{"id":27204,"date":"2025-06-25T10:34:05","date_gmt":"2025-06-25T08:34:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34948-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:34:06","modified_gmt":"2025-06-25T08:34:06","slug":"34948-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34948-01\/","title":{"rendered":"Management der invasiven Stauden?Lupine (Lupinus polyphyllus Lindl.) in einem komplexen Schutzgebietssystem \u0096 Gef\u00e4hrdungspotential, Entscheidungshilfen und Empfehlungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am Beispiel des Rheins und des Wasserwerks Flehe hat sich gezeigt, dass fast \u00fcber das ganze Jahr eine<br \/>\nnicht unerhebliche Belastung des Flusswassers mit Krankheitserregern vorliegt, aber dass das R\u00fcckhaltepotential<br \/>\nder Uferfiltration dennoch sehr hoch und unter Normalbedingungen ausreichend ist. Jedoch<br \/>\nwar besonders zu Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser das Risiko einer Kontamination erh\u00f6ht. Derzeitig<br \/>\nverwendete Indikatoren w\u00e4ren zwar am Standort Flehe ausreichend gewesen um vor einer Kontamination<br \/>\nmit Adenoviren am F\u00f6rderbrunnen zu warnen, jedoch durch die beobachteten Differenzen im Transportverhalten<br \/>\nzu den Adenoviren ist dies an anderen Standorten nicht zwangsweise auch der Fall. F\u00fcr eine<br \/>\nZukunft mit vermehrten hydrologischen Extremereignissen und andere Standorte wird neben bakteriellen<br \/>\nIndikatoren die Ber\u00fccksichtigung noch zu bestimmender viren-spezifischer Indikatoren empfohlen. Die<br \/>\nMethodik \u00fcber das Surrogate Modell hat sich als sehr gute M\u00f6glichkeit herausgestellt, um die Ergebnisse<br \/>\nder Modellierung zu verallgemeinern und potenziell den Stakeholdern zug\u00e4nglich zu machen. In einem<br \/>\nFolgeprojekt soll diese Methodik weiter validiert und verbessert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDarstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<br \/>\nAP 1: M\u00f6gliche Spenderfl\u00e4chen f\u00fcr die Mahdgut\u00fcbertragung wurden identifiziert. In einem Feldexperiment<br \/>\nwurde die Bergwiesen-Restituierung durch die Aktivierung der Samenbank und die \u00dcbertragung diasporenhaltigen<br \/>\nMahdguts erprobt.<br \/>\nAP 2: F\u00fcr die Untersuchungen zur Ausbreitungsbiologie von L. polyphyllus wurden unterschiedliche Vektoren<br \/>\nund Ausbreitungswege (Ballochorie, Hemerochorie, Zoochorie, Hydrochorie) analysiert.<br \/>\nAP 3: Die Auswirkungen des Schnittzeitpunktes und des L. polyphyllus-Anteils wurden unter Ber\u00fccksichtigung<br \/>\nder Gr\u00fcnlandvegetationstypen auf die Parameter der energetischen Verwertbarkeit untersucht.<br \/>\nAP 4: Die Untersuchungsfl\u00e4chen wurden mit Hilfe eines 3D-Lasers, eines Feldspektrometers, drohnenbasierter<br \/>\nRGB-, Thermal- und Hyperspektralsensoren sowie satellitenbasierter Multispektralsensoren, fernerkundlich<br \/>\nvermessen.<br \/>\nAP 5: Synthese der Daten: F\u00fcr die Analyse der Bestandsentwicklung von L. polyphyllus wurde mit Hilfe von<br \/>\nSatellitenbildern und Gel\u00e4ndekartierungen eine aktuelle Verbreitungskarte erstellt. Basierend auf der Verbreitungskarte,<br \/>\nder GIS-Datenbank und den Ergebnissen der Gel\u00e4ndeversuche (AP 1, 2 und 4) wurde eine Analyse<br \/>\ndes Gef\u00e4hrdungspotentials durchgef\u00fchrt. Basierend auf den Ergebnissen und Erfahrungen zum Lupinemanagement<br \/>\naller Projektphasen wurde eine Ma\u00dfnahmen\u00fcbersicht als Handlungsempfehlung erarbeitet. Die resultierenden<br \/>\nHandlungsempfehlungen werden im Zuge von Netzwerkbildung und AP 6 mit Netzwerkpartner*innen<br \/>\nweiter diskutiert und bearbeitet, sodass die Handlungsempfehlungen auch auf durch L. polyphyllus invadierte<br \/>\nGebiete au\u00dferhalb der Rh\u00f6n \u00fcbertragbar sind.<br \/>\nAP 6: Die im Zuge des Projekts gewonnenen Daten und Erkenntnisse werden zusammengetragen, pr\u00e4sentiert<br \/>\nund der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Hierf\u00fcr wurde bereits in den vorangehenden Projekten mit dem Aufbau<br \/>\neines Netzwerks begonnen. Die im Juni 2022 geplante Tagung zum Thema Bergwiesen im Biosp\u00e4renreservat<br \/>\nRh\u00f6n konnte wegen den Bestimmungen der Corona-Pandemie nicht durchgef\u00fchrt werden. Hierbei sollten die<br \/>\nProjektergebnisse vorgestellt und der Umgang mit der Stauden-Lupine in diesen \u00d6kosystemen diskutiert werden.<br \/>\nDie Ergebnisse sollen nun bei der Landschaftspflegetagung in Gie\u00dfen am 30. September 2022 pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<br \/>\nAP 1 &#8211; Bergwiesen-Restituierung durch Mahdgut\u00fcbertragung und Aktivierung der Samenbank ist m\u00f6glich, allerdings<br \/>\nist zu beachten, dass die Witterung einen starken Einfluss auf den Ansiedlungsverlauf hat.<br \/>\nAP 2 &#8211; Das Potential zur Selbstausbreitung der Lupine ist hoch, eine sp\u00e4te Mahd tr\u00e4gt stark zur Ausbreitung bei.<br \/>\nDie Ausbreitung \u00fcber Schafkot findet im Gel\u00e4nde zwar statt, ist aber deutlich seltener, die Ausbreitung \u00fcber<br \/>\nGew\u00e4sser spielt in der Rh\u00f6n eine untergeordnete Rolle.<br \/>\nAP 3 &#8211; Mittels des IFBB-Verfahrens wird die Qualit\u00e4t der fl\u00fcssigen und festen Bestandteile erh\u00f6ht sowie \u00fcber alle<br \/>\nGr\u00fcnlandstandorte hinweg eine h\u00f6here Umwelt- und Prim\u00e4renergieeinsparungen auf. Damit stellt das IFBB-Verfahren<br \/>\neine bessere Option im Vergleich zur bisher alleinigen anaeroben Verg\u00e4rung dar.<br \/>\nAP 4 &#8211; Die Nutzung von 3D-Laser- sowie Hyperspektralinformationen erm\u00f6glicht die Berechnung sehr guter Ertragsmodelle.<br \/>\nDiese k\u00f6nnen weiterf\u00fchrend in ein zuk\u00fcnftiges Prognosemodell einflie\u00dfen und f\u00fcr ein potenzielles<br \/>\nLupine-Monitoring eingesetzt werden.<br \/>\nAP 5: Die Ergebnisse und Erfahrungen zum Lupinenmanagement aller Projektphasen wurden zu einer Ma\u00dfnahmen\u00fcbersicht<br \/>\nkondensiert. Diese beinhaltet empfohlene Zeitpunkte und H\u00e4ufigkeiten von Schnittma\u00dfnahmen in<br \/>\nfl\u00e4chiger oder selektiver Form sowie die Nutzung von Kontrollma\u00dfnahmen (Bestands\u00fcberwachung vor Ort oder<br \/>\ndurch Fernerkundung).<br \/>\nAP 6: Die Website mit den Handlungsempfehlungen zur Eind\u00e4mmung der Stauden-Lupine ist auf den Seiten der<br \/>\nBiosph\u00e4renreservate unter folgendem Link abrufbar: https:\/\/www.biosphaerenreservat-rhoen.de\/natur\/projekteim-<br \/>\nbereich-natur\/dbu-lupinus-projekt<br \/>\nEine allgemein verst\u00e4ndliche Anleitung f\u00fcr den Umgang mit der Stauden-Lupine ist in der Natuschutz-Fachzeitschrift<br \/>\n\u0084Anliegen Natur\u0093, Heft 2 (2022) ausf\u00fchrlich dargestellt. Die Ergebnisse werden zudem bei der Landschaftspflegetagung<br \/>\nin Gie\u00dfen am 30. September 2022 sowie im Oktober 2022 bei der durch das Biosph\u00e4renreservat<br \/>\norganisierten Vortragsreihe \u0084Aus der Rh\u00f6n f\u00fcr die Rh\u00f6n\u0093 mit der Zielgruppe des Akteurs-Netzwerks, der Fach\u00f6ffentlichkeit<br \/>\nund der interessierten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Workshops \u0084Fernerkundung im Naturschutz \u0096 Kontrolle invasiver Arten\u0093 und \u0084Management invasiver Pflanzenarten<br \/>\nin Bergwiesen\u00f6kosystemen\u0093 fanden 2019 unter Teilnahme einer breiten \u00d6ffentlichkeit statt.<br \/>\nDie Ver\u00f6ffentlichung von Artikeln in der Zeitschrift \u0084Anliegen Natur\u0093 macht dem entstandenen Akteurs-Netzwerks<br \/>\nund einer breiten \u00d6ffentlichkeit die Ergebnisse bekannt. Letztlich stellt der Aufbau einer Projekt-Website auf den<br \/>\nSeiten der Biosph\u00e4renreservate sicher, dass die Inhalte auch \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus verf\u00fcgbar bleiben<br \/>\n(AP 6). In der Projektlaufzeit entstanden 2 Dissertationen, 23 Abschlussarbeiten, 16 englisch- und 7 deutschsprachige<br \/>\nFachpublikationen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die erste Hauptphase des Projekts zur Erhaltung und Restituierung der Artenvielfalt in den Bergweisen<br \/>\ndes Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n planm\u00e4\u00dfig verlaufen ist, wurde die zweite Hauptphase stark durch die Corona-<br \/>\nPandemie beeinflusst. Dennoch konnten die Daten weiter analysiert und f\u00fcr das Akteurs-Netzwerk, die Fach\u00f6ffentlichkeit<br \/>\nund die interessierte \u00d6ffentlichkeit aufbereitet und dauerhaft verf\u00fcgbar gemacht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am Beispiel des Rheins und des Wasserwerks Flehe hat sich gezeigt, dass fast \u00fcber das ganze Jahr eine nicht unerhebliche Belastung des Flusswassers mit Krankheitserregern vorliegt, aber dass das R\u00fcckhaltepotential der Uferfiltration dennoch sehr hoch und unter Normalbedingungen ausreichend ist. 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