{"id":27251,"date":"2025-09-09T10:32:30","date_gmt":"2025-09-09T08:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35484-01\/"},"modified":"2025-09-09T10:32:30","modified_gmt":"2025-09-09T08:32:30","slug":"35484-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35484-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Methodik und Aufbau eines Benchmarks zur vergleichbaren Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz von Galvanikbetrieben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr Energie und Material sind in der Galvanotechnik sehr hoch und ihr Anteil an den Gesamtkosten wird zuk\u00fcnftig weiter steigen. Gleichzeitig sind die Potenziale zur Reduzierung des Energie- und Ressourceneinsatzes gro\u00df und werden bisher kaum ausgesch\u00f6pft. Studien gehen hier von 10 bis 20 Prozent aus. Auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t ist die Ermittlung von Energie- und Ressourceneffizienzpotenzialen der erste wichtige Schritt. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Galvanikbetriebe zun\u00e4chst wissen, wie hoch ihr Energie- und Ressourcenverbrauch im Vergleich ist und welche Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz besonders geeignet sind. <\/p>\n<p>Im Projekt \u0084Benchmark Galvanotechnik\u0093 (BenG) wurde ein Energie- und Ressourceneffizienz Benchmark f\u00fcr die Galvanikbranche methodisch entwickelt und aufgebaut. Mit vielen Unternehmen aus unterschiedlichen Verfahrensklassen und Unternehmensgr\u00f6\u00dfen wurden die Energieverbr\u00e4uche und der Ressourceneinsatz sowohl auf Unternehmens-, als auch zum Teil auf Linienebne ermittelt, aufbereitet und ein quantifizierbarer Vergleich realisiert. In relevanten und aussagekr\u00e4ftigen Kennzahlen konnten die teilnehmenden Unternehmen aus der Galvanobranche miteinander verglichen werden. Daraus konnten zum Teil Ma\u00dfnahmen abgeleitet werden, wie Blockheizkraftwerke (BHKWs), Erneuerung von \u00e4lteren Becken, PV-Anlagen, die nutzenbringend von einer Vielzahl von Unternehmen umgesetzt werden k\u00f6nnten, um die Energie- und Ressourceneffizienz zu erh\u00f6hen und zeitgleich den CO2-Fu\u00dfabdruck zu reduzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPhase 1: Bestandsaufnahme<br \/>\nDie Erstellung einer soliden Datengrundlage ist beim Aufbau eines Benchmarks besonders wichtig. Zur Gew\u00e4hrleistung der Vergleichbarkeit m\u00fcssen die Unternehmen auf die gleichen, bzw. auf vergleichbare Datenstamms\u00e4tze zur\u00fcckgreifen. Da allerdings die vorhandenen Datengrundlagen \u0096 durch installierte Messsysteme, integrierte PPS-Systeme, oder \u00e4hnliche Produktionsplanungssysteme \u0096 bei den KMU un-terschiedlich stark ausgepr\u00e4gt sind, wurde diese erste Phase dazu genutzt, um die vorhandenen Syste-me und Informationsquellen, wie Lastg\u00e4nge, Messger\u00e4te, Energierechnungen, Inventarlisten, Gleichzei-tigkeitsfaktoren, Hauptenergieverbrauchern in der Galvanotechnik und PPS-Systeme  in Galvanikbetrie-ben zu bestimmen.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ergab die Auswertung des aktuellen Stands der Technik, dass momentan kein Bench-marking-Tool verf\u00fcgbar ist, welches die spezifischen Anforderungen f\u00fcr das Benchmarking von Galva-nikbetrieben vollumf\u00e4nglich abbildet. Obwohl sich das Benchmarking als eines der zentralen Instrumente zur Potenzialaussch\u00f6pfung dieser ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen herausstellt, wird und kann dieses von Galvanikbetrieben momentan noch nicht angewendet werden. Somit wurde ein gro\u00dfer Bedarf f\u00fcr ein Benchmarking-Tool identifiziert, mit dem sich Galvanikbetriebe anonym und leicht miteinander verglei-chen und ebendiese Potenziale mit aussagekr\u00e4ftigen Kennzahlen offenlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Phase 2: Methodikerstellung<br \/>\nIn Vorbereitung der Methodikentwicklung wurde die Marktsituation und Struktur der Galvanoindustrie so-wie den Hauptenergieverbrauchern in der Galvanotechnik durchgef\u00fchrt. Zudem wurden in der Literatur Methoden zur Gestaltung und Durchf\u00fchrung von Benchmarks in der Galvanoindustrie und KMU- sowie galvanospezifische Probleme bei der Durchf\u00fchrung von Benchmarkings identifiziert. Wichtig war das Li-teraturscreening zu aktuell verf\u00fcgbaren Benchmarking-Tools f\u00fcr die verarbeitende Industrie. Dabei wur-den die in den Tools genutzten Effizienzkennzahlen erl\u00e4utert. Im letzten Schritt der Literatursichtung wur-den weitere in der Fachliteratur empfohlene Kennzahlen, die nicht in aktuellen Tools verwendet werden, identifiziert. Es wurden Anforderungen an die Benchmarking-Methodik sowohl durch die DIN EN 16231 als auch f\u00fcr KMU im Allgemeinen und f\u00fcr Galvanikbetriebe im Speziellen definiert, die aus der ausgewer-teten Literatur abgeleitet wurden. Anhand dieses Anforderungskatalogs wurde die Methodik schrittweise entwickelt, um den vorhandenen Mangel bisheriger Benchmarks hinsichtlich einer Eignung f\u00fcr die Galva-notechnik gerecht zu werden. <\/p>\n<p>Der Kennzahlenkatalog bildet die Grundlage der entwickelten Benchmarking-Methodik. Als Anforderung wurde die theoretische, galvanikspezifische Eignung der Kennzahlen vorausgesetzt. \u00dcblicherweise ver-wendete Kennzahlen wurden verdichtet, angepasst und um weitere Kennzahlen erg\u00e4nzt. Der so theore-tisch entstandene Kennzahlenkatalog wurde anschlie\u00dfend mithilfe der beiden assoziierten Lohnbeschich-tungsbetriebe auf dessen praktische Eignung hin bewertet und eingegrenzt. Um sowohl die \u00dcbersicht-lichkeit der Benchmarking-Methodik als auch einfache Aussagen zu gew\u00e4hrleisten wurden theoretisch verf\u00fcgbare Kennzahlen reduziert. Kennzahlen zur Energie- und Ressourceneffizienz stellen stets ein Ver-h\u00e4ltnis zwischen einem Aufwand, beispielsweise dem Energieeinsatz, und einem Nutzen, beispielsweise der beschichteten Oberfl\u00e4che, dar. In einem ersten Schritt zur Verdichtung des Kennzahlenkatalogs wur-den daher nur Kennzahlen aufgenommen, die ein solches Verh\u00e4ltnis beschreiben. Ausgenommen hiervon wurden einige Kennzahlen f\u00fcr statistische Auswertungen wie Anteil Energieverbrauch aus Kraft-W\u00e4rme-Kopplung [%] oder Anteil Energieverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen [%].<\/p>\n<p>Phase 3: Aufbau des Benchmarks<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Vorgehen mit geplanten Messkampagnen musste aufgrund der COVID-Pandemie und der darauffolgenden Vorsicht der Unternehmen, nur noch f\u00fcr das Unternehmen elementare Besuche zu-zulassen, verworfen werden und es wurde auf den entwickelten Fragebogen zur\u00fcckgegriffen. Das ur-spr\u00fcngliche Vorgehen sah vor, dass als Grundlage ein Messkonzept erstellt wird. Dieses Messkonzept h\u00e4tte auch anderen KMU zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen, da viele Unternehmen nicht wissen, wo, wie und welche Messger\u00e4te angeschlossen werden k\u00f6nnen, um Energieeffizienzpotenziale zu identifizie-ren. Die Entwicklung des Messkonzepts sollte unter der Beteiligung der beiden KMU erfolgen. Anschlie-\u00dfend war es vorgesehen die entsprechenden Messungen bei den assoziierten Partnern und den Bench-mark-Teilnehmern durchzuf\u00fchren. Durch die Pandemie wurde bereits in der Methodikerstellung auf einen Fragebogen als Tool der Datenerhebung zur\u00fcckgegriffen und ein entsprechendes Template erstellt.<\/p>\n<p>Durch die Mailingaktionen des Fraunhofer IPAs und des Zentralverbands f\u00fcr Oberfl\u00e4chentechnik (ZVO) und deren vorhandene Datenbanken, die Platzierung in diverseren branchenspezifischen Newslettern und Webseiten (WOMAG, IPA, ZVO, etc.) konnten mehr als 1.000 Unternehmen aufgerufen werden am Benchmark teilzunehmen. Diesem Aufruf sind 40 Unternehmen gefolgt, wobei schlussendlich 17 Unter-nehmen\/Standorte\/Werke miteinander verglichen werden k\u00f6nnen. Dabei konnten 17 Unternehmen auf Un-ternehmens- und neun auf Linienebene verglichen werden. Die Hauptgr\u00fcnde, weshalb wenige R\u00fcckl\u00e4ufer nach Versand der Fragebogen erhalten wurden, liegt vermutlich am hohen Zeitaufwand zur Bef\u00fcllung des Fragebogens, oder an der vorhandenen Datengrundlage des Unternehmens.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den 1985 und 2007 durchgef\u00fchrten Benchmarks f\u00fcr die Galvanobranche wurden beim Benchmark des Projekts BenG vor allem energetische Verbrauchsdaten f\u00fcr die Bestimmung von Kenn-zahlen verwendet. Dabei wurden die Kennzahlen nicht, wie im \u00f6sterreichischen Benchmark, auf die Mitar-beitenden, sondern auf Rohmaterialeinsatz, Betriebsstunden, Beschichtungsvolumen und -oberfl\u00e4che sowie auf schichtmetallhaltiges Material bezogen. Weiterhin wurde zwischen dem elektrischen und ther-mischen Energieverbrauch unterschieden und die dadurch entstehenden CO2-Emissionen ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nIm Folgenden werden vor allem die Kennzahlen Energiebedarf pro beschichteter Oberfl\u00e4che (kWh\/m\u00b2), Gesamt-CO2-Emissionen eines Unternehmens (tCO2) sowie CO2-Emissionen pro Gesamtenergiever-brauch (kgCO2\/kWh) f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Unternehmen dargestellt und bewertet. Die Auswahl ergibt sich durch den Ausf\u00fcllungsgrad der Frageb\u00f6gen sowie die Vergleichbarkeit der Verfahren.<br \/>\nAm Benchmark haben insgesamt 17 Unternehmensstandorte mit verschiedenen Einzelschichten und Li-nien teilgenommen. Nicht alle haben den Fragebogen vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllt. Bei vielen Unternehmen ist eine exakte Aufschl\u00fcsselung der Daten, wie sie f\u00fcr die Bestimmung der Kennzahlen notwendig w\u00e4re, nicht vollumf\u00e4nglich m\u00f6glich gewesen. Aufgrund der hohen Heterogenit\u00e4t und der relativ geringen Anzahl an Standorten konnten nur zwei Verfahren detaillierter untereinander verglichen werden. Diese sind Zink sowie Kupfer-Nickel-Chrom bei der Kunststoffbeschichtung.<br \/>\nEines der wichtigsten Kennzahlen ist der \u0084Energiebedarfe in Kilowattstunden pro beschichteter Oberfl\u00e4-che\u0093 von den Unternehmen auf Unternehmensebene. Die Kennzahl konnte aufgrund der entsprechenden Datenverf\u00fcgbarkeit bei 9 von 17 Unternehmen gebildet werden. Die Energiebedarfe sind jeweils in elektrischen und thermischen Energieverbrauch aufgeteilt. Auff\u00e4llig ist, dass bei den Kunststoffgalvani-ken der Anteil des elektrischen Energieverbrauchs am Gesamtenergieverbrauch h\u00f6her ist als bei den Zink- und Kupfer-Nickel-Chrom-Verfahren. Bei der Betrachtung auf Unternehmensebene ist in diesem Bi-lanzrahmen allerdings nicht deutlich erkennbar, welche weiteren elektrischen Verbraucher mit in den Ver-brauch einflie\u00dfen. Dies kann erst bei einer Betrachtung auf Linien oder Prozessebene schl\u00fcssig interpre-tiert werden. \u00dcber den gesamten Benchmark betr\u00e4gt der durchschnittliche Energiebedarf ungef\u00e4hr 24 kWh\/m\u00b2 auf Unternehmensebene.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Verh\u00e4ltnisse von thermischem und elektrischem Energiebedarf entstehen durch die Heterogenit\u00e4t der Verfahren. Jedes Beschichtungsverfahren erfordert eine Abfolge von Vorbehandlungs-, Beschichtungs- und Nachbehandlungsprozessen einschlie\u00dflich Sp\u00fclstufen. F\u00fcr die einzelnen Schritte sind je nach Verfahren spezifische Temperaturen notwendig, wodurch sich die Unterschiede beim ther-mischen Energiebedarf erkl\u00e4ren lassen. Das ist die Ursache f\u00fcr den h\u00f6heren thermischen Energiebedarf bei den Unternehmen, die chemisch Vernickeln. Im Gegensatz zum Verzinken erfolgt die chemische Ver-nicklung nicht bei Raumtemperatur, sondern bei Prozesstemperaturen von 85 bis 95\u00b0C. Wer ausschlie\u00df-lich Zinkverfahren anwendet, weist einen geringen Energieverbrauch auf. Die CO2-Emissionen sind bei Unternehmen mit dem deutschen Strommix im Mittel h\u00f6her als die mit \u00d6kostrom. Die Emissionen wer-den weiter in Emissionen durch elektrischen und thermischen Verbrauch sowie durch Nutzung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) unterteilt. Auff\u00e4llig ist, dass Unternehmen mit geringen Energieverbr\u00e4uchen keinen \u00d6kostrom beziehen und sich die beiden S\u00e4ulen entsprechend nicht unterscheiden. \u00dcberdurch-schnittlich hohe Emissionen sind bei den Unternehmen festzustellen, was zum Teil auf den h\u00f6heren Energieverbrauch schon auf Unternehmensebene zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. <\/p>\n<p>Das Ziel dieses Forschungsprojekts war es einen Energie- und Ressourcenbenchmark f\u00fcr die Galvanik-branche aufzubauen. Mit dem Benchmark verfolgt das Forschungsteam zwei Hauptziele:<br \/>\nZum einen sollte mit diesem Benchmark Unternehmen aus der Galvanotechnik motiviert werden Energie- und Ressourceneffizienzprojekt umzusetzen. Die Galvanikbranche mit den unterschiedlichen Energiein-tensit\u00e4ten der eingesetzten Verfahren, Unternehmensgr\u00f6\u00dfe, Produktvielfalt und eingesetzten Technolo-gien l\u00e4sst einen Vergleich nur bedingt zu. Dadurch haben die einzelnen Unternehmen keinen Vergleich, wie hoch die Energie- und Ressourceneffizienz und dadurch auch das Kostensenkungspotenzial sein kann. Dieser Umstand mindert die Bereitschaft in Effizienzma\u00dfnahmen zu investieren.<br \/>\nZum anderen sollte durch den erhobenen Benchmark Energie- und Ressourceneffizienzma\u00dfnahmen ab-geleitet, quantifiziert und der Galvanikbranche als Ma\u00dfnahmenkatalog zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Durch die Bestimmung des Klassenbesten und die Ableitung und Darlegung der umgesetzten Ma\u00dfnah-men zur Erreichung eines besseren Energie- und Ressourceneffizienzniveaus sollte Galvanikbetrieben ein Leitfaden dokumentiert werden.<\/p>\n<p>Das Ziel des Aufbaus eines Benchmarks f\u00fcr Energie- und Ressourceneffizienz wurde erreicht. Auf Unter-nehmensebene k\u00f6nnen Unternehmen ihre Performance im Vergleich zu anderen Galvanikbetrieben in derselben Kategorie \u00fcberpr\u00fcfen. Ein R\u00fcckschluss, inwiefern ein Handlungsbedarf besteht, l\u00e4sst der Benchmark zu und kann so Unternehmen aus der Galvanobranche motivieren ihren Energie- und Res-sourcenbezug zu optimieren und so Emissionen und Kosten einzusparen.<br \/>\nAuf Linienebene ist ein Vergleich nur bei einigen wenigen Verfahren und Clustern m\u00f6glich. Aufgrund der fehlenden Messinfrastruktur bei den Unternehmen und den nicht mehr durchzuf\u00fchrenden Messkampag-nen konnte die Energie- und Ressourcenverbr\u00e4uche nicht bei allen teilnehmenden Unternehmen ermittelt werden, sodass hier eine geringf\u00fcgige Abweichung vom Forschungsantrag festzustellen ist.<br \/>\nEbenso war es ein Ziel ein Leitfaden und Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr die teilnehmenden Unternehmen und al-len weiteren Unternehmen aus der Galvanikbranche zu erstellen. Aufgrund der fehlenden Messkampag-nen konnten hier die eingesetzten Technologien und Neuerungen nicht ermittelt und zusammengetragen werden. Aufgrund der Umstellung der Vorgehensweise auf eine auf Fragenkatalog-basierende Ermittlung der Energie- und Ressourceneins\u00e4tze konnte dieses Zielstellung nicht vollumf\u00e4nglich abdeckt werden. In R\u00fccksprache mit den assoziierten Partnern sollte der Fragenkatalog so gestalten werden, dass die H\u00fcr-de einer Teilnahme so gering wie m\u00f6glich sein sollte. Es sollten somit auch mit weniger Detailfragen ge-stellt werden. Der Benchmark muss eine bestimmte kritische Gr\u00f6\u00dfe erreichen, um zum einen die Anony-mit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten und zum anderen die relevante Aussagekraft auszuweisen. Bei zu wenigen Teil-nehmern w\u00e4ren beide Anforderungen nicht erf\u00fcllt worden, sodass hier ein Kompromiss aus Detaillie-rungsgrad und Aufwand zum Ausf\u00fcllen des Fragebogens eingegangen wurde. Dies f\u00fchrte dazu, dass ei-nige wenige Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Energie- und Ressourceneffizienz und Reduzierung der Emis-sionen ermittelt wurden, bspw. Alter der Anlage, BHKW, PV-Anlage, Energiemanagementsystem, etc.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Folgende Aufz\u00e4hlung zeigt einen \u00dcberblick \u00fcber die Aktivit\u00e4ten zur Verbreitung der Ergebnisse:<\/p>\n<p>1. Die Ergebnisse wurden den teilnehmenden Unternehmen in einer Abschlusspr\u00e4sentation vorgestellt. Hier konnten die Unternehmen sich anonym zuschalten, Fragen stellen und anschlie\u00dfend bei den Pro-jektpartnern sich melden.<\/p>\n<p>2. Dar\u00fcber hinaus wurden die erzielten Ergebnisse einem Fachpublikum des ZVO (Zentralverband Ober-fl\u00e4chentechnik) im Rahmen einer Messe\/Fachkongress vorgestellt. Die Ergebnisse wurden von Stefan K\u00f6lle anschlie\u00dfend mit interessierten Unternehmen diskutiert und es gibt relevante Ankn\u00fcpfungspunkte, dass weitere Unternehmen teilnehmen wollen. (https:\/\/oberflaechentage.zvo.org\/rueckblick\/nachbericht-2022)<\/p>\n<p>3. Die Projektpartner vom EEP und IFF (Verena Lampret, Stefan K\u00f6lle, Ekrem K\u00f6se, Alexander Sauer) haben eine peer-reviewed Ver\u00f6ffentlichung mit dem Titel \u0084Benchmarking in der Galvanotechnik &#8211; Ablei-tung relevanter Kennzahlen f\u00fcr Galvanobetriebe\u0093 geschrieben. Das Paper wird in der Werkstatttechnik in der Ausgabe 02\/23 ver\u00f6ffentlich. Nachfolgend der Abstract des Papers:<br \/>\n\u0084Steigende Energiekosten und ambitionierte Klimaschutzziele erh\u00f6hen den Handlungsbedarf, die Ener-gieeffizienz zu steigern. Um einen Vergleich und eine Entscheidungshilfe von Energieeffizienzma\u00dfnah-men f\u00fcr die energieintensive Galvanobranche zu schaffen, wurde ein Energie- und Ressourceneffizienz-benchmark durchgef\u00fchrt. Herausforderungen bei der Erhebung sind die Heterogenit\u00e4t der Galvanobran-che sowie verschiedene Messinfrastrukturen. Dennoch ist es gelungen, einen Vergleich zu schaffen und Handlungsbedarfe sowie Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Energie- und Ressourceneffizienz zu identifizie-ren.\u0093<\/p>\n<p>4. Das Projekt und auch die Ergebnisse werden auf der Homepage des EEP (https:\/\/www.eep.uni-stuttgart.de\/forschung\/projekte\/), des Fraunhofer IPAs (https:\/\/www.ipa.fraunhofer.de \/de\/referenzprojekte\/BenG.html) und der GalvanoFlex-Seite (https:\/\/www.galvanoflex-bw.de\/) f\u00fcr weitere Unternehmen aus der Galvanobranche zur Verf\u00fcgung gestellt. Hier k\u00f6nnen interessierte Unternehmen die Unterlagen sichten und die Projektpartner kontaktieren.<\/p>\n<p>5. Zur Verbreitung der Ergebnisse wurde ein Mailing mit den wichtigsten Erkenntnissen aufgesetzt. Hier hat das Fraunhofer IPA eine Mailingaktion gestartet und somit ca. 250 Unternehmen aus der Galva-nobranche erreicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr das Projekt waren Messkampagnen bei teilnehmenden Unternehmen geplant, um identische Bilanz-rahmen f\u00fcr die Analyse der Verfahren zu gew\u00e4hrleisten. Die Messkampagnen waren aufgrund der mit der COVID-Pandemie einhergehenden Kontaktbeschr\u00e4nkungen nicht m\u00f6glich. Um dennoch die f\u00fcr einen Benchmark notwendigen Daten zu erhalten, wurde ein Fragebogen entwickelt. Dieser Fragebogen ermit-telt auf Unternehmens- und Linien-\/Prozessebene die relevanten Daten zur Berechnung von Energie- und Ressourcenkennzahlen ab. Auf den Benchmark wurde per Mailing und auf Veranstaltungen wie den Oberfl\u00e4chentagen hingewiesen. Zur Unterst\u00fctzung beim Ausf\u00fcllen des Fragebogens, konnten teilneh-mende Unternehmen per Email R\u00fcckfragen stellen oder bilaterale Gespr\u00e4che f\u00fchren.<\/p>\n<p>Insgesamt haben 17 Unternehmensstandorte am Benchmark teilgenommen. Von diesen Unternehmen haben neun Unternehmen den Fragebogen nicht nur auf Unternehmensebene, sondern ebenfalls voll-st\u00e4ndig auf Linien- und Prozessebene ausgef\u00fcllt. So konnten die Kennzahlen dieser Unternehmen be-stimmt und miteinander verglichen werden. Weiterhin war hier eine Clusterung in Gruppen mit \u00e4hnlichen Verfahren m\u00f6glich. Die bestimmten Kennzahlen konnten mit Kennzahlen aus Literaturdaten verglichen werden. Durch die Heterogenit\u00e4t der teilnehmenden Unternehmensstandorte und die geringe Stichpro-bengr\u00f6\u00dfe, waren nur wenige R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Mehrwert von Energieeffizienzma\u00dfnahmen m\u00f6glich. Lediglich bei einem Unternehmen konnte eine alte mit einer neuen Linie verglichen werden und eine Ver-besserung der Energieeffizienz bei der neuen Linie im Vergleich zur alten festgestellt werden. Weiterhin konnte allgemein festgestellt werden, dass der Einsatz von BHKW einen Mehrwert f\u00fcr Unternehmen dar-stellt. Bezogen auf die Ressourceneffizienz waren aufgrund der wenigen zur Verf\u00fcgung gestellten Daten und der geringen Stichprobengr\u00f6\u00dfe kaum Aussagen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend lassen sich einige Handlungsempfehlungen f\u00fcr weitere Benchmarks identifizieren. Bezo-gen auf den Fragenkatalog sollte die Hemmschwelle f\u00fcr eine Teilnahme weiter gesenkt werden. Nach diesem ersten Benchmark ist nachvollziehbar, welche Daten bei Unternehmen vorliegen und welche Kennzahlen bestimmt werden k\u00f6nnen. Dadurch kann der Umfang des Fragenkatalogs verringert und auf wesentliche Daten beschr\u00e4nkt werden. Die Bearbeitungsdauer des Fragebogens w\u00fcrde dadurch reduziert werden. Um einen identischen Bilanzrahmen bei teilnehmenden Unternehmen und eine identische Daten-struktur zu gew\u00e4hrleisten, sollten bei einem weiteren Benchmark Messkampagnen durchgef\u00fchrt werden. Dadurch wird gew\u00e4hrleistet, dass nicht nur Daten aus \u00fcbergeordneten Messz\u00e4hlern genutzt werden k\u00f6n-nen, sondern alle notwendigen Daten auf Linien- und Prozessebene vorliegen. Die Wiederholung des Benchmarks k\u00f6nnte bei teilnehmenden Unternehmen zu einem internen Energie- und Ressourceneffi-zienztracking beitragen und den Mehrwert von umgesetzten Ma\u00dfnahmen aufzeigen.<\/p>\n<p>Als letzte Empfehlung sollte der Fragenkatalog auf einer Website implementiert werden. Teilnehmende Unternehmen k\u00f6nnten sich registrieren und direkt ihre Daten angeben. Die Daten werden auf Plausibilit\u00e4t gepr\u00fcft und automatisiert ausgewertet. Durch eine regelm\u00e4\u00dfige Datenerhebung und die Zuweisung zu ei-nem Profil f\u00fcr Unternehmen, kann das Unternehmen sich zeitnah den Mehrwert von Ma\u00dfnahmen ausgeben lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Kosten f\u00fcr Energie und Material sind in der Galvanotechnik sehr hoch und ihr Anteil an den Gesamtkosten wird zuk\u00fcnftig weiter steigen. Gleichzeitig sind die Potenziale zur Reduzierung des Energie- und Ressourceneinsatzes gro\u00df und werden bisher kaum ausgesch\u00f6pft. Studien gehen hier von 10 bis 20 Prozent aus. 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