{"id":27221,"date":"2025-06-25T10:33:00","date_gmt":"2025-06-25T08:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34686-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:33:01","modified_gmt":"2025-06-25T08:33:01","slug":"34686-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34686-01\/","title":{"rendered":"So ein Mist! \u0096 Berufsorientierung f\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderung im Bereich der regenerativen Energien in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts \u0084So ein Mist! Berufsorientierung f\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderung im Bereich der regenerativen Energien in der Landwirtschaft\u0093 sollen durch den Betrieb der zu Projektbeginn neu gebauten Biogasanlage, Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Einschr\u00e4nkungen geschaffen werden.<br \/>\nDiese Menschen sollen zu Multiplikatoren ausgebildet werden, welche wiederum an der Durchf\u00fchrung von Bildungsveranstaltungen zur nachhaltigen Energieerzeugung mitwirken. Durch den Betrieb der Biogasanlage und die damit verbundenen inklusiven Qualifizierungsma\u00dfnahmen, werden soziale, \u00f6kologische und wirtschaftliche Ziele definiert.<\/p>\n<p>Soziale Ziele:<\/p>\n<p>\u0095 Schaffung von vier Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr Menschen mit Behinderung im Inklusionsbetrieb. Arbeitspl\u00e4tze sollen im gesamten Betrieb geschaffen werden: In der Landwirtschaft, der Energiewirtschaft (Biogasanlage) und der Hauswirtschaft (Gruppenhaus). Durch Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Betriebes wird ein h\u00f6herer Lernerfolg erzielt und ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das<br \/>\nGesamtprojekt erreicht.<br \/>\n\u0095 Sicherstellung einer sozialp\u00e4dagogischen Betreuung und eines Ausbilders eigens f\u00fcr Menschen mit Behinderung auch geeignet im Bereich der Landwirtschaft.<br \/>\n\u0095 Die \u00dcberwachung und Versorgung der Biogasanlage soll, als Alternative zur Werkstatt, zu einem zukunftssicheren Arbeitsbereich f\u00fcr Menschen mit Behinderung werden.<br \/>\n\u0095 Entlastung der b\u00e4uerlichen regionalen Familienbetriebe durch die ausgebildeten Arbeitskr\u00e4fte.<br \/>\n\u0095 Ausbildung von Menschen mit Behinderungen zu Multiplikatoren f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Pr\u00e4sentation des Inklusionsbetriebes und der Biogasanlage durch Menschen mit<br \/>\nBehinderung anhand von Bildtafeln, Lernstationen etc.<\/p>\n<p>\u00d6kologische Ziele:<\/p>\n<p>\u0095 Umwelteintr\u00e4ge und Emissionen minimieren ? Optimale Nutzung von Mist und G\u00fclle in der Biogasanlage<br \/>\n\u0095 Nachhaltige Energieerzeugung sichern<br \/>\n\u0095 Tierwohl erh\u00f6hen (durch Haltung auf Stroh)<br \/>\n\u0095 Sensibilisierung f\u00fcr Umweltprobleme durch Bildungsarbeit und Projekte:<br \/>\n   ? Veranschaulichung der \u00f6kologischen Landwirtschaft<br \/>\n   ? Veranschaulichung von Bioenergieerzeugung durch Biogas f\u00fcr Verbraucher<br \/>\n   ? Reflektion von eigenem Handeln im Umgang mit Lebensmitteln bzw. im Verbraucherverhalten<br \/>\n     ? Durchf\u00fchrung von internationalen Projekten (Erasmus).<br \/>\n     ? Durchf\u00fchrung von Seminaren, Fachtagungen, Besichtigungen und Bildungsprogrammen zum Thema Ern\u00e4hrung, Wertsch\u00e4tzung der Nahrungsmittel, Gesundheit, Naturschutz und Klimawandel.<br \/>\n     ? Durchf\u00fchrung von au\u00dferschulischer Umweltbildung, Hoff\u00fchrungen und Schulungen zum Thema erneuerbare Energien\/Klimawandel rund um die Biogasanlage.<br \/>\n     ? Anbieten des neuen Lernmoduls \u0084vom Mist zum Strom\u0093 f\u00fcr Gruppen<br \/>\n\u0095 Vernetzung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben und Gewerbetreibenden und ein gemeinschaftliches Unterst\u00fctzen der Energiewende. Interessierte Landwirte k\u00f6nnen den Vorzeigebetrieb besichtigen und sich vor Ort \u00fcber diese alternative Energie- und W\u00e4rmegewinnung informieren.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Ziele:<\/p>\n<p>\u0095 Nachhaltige Erzeugung von Strom und W\u00e4rme durch die Biogasanlage f\u00fcr das Gruppenhaus und Verkauf von Strom f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n\u0095 Kosteneinsparung durch Verzicht auf Nutzung der Hackschnitzelheizung.<br \/>\n\u0095 Durch einen geplanten Stallausbau und die Erweiterung des Viehbestandes sollen die Ums\u00e4tze aus der Milchproduktion, dem Tierverkauf und der Direktvermarktung von Fleisch gesteigert werden. Die Produkte sollen im Beherbergungsbetrieb verwertet und in einem kleinen Hofladen verkauft werden.<br \/>\n\u0095 Durch die Optimierung der landwirtschaftlichen Betriebsabl\u00e4ufe, den barrierefreien Zug\u00e4ngen zur Landwirtschaft, sowie der dadurch steigenden Qualit\u00e4t im Hinblick auf die Au\u00dfenwirkung und auf die G\u00e4ste, sollen die \u00dcbernachtungszahlen erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Evaluation:<br \/>\nDer innovative Charakter dieses DBU-Projektes ist die Kombination der Aspekte \u00d6kologie, Soziales und \u00d6konomie. Diese sehr interessante und sinnvolle Kombination ist neuartig und eine wissenschaftliche<br \/>\nEvaluation dieses Modellprojektes ist sinnvoll. Deshalb soll die Arbeit des Seiml-Hofs von einer unabh\u00e4ngigen Fachhochschule oder Universit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft und evaluiert werden.<\/p>\n<p>Modellcharakter:<br \/>\nInsgesamt zielt das Projekt darauf ab, die Nutzung erneuerbarer Energien, Bildung zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit und Inklusion in einem ganzheitlichen Ansatz zu verbinden. Das Projekt soll Vorbildcharakter haben und weitere landwirtschaftliche Betriebe im gesamten Bundesgebiet und auf europ\u00e4ischer Ebene ermutigen, selbige oder vergleichbare Projekte umzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Seminare, Schulungsangebote und Vortr\u00e4ge z. B. auf Tagungen, in Hochschulen usw. durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBiogasanlage:<br \/>\n\u0095 Der Bau der Biogasanlage wurde im Jahr 2019 fertiggestellt.<br \/>\n\u0095 Suche nach Partnerbetrieben, die Mist f\u00fcr die Biogasanlage des Seiml-Hofs liefern m\u00f6chten.<br \/>\n\u0095 Regelm\u00e4\u00dfige Wartung und Kontrolle der Biogasanlage durch eine App, die auch von Menschen<br \/>\nmit Einschr\u00e4nkungen bedient werden kann.<br \/>\n\u0095 Mehrmals t\u00e4gliches Bef\u00fcllen der Biogasanlage mit Festmist und Futterresten.<br \/>\nUmbauma\u00dfnahmen:<br \/>\n\u0095 Stallerweiterung und Umbauma\u00dfnahmen f\u00fcr barrierefreie Zug\u00e4nge zur Landwirtschaft.<br \/>\nAufbau eines Inklusionsbetriebes:<br \/>\n\u0095 Gewinnung von Kooperationspartnern, um zu garantieren, dass die neu entstehenden inklusiven<br \/>\nArbeitspl\u00e4tze besetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n\u0095 Definition von Arbeiten und T\u00e4tigkeiten, die von Menschen mit Einschr\u00e4nkungen im<br \/>\nInklusionsbetrieb \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen.<br \/>\n\u0095 Einstellung von p\u00e4dagogischem Personal, um eine optimale Betreuung der Menschen mit<br \/>\nBehinderung in dem Inklusionsbetrieb Seiml-Hof zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\n\u0095 Auswahl der Menschen mit Behinderung, welche die anfallenden Aufgaben auf dem<br \/>\nInklusionsbetrieb gut bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<br \/>\n\u0095 Abschlie\u00dfen von Arbeitsvertr\u00e4gen bzw. Praktikumsvertr\u00e4gen mit Menschen mit Behinderung.<br \/>\n\u0095 Einarbeitung der neuen Mitarbeiter in die verschiedenen Arbeitsbereiche und Vermittlung von<br \/>\nWissen durch den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Seiml-Hof gGmbH Herr Fabian Wiese und den<br \/>\nLandwirtschaftsmeister und Ausbilder Herrn Thomas Mitterer. Ziel war ein umfassendes<br \/>\nVerst\u00e4ndnis der Arbeitsabl\u00e4ufe und eine m\u00f6glichst selbstst\u00e4ndige Arbeitsweise.<br \/>\n\u0095 Unterst\u00fctzung und Hilfestellung f\u00fcr die Menschen mit Einschr\u00e4nkungen bei der Durchf\u00fchrung von<br \/>\nBildungsveranstaltungen, um die Abl\u00e4ufe der Energie- und Landwirtschaft zu erkl\u00e4ren.<br \/>\n\u0095 Organisation von regelm\u00e4\u00dfigen Mitarbeitergespr\u00e4chen, in denen die Mitarbeiter W\u00fcnsche und<br \/>\nKritik \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. So wird ein vertrauensvolles Arbeitsverh\u00e4ltnis geschaffen.<br \/>\nAufnahme von Gefl\u00fcchteten:<br \/>\nSeit M\u00e4rz 2022 wurden neben Menschen mit Behinderung auch Fl\u00fcchtlinge (teilweise mit Behinderung)<br \/>\nin das Projekt integriert. Etwa 50- 60 Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine, einige davon mit Behinderung wohnten<br \/>\nvon M\u00e4rz 2022 bis September 2023 im Gruppenhaus des Seiml-Hofs. Zurzeit leben noch etwa 35<br \/>\nGefl\u00fcchtete auf dem Seiml-Hof. Einige von ihnen haben auf dem Seiml-Hof in der Landwirtschaft, in der<br \/>\nM\u00fclltrennung, in der Hauswirtschaft und der Energiewirtschaft (Biogasanlage) einen sicheren<br \/>\nArbeitsplatz gefunden. Die Aus\u00fcbung dieser sinnvollen T\u00e4tigkeiten gibt den Menschen Struktur und Halt<br \/>\nin ihrem Leben. Au\u00dferdem wurden die Gefl\u00fcchteten auch in die Bildungsarbeit des Seiml-Hofs integriert.<br \/>\nWeiterentwicklung der Bildungsarbeit:<br \/>\n\u0095 Weiterf\u00fchrung der bisher bestehenden Bildungsprogramme \u0084von der Milch zum K\u00e4se\u0093 und \u0084vom Korn<br \/>\nzum Brot\u0093.<br \/>\n\u0095 Entwicklung eines neuen Lernmoduls namens \u0093vom Mist zum Strom\u0094 f\u00fcr Kinder, Jugendliche und<br \/>\nErwachsene:<br \/>\n? Einstieg durch eine Pr\u00e4sentation und Vermittlung von theoretischem Wissen.<br \/>\n? Basteln eines Biogasanlage-Modells.<br \/>\n? Durchf\u00fchrung einer spannenden Hoff\u00fchrung zum Thema Kreislaufwirtschaft und erneuerbare<br \/>\nEnergien mit Schwerpunkt Biogasanlage.<br \/>\n? Abschluss-Quiz zum Thema erneuerbare Energien.<br \/>\nEs wurden verschiedene Veranstaltungen f\u00fcr interessierte LandwirtInnen organisiert und<br \/>\ndurchgef\u00fchrt. Die Themen waren vielf\u00e4ltig: Agenda 2030; Aufbau eines Inklusionsbetriebes; Technische<br \/>\nErkl\u00e4rungen zur Biogasanlage; Die Biogasanlage als perfekte Erg\u00e4nzung zur Landwirtschaft.<br \/>\nZusammenarbeit mit der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM\u00fcnchen):<br \/>\nEs wurde nach einer unabh\u00e4ngigen Fachhochschule oder Universit\u00e4t gesucht, die die Arbeit des Seiml-<br \/>\nHofs \u00fcberpr\u00fcft und evaluiert. Deshalb wurde im September 2022 Kontakt zur TUM\u00fcnchen<br \/>\naufgenommen, welche sich bereit erkl\u00e4rte, die vom Seiml-Hof durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen zu<br \/>\nevaluieren.<br \/>\nEs wurden 4 Arbeitspakete definiert:<br \/>\n\u0095 Arbeitspaket 1: Agenda 2030 \u0096 Status Quo Analyse auf der Umweltstation Seiml-Hof<br \/>\n\u0095 Arbeitspaket 2: Benchmarking der Umweltstation Seiml-Hof mit anderen Milchviehbetrieben in<br \/>\nDeutschland<br \/>\n\u0095 Arbeitspaket 3: Potentialanalyse zur Kombination von Energiemanagement und BNE auf der<br \/>\nUmweltstation Seiml-Hof<br \/>\n\u0095 Arbeitspaket 4: Lernmodul \u0096 Die Biogasanlage auf der &#8220;Umweltstation Seiml-Hof&#8221;<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Soziale Ergebnisse:<br \/>\nDurch den Stallanbau im Jahr 2022 wurde der Anteil an Tiefstreufl\u00e4chen vergr\u00f6\u00dfert. Diese Art der Tierhaltung mit den gro\u00dfz\u00fcgig eingestreuten, warmen und weichen Liegefl\u00e4chen schafft den bestm\u00f6glichen Tierkomfort und ist sehr arbeitsintensiv. So konnten im Rahmen dieses DBU-Projekts w\u00e4hrend der Projektlaufzeit f\u00fcnf Arbeitspl\u00e4tze auf dem Inklusionsbetrieb Seiml-Hof f\u00fcr Menschen mit Einschr\u00e4nkungen geschaffen werden. Die Menschen mit Behinderung halfen beim Ausmisten und<br \/>\nEinstreuen der Liegebuchten und Liegebereiche der K\u00e4lber, Rinder und K\u00fche mit Stroh. So wurde ihnen bewusst, wie viel Mist anf\u00e4llt, um optimale Haltebedingungen f\u00fcr die Tiere zu gew\u00e4hrleisten. Mit diesem Mist und mit Futterresten bef\u00fcllten sie anschlie\u00dfend die Biogasanlage. Au\u00dferdem erlangten die Mitarbeiter mit Beeintr\u00e4chtigung unter anderem Kenntnisse bzw. F\u00e4higkeiten in der Wartung\/Technik der Biogasanlage und wurden in die Inspektion der Biogasanlage eingebunden. Dies war durch die Nutzung einer Inspektions-App (Android, iPhone, iPad) m\u00f6glich. Die Inspektions-App f\u00fchrt mit Hilfe von entsprechenden Bildern und Handlungsanweisungen durch alle Punkte der Inspektion (BHKW, F\u00fcllstand, Gasdichtigkeit, Futtergrube und Leckage). Durch die Kombination von Aufgaben in der<br \/>\nLandwirtschaft und in der Energiewirtschaft, wurden den Mitarbeitern die Zusammenh\u00e4nge zwischen den beiden Arbeitsbereichen klar. Weitere Aufgaben in der Landwirtschaft, welche von Mitarbeitern mit Einschr\u00e4nkungen \u00fcbernommen wurden, ist die \u00dcberwachung des Melkroboters, welcher seit 2022 auf dem Seiml-Hof im Einsatz ist. Durch die Digitalisierung und den Einsatz des Melkroboters konnten die Arbeitszeiten verbessert werden, da kein fr\u00fchmorgendliches und kein abendliches Melken im Melkstand mehr n\u00f6tig ist. Zur optimalen Auslastung des Melkroboters m\u00fcssen die Tiere teilweise in den Roboter getrieben werden. Dies ist jedoch zeitlich flexibler und wurde teilweise von den Menschen mit Einschr\u00e4nkungen \u00fcbernommen. Auch in den Bereichen Tierpflege, F\u00fctterung sowie allgemeine Hofarbeiten \u00fcbernahmen die Mitarbeiter mit Behinderung wiederkehrende Aufgaben und f\u00fchrten sie selbstst\u00e4ndig und zuverl\u00e4ssig durch. In der Hauswirtschaft wurden Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung in den Bereichen Beherbergung und Verpflegung qualifiziert und u.a. in den Bereichen K\u00fcche, Service und Reinigung besch\u00e4ftigt. Au\u00dferdem wurden einige Mitarbeiter in der Verwaltung geschult. Je nach Grad der Behinderung wurden die Arbeiten und Schulungsinhalte entsprechend angepasst. Durch die \u00dcbernahme von Aufgaben in verschiedenen Arbeitsbereichen erlangten die Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Gesamtvorhaben des Seiml-Hofs und erlangte umfangreiche Kenntnisse und F\u00e4higkeiten, welche sie f\u00fcr den Arbeitsmarkt qualifizierten. Ihre Kenntnisse konnten die Menschen mit Behinderung unter Beweis stellen, indem sie die Durchf\u00fchrung von Bildungsprogrammen des Seiml-Hofs aktiv unterst\u00fctzten und so als Multiplikatoren t\u00e4tig waren.<\/p>\n<p>\u00d6kologische Ergebnisse:<br \/>\nDie Biogasanlage tr\u00e4gt zur Energiewende bei, denn die bei der Milchviehhaltung anfallende Biomasse (Mist und G\u00fclle) wird nicht direkt auf die Felder ausgebracht, sondern vorher energetisch genutzt. Rinder sind dabei unabh\u00e4ngige und zuverl\u00e4ssige Energielieferanten. Das Zusammenspiel von Tierhaltung und Energieerzeugung durch die Biogasanlage wurde auf dem Seiml-Hof optimiert: Die im Laufstall anfallende G\u00fclle wird unterirdisch direkt in die Biogasanlage gepumpt. Durch einen<br \/>\nStallausbau wurde die Tiefstreufl\u00e4che vergr\u00f6\u00dfert. Bei der Tiefstreuhaltung f\u00e4llt viel Mist an, welcher durch die Biogasanlage energetisch genutzt wird. Angebaute Feldfr\u00fcchte werden als hochwertiges Futter f\u00fcr die Tiere verwendet. Nur verdorbene Futterreste werden der Biogasanlage zugef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Umwelteintr\u00e4ge und Emissionen minimieren:<br \/>\nDurch den Bau der Biogasanlage wurde die offene Lagerung von Mist und Futterabf\u00e4llen minimiert. Es wird nur ein kleiner Teil an Biomasse, f\u00fcr sehr kurze Zeit auf versiegelter Fl\u00e4che im Bereich der Biogasanlage gelagert, damit die Biogasanlage kontinuierlich bef\u00fcllt werden kann und es nicht zu einem Stillstand der Anlage kommt. Durch die geringe Menge an gelagertem Mist und die kurze Verweildauer, entstehen weniger Umwelteintr\u00e4ge und Emissionen.<\/p>\n<p>Nachhaltige Energieerzeugung sichern:<br \/>\nSeit der Inbetriebnahme der Biogasanlage ist es nie zu einem Stillstand gekommen. Die Biogasanlage liefert zuverl\u00e4ssig \u00fcber 600 MWh Strom pro Jahr und W\u00e4rme. Der Strom wird in das Stromnetz eingespeist und die W\u00e4rme zum Beheizen des Gruppenhauses genutzt. Die Firma Zosseder kooperiert mit Pferdehaltenden Betrieben und liefert an die Seiml-Hof gGmbH 396t Pferdemist pro Jahr. Auch der Nachbarhof des Seiml-Hofs nutzt die Biogasanlage zur Entsorgung seiner Biomasse. F\u00fcr die Funktion der Biogasanlage des Seiml-Hofs sind diese Lieferungen jedoch von geringer Bedeutung, da der vom Seiml-Hof selbst produzierte Mist, die G\u00fclle und die Futterabf\u00e4lle zum kontinuierlichen Betrieb der Biogasanlage ausreichen.<\/p>\n<p>Sensibilisierung f\u00fcr Umweltprobleme durch Bildungsarbeit und Multiplikatorenschulung:<\/p>\n<p>Lernmodul f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Erwachsene:<br \/>\nDie Bildungsprogramme \u0084Von der Milch zum K\u00e4se\u0093 und \u0084Vom Korn zum Brot\u0093 werden auf dem Seiml-Hof schon seit mehreren Jahren erfolgreich durchgef\u00fchrt. Durch die eigene Herstellung von K\u00e4se und Brot wird die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Lebensmittel gest\u00e4rkt und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gef\u00f6rdert. Au\u00dferdem wird regionales und saisonales Konsumverhalten best\u00e4rkt. Diese langj\u00e4hrig durchgef\u00fchrten Bildungsprogramme wurden im Rahmen des DBU-Projekts durch das neue<br \/>\nLernmodul \u0084vom Mist zum Strom\u0093 erweitert. Im Rahmen dieses innovativen Moduls werden die Zusammenh\u00e4nge zwischen der landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft und der Energiewirtschaft durch die Biogasanlage einfach und vollst\u00e4ndig veranschaulicht. Zu Beginn des Lernmoduls wird die Funktionsweise der Biogasanlage anhand von kurzen Videos und theoretischen Erkl\u00e4rungen verst\u00e4ndlich gemacht. Um das Verst\u00e4ndnis zu verst\u00e4rken, wird anschlie\u00dfend ein kleines selbstgemachten Biogasanlage-Modells gezeigt, welches die Teilnehmer auch ganz leicht zu Hause basteln k\u00f6nnen. In Zukunft ist geplant dieses Modell vor Ort mit den Kindern zu basteln, damit sie ihre eigene kleine Biogasanlage mit nach Hause nehmen k\u00f6nnen. Sobald die Teilnehmer die Funktionsweise der Biogasanlage verstanden haben, geht es raus auf das Gel\u00e4nde des Seiml-Hofs und die Mitarbeiter (mit und ohne Einschr\u00e4nkungen) erkl\u00e4ren im Rahmen einer Hoff\u00fchrung, wie sich Landwirtschaft und Energiewirtschaft optimal erg\u00e4nzen. Anschlie\u00dfend wird die Biogasanlage besichtigt.<br \/>\nHier gibt es auch ein Gucklochfenster, durch das man gefahrlos in das Innere des Fermenters sehen kann. An diesem Guckfenster k\u00f6nnen die Kinder sehen, wie das G\u00e4rsubstrat ger\u00fchrt wird. Dabei sp\u00fcren sie die W\u00e4rme, die bei dem Fermentierungsprozess entsteht. Warm und laut ist es auch im danebenliegenden Blockheizkraftwerke (BHKW), das von den Teilnehmern besichtigt werden kann. So ist die Biogasanlage mit allen Sinnen erlebbar.<br \/>\nIm Rahmen des Arbeitspakets 4 (Lernmodul \u0096 Die Biogasanlage auf der &#8220;Umweltstation Seiml-Hof&#8221;), welches in Zusammenarbeit mit der TUM\u00fcnchen ausgearbeitet wurde, wurden Lerntafeln erstellt, die im Bereich der Biogasanlage aufgestellt werden. Mit Hilfe dieser Lerntafeln k\u00f6nnen die Mitarbeiter mit und ohne Einschr\u00e4nkungen den Teilnehmern des Lernmoduls weitere Informationen zu erneuerbaren Energien, Biogas und Biomasse, dem Aufbau einer<br \/>\nBiogasanlage und dem 4-Phasen Prozess, der in einer Biogasanlage abl\u00e4uft, vermitteln. Zum Abschluss des Lernmoduls gibt es dann noch das Energie-Quiz der Umweltstation Seiml-Hof, mit dem die Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen testen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Durchgef\u00fchrte Bildungsveranstaltungen:<br \/>\nMehrere landwirtschaftliche Betriebe informierten sich im Projektzeitraum auf dem SeimlHof \u00fcber die Funktionsweise und die Technologie der Biogasanlage. Neben deutschen landwirtschaftlichen Betrieben wurden internationale Gruppen von Landwirten aus Polen und Norwegen auf dem Seiml-Hof in Empfang genommen.<br \/>\nIn den Jahren 2021 bis 2023 wurden Bildungsveranstaltungen f\u00fcr mehr als 1200 TeilnehmerInnen durchgef\u00fchrt. (Im Jahr 2020 konnten aufgrund der Corona-Pandemie leider nur wenige Bildungsveranstaltungen durchgef\u00fchrt werden.)<br \/>\nZus\u00e4tzlich wurde auf dem Seiml-Hof im Rahmen von Erasmus + vom 07.03.2022 bis zum 20.03.2022 ein Internationales praktisches Jugendcamp mit 68 Teilnehmern aus Deutschland, der T\u00fcrkei, Italien und Polen durchgef\u00fchrt. Themen der Jugendbegegnung waren die \u00f6kologische Produktion, erneuerbare Energien (Schwerpunkt Biogasanlage) und die F\u00f6rderung eines gesunden Lebensstils (gesunde Ern\u00e4hrung). Die Teilnehmer hatten die M\u00f6glichkeit, kulturelle Vielfalt durch gemeinsame<br \/>\nArbeit, den Austausch von Erfahrungen sowie die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen und Workshops zu erleben. Die Verbindung von kulturellem Austausch und Bewusstseinsbildung f\u00fcr Nachhaltigkeit und Umwelt ist entscheidend, um ein tieferes Verst\u00e4ndnis globaler Herausforderungen zu f\u00f6rdern und gemeinsame L\u00f6sungen zu entwickeln, die \u00fcber kulturelle Grenzen hinweg wirksam sind.<br \/>\nIm Rahmen des Erasmus-Projekts \u0084Internationale Umweltbildungsarbeit von Jugendlichen f\u00fcr Jugendliche an der Umweltstation Seiml-Hof\u0093 wurden 3 junge Erwachsene aus der T\u00fcrkei und 2 junge Erwachsene aus Russland f\u00fcr mehrere Monate in die Arbeitsprozesse des SeimlHofs eingebunden und so zu Multiplikatoren ausgebildet.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Ergebnisse:<br \/>\nDurch die Biogasanlage wurden im Jahr 2022 \u00fcber 600 MWh Strom erzeugt und ins Stromnetz eingespeist. Die Seiml-Hof gGmbH erh\u00e4lt normale Konditionen beim Stromverkauf (EEG: 22,37 Cent pro kWh). So trug die Biogasanlage entscheidend zur Wirtschaftlichkeit des Seiml-Hofs bei, wobei der Anteil der Eink\u00fcnfte aus elektrischen Energieverk\u00e4ufen \u00fcber 50 % des Gesamteinkommens lag. 15,5 % des Stroms der hofeigenen Biogasanlage wird auf der Umweltstation Seiml-Hof selbst genutzt und deckt dabei den gesamten Strombedarf der Umweltstation. Der Betrieb ist daher (im Normalfall) nicht abh\u00e4ngig von externen Stromerzeugungsanlagen. Au\u00dferdem konnten Kosten eingespart werden, da die Hackschnitzelheizung nicht mehr genutzt werden muss. Durch die Stallerweiterung und die Erweiterung des Viehbestands konnten die Gewinne durch den Milch- und Fleischverkauf ca. 30 000\u0080 bis 40 000\u0080\/Jahr erh\u00f6ht werden. <\/p>\n<p>Diskussion:<\/p>\n<p>Wurden die sozialen Ziele erreicht?<br \/>\nDie sozialen Ziele dieses DBU-Projekts wurden erreicht. Innerhalb des Projektzeitraums wurden insgesamt f\u00fcnf Stellen Menschen mit Einschr\u00e4nkungen im Inklusionsbetrieb geschaffen. Diese Menschen wurden vom Personal des Seiml-Hofs eingearbeitet und optimal betreut. Den eingestellten Mitarbeitern konnten umfangreiche Fachkenntnisse in den Bereichen Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Hauswirtschaft vermittelt werden. Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Biogasanlage ist ideal, um Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zu schulen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die F\u00fctterung und technische Wartung der Biogasanlage und das Ausmisten und Pflegen der Tieraufenthaltsfl\u00e4che sind t\u00e4glich wiederkehrende Aufgaben, die von Menschen mit k\u00f6rperlichen und seelischen Einschr\u00e4nkungen oder Mehrfachbehinderungen erfolgreich bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Arbeiten f\u00fcr den Betrieb einer 75 KWp Biogasanlage charakterisieren sich durch:<br \/>\n\u0095 regelm\u00e4\u00dfige und gesunde Arbeitszeiten: kein Zeitdruck, keine Nachtarbeit, ein Zeitplan muss eingehalten werden. Dies lehrt Disziplin und Zuverl\u00e4ssigkeit.<br \/>\n\u0095 Gesunde Arbeitsbedingungen: Keine Abgase oder Staub, keine schweren k\u00f6rperlichen Arbeiten.<br \/>\n\u0095 Einfache, durch Vorf\u00fchrung und Nachahmung erlernbare Arbeiten mit gro\u00dfem Erfolgserlebnis.<br \/>\n\u0095 geringes Unfallrisiko: Keine Absturzgefahr, gesch\u00fctzter Arbeitsbereich.<br \/>\n\u0095 kein hohes technisches Ausfallrisiko der Anlage, da ein qualifizierter Mitarbeiter (in der Regel der Landwirtschaftsmeister) vollst\u00e4ndig die Abl\u00e4ufe und die Funktion      \u00fcberpr\u00fcft und wartet.<\/p>\n<p>Der Seiml-Hof hat sehr positive Erfahrungen mit der Besch\u00e4ftigung von Menschen mit Einschr\u00e4nkungen gemacht, da sie sich zu wertvollen Mitarbeitern entwickelten. Sie waren bzw. sind stets motiviert und erledigten die wiederkehrenden Aufgaben selbstst\u00e4ndig und zuverl\u00e4ssig. Au\u00dferdem wird die Minderleistung von Menschen mit Behinderung durch das Jobcenter im Rahmen eines Eingliederungszuschusses kompensiert. Einige der Menschen mit Behinderung f\u00fchren eigenst\u00e4ndig Bildungsprogramme f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit durch. Die aus der Ukraine gefl\u00fcchteten Mitarbeitern geben ihr Wissen auch an die anderen auf dem Seiml-Hof lebenden Ukrainer weiter und werden so zu Multiplikatoren. Durch den Vorbildcharakter unseres Projekts k\u00f6nnten auch in anderen Betrieben Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung geschaffen und Vorurteile abgebaut werden. Im Rahmen der auf dem Seiml-Hof durchgef\u00fchrten Veranstaltung \u0093Landwirte unsere Multiplikatoren der<br \/>\nZukunft &#8211; ganz im Sinne der vereinten Nationen (Agenda 2030) &#8211; unser Verhalten hat Auswirkung auf die Welt\u0094 am 25.2.2023 warb der Seiml-Hof bei anderen Landwirten f\u00fcr die Inklusion von Menschen mit Behinderung in landwirtschaftliche Betriebe.<\/p>\n<p>Wurden die \u00f6kologischen Ziele erreicht?<br \/>\nDie \u00f6kologischen Ziele des DBU-Projekts wurden erreicht. Durch den Betrieb der Biogasanlage wird eine optimale Nutzung von Mist und G\u00fclle gew\u00e4hrleistet und die Entstehung von klimasch\u00e4dlichen Gasen verringert. Auch das Tierwohl wurde durch die Stallerweiterung und die Haltung auf Stroh optimiert.<\/p>\n<p>Nachhaltige Energieerzeugung sichern:<br \/>\nDie TUM\u00fcnchen analysierte innerhalb des Arbeitspaket 3 das Energiemanagement auf dem Seiml-Hof. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse zeigen, dass die Kapazit\u00e4t der vorhandenen Biogasanlage nicht voll genutzt werden kann, da sie aufgrund regulatorischer Einschr\u00e4nkungen aktuell auf 75 kWp limitiert ist. Die Ausnutzung der vollen Biogasanlagenkapazit\u00e4t l\u00e4ge bei 132 kWp. Eine Autarke Versorgung der Umweltstation Seiml-Hof mit Strom ist m\u00f6glich (15 % der hofeigenen Biogasanalagenkapazit\u00e4t decken gesamten Stromverbrauch ab). Allerdings ist die vorhandene Anlage zur Stromerzeugung nicht schwarzstartf\u00e4hig, d.h. im Fall eines Stromausfalls ist der Hof von fossilen Brennstoffen abh\u00e4ngig.<br \/>\nDeshalb wird aktuell \u00fcber die Anschaffung eines elektrischen Energiespeichers bzw. die Umr\u00fcstung des BHKW zur Schwarzstartf\u00e4higkeit nachgedacht. Hier m\u00fcssen Kosten und Nutzen abgewogen werden. Neben der Biogasanlage verf\u00fcgt der Seiml-Hof noch \u00fcber Solar und PV-Module mit denen nachhaltig W\u00e4rme und Strom erzeugt werden.<\/p>\n<p>Sensibilisierung f\u00fcr Umweltprobleme durch Bildungsarbeit und Projekte:<br \/>\nDer Seiml-Hof f\u00fchrte im DBU-Projektzeitraum viele verschiedene Veranstaltungen und Bildungsprogramme zu den Themen Ern\u00e4hrung, Wertsch\u00e4tzung von Nahrungsmitteln und \u00d6kosystemen (Wald und Hecke), erneuerbare Energien \/ Biogasanlage, Inklusion und Agenda 2030 durch. Diese Veranstaltungen wurden oftmals von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung aktiv unterst\u00fctzt.<br \/>\nDas Lernmodul \u0093vom Mist zum Strom\u0094 und die dazugeh\u00f6rigen Informations-Schautafeln wurden in Zusammenarbeit mit der TUM\u00fcnchen entwickelt. Das Lernmodul gibt allen Interessierten die M\u00f6glichkeit, sich \u00fcber die Funktionsweise und den Nutzen einer Biogasanlage zu informieren. Dieses Lernmodul kann nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen und anderen Landwirten wahrgenommen werden. Die Inhalte und der Schwierigkeitsgrad der Veranstaltung werden<br \/>\ndem Teilnehmerkreis angepasst.<\/p>\n<p>Wurden die wirtschaftlichen Ziele erreicht?<br \/>\nDie Biogasanlage leistet einen gro\u00dfen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Seiml-Hofs. Die Bedeutung des Einkommens aus elektrischen Energieverk\u00e4ufen (PV-Anlage und Biogasanlage) liegt bei >50 % und ist deutlich h\u00f6her als bei anderen landwirtschaftlichen Betrieben. Der zu Projektbeginn geplante Aufbau der Direktvermarktung wurde (noch) nicht durchgef\u00fchrt, da das Vorhaben durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Auflagen verkompliziert wurde.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Wie werden die Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht?<br \/>\nUm die \u00d6ffentlichkeitswirksamkeit des Seiml-Hofs zu f\u00f6rdern, wird sehr intensiv mit den Medien zusammengearbeitet. In den letzten 4 Jahren wurde folgende \u00d6ffentlichkeitsarbeit geleistet:<br \/>\nPressearbeit:<br \/>\n\u0095 17. 11. 2020: Sonntagsblatt 360\u00b0 evangelisch ver\u00f6ffentlichte den Artikel \u0084Strom aus G\u00fclle &#8211; Mit intelligenter Kreislaufwirtschaft will der Seiml-Hof. ch\u00f6pfungsverantwortung ernstnehmen\u0093.<br \/>\n\u0095 10.12.2020: Das bayerische Fernsehen hat in der Sendung Quer einen Beitrag zum Thema Biogas und dezentrale Strom- und W\u00e4rmeversorgung auf dem Seiml-Hof ausgestrahlt.<br \/>\n\u0095 14.03.2021: Aktion Mensch drehte ein Video \u00fcber die Arbeit des Seiml-Hofs und strahlte dieses auch im ZDF aus.<br \/>\n\u0095 Juli 2021: Das Trostberger Tagblatt ver\u00f6ffentlichte einen kurzen Artikel zum Erhalt des Qualit\u00e4tssiegels \u0084Umweltbildung Bayern\u0093<br \/>\n\u0095 21.11.2021: Erschien ein Zeitungsbericht \u0084Toller Erfahrungen auf dem Bauernhof\u0093<br \/>\n\u0095 Zwischen dem 21.02.2022 und 04.03.2022 lief ein vom Seiml-Hof ver\u00f6ffentlichter Werbespot auf Antenne Bayern, der auch die Hoff\u00fchrungen des Seiml-Hofs bewarb.<br \/>\n\u0095 9.7.2022: Die Rossberger Tageszeitung, Passauer Neuen Presse und OVB Heimatzeitungen ver\u00f6ffentlichten den Artikel \u0084Zuflucht auf dem Seiml-Hof gefunden\u0093. Hierbei ging es um die ukrainischen Fl\u00fcchtlinge, die auf dem Seiml-Hof ein Zuhause gefunden haben.<br \/>\n\u0095 Im Mai 2023 ver\u00f6ffentlichte die Zeitschrift agrarKIDS den Artikel \u0084Umweltstation SeimlHof\u0093.<br \/>\n\u0095 Im Juni 2023 ver\u00f6ffentlichte die Zeitschrift agrarKIDS den Artikel: \u0084Agenda 2030 &#8211; So macht es die Umweltstation Seiml-Hof\u0093.<br \/>\n\u0095 11.9.2023: Das Lokalradio BayernWelle sendete einen Radiobeitrag zum Thema \u0084Neue Chance auf dem Seiml-Hof \u0093 und ver\u00f6ffentlichte den dazugeh\u00f6rigen Artikel auf seiner Homepage (https:\/\/www.bayernwelle.de\/chiemgau-und-rupertiwinkel\/neue-chance-aufdem-seiml-hof).<br \/>\n\u0095 14.09.2023: OVB Heimatzeitungen ver\u00f6ffentlichten den Artikel: \u0084Seiml-Hof erf\u00fcllt fast alle Ziele der Agenda 2030.\u0093<br \/>\n\u0095 26.11.2023: Die OVB Heimatzeitungen ver\u00f6ffentlichten einen Artikel zum Thema Photovoltaikanlage, der auf die Wichtigkeit von regelm\u00e4\u00dfigen Wartungen aufmerksam machte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitswirksame Veranstaltungen:<br \/>\n\u0095 24.11.2022: Veranstaltung auf dem Seiml-Hof zum Thema: \u0084Diversifizierung am Biobetrieb mit den Schwerpunkten: Energie- und W\u00e4rmegewinnung \u00fcber Biogas sowie Inklusion\u0093<br \/>\n\u0095 25.2.2023: Veranstaltung auf dem Seiml-Hof zum Thema: \u0084Landwirte unsere Multiplikatoren der Zukunft &#8211; ganz im Sinne der Vereinten Nationen (Agenda 2030) &#8211; unser Verhalten hat Auswirkung auf die Welt.\u0093<br \/>\n\u0095 31.8.2023: Presseveranstaltung auf dem Seiml-Hof zum Thema \u0084Umweltstation SeimlHof: Wie passen die Agenda 2030, Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (BNE) und Landwirtschaft zusammen?\u0093<\/p>\n<p>Treffen mit Politikern:<br \/>\n\u0095 Die Mitarbeiter des Seiml-Hofs haben im August 2023 in Chieming\/Hart Herrn Markus S\u00f6der getroffen. Bei diesem Treffen \u00fcberreichte einer der ukrainischen Gefl\u00fcchteten ein selbst gemaltes Portr\u00e4t des Ministerpr\u00e4sidenten.<br \/>\n\u0095 Der Seiml-Hof ist im August 2023 in Chieming\/ Hart mit den Politikerinnen Frau Katharina Schulze und Frau Martina Wenta und den Politikern Herrn Cem \u00d6zdemir und Herrn Michael Sasse in Kontakt getreten. Sp\u00e4ter haben Frau Martina Wenta und Herr Michael Sasse den Seiml-Hof besucht.<br \/>\n\u0095 Der Seiml-Hof hat Kontakt mit den neuen Landtagsabgeordneten (2023) wie Herrn Dr. Martin Brunnhuber und Herrn Josef Lausch gekn\u00fcpft.<br \/>\n\u0095 Bereits im September 2022 traf Herr Mitterer im Bierzelt Karpfham auf Frau Michaela Kaniber und berichtete ihr \u00fcber die Arbeit des Seiml-Hof.<\/p>\n<p>Social Media:<br \/>\nDer Seiml-Hof ist auch in den Social Media vertreten:<br \/>\n\u0095 Facebook: www.facebook.de\/DerSeimlHof (aktuelle Reichweite pro Woche 20.000 Personen, Fans aktuell 3.270).<br \/>\n\u0095 Die Umweltstation Seiml-Hof hat auch einen Instagram-Account (https:\/\/www.instagram.com\/umweltstation_seiml_hof\/ mit 320 Followern).<br \/>\n\u0095 Es sind mehrere YouTube-Videos \u00fcber den Seiml-Hof zu finden. Darunter auch ein Video \u00fcber den Bau der Biogasanlage.<br \/>\n\u0095 Die Webseiten www.seiml-hof.de und www.chiemgauer-schulbauernhof.de werden j\u00e4hrlich rund 40.000 Mal besucht<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise des Projekts auf dem Seiml-Hof hat sich zweifellos bew\u00e4hrt, indem es erfolgreich soziale, \u00f6kologische und wirtschaftliche Ziele erreicht hat.<\/p>\n<p>Erfolg in der sozialen Dimension:<br \/>\nDie Integration von Menschen mit Einschr\u00e4nkungen in den Inklusionsbetrieb erwies sich als \u00e4u\u00dferst erfolgreich. Die f\u00fcnf Mitarbeitenden mit Beeintr\u00e4chtigungen erlangten nicht nur Fachkenntnisse, sondern entwickelten sich zu wertvollen und motivierten Teammitgliedern. Durch die Bereitstellung von regelm\u00e4\u00dfigen und gesunden Arbeitszeiten sowie die Anpassung von Aufgaben an unterschiedliche F\u00e4higkeiten wurden Barrieren \u00fcberwunden, und die Mitarbeitenden konnten t\u00e4gliche Aufgaben eigenst\u00e4ndig und zuverl\u00e4ssig bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Erfolg in \u00f6kologischer Dimension:<br \/>\nDie Einf\u00fchrung einer Biogasanlage trug nicht nur zur optimalen Nutzung von Ressourcen wie Mist und G\u00fclle bei, sondern verringerte auch die Entstehung klimasch\u00e4dlicher Gase und Umwelteintr\u00e4ge. Die Erweiterung der Stallanlagen und die artgerechte Tierhaltung auf Stroh verbesserten das Tierwohl erheblich. Au\u00dferdem wurde die Biogasanlage ein integraler Bestandteil der Bildungsprogramme des Seiml-Hofs. Insbesondere das Lernmodul &#8220;vom Mist zum Strom&#8221;, entwickelt in Kooperation mit der TU M\u00fcnchen, verdeutlicht den \u00f6kologischen Nutzen der Biogasanlage und tr\u00e4gt dazu bei, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr nachhaltige Energieerzeugung in der Gemeinschaft zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Erfolg in der wirtschaftlichen Dimension:<br \/>\nDie Biogasanlage trug entscheidend zur Wirtschaftlichkeit des Seiml-Hofs bei, wobei der Anteil der Eink\u00fcnfte aus elektrischen Energieverk\u00e4ufen \u00fcber 50 % des Gesamteinkommens lag. Insgesamt hat sich die gew\u00e4hlte Vorgehensweise des Projekts \u00e4u\u00dferst erfolgreich erwiesen. Die Integration von Menschen mit Einschr\u00e4nkungen, die \u00f6kologische Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Rentabilit\u00e4t bilden ein gelungenes Zusammenspiel. Der Seiml-Hof dient nicht nur als Vorreiter in der Inklusion von Menschen mit Behinderungen im landwirtschaftlichen Betrieb, sondern auch als Modell f\u00fcr nachhaltige und erfolgreiche Betriebsf\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Projekts \u0084So ein Mist! Berufsorientierung f\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderung im Bereich der regenerativen Energien in der Landwirtschaft\u0093 sollen durch den Betrieb der zu Projektbeginn neu gebauten Biogasanlage, Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Einschr\u00e4nkungen geschaffen werden. 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