{"id":27342,"date":"2024-11-27T10:46:50","date_gmt":"2024-11-27T09:46:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35625-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:46:53","modified_gmt":"2024-11-27T09:46:53","slug":"35625-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35625-01\/","title":{"rendered":"Monitoring von Ma\u00dfnahmen zur behutsamen Betoninstandsetzung von national bedeutsamen Baudenkm\u00e4lern der Nachkriegsmoderne"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Viele denkmalgesch\u00fctzte Baudenkm\u00e4ler der Nachkriegsmoderne wurden aus Beton hergestellt. Die zur damaligen Zeit eingesetzten Betone weichen in ihren mechanischen Eigenschaften, aber insbesondere auch in ihren Dauerhaftigkeitseigenschaften, zum Teil deutlich von derzeit normgem\u00e4\u00df eingesetzten Betonen ab. Auch die konstruktiven Anforderungen, wie beispielsweise die H\u00f6he der Betondeckung zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit, entsprachen in vielen F\u00e4llen nicht den heutigen Anforderungen. Hieraus resultiert ein deutlich ung\u00fcnstigeres Alterungs- und Korrosionsverhalten, im Vergleich zu normkonformen, aktuellen Betonen. Bei der Instandsetzung \u0096 auch von Baudenkm\u00e4lern \u0096 wurden und werden i. d. R. \u0084konventionelle Instandsetzungsma\u00dfnahmen\u0093 gem\u00e4\u00df der derzeit zu beachtenden Rili-SIB und TR Instandhaltung von Betonbauwerken zur Sicherung der Dauerhaftigkeit und Standsicherheit eingesetzt. Dabei wird die Betonoberfl\u00e4che h\u00e4ufig gro\u00dffl\u00e4chig nach Entrosten der Bewehrung und Aufbringen eines Korrosionsschutzes durch eine neue Betonoberfl\u00e4che ersetzt. Ein optischer \u0084Mindestangleich\u0093 an die umgebenden Betonoberfl\u00e4chen erfolgt h\u00e4ufig nur \u00fcber eine entsprechende Farbgebung der gesamten Fl\u00e4che. F\u00fcr die Denkmalpflege bedeutet dieses Vorgehen \u0096 insbesondere bei Sichtbetonbauten \u0096 herbe Verluste, da die originale Betonoberfl\u00e4che mit ihren Werkspuren als Dokument der damaligen Bautechnik verloren geht oder nicht mehr sichtbar ist. Bei der \u0084behutsamen Betoninstandsetzung\u0093 wird der Eingriff in die Bausubstanz minimiert. Es wird Wert auf kleinteilige Reparaturstellen gelegt und die gro\u00dffl\u00e4chige Entfernung des originalen Betons \u00fcber die gesch\u00e4digten Bereiche hinaus vermieden. Im Gegensatz zur konventionellen Betoninstandsetzung verzichtet sie insbesondere bei Sichtbetonbauwerken auf den Einsatz von kunstharzgebundenen Oberfl\u00e4chenbeschichtungen, um einen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Erhalt der originalen Betonoberfl\u00e4che mit ihrem architektonischen und optischen Erscheinungsbild zu bewirken. F\u00fcr diese \u0084behutsame Betoninstandsetzung\u0093 ist eine individuelle Abstimmung der gew\u00e4hlten Instandsetzungsmethode und des Instandsetzungsmaterials auf das Bauwerk erforderlich. Die Instandsetzungsmaterialien sollen in ihrer Zusammensetzung, Farbigkeit und Oberfl\u00e4chenstruktur m\u00f6glichst dem Bauwerksbeton entsprechen.<\/p>\n<p>Trotz der beschriebenen Vorteile der Ans\u00e4tze zur behutsamen Betoninstandsetzung stehen diese h\u00e4ufig in der Kritik, da<br \/>\n\u0095 die geringere Dichtigkeit der Instandsetzungsm\u00f6rtel und -betone ein st\u00e4rkeres Eindringen von Feuchtigkeit und Schadstoffen erm\u00f6glicht und damit das Risiko der Korrosion des Bewehrungsstahls erh\u00f6ht,<br \/>\n\u0095 die Behandlung von Teilfl\u00e4chen das Korrosionsrisiko der unbehandelt verbleibenden Fl\u00e4chen nicht behebt und eine \u00dcbernahme der Gew\u00e4hrleistung teilweise abgelehnt wird.<\/p>\n<p>Es ist daher zwingend notwendig, bei der Planung derartiger Ma\u00dfnahmen das weitere Korrosionsrisiko f\u00fcr den verbleibenden bauzeitlichen Bestandsbeton bauteilweise abzusch\u00e4tzen und gegebenenfalls durch begleitende Monitoring-Ma\u00dfnahmen zu dokumentieren, um kritische Situationen fr\u00fchzeitig erkennen und ggf. beheben zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie systematischen Nachuntersuchungen und das Monitoring von ausgef\u00fchrten behutsamen Instandsetzungsma\u00dfnahmen an Baudenkm\u00e4lern sollen helfen, die Nachhaltigkeit dieser Instandsetzungsmethode bewerten zu k\u00f6nnen. Zum Vergleich sollen auch einige konventionelle, regelkonforme Instandsetzungsma\u00dfnahmen untersucht werden.<br \/>\nEin Hauptaugenmerk soll dabei auf zerst\u00f6rungsfreie Untersuchungsmethoden liegen. Bei der Zustandsbewertung von Bauwerken haben sich in den letzten Jahren daf\u00fcr neben der handnahen Untersuchung (hier visuelle Inspektion und Klopfprobe) die bildgebenden Methoden, wie Infrarotthermographie, Radar, Ultraschalltomographie, Widerstandsmessung mittels Wenner-Sonde und Impakt-Echo-Verfahren, etabliert, die auch hier Anwendung finden sollen. Durch sinnvolle Kombination dieser Methoden sollen sich die Ergebnisse gegenseitig st\u00fctzen und erg\u00e4nzen k\u00f6nnen und somit eine Aussage erleichtern.<br \/>\nEs soll untersucht werden, ob auf Basis der Untersuchungen an repr\u00e4sentativen Bauteilen Aussagen zur Dauerhaftigkeit insbesondere von behutsamen Instandsetzungen abgeleitet werden k\u00f6nnen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zusammengefasst werden und dazu beitragen, bei Bauherren, Denkmalbeh\u00f6rden, Fachplanern, Industrie und ausf\u00fchrenden Handwerksbetrieben langfristig die Akzeptanz f\u00fcr die behutsamen Instandsetzungsmethoden \u0096 die Eignung im speziellen Anwendungsfall vorausgesetzt \u0096 zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum Erreichen der Projektziele wurden folgende Arbeitspakete bearbeitet:<br \/>\n\u0095 Recherche und Festlegung der zu untersuchenden Bauwerke und Untersuchungsmethoden,<br \/>\n\u0095 Durchf\u00fchrung der Bauwerksuntersuchungen mit erg\u00e4nzenden Laboruntersuchungen,<br \/>\n\u0095 Auswertung der Untersuchungsergebnisse und objektspezifische Bewertung,<br \/>\n\u0095 Objekt\u00fcbergreifende Auswertung und Bewertung der Untersuchungsmethoden sowie des Bauwerkszustands,<br \/>\n\u0095 Disseminierung der Projektergebnisse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u0095 Mit Hilfe zerst\u00f6rungsfreier Mess- und Untersuchungsmethoden kann der Zustand denkmalgesch\u00fctzter Sichtbetonbauwerke beurteilt werden.<br \/>\n\u0095 Bei fachkundiger Durchf\u00fchrung kann die behutsame Instandsetzung eine dauerhafte und nachhaltige Instandsetzungsmethode darstellen.<br \/>\n\u0095 Ein Monitoring der instandgesetzten Bereiche ist sowohl bei der Anwendung behutsamer als auch bei den konventionellen Instandsetzungsmethoden f\u00fcr den dauerhaften Erhalt denkmalgesch\u00fctzter Sichtbetonbauwerke sinnvoll und zu empfehlen.<br \/>\nWeitere Details sind dem Bericht zu entnehmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge bei Fachveranstaltungen:<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Auras, M.; Grillich, P.; Heese, C.: Dauerhaftigkeit von Instandsetzungsma\u00dfnahmen an Denkm\u00e4lern aus Beton DREIK\u00d6NIGSTREFFEN 2023 \u0084Konventionelle und behutsame Instandsetzung denkmalgesch\u00fctzter Sichtbetonfl\u00e4chen\u0093; Hochschule RheinMain; 10.01.2023<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Auras, M.; Heese, C.: Monitoring von Instandsetzungsma\u00dfnahmen an Sichtbetonbauwer-ken der Nachkriegsmoderne \u0096 Untersuchungen an der neuen Einsegnungshalle \u0096 Hauptfriedhof Saarbr\u00fccken Forschungskolloquium \u0084Eisenbeton \u0096 Sichtbeton \u0096 Betoninstandsetzung\u0093 der Professur f\u00fcr Neuere Baudenkmalpflege; Prof. Dr. Putz (TUM) und des Instituts f\u00fcr Bau- und Materialforschung, Prof. Dr.-Ing. Dauberschmidt (HM); Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen\/Alte Architekturbibliothek und Online; 27.02.2023<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Grillich, P.; \u00d6zt\u00fcrk, T.; Auras, M.; Heese, C.: Monitoring von Sichtbetonbauwerken der Nachkriegsmoderne mit bildgebenden, zerst\u00f6rungsfreien Pr\u00fcfverfahren 8. Kolloquium \u0084Erhaltung von Bauwerken \u0096 Beurteilung, Instandsetzung und Denkmalpflege von Bauwerken\u0093; Technische Akademie Esslingen; 14. &#8211; 15.02.2023<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Auras, M.; Heese, C.: Monitoring fr\u00fcherer Instandsetzungsma\u00dfnahmen an Denkm\u00e4lern aus Stahlbeton Fachtagung \u0084Betoninstandhaltung am Baudenkmal \u0096 Methoden, Materialien, Dauerhaftigkeit\u0093; Lan-desdenkmalamt Saarland und Institut f\u00fcr Steinkonservierung e. V.; Sender Berus, \u00dcberherrn; 21.06. 2023 (geplant)<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen:<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Grillich, P.; \u00d6zt\u00fcrk, T.; Auras, M.; Heese, C.: Monitoring von Sichtbetonbauwerken der Nachkriegsmoderne mit bildgebenden, zerst\u00f6rungsfreien Pr\u00fcfverfahren In: 8. Kolloquium \u0084Erhaltung von Bauwerken &#8211; Beurteilung, Instandsetzung und Denkmal-pflege von Bauwerken \u0093, Esslingen 2023, Tagungsband (Raupach, M.; Schwamborn, B.; Wolff, L. [Hrsg.]), S. 239 &#8211; 250, ISBN: 3816985564<br \/>\n\u0095 Steiner, S.; Grillich, P.; Auras, M.; Heese, C.: Monitoring fr\u00fcherer Instandsetzungsma\u00dfnahmen an Denkm\u00e4lern aus Stahlbeton Fachtagung \u0084Betoninstandhaltung am Baudenkmal \u0096 Methoden, Materialien, Dauerhaftigkeit\u0093; Landesdenkmalamt Saarland und Institut f\u00fcr Steinkonservierung e. V.; Sender Berus, \u00dcberherrn; 21.06.2023 (geplant)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es konnte gezeigt werden, dass die verwendeten, im Wesentlichen zerst\u00f6rungsfreien Mess- und Untersuchungsmethoden zielsicher eingesetzt werden k\u00f6nnen, um den Zustand von behutsam und konventionell instandgesetzten Baudenkm\u00e4lern aus Sichtbeton zu beurteilen.<br \/>\nDabei ist eine fachkundige, individuelle Festlegung der Methoden aufgrund der jeweiligen projektspezifischen Randbedingungen erforderlich.<br \/>\nBehutsame Instandsetzungen k\u00f6nnen lange Standzeiten erreichen, und auch nicht behandelte Bereiche bauzeitlichen Bestandsbetons k\u00f6nnen, sofern fachlich gut geplant und ausgef\u00fchrt, lange schadensfrei bleiben.<br \/>\nDurch die Beschr\u00e4nkung der Instandsetzungsfl\u00e4chen bei der behutsamen Instandsetzung k\u00f6nnen im Vergleich zu konventionellen Methoden in wesentlichem Umfang Ressourcen eingespart werden. Dar\u00fcber hinaus zeigt die Mehrheit der untersuchten Baudenkm\u00e4ler, dass deren Erscheinungsbild dabei in gro\u00dfem Ma\u00dfe erhalten bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Viele denkmalgesch\u00fctzte Baudenkm\u00e4ler der Nachkriegsmoderne wurden aus Beton hergestellt. Die zur damaligen Zeit eingesetzten Betone weichen in ihren mechanischen Eigenschaften, aber insbesondere auch in ihren Dauerhaftigkeitseigenschaften, zum Teil deutlich von derzeit normgem\u00e4\u00df eingesetzten Betonen ab. 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