{"id":27383,"date":"2026-02-19T10:32:11","date_gmt":"2026-02-19T09:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35864-01\/"},"modified":"2026-02-19T10:32:11","modified_gmt":"2026-02-19T09:32:11","slug":"35864-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35864-01\/","title":{"rendered":"Weidewonne \u2013 Zukunftsnetzwerk f\u00fcr Sch\u00e4ferinnen und Sch\u00e4fer in Th\u00fcringen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen ist f\u00fcr die Erhaltung vieler naturschutzfachlich wertvoller Lebensraumtypen des Offenlandes, wie z. B. Trocken- oder Halbtrockenrasen, Steppenrasen und Streuobstwiesen, essentiell. Dem gegen\u00fcber steht vielerorts die seit Jahren permanent sinkende Zahl von Sch\u00e4ferinnen und Sch\u00e4fern und damit auch ein abnehmender Bestand an Schafen und Ziegen. Die Ursachen hierf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig: Fehlender Nachwuchs, demografischer Wandel und die finanziell nicht ausk\u00f6mmliche Vermarktung der Prim\u00e4rproduktionsg\u00fcter Fleisch und Wolle begr\u00fcnden schlechte Rahmenbedingungen f\u00fcr Sch\u00e4fereibetriebe. Die staatlich gef\u00f6rderte Landschaftspflege ist inzwischen f\u00fcr viele Betriebe die Haupteinnahmequelle, stellt sie aber auch vor b\u00fcrokratische H\u00fcrden, insbesondere bei der Durchf\u00fchrung der Antragstellung. Die immer weiter sinkende Anzahl an Sch\u00e4fereibetrieben verhindert zudem eine wirksame Lobbyarbeit in der Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik.  <\/p>\n<p>Folgende Zielsetzungen sollten im Rahmen des Vorhabens pr\u00e4zisiert und operationalisiert werden, um sie im Hauptvorhaben erfolgreich umzusetzen:<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung und Umsetzung von tragf\u00e4higen Modellen zur Steigerung der Wertsch\u00f6pfung von Lammfleisch und Schafwolle,<br \/>\n&#8211;\tEtablierung mindestens einer Landschaftspflegeherde in einem der Gro\u00dfschutzgebiete in Th\u00fcringen und\/oder einer Natura-2000-Station, inklusive deren mittelfristiger finanzieller Absicherung,<br \/>\n&#8211;\tVerbesserung der Ausbildungsangebote f\u00fcr Sch\u00e4fer*innen in Th\u00fcringen,<br \/>\n&#8211;\tSt\u00e4rkung des politischen Engagements f\u00fcr die Sch\u00e4fereibetriebe in Th\u00fcringen und in Deutschland,<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung eines R\u00fcckhalts f\u00fcr Sch\u00e4fereibetriebe in der Bev\u00f6lkerung durch Kommunikation,<br \/>\n&#8211;\tst\u00e4rkere Verantwortungs\u00fcbernahme durch den Schafzuchtverband in Th\u00fcringen und\/oder einer (noch zu etablierenden) landesweiten Interessenvertretung f\u00fcr Landschaftspflegesch\u00e4fer*innen,<br \/>\n&#8211;\tEinf\u00fchrung einer bundesweit wirksamen, aus der ersten S\u00e4ule der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) finanzierten Weidetierpr\u00e4mie f\u00fcr Schafe und Ziegen,<br \/>\n&#8211;\tfinanziell gut ausk\u00f6mmliche F\u00f6rderprogramme f\u00fcr die Beweidung mit Schafen und Ziegen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Arbeitspakete wurden zur Zielerreichung definiert und umgesetzt:<br \/>\nAP 1 \u2013 Etablierung von marktwirtschaftlich tragf\u00e4higen Ans\u00e4tzen zur Nutzung von Schaffleisch und -wolle<br \/>\nAP 2 \u2013 Th\u00fcringenweite Beratungsstelle und Beratungsnetzwerk<br \/>\nAP 3 \u2013 Aus- und Weiterbildung f\u00fcr das Sch\u00e4fereihandwerk<br \/>\nAP 4 \u2013 Etablierung einer Landschaftspflegeherde<br \/>\nAP 5 \u2013 Kommunikation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>AP1:<br \/>\nNutzung von Lammfleisch in der Direktvermarktung (Weidewonne &#8211; B2C)<br \/>\n&#8211;\tPotenzialanalyse verschiedener Regionen, Schlachtst\u00e4tten und vorhandener Vermarktungslinien<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung und Abstimmung Weidewonne-Kriterienkatalog<br \/>\n&#8211;\tweitere Etablierung und Ausbau der Online-Vermarktung<br \/>\n&#8211;\tMitwirkung AG Hofnahe Schlachtung<br \/>\nNutzung von Lammfleisch im Gro\u00dfkundenbereich (Weidewonne &#8211; B2B)<br \/>\n&#8211;\tAufbau Kooperation Th\u00fcringer Regional Regal<br \/>\n&#8211;\tKontaktaufnahme zu Land- und Agrargenossenschaften sowie Gro\u00dfh\u00e4ndlern<br \/>\nVermarktung der Schafwolle (Weidewolle)<br \/>\n&#8211;\tVerhandlung \u00fcber Preise mit Abnehmer Baur Vliesstoffe GmbH<br \/>\n&#8211;\tDurchf\u00fchrung erster Wolle-Abnahmen bei Weidwonne-Sch\u00e4fereien<br \/>\n&#8211;\tRecherche Eckpunkte Woll-Zertifizierung<br \/>\nAP2 &#8211; Beratungsstelle und Beratungsnetzwerk (Weidewonne-Netzwerk)<br \/>\n&#8211;\tKontaktaufnahme mit Betriebsberater*innen f\u00fcr Sch\u00e4fereibetriebe<br \/>\n&#8211;\tVorstellung Weidewonne bei Schafzuchtverband, Natura-2000-Stationen und Beh\u00f6rden sowie anderen Projekten (\u201eSchafLAND17\u201c (Hotspot 17), \u201eS\u00fcdharzer Zechsteing\u00fcrtel, Kyffh\u00e4user und Hainleite\u201c (Hotspot 18)<br \/>\n&#8211;\tindividuelle Beratung von 98 Sch\u00e4fereibetrieben<br \/>\nAP3 &#8211; Aus- und Weiterbildung von Sch\u00e4fer*innen (Aus- und Weiterbildung)<br \/>\n&#8211;\tZusammenstellung der Ausbildungsinhalte der Sch\u00e4fereiausbildung<br \/>\n&#8211;\t\u00dcberblick \u00fcber die Fortbildungsm\u00f6glichkeiten in anderen Bundesl\u00e4ndern<br \/>\n&#8211;\tRecherche nach F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten in Form von Bildungsgutscheinen<br \/>\nAP4 &#8211; Landschaftspflegeherde und mechanische Nachpflege<br \/>\n&#8211;\tInfoveranstaltung zum Thema Landschaftspflegeherde Natura-2000-Stationen sowie Interessensabfrage f\u00fcr die Etablierung einer Herde bei Natura-2000-Stationen\/Schutzgebietsverwaltungen<br \/>\n&#8211;\tRecherche Mietherden als weitere Alternative f\u00fcr Sicherung der Landschaftspflege<br \/>\n&#8211;\tVorplanung der Etablierung einer Landschaftspflegeherde mit der Natura-2000-Station Gotha-Ilm-Kreis<br \/>\n&#8211;\tRecherche nach Technik f\u00fcr die mechanische Nachpflege und nach tats\u00e4chlichem Bedarf bei Sch\u00e4fereibetrieben<br \/>\nAP5 &#8211; Kommunikation, \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Marketing<br \/>\n&#8211;\tZielgruppenanalyse f\u00fcr Lammfleisch- und Wollprodukte B2C und B2B<br \/>\n&#8211;\tBenennung von Kommunikationsinstrumenten sowie Erstellung eines Kommunikationsplans f\u00fcr das erste Jahr des Hauptvorhabens<br \/>\n&#8211;\tRelaunch von Weidewonne auf Facebook und Instagram<br \/>\n&#8211;\tDurchf\u00fchrung diverser Kampagnen: Online-Adventskalender, Fotowettbewerb, saisonale Kampagnen zu Lammfleisch<br \/>\n&#8211;\tCrowdfunding-Kampagne zur Vorbereitung eines Patenschaftsprogramms<br \/>\n&#8211;\tPressearbeit, Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften und Zeitungen, Beitr\u00e4ge in Radio und Fernsehen, Newsletter<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;  siehe Ergebnisse Arbeitspaket 5<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Alle im Projektantrag dargestellten Arbeitspakete konnten erfolgreich bearbeitet und das damit verbundene Ziel der Vorbereitung des Hauptvorhabens erreicht werden. Hervorzuheben sind hierbei:<br \/>\n&#8211;\tder erfolgreiche Ausbau des Online-Shops mit einer deutlichen Steigerung der Nutzerzahlen,<br \/>\n&#8211;\tder erste Wollverkauf von Landschaftspflegeschafen aus Th\u00fcringen,<br \/>\n&#8211;\teine vergr\u00f6\u00dferte Reichweite in der \u00d6ffentlichkeit durch medienwirksame Aktionen,<br \/>\n&#8211;\tdie sichergestellte Etablierung der ersten th\u00fcringischen Landschaftspflegeherde und<br \/>\n&#8211;\tdie Konzeption von Schafpatenschaften<br \/>\nDas Label Weidewonne konnte weiter ausgebaut und die notwendigen Grundlagen geschaffen werden, um im Hauptvorhaben zeitnah erste Umsetzungsma\u00dfnahmen realisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen ist f\u00fcr die Erhaltung vieler naturschutzfachlich wertvoller Lebensraumtypen des Offenlandes, wie z. B. 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