{"id":27305,"date":"2026-02-26T10:32:12","date_gmt":"2026-02-26T09:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35247-01\/"},"modified":"2026-02-26T10:32:13","modified_gmt":"2026-02-26T09:32:13","slug":"35247-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35247-01\/","title":{"rendered":"Lebensmittelverschwendung reduzieren: Hindernisse identifizieren und wirksam abbauen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projekts war es, institutionelle und rechtliche Hindernisse zur Reduktion von Lebensmittelverschwen-dung zu identifizieren, Empfehlungen zu ihrem Abbau zu entwickeln, diese f\u00fcr verschiedene Zielgruppen sachge-recht zu kommunizieren und damit f\u00fcr die Umsetzung in der Gesetzgebung vorzubereiten. Weiteres Ziel war es \u00fcber eine innovative, moderne, Social-Media basierte Kampagne Verbraucher*innen f\u00fcr das Thema zu sensibilisie-ren. Dabei trug das Projekt dazu bei, die Lebensmittelverschwendung so zu reduzieren, dass der Anteil vermeidba-rer Verluste gemindert wird und leistete damit auch ein Beitrag im Sinne der Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung der UN (Ziel 12.3).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm die Projektziele zu erreichen, wurde im ersten Schritt ein Rechtsgutachten f\u00fcr das Projekt erstellt, um eine fachliche Grundlage f\u00fcr das weitere Vorgehen zu schaffen. Im Fokus stand die rechtliche Beurteilung von gesetzli-chen Ans\u00e4tzen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, die bspw. mit einer Anpassung des Lebensmittel-rechtes einhergehen. Da das Lebensmittelrecht stark europarechtlich gepr\u00e4gt ist, war auch die Analyse von Ans\u00e4t-zen und Good Practices in anderen EU-Mitgliedstaaten Inhalt des Gutachtens. Im zweiten Schritt wurde im Projekt ein Netzwerk zu europ\u00e4ischen Nachbarn, vor allem zu Akteuren aus NGOs, Wissenschaft und Politik, aufgebaut, um einen Austausch \u00fcber wirksame Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung anzusto\u00dfen und voneinander zu lernen. Auf Basis des Rechtsgutachtens, des Austausches mit dem EU-Ausland sowie in verschiede-nen Marktdialogen wurden im dritten Schritt Leitf\u00e4den, Branchenempfehlungen und Praxishilfestellungen f\u00fcr Ak-teure mit Fokus auf den Lebensmittelhandel erstellt, um Lebensmittelverschwendung auf dieser Ebene effektiv zu reduzieren. Begleitend wurden die Projektergebnisse in einem vierten Arbeitspaket nach au\u00dfen kommuniziert. Ziel-gruppe waren Unternehmen und interessierte Verbraucher*innen, die f\u00fcr das Thema sensibilisiert werden sollten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In dem Projekt wurden alle Meilensteine erreicht. Im ersten Arbeitspaket wurde die Rechtsanwaltskanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit dem Rechtsgutachten beauftragt und erarbeitete dieses im Jahr 2020. Ein Entwurf des Rechtsgutachtens wurde einem Fachpublikum im Rahmen eines Online Werkstattgespr\u00e4ches vorgestellt. Das Rechtsgutachten wurde daraufhin auf Basis der wichtigen Hinweise der Fachleute aus dem Werkstattgespr\u00e4ch mit Fokus auf das MHD sowie die Rahmengesetzgebung gegen Lebensmittelverschwendung vertieft. Auf Grundlage des finalen Gutachtens wurde von der DUH ein Positionspapier ver\u00f6ffentlicht. Die Ergebnisse des Gutachtens sind mehr-fach in politische Gespr\u00e4che und Prozesse auf nationaler und EU-Ebene eingeflossen. Das zweite Arbeitspaket star-tete mit einer umfassenden Recherche von guten Praxisbeispielen im EU-Ausland. Darauf basierend wurden An-sprechpartner*innen bei aktiven Organisationen, Initiativen und Institutionen identifiziert und Treffen mit NGO-Vertreter*innen aus dem EU Ausland organisiert. Weiterhin bewarb sich die DUH erfolgreich als Mitglied f\u00fcr die EU Plattform f\u00fcr Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelverluste, sodass dort die gewonnen Erkenntnisse des Projekts in den Gesetzgebungsprozess systematisch und effektiv eingebracht werden konnten. Im dritten Arbeits-paket hat die DUH zun\u00e4chst die Vernetzung zur Lebensmittelwirtschaft ausgebaut, unter anderem \u00fcber das Dialog-forum Gro\u00df- und Einzelhandel. Als konkretes Ergebnis des Dialogforums wirkte die DUH an der Erstellung eines Arbeitsdokumentes mit Hindernissen und Handlungsm\u00f6glichkeiten zur Verbesserung der Weitergabe von Lebens-mitteln mit. Das Arbeitsdokument wurde dabei gemeinsam mit den Tafeln sowie Vertreter*innen des Einzelhandels erarbeitet. In einem n\u00e4chsten Schritt wurde eine Abfrage an bestehende Kontakte in Einzelhandelsketten versandt, um den Status-Quo von derzeitigen und geplanten Ma\u00dfnahmen zur Reduktion von Verschwendung zu erheben. Die Ergebnisse wurden in bilateralen Gespr\u00e4chen vertieft er\u00f6rtert. In diesem Arbeitspaket fanden au\u00dferdem zwei Marktdialoge statt, bei denen die Themen MHD und Rechtssicherheit bei Lebensmittelspenden mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vertiefend diskutiert wurden. Die Ergebnisse der ersten beiden Ma\u00dfnah-menpakete, der Gespr\u00e4che mit dem Handel sowie der Marktdialoge wurden in einem Leitfaden zusammengefasst, der im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projekts 35 Vertreter*innen aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft vorgestellt wurde.<br \/>\nF\u00fcr die \u00f6ffentlichkeitswirksame Kampagne im vierten Arbeitspaket wurden die Ergebnisse des Projekts, vor allem mit Blick auf verbrauchersensibilisierende Beitr\u00e4ge zur Steigerung der Lebensmittelwertsch\u00e4tzung und zur Sensibi-lisierung f\u00fcr das Thema Lebensmittelverschwendung, \u00fcber verschiedene Wege kommuniziert. Neben Vortr\u00e4gen, Interviews und Aktionen im \u00f6ffentlichen Raum wurden die Social-Media-Kan\u00e4le der DUH (Facebook, Instagram, Twitter), Newsletter sowie die Zeitschrift \u201eDUH Welt\u201c zur Verbreitung der Inhalte genutzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurden vor allem inhaltliche Beitr\u00e4ge zur Notwendigkeit rechtlicher Sicherheit bei der Lebensmittelrettung, Verbraucher*innentipps und aufkl\u00e4rende Informationen \u00fcber die Umweltauswirkun-gen \u00fcber die Sozialen Medien gespielt. Das Rechtsgutachten war insbesondere f\u00fcr Fachkreise relevant und wurde entsprechend gezielt an diese kommuniziert. Die Beitr\u00e4ge in den Sozialen Medien richteten sich an eine breite in-teressierte Zielgruppe. Im DUH Newsletter wurde in zehn Beitr\u00e4gen \u00fcber das Thema Lebensmittelverschwendung berichtet. Im Fokus dabei standen konkrete Mitmachaktionen, z.B. Petition f\u00fcr mehr Rechtssicherheit und Verbrau-cher*innen-Tipps zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Der Newsletter hat derzeit etwa 300.000 Abonnent*innen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die Erf\u00fcllung der vier Arbeitspakete konnte das Projekt auf verschiedenen Ebenen Beitr\u00e4ge zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung leisten. Mit dem Rechtsgutachten und dessen Verbreitung wurde ein wichtiger inhalt-licher Beitrag zu der Debatte um rechtliche M\u00f6glichkeiten zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung geleis-tet. Die EU-weite Vernetzung mit anderen NGOs bietet die Basis f\u00fcr einen langfristigen Austausch zu guten Praxis-beispielen, der auch in Zukunft weitergef\u00fchrt werden wird. Mit dem Leitfaden, der die Ergebnisse des Projektes zusammenfasst, wurde au\u00dferdem eine wichtige Handreichung f\u00fcr Vertreter*innen aus Handel und Politik geschaf-fen, das zugleich Handlungsempfehlungen und Forderungen aktualisiert. Die erfolgreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit konnte au\u00dferdem zur Sensibilisierung von Verbraucher*innen zum Thema Lebensmittewertsch\u00e4tzung beitragen. Die sehr gute Beteiligung und Resonanz aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft indizieren die gro\u00dfe Bedeutung, die dem erfolgreichen Projekt von allen Seiten zugesprochen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projekts war es, institutionelle und rechtliche Hindernisse zur Reduktion von Lebensmittelverschwen-dung zu identifizieren, Empfehlungen zu ihrem Abbau zu entwickeln, diese f\u00fcr verschiedene Zielgruppen sachge-recht zu kommunizieren und damit f\u00fcr die Umsetzung in der Gesetzgebung vorzubereiten. 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