{"id":27227,"date":"2023-07-13T15:32:44","date_gmt":"2023-07-13T13:32:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34997-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:32:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:32:45","slug":"34997-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34997-01\/","title":{"rendered":"Ananasblattfasern als Rohstoff f\u00fcr textile Fasern &#8211; Ganzheitlicher Ansatz zur Gewinnung von industriell verwertbaren Ananasblattfasern im Norden Bangladeschs unter Ber\u00fccksichtigung dezentraler Strukturen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Intention des Projektes ist eine Untersuchung, inwiefern sich Ananasblattfasern in verschiedenen Produktionsketten zeigen. Dabei sollen die \u00f6konomische Sinnhaftigkeit, die \u00f6kologische Vertr\u00e4glichkeit und geltende Sozialstandards ber\u00fccksichtigt werden. In Anbetracht der derzeitigen Marktrelevanz von Vlies- bzw. Verbundstoffen aus Abfallprodukten des Ananasanbau zielt die vorliegende Machbarkeitsstudie auf eine neue Innovation: spinnf\u00e4hige Ananasblattfasern, die eine breitere Verwendung f\u00fcr die Textil- und Bekleidungsindustrie, Garne beispielsweise im Bereich Rund- und Flachstrick, erm\u00f6glichen. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist am Markt keine industriell verwertbare, spinnf\u00e4hige Faser aus Abfallprodukten des Ananasanbau ausgreift. Hauptintention ist damit, ein biologisch abbaubares Abfallprodukt auf Basis nachwachsender Rohstoffe hinsichtlich der Eignung f\u00fcr den textilen Kreislauf hin zu evaluieren. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes zur Gewinnung von industriell verwertbaren, spinnf\u00e4higen Ananasblattfasern erfolgte in vier Stufen, die mitunter parallel ablaufende Sub-Schritte beinhalteten: <\/p>\n<p>Stufe 1 Projektvorphase<br \/>\n?\tVorort-Begehung Anbauregion und Verarbeitungsbetrieb der Ananasbl\u00e4tter in Bangladesch<br \/>\n?\tExpertengespr\u00e4che Anforderungen Spinnf\u00e4higkeit Ananasblattfaser<\/p>\n<p>Stufe 2 Evaluation und Optimierung Rohfasererzeugung und Hechelprozess<br \/>\n?\tEvaluation Spinnf\u00e4higkeit Rohfaser<br \/>\n?\tEvaluation von Optionen zum Trennen von Nicht-Faserbestandteilen inkl. mechanische und chemische Verfahren<\/p>\n<p>Stufe 3 Durchf\u00fchrung und Evaluation Ausspinnung<br \/>\n?\tTestausspinnung inkl. mechanischer Faseraufschluss und Kurzstapelspinnverfahren<br \/>\n?\tExpertengespr\u00e4che Eignung Leinen-\/Langfasernassspinnverfahren und Jutespinnverfahren<br \/>\n?\tTestversuch Wollkammgarnspinnerei <\/p>\n<p>Stufe 4 Nachhaltigkeitsbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse<br \/>\n?\tToxikologische Untersuchung und Evaluation<br \/>\n?\tNachhaltigkeitsbewertung Rohstoffernte und Fasergewinnung<br \/>\n?\tWirtschaftlichkeitspr\u00fcfung und rechtliche Relevanzen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Erstbegutachtungen der Ananasblattrohfasern haben zun\u00e4chst ergeben, dass diese aufgrund eines zu hohen Anteils an Nicht-Faserbestandteilen nicht spinnf\u00e4hig waren. Entgegen der Erwartung bzw. Erfahrungen mit Nicht-Faserbestandteilen in der Bastfasererzeugung hat sich eine technisch relevante Anzahl dieser jedoch nicht im maschinellen Walzprozess von selbst herausgel\u00f6st. Die Ananasblattrohfaser war mit gebrochenen, holz\u00e4hnlichen Kleinstteilen verunreinigt. Es erforderte somit die Implementierung eines Zwischenprozesses zur Reinigung der gewalzten Rohfaser, d. h. ein Ausk\u00e4mmen der Nicht-Faserbestandteile.<\/p>\n<p>Die Testausspinnungen im Kurzstapelspinnnverfahren im Laborma\u00dfstab waren erfolgreich, lie\u00dfen jedoch zun\u00e4chst nur gr\u00f6bere Garnst\u00e4rken zu. Es zeigte sich eine Vielzahl an Einzelfasern innerhalb eines Faserb\u00fcndels. Mit optimierter Reinigung und Bearbeitung der Rohfaser k\u00f6nnen jedoch feinere Garnst\u00e4rken erreicht werden. Produkte aus Ananasblattfasern sind dann in verschiedenen Garnst\u00e4rken f\u00fcr eine breitere Verwendung am Markt geeignet; von Taschen, grobe Heimtextilien (Flachgewebe) sowie f\u00fcr Jacken, Hosen und Jersey. Die hier betrachteten Intim-Fasermischungen mit Ananasblattfasern sind zudem strickf\u00e4hig und gut anf\u00e4rbbar. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Schadstoffpr\u00fcfung sind als unauff\u00e4llig zu bewerten. Es kann festgehalten werden, dass die Ananasblattrohfaser aufgrund der hier evaluierten Testergebnisse ein vollst\u00e4ndig biologisch abbaubares Produkt ist. Die Betrachtung der F\u00e4rbeprozess sind hierbei jedoch au\u00dfen vorgelassen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine spinnf\u00e4hige Ananasblattfaser aus den Abf\u00e4llen des Ananasanbaus f\u00fcr die Lebensmittelindustrie ist machbar. Die Ananasblattfaser kann insofern als eine Erg\u00e4nzung zu den bisherigen marktrelevanten Fasern betrachtet werden. Die anwendungsorientierte Machbarkeitsstudie hat aufgezeigt, dass unterschiedliche Faser-Intimmischungen eine breitere Verwendung der Ananasblattfaser f\u00fcr die Textil- und Bekleidungsindustrie zulassen. <\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Spinnf\u00e4higkeit ist, eine auf die Ananasbl\u00e4tter abgestimmte Faseraufbereitung, die Nicht-Faserbestandteile vollst\u00e4ndig von der Rohfaser herausl\u00f6st. Erfahrungen im Projekt haben deutlich gemacht, dass Optimierungen der Faseraufbereitung bzw. des Hechelprozesses vor Ort in Bangladesch nicht nur umsetzbar, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sind. <\/p>\n<p>Die Evaluation der verschiedenen Machbarkeitsstr\u00e4nge haben verdeutlicht, dass in der Region Rangpur ein hohes Interesse und ein notwendiges Qualit\u00e4tsbewusstsein vorhanden sind, um ein spinnf\u00e4higes Vorprodukt herzustellen. Von Bedeutung ist mit Abschluss der vorliegenden Studie die Option einer Betrachtung und Bewertung eines ausgesponnenen Garns vor Ort in Bangladesch. Hierf\u00fcr sind Begehungen, Pr\u00fcftests und Gespr\u00e4che vor Ort notwendig, um die Performance des Garns zu begutachten und gegebenenfalls zu optimieren. Es braucht einen Folgeprozess, um dies zu moderieren und in einem Industriema\u00dfstab dezent-ral und in Deutschland zu begleiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Intention des Projektes ist eine Untersuchung, inwiefern sich Ananasblattfasern in verschiedenen Produktionsketten zeigen. Dabei sollen die \u00f6konomische Sinnhaftigkeit, die \u00f6kologische Vertr\u00e4glichkeit und geltende Sozialstandards ber\u00fccksichtigt werden. In Anbetracht der derzeitigen Marktrelevanz von Vlies- bzw. 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