br \/>\n\u0095 Ausrichten von drei Online-Seminaren,<br \/>\n\u0095 Ausrichten von einer Online-Fachkonferenz sowie einer Vor-Ort-Fachkonferenz zum Thema Leitungskan\u00e4le,<br \/>\n\u0095 Halten einer Pr\u00e4sentation auf der InfraSpree,<br \/>\n\u0095 Aufbereiten des Themas \u0084Leitungskanal\u0093 in Postern f\u00fcr den Praxisworkshop 2021 sowie der ASP-Konferenz 2022,<br \/>\n\u0095 Durchf\u00fchren eines Runden Tisches in Niedersachsen,<br \/>\n\u0095 Ver\u00f6ffentlichungen in vier unterschiedlichen Fachzeitschriften. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund des beengten st\u00e4dtischen Raums (Stichwort \u0084Trassenb\u00fcndelung\u0093), der erforderlichen Flexibilit\u00e4t beim Austausch oder Ersatz von Leitungen und Medien aufgrund des technischen Fortschritts (Stichwort \u0084Austausch-Flexibilit\u00e4t\u0093) sowie der notwendigen Widerstandsf\u00e4higkeit und Nachhaltigkeit (Stichwort \u0084Klimawandel\u0093) bildet der Leitungskanal eine \u0084smarte\u0093 L\u00f6sungsalternative. Auf Basis der Beitr\u00e4ge und gef\u00fchrten Diskussionen im Rahmen des Wissenstransfers, gibt es dar\u00fcber hinaus nach Ansicht der Projektpartner keine K.O.-Kriterien, die zu einem grunds\u00e4tzlichen Verwerfen dieser Erschlie\u00dfungsl\u00f6sung f\u00fchren.<br \/>\nDie zeitlich parallel verlaufenden Aktivit\u00e4ten im Projektkreis UBLD vorgenannter Verb\u00e4nde zur \u00dcberarbeitung des Leitfadens sowie im ISO Norm \u0096 Projekt erwiesen sich bei der Wissensvermittlung als sehr hilfreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Unterirdische Versorgungsanlagen bestehen im Wesentlichen aus Rohrleitungen, Kabelb\u00fcndel, Schachtbauwerken und technischen Stationen. Als Teil der technischen Infrastruktur durchziehen Leitungstrassen den Baugrund unter oder zwischen Siedlungsfl\u00e4chen und transportieren Energie, Wasser und Informationen vom Erzeuger bzw. Verteiler bis zum Endkunden. 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