{"id":27339,"date":"2023-07-14T10:40:12","date_gmt":"2023-07-14T08:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35501-08\/"},"modified":"2023-07-14T10:40:12","modified_gmt":"2023-07-14T08:40:12","slug":"35501-08","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35501-08\/","title":{"rendered":"Software f\u00fcr die Planung von erneuerbaren Stromsystemen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die heutige Textilindustrie ist in hohem Ma\u00dfe ressourcenverschwendend und umwelt-sch\u00e4dlich: 40% der weltweit produzierten Kleidung wird niemals verkauft und auf sie f\u00e4llt 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen, bspw. durch den Transport. Dabei setzt die Industrie weitgehend auf Beschaffung, Produktion &#038; Distribution der Waren auf Basis von Vorhersagen und Erwartungen der Marken und \u0084pushen\u0093 diese in den Markt.<br \/>\nVor dem Hintergrund massiver \u00dcberproduktion in der Modeindustrie ist es die Zielset-zung des Projekts einen Prozess und eine unterst\u00fctzende Software zu entwickelt, um Kleidung via \u0084pull\u0093-Mechanismus erst nach dem Kauf in nahezu Echtzeit zu produzie-ren und am n\u00e4chsten Tag direkt vom Produzenten zum Kunden zu liefern.<br \/>\nDie \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Unterschiede sind signifikant:<br \/>\n\u0095 Nachhaltigere Produktion in kleinen Serien, ohne \u00dcberproduktion \u0096 daf\u00fcr mit unlimi-tiertem Angebot an Artikeln, Gr\u00f6\u00dfen und Farben<br \/>\n\u0095 Geringerer Kapitalbedarf, geringes Inventar und Lager \u0096 daf\u00fcr mehr Flexibilit\u00e4t und Agilit\u00e4t<br \/>\n\u0095 Stark reduzierte Transportwege, dank lokaler Produktion und damit reduzierter CO2 Aussto\u00df<br \/>\n\u0095 Reduktion der Bestellzyklen von 6-9 Monate auf wenige Tage<br \/>\n\u0095 Hohes Ma\u00df an Individualisierung, denn die Ware wird in St\u00fcckzahl 1 produziert<br \/>\nDazu haben wir einen Prozess und eine Software entwickelt, um Strickmaschinen mit dem Textileinzelhandel bzw. Versand-\/Onlinehandel \u00fcber eine cloudbasierte Plattform zu verbinden: Erst sobald ein Kunde einen Artikel bestellt, wird dieser automatisiert \u00fcber die Plattform an die Strickmaschine \u00fcbermittelt, im automatisierten 3D Knit-And-Wear-Verfahren gefertigt und direkt versendet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Vorhabens entwickelte das Projektteam eine Plattform mit digitalen Schnittstellen zum Point-of-Sale (POS) bzw. zu ERP-Systemen des Textileinzelhandels sowie direkt zu Strickmaschinen der Firma KARL MAYER STOLL Textilmaschinenfab-rik GmbH. Die Software wurde an einer Demonstrationsanlage mit zwei Flachstrickma-schinen erarbeitet und getestet. Zur weiteren Prozessautomatisierung wurden Roboter und Tracking-Devices in den Produktionsprozess integriert. Der entwickelte Prozess und die Software bestehen somit aus den folgenden Bestandteilen:<br \/>\nKern der L\u00f6sung ist eine digitale Plattform. Der Modehandel kann sich hier\u00fcber digital mit Strickproduzenten vernetzen und verkaufte Produkte auftragsbezogen fertigen las-sen. Die entwickelte Software erstellt nach dem Kauf durch den Kunden automatisiert alle f\u00fcr die Produktion notwendigen Dateien, insbes. auch die Datei zur automatisierten Steuerung der Strickmaschine, sowie alle f\u00fcr die Auslieferung erforderlichen Dokumen-te (Rechnung, DHL-Versandlabel, &#8230;).<br \/>\nStrickbetrieben erm\u00f6glicht die Software die Vernetzung ihres Maschinenparks mit den zugeh\u00f6rigen Dateien zur Maschinensteuerung und einger\u00fcsteten sowie verf\u00fcgbaren Garnen. Der Strickbetrieb wird durch eine sichere VPN-Verbindung mit der cloud-basierten Plattform verbunden, sodass Produktionsauftr\u00e4ge von der Plattform direkt an eine geeignete Maschine \u00fcbertragen werden.<br \/>\nDer Modehandel verbindet sich \u00fcber die Plattform mit den angeschlossenen Produkti-onsbetrieben. Auf Basis der hinterlegten Strickdateien k\u00f6nnen eigene (individualisierte) Produkte erstellt werden. Diese k\u00f6nnen mittels digitaler Schnittstelle auf die f\u00fcr den Modehandel relevanten Online-Vertriebskan\u00e4le hochgeladen werden. Durch Konfigura-tion des Online-Kassensystems \u00fcbersendet dieses wiederum mittels digitaler Schnitt-stelle Informationen an die entwickelte Plattform, sobald eines der Produkte gekauft wird. Die Informationen werden verarbeitet und der zust\u00e4ndigen Strickerei im Online-Portal dargestellt. Wird der Auftrag durch die Strickerei best\u00e4tigt, \u00fcbertr\u00e4gt das System die notwendigen Dateien an eine geeignete Maschine, die automatisiert mit der Pro-duktion startet.<br \/>\nF\u00fcr die weitere Prozessautomatisierung wurde ein Roboter mit der Flachstrickmaschi-ne verbunden. Nach der Produktion entnimmt dieser die produzierte Ware und \u00fcber-f\u00fchrt sie in einer mit einem Barcode versehenen Box in den Nachbearbeitungsprozess. \u00dcber den gesamten Produktionsprozess ist der Produktionsstatus jedes Artikels somit jederzeit erkennbar: Von der automatisierten Erzeugung, bis zur Entnahme, Nachbear-beitung, Verpackung und Versand.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes erarbeitete das Team einen Prozess und eine Software f\u00fcr eine on-demand Produktion von Strickartikeln. Die Software wurde entwickelt und unter realen Bedingungen evaluiert anhand eine Demonstrationsanlage bestehend aus digi-taler Plattform, direkter Verbindung zu 2 Flachstrickmaschinen der Firma KARL MA-YER STOLL Textilmaschinenfabrik GmbH, Roboter und Roboterschiene der igus GmbH sowie Tracking-Devices.<br \/>\nDas Konzept wurde \u00fcber das Jahr 2021 erprobt, indem Strickwaren unter einer Eigen-marke via an das Portal verbundenem Shopify-Shopsystem und einem Avocadostore-Account an Endkunden vertrieben wurden. Dadurch konnte die Technologie im Realbe-trieb weiterentwickelt und optimiert werden.<br \/>\nDie Demonstrationsanlage wurde u. A. dem Hersteller der Strickmaschinen KARL MA-YER STOLL Textilmaschinenfabrik GmbH und einer Delegation der Canda Internatio-nal GmbH &#038; Co. OHG vorgestellt. Mit der KARL MAYER STOLL Textilmaschinenfabrik GmbH wurde anschlie\u00dfend eine Kooperation vereinbart, bei der u. A. ein individuali-sierbarer 3D Strickpullover entwickelt wurde.<br \/>\nZum Zeitpunkt des Abschlussberichts sind wir in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zur \u00dcbernahme des gegr\u00fcndeten Unternehmens durch einen mittelst\u00e4ndischen Marktteilnehmer.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Interview f\u00fcr die Fachzeitschrift textile network: https:\/\/textile-network.de\/de\/Fashion\/Ziel-Zero-10-Das-Unmoegliche-wagen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mittels der aufgebauten Plattform und dem Produktions-Demonstrator konnte gezeigt werden: * Eine digitale Verbindung vom Point-of-Sale direkt zur Strickmaschine &#038; eine an-schlie\u00dfend automatisierte Produktion ist technisch m\u00f6glich und bietet vielf\u00e4ltige Vortei-le wie bspw. die Vermeidung von \u00dcberproduktion und Masscustomization durch Pro-duktion in St\u00fcckzahl 1.<br \/>\n* Der Preispunkt ist trotz Automatisierung merklich h\u00f6her als die Produktion in Billig-lohnl\u00e4ndern. Der h\u00f6here Preis wird nur von einem Teil der Kunden f\u00fcr eine nachhaltige und flexible Produktion akzeptiert.<br \/>\n* Das Konzept und die Umsetzung findet bei Kunden einen breite Zustimmungsbasis. Die Strickwaren in 3D werden mit ihren teils gro\u00dfen Design-Einschr\u00e4nkungen (bspw. Kragen bei Pullover) von Kunden h\u00e4ufig jedoch nicht akzeptiert. Eine konsequente Weiterentwicklung der knit&#038;wear Technologie ist daher f\u00fcr eine erfolgreiche Marktein-f\u00fchrung unabdingbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die heutige Textilindustrie ist in hohem Ma\u00dfe ressourcenverschwendend und umwelt-sch\u00e4dlich: 40% der weltweit produzierten Kleidung wird niemals verkauft und auf sie f\u00e4llt 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen, bspw. durch den Transport. 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