{"id":27166,"date":"2025-09-20T10:32:23","date_gmt":"2025-09-20T08:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34522-01\/"},"modified":"2025-09-20T10:32:23","modified_gmt":"2025-09-20T08:32:23","slug":"34522-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34522-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung einer digitalen partizipativ-adaptiven Methodik f\u00fcr ein \u00f6kosystembasiertes Risikomanagement von Grundwasser und Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Zustand vieler Gew\u00e4sser und Grundwasserk\u00f6rper ist schlecht und die Grundwasserneubildung ist teilweise auch landnutzungsbedingt eingeschr\u00e4nkt. Die Problemlage wird zus\u00e4tzlich durch die Auswirkungen des Klimawandels versch\u00e4rft. Die strategische Integration von Wasser-\/Gew\u00e4ssermanagement und \u00d6kosystemmanagement unter Ber\u00fccksichtigung aktueller Problemtreiber und zuk\u00fcnftiger Risiken ist daher dringend geboten. Ziel des Projektes war die digitale Nutzbarmachung der erprobten \u00f6kosystem-basierten Analyse- und Planungsmethodik MARISCO, um integrative, praxisnahe und risikorobuste Konzepte zur Erhaltung von hydrologischen Ressourcen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich in zwei Arbeitspakete. Arbeitspaket 1 umfasste die (Weiter-)Entwicklung der MARISCO-Methodik zur Anwendung im Wassermanagement und Naturschutz inkl. Entwicklung einer Software zur Methodik (MARISCO ist eine systemische, \u00f6kosystembasierte Methodik mit einem ausgesprochen partizipativen Ansatz, die auf den Prinzipien des adaptiven Managements von Risiken und Vulnerabilit\u00e4t beruht). Nach Erstellung einer Anforderungsanalyse wurde im n\u00e4chsten Schritt die MARISCO-Software von einer Programmierfirma modulweise programmiert sowie mit Daten aus den Fallstudienanwendungen\/Workshops aus Arbeitspaket 2 getestet und angepasst. Im letzten Drittel des Projektes wurde eine MARISCO-Kurzbeschreibung und ein Leitfaden zur weiterentwickelten Methodik erstellt, in die auch die konkreten Anpassungen der MARISCO-Methodik f\u00fcr den Gew\u00e4sserkontext eingeflossen sind.<\/p>\n<p>Arbeitspaket 2 beinhaltete die modellhafte Anwendung von \u00f6kosystembasiertem Risikomanagement f\u00fcr Grundwasser und Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser. Daf\u00fcr wurden fallstudienartig Begehungen mit zeitgleicher Diskussion und partizipative Workshops zur Situationsanalyse und Strategiebildung f\u00fcr die FFH-Gebiete B\u00f6rnicke, Weesower Luch und Finowtal-Rag\u00f6ser Flie\u00df des Landkreis Barnim in Brandenburg durchgef\u00fchrt. Je nach Fallstudie erfolgte unter Beteiligung unterschiedlicher Akteur:innen eine Weiterentwicklung existierender oder die Erarbeitung neuer systemischer konzeptioneller Modelle mit Hilfe der MARISCO-Methodik (Situationsanalyse, Strategien). Die entwickelte MARISCO-Software wurde nachfolgend mit Hilfe der erhobenen Daten zu den Gebieten getestet. Im finalen Schritt wurden basierend auf den Workshop-Ergebnissen Empfehlungen f\u00fcr das Wassermanagement in den Fallstudienr\u00e4umen erstellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt war von M\u00e4rz 2020 bis zum Fr\u00fchsommer 2022 durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Es erhielt eine Nachbewilligung und kostenneutrale Laufzeitverl\u00e4ngerung. Die im Projektzeitraum vorgesehenen Ergebnisse konnten erfolgreich erreicht werden.<\/p>\n<p>Arbeitspaket 1<br \/>\nIn Arbeitspaket 1 wurden die zu erstellenden Ergebnisse erarbeitet. Eine MARISCO-Kurzbeschreibung und ein Methoden- und Software-Leitfaden zur weiterentwickelten Methodik wurden erstellt, in die auch die konkreten Anpassungen der MARISCO-Methodik f\u00fcr den Gew\u00e4sserkontext eingeflossen sind. Die MARISCO-Software wurde erstellt und mit den Daten aus Arbeitspaket 2 getestet.<br \/>\nEs wurden ein Fachbeirat eingerichtet und drei Treffen durchgef\u00fchrt. Die Treffen waren wichtige Schritte, um die erarbeiteten Ergebnisse mit Vertretern der Projektpartner:innen aus Sicht der Praxis diskutieren zu k\u00f6nnen. Das Projekt war Teil einer DBU-Nexus-Workshop-Reihe, um eine enge fachliche Begleitung, einen Austausch zwischen \u00e4hnlichen Vorhaben sicherzustellen und m\u00f6gliche Synergien zwischen den Vorhaben zu identifizieren und nutzbar zu machen.<\/p>\n<p>Arbeitspaket 2<br \/>\nAuch in Arbeitspaket 2 wurden die zu erstellenden Ergebnisse erarbeitet. Die \u00fcberarbeitete Methodik wurde modellhaft in den Fallstudiengebieten angewendet und Empfehlungen f\u00fcr das Wassermanagement in den Fallstudienr\u00e4umen partizipativ mit den Projektpartner:innen und relevanten Akteur:innen erarbeitet. Die Bearbeitung der Fallstudiengebiete wurde aufgrund der Corona-Pandemie teilweise adaptiert. Es wurden f\u00fcr alle Fallstudiengebiete Workshops in Person durchgef\u00fchrt. Es wurden jedoch auch Begehungen mit zeitgleicher Diskussion und Online-Formate angewendet. Pr\u00e4senzformate der Workshops waren wichtig, um den Diskussionscharakter der MARISCO-Methodik f\u00fcr die Projektpartner:innen und relevanten Akteur:innen zu erm\u00f6glichen. Die Workshops stellten einen wichtigen Schritt zum kollaborativen Arbeiten dar, um gemeinsam getragene Ergebnisse zu erreichen. Sie erm\u00f6glichten ein Training der Beteiligten im systemischen, komplexen Denken.<br \/>\nDie Bearbeitung der drei Fallstudiengebiete war insofern interessant, als dass es in jedem Gebiet eine unterschiedlich hohe Wasserverf\u00fcgbarkeit gab und es zu einem Gradienten an Akteur:innen ohne bis mit MARISCO-Erfahrungen kam.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine projekteigene Unterwebseite informierte monatlich fortlaufend und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Projekt und ist weiterhin erreichbar. Die MARISCO-Software sowie der Leitfaden und die Kurzbeschreibung wurden Studierenden des Studienganges \u0084Global Change Management\u0093 der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung f\u00fcr deren Anwendung im Studiengang vorgestellt und stehen als Download zur Verf\u00fcgung. Die im Projekt durchgef\u00fchrten Workshops mit Projektpartner:innen und Akteur:innen dienten auch als Plattformen f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse. Die Projektergebnisse wurden zum Projektende den Projektpartner:innen und dem Brandenburger Landesamt f\u00fcr Umwelt als zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde f\u00fcr FFH-Gebiete im Landkreis Barnim zur weiteren Verwendung \u00fcbergeben. Die \u00fcberarbeitete Methodik sowie die MARISCO-Kurzbeschreibung und der Leitfaden wurden zudem in einem anderen Projekt \u0084Qualifizierungsreihe f\u00fcr Fachseminarleitungen\u0093 im Kontext von Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwick-lung angewendet. Die erstellte Software steht als Link kostenfrei und frei zug\u00e4nglich zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die MARISCO-Methodik stellt eine systemische und adaptive Situationsanalyse und Managementplanung dar, die stark partizipativ durchgef\u00fchrt wird. Mit ihr ist eine strategische Integration von Wasser-\/Gew\u00e4sser- und \u00d6kosystemmanagement unter Ber\u00fccksichtigung aktueller Problemtreiber und zuk\u00fcnftiger Risiken m\u00f6glich. Damit kann ein ganzheitlicheres und anpassungsf\u00e4higeres (Landschafts-)Wassermanagement erreicht werden, das an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst ist. Die durchgef\u00fchrte Digitalisierung der MARISCO-Methodik zur verst\u00e4rkten Anwendung im (Landschafts-)Wassermanagement ist somit in Zeiten des Klimawandels und der Corona-Pandemie noch aktueller und wichtiger geworden, um \u00f6kosystembasiertes Risikomanagement von Grundwasser und Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern als kollaboratives Arbeiten zu erm\u00f6glichen. Eine Kombination aus Begehungen der Projektgebiete mit anschlie\u00dfenden partizipativen MARISCO-Workshops in Person sowie zeitgleicher kollaborativer Digitalisierung der Ergebnisse k\u00f6nnte damit ein sehr wichtiges Instrument f\u00fcr ein ganzheitlicheres und anpassungsf\u00e4higeres Wassermanagement in Zeiten des Klimawandels sein.<\/p>\n<p>Die MARISCO-Methodik inkl. Software bietet vielf\u00e4ltige Anwendungskontexte wie z.B. f\u00fcr \u00fcbergeordnete Planungen, welche \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume bearbeitet und wiederholt angepasst werden. Sie bietet sich ebenso f\u00fcr die Anwendung im Hochschul- oder Schulkontext an sowie f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Projekte mit vielen Akteur:innen, welche an verschiedenen Standorten ans\u00e4ssig sind. Sie kann weiterhin auch f\u00fcr l\u00e4ngj\u00e4hriges Monitoring von Gebieten Anwendung finden. Aufbauend auf den fortlaufenden Monitoring-Ergebnissen k\u00f6nnen parallel und kollaborativ adaptive Planungen dieser Gebiete durchgef\u00fchrt werden. Die Methodik w\u00e4re au\u00dferdem sehr gut geeignet, parallellaufende Projekte gemeinsam abzubilden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Zustand vieler Gew\u00e4sser und Grundwasserk\u00f6rper ist schlecht und die Grundwasserneubildung ist teilweise auch landnutzungsbedingt eingeschr\u00e4nkt. Die Problemlage wird zus\u00e4tzlich durch die Auswirkungen des Klimawandels versch\u00e4rft. Die strategische Integration von Wasser-\/Gew\u00e4ssermanagement und \u00d6kosystemmanagement unter Ber\u00fccksichtigung aktueller Problemtreiber und zuk\u00fcnftiger Risiken ist daher dringend geboten. 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