{"id":27335,"date":"2024-11-27T10:46:12","date_gmt":"2024-11-27T09:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35436-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:46:13","modified_gmt":"2024-11-27T09:46:13","slug":"35436-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35436-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Mobilit\u00e4t im Quartier. Eine Akzeptanzstudie."},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Dieses Forschungsprojekt untersucht ausgehend von der gegebenen Mobilit\u00e4tssituation in drei ausgew\u00e4hlten Quartieren einer Gro\u00dfstadt sowie den Anforderungen und Bed\u00fcrfnissen der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung, wie nachhaltige Mobilit\u00e4t in die Quartiersgestaltung und -entwicklung integriert werden kann. Ziel ist es, durch die Verlagerung von Pkw-Wegen auf andere energieeffizientere Verkehrsmittel wie Fahrrad und \u00d6V, Energie und Ressourcen im Verkehrssektor einzusparen und gleichzeitig die Lebensqualit\u00e4t im Quartier zu erh\u00f6hen. Da eine g\u00fcnstige Ausgangssituation im direkten Wohnumfeld unmittelbar das Mobilit\u00e4tshandeln bestimmt, ist es wichtig, die Mobilit\u00e4tsplanung im Quartierskontext zu untersuchen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt umfasst im Wesentlichen vier aufeinander aufbauende Arbeitsschritte. Zuerst wurden anhand quantifizierbarer Parameter drei Quartiere in Bochum ausgew\u00e4hlt. Diese ausgew\u00e4hlten Stadtteile unterscheiden sich in ihrer Lage innerhalb des Stadtgebiets und in ihrer verkehrsinfrastrukturellen Ausstattung.<br \/>\nIm zweiten Schritt wurde in den drei ausgew\u00e4hlten Quartieren eine schriftliche Befragung mit insgesamt 2179 Personen durchgef\u00fchrt. Ziel der Befragung ist es, das aktuelle Verkehrsverhalten der Bev\u00f6lkerung zu erfassen. Es gibt Fragen zur Verkehrsmittelverf\u00fcgbarkeit und dem -besitz sowie den genutzten Verkehrsmitteln und zur\u00fcckgelegten Wegen. Weitere Themenbl\u00f6cke enthalten Fragen zu Einstellungen, zur Bereitschaft f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen und zur potenziellen Verkehrsmittelwahl unter wechselnden Bedingungen (faktorielles Modul).<br \/>\nIm dritten Schritt wurden Vertiefungsinterviews mit ausgew\u00e4hlten Personen aus der Befragung gef\u00fchrt. Ziel ist es, statistische Zwillinge auszuw\u00e4hlen, die sich in ihren \u0084harten\u0093 Faktoren (z. B. Besch\u00e4ftigung, Haushaltsgr\u00f6\u00dfe, allt\u00e4gliche Verkehrswege, Verkehrsmittelverf\u00fcgbarkeit, Quartier) gleichen, aber unterschiedliche Verkehrsmittel f\u00fcr den Gro\u00dfteil ihrer Wege nutzen. In Einzelinterviews mit solchen Personen werden die Motive des Mobilit\u00e4tshandelns untersucht.<br \/>\nIm vierten und letzten Schritt werden die wissenschaftlichen Ergebnisse in praxisrelevante Informationen \u00fcbersetzt. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Unsere Befragung stie\u00df auf sehr gro\u00dfes Interesse in der Bev\u00f6lkerung. Die Beteiligung an der Befragung hat unsere Erwartungen \u00fcbertroffen. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass das Thema Mobilit\u00e4t in den Bochumer Stadtteilen als relevant eingestuft wird.<br \/>\nIn unseren Analysen haben sich neben der Verf\u00fcgbarkeit eines Verkehrsmittels auch die Einstellungen zu einem Verkehrsmittel als einflussreich erwiesen. Vor allem eine positive Einstellung gegen\u00fcber dem Fahrradfahren hat sich als guter Prediktor f\u00fcr multimodale Verkehrsmittelnutzung herausgestellt.<br \/>\nDie Auswertung der statistischen Zwillinge zeigt, dass monomodale Autonutzer und multimodale Personen das Fahrrad f\u00fcr unterschiedliche Zwecke nutzen. W\u00e4hrend das Fahrrad bei multimodaler Mobilit\u00e4t als vollwertiges Verkehrsmittel in den Alltag integriert ist, nutzen auch viele Personen der monomodalen Autogruppe regelm\u00e4\u00dfig das Fahrrad, allerdings ausschlie\u00dflich zu Freizeitzwecken. Zudem wurden das Sicherheitsempfinden und die Wetterabh\u00e4ngigkeit als die entscheidenden Einschr\u00e4nkungen der Fahrradnutzung genannt. Die F\u00f6rderung multimodaler Mobilit\u00e4t muss beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur ansetzen. Sichere Fahrradwege sind die Grundlage der Fahrradmobilit\u00e4t. Daf\u00fcr m\u00fcssen auch Privilegien des Autos abgebaut werden.<br \/>\nDie Nutzung der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel ist zweifelsohne das R\u00fcckgrat st\u00e4dtischer Mobilit\u00e4t und der Metropolregion Ruhr. In unserer Befragung spielt die Nutzung der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel allerdings eine untergeordnete Rolle. Wir f\u00fchren dies auf die besondere Situation w\u00e4hrend der Coronapandemie zur\u00fcck. Die Nutzung der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel war durch verschiedene Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Coronapandemie eingeschr\u00e4nkt. Zudem wurden die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung mit einem Infektionsrisiko verkn\u00fcpft.<br \/>\nF\u00fcr unsere drei Untersuchungsgebiete konnten wir nur geringe Unterschiede in der Verkehrsmittelnutzung und der Ausstattung mit Mobilit\u00e4ts- und Versorgungsangeboten feststellen. Die Verkehrsmittelnutzung einer Person kann mit der Verf\u00fcgbarkeit der Verkehrsmittel und den Einstellungen zu den Verkehrsmitteln besser erkl\u00e4rt werden als mit den von uns herangezogenen Merkmalen der Wohnumgebung. Stadtteile sind gut f\u00fcr multimodale Mobilit\u00e4t geeignet. Kurze Wege und wohnortnahe Angebote sind f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4t absolut notwendig. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde auf verschiedenen Ebenen in die Universit\u00e4tslehre (Lehrforschungsprojekt, Projektseminar, Abschlussarbeiten) eingebunden. Neben f\u00fcnf Abschlussarbeiten, die mit den Daten des Projekts angefertigt wurden, ist auch eine Dissertation in Arbeit.<br \/>\nIm Herbst 2020 wurde das Projekt auf zwei Tagungen vorgestellt. Im Januar 2022 wurde das Projekt im Rahmen der interdisziplin\u00e4ren Ringvorlesung Ruhr Lecture vorgestellt. Der Abschlussworkshop des Projekts wurde als #DBUdigital Online-Forum \u0084Nachhaltige Mobilit\u00e4t im Quartier\u0093 realisiert. Hierzu schalteten sich am 23. Februar 2022 zeitweise mehr als 280 Personen live zu. Die Veranstaltung ist \u00fcber YouTube weiter zug\u00e4nglich und kann nachgeh\u00f6rt werden. Im Juni und Juli 2022 ist die Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse auf zwei weiteren Tagungen geplant (14. Wissenschaftsforum Mobilit\u00e4t in Duisburg, 17. Jahrestagung AK Mobilit\u00e4t und Verkehr in M\u00fcnchen).<br \/>\nDie Projektempf\u00e4nger beteiligen sich zudem aktiv im Netzwerk der Universit\u00e4tsallianz Ruhr im Kompetenzfeld \u0084Mobilit\u00e4t und Logistik\u0093.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projekts werden in einem ausf\u00fchrlichen Bericht als ZEFIR-Materialien (Band 20) ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Dank der guten Beteiligung konnten valide Ergebnisse erzielt werden. Quartiere bieten gute M\u00f6glichkeiten f\u00fcr umweltvertr\u00e4gliche Mobilit\u00e4t. Um nachhaltige Verhaltens\u00e4nderungen zu erreichen, muss jedoch das ganze Verkehrssystem beachtet werden. F\u00fcr eine gleichberechtigte Verkehrsmittelnutzung ist es notwendig, den \u00f6ffentlichen Raum neu zu verteilen und die Bevorzugung des Autos abzuschaffen. Die Mobilit\u00e4tswende und Verhaltens\u00e4nderungen k\u00f6nnen nur gelingen, wenn auch eine mentale Ver\u00e4nderung stattfindet. \u00d6ffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Carsharing m\u00fcssen als gleichberechtigte Alternativen zum Auto auch wahrgenommen und politisch gef\u00f6rdert werden. <\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrlichen Ergebnisse und praxisbezogenen Schlussfolgerungen k\u00f6nnen im Projektbericht nachgelesen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Dieses Forschungsprojekt untersucht ausgehend von der gegebenen Mobilit\u00e4tssituation in drei ausgew\u00e4hlten Quartieren einer Gro\u00dfstadt sowie den Anforderungen und Bed\u00fcrfnissen der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung, wie nachhaltige Mobilit\u00e4t in die Quartiersgestaltung und -entwicklung integriert werden kann. 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