{"id":27153,"date":"2023-07-14T10:39:00","date_gmt":"2023-07-14T08:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35145-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:39:01","modified_gmt":"2023-07-14T08:39:01","slug":"35145-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35145-01\/","title":{"rendered":"Neue Mitte Kressbronn &#8211; Modularer Holzbau im Quartier: Entwicklung vorgefertigter Energiewendemodule f\u00fcr die Sanierung von 1970er Jahre Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Problemfelder der energetischen Sanierung lauten: mangelnde Sanierungsrate, gesteiger-te Baukosten, ein stagnierender Anteil erneuerbarer Energien am W\u00e4rmemarkt, steigende Fl\u00e4chenversie-gelung f\u00fcr Siedlungszwecke und mangelnde Akzeptanz f\u00fcr Sanierung.<br \/>\nDieses Projekt verfolgt die Vision, durch vorgefertigte, f\u00fcr einen Einsatz erneuerbarer Energien optimierte, architektonisch hochwertige und hocheffiziente Sanierungsmodule (\u0084Energiewendemodul\u0093) zur Aufsto-ckung optimierungsbed\u00fcrftiger Bestandsgeb\u00e4ude L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die o.g. Problemfelder zu bieten. Die Energiewendemodule basieren auf der Baufritz-Fertigungspraxis und werden f\u00fcr die Aufstockung eines Beispielbauobjekts in Kressbronn entwickelt. Zus\u00e4tzlich erfolgt eine \u00dcberpr\u00fcfung der \u00dcbertragbarkeit der Energiewendemodule auf weitere potenzielle Fl\u00e4che im deutschen Geb\u00e4udebestand <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas bestehende Geb\u00e4ude der Sparkasse Bodensee in Kressbronn weist eine Gewerbenutzung auf und verf\u00fcgt \u00fcber zwei bewohnte Wohneinheiten. Bei dem Geb\u00e4ude aus den 1970er Jahren besteht ein starker energetischer und optischer Optimierungsbedarf, zus\u00e4tzlich erfolgt eine Aufstockung durch die Sanie-rungsmodule (\u0084Energiewendemodule\u0093). Im ersten Drittel des Projekts werden die Energiewendemodule unter der Leitung des Kooperationspartners Baufritz und ifeu, geplant. Die installationsintensiven Raumo-dule und multifunktionalen Bauteile werden auch f\u00fcr die Aufstockung der Sparkasse geplant. Zeitgleich wird im zweiten AP, unter der Leitung von BWS Architekten, das architektonische Konzept f\u00fcr die Ausge-staltung der Fassade und der Raummodule erarbeitet sowie die Anbindung der Raummodule an verschie-dene Typen von Bestandsgeb\u00e4uden gepr\u00fcft. Fast \u00fcber die gesamte L\u00e4nge des Projekts erfolgt zun\u00e4chst die Entwicklung und darauf eine System- und versorgungstechnische Analyse der Energiewendemodule (Hochschule Biberach &#8211; AP Leitung). Nach der Konzeptions- und Entwicklungsphase folgt in der zweiten Projekth\u00e4lfte die Nachhaltigkeitsanalyse und Begleitforschung durch das ifeu. Die Analyse \u00fcberpr\u00fcft die \u00dcbertragbarkeit auf weitere Bestandsgeb\u00e4ude und notwenige politischen Instrumente zur weitfl\u00e4chigen Implementierung der Module. \u00dcber den gesamten Projektzeitraum teilen sich das ifeu und Baufritz die Pro-jektkoordination.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr das Projekt \u0084Neue Mitte Kressbronn\u0093 wurden innovative, seriell hergestellte Energiewendemodule entwickelt. Mit den Energiewendemodulen wird nachhaltiger und fl\u00e4cheneffizienter Wohnraum geschaffen. Die Module sind energieeffizient und haben zugleich einen hohen Anteil erneuerbare Energien. Die enge Zusammenarbeit mit der Praxis und die Entwicklung der Module an einem Bauprojekt erm\u00f6glichte eine konkrete Planung bis hin zur Ausf\u00fchrung und damit die Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Nicht nur die Sparkasse Kressbronn kann die Energiewendemodule nutzen; die Energiewendemodule k\u00f6nnen auch f\u00fcr verschiedene Geb\u00e4udetypen eingesetzt werden oder sogar autark funktionieren. Das Potenzial durch Aufstockungen mit Energiewendemodulen ist hoch. Die key lessons learned sind:<br \/>\n1.\tPraxisbezogene Projekte stecken voller Innovationskraft. Die konkrete Umsetzung und Fertigung h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab und muss weiter untersucht werden.<br \/>\n2.\tDas Aufstockungspotenzial in Deutschland ist hoch. Allein auf den Geb\u00e4udetypen Mehrfamilienh\u00e4user, B\u00fcrogeb\u00e4ude und Parkh\u00e4user k\u00f6nnen ca. 135.000 Energiewendemodulen und damit eine Wohnfl\u00e4che von 11 Mio. m\u00b2 entstehen. Behutsame Nachverdichtung ist damit m\u00f6glich.<br \/>\n3.\tEnergiewendemodule sind durch den Einsatz des Versorgungsherzens in ihrer Form und Struktur einzigartig. Sie bieten einen hohen Grad an erneuerbaren Energien und Effizienz. Die konzipierten Varianten k\u00f6nnen f\u00fcr verschiedene Geb\u00e4udetypen und unter Gegebenheiten genutzt werden.<br \/>\nA: Mit der autarken Variante erfolgt die Versorgung der Energiewendemodule unabh\u00e4ngig vom Bestandsgeb\u00e4ude; B: Wird das Energiewendemodul als Symbiont ausgef\u00fchrt, versorgt das Modul das Bestandsgeb\u00e4ude teilweise mit Strom aus einem hohen Anteil an Photovoltaik. C: Ist ein Energiewendemodul ein Profiteur, versorgt das Bestandsgeb\u00e4ude das Modul mit W\u00e4rme und Energie.<br \/>\n4.\tDie anlagentechnischen Simulationen verschiedener Versorgungsvarianten zeigen, welcher W\u00e4rmeerzeuger f\u00fcr die Energiewendemodule geeignet sind: Eine Sole-Wasser-W\u00e4rmepumpe mit einem PVT-Kollektor, der gleichzeitig als W\u00e4rmequelle f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe dient, ist die Versorgungsvariante, die in allen Punkten der Analyse am effizientesten abschneidet. Die Gesamtkosten der Anlage sind moderat und sie haben von allen Varianten den geringsten CO2-Aussto\u00df (Variante 3). Die Variante zeichnet sich zudem durch niedrige Emissionen in der Herstellung aus und schneidet auch in der Untersuchung zu Komfort und Schall gut ab. Eine Luft-W\u00e4rmepumpe mit PV-Anlage (Variante 2c) hat im Vergleich zu den anderen W\u00e4rmepumpen-Varianten die geringsten Gesamtkosten. Beide Infrarot-Varianten (5a und 5c) emittieren die meisten CO2-Emissionen. Die meisten Varianten unterscheiden sich kaum in Kosten und CO2-Aussto\u00df, sodass hier f\u00fcr die Energiewendemodule eine gro\u00dfe Auswahl herrscht.<br \/>\n5.\tUm Aufstockungen politisch zu f\u00f6rdern, m\u00fcssen gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Eine schnelle \u00c4nderung der baurechtlichen Anforderungen sowie eine Anpassung der F\u00f6rderbedingungen f\u00fcr Aufstockungen unterst\u00fctzen den Wohnungsbau.<br \/>\n6.\tDie serielle Fertigung der Energiewendemodule hat neben einer kurzen Bauzeit, dem Potenzial zur Kostensenkung und einer wetterunabh\u00e4ngigen Baustelle den Vorteil, dass weniger Fachkr\u00e4fte f\u00fcr den Bau von Wohnraum notwendig sind.<br \/>\n7.\tHolz ist der zentrale Baustoff, der bei den Energiewendemodulen verwendet wird. Die Au\u00dfenw\u00e4nde werden als Pfosten-Riegel-Konstruktion konzipiert, die mit einemholzbasierten D\u00e4mmstoff gef\u00fcllt sind. Dieser Bauteilaufbau bietet einen hohen W\u00e4rmestandard. Holz als Baustoff bietet weitere Vorteile, wie eine f\u00f6rderliche Wohngesundheit und kalkulierbare Brandschutzkonzepte.<br \/>\n8.\tDie \u00d6kobilanz der Energiewendemodule ist gut. Aufgrund ihrer Bauweise in Holz und der effizienten Anlagentechnik ist der Anteil der \u0084grauen Energie\u0093 f\u00fcr die Herstellung der Module gering.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse werden in Form eines informativen Flyers zusammengefasst. Dieser wird an In-teressierte ausgegeben. Das Projekt wurde im Gemeinderat von Kressbronn vorgestellt sowie Aus-schnitte auf verschiedenen Konferenzen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Energiewendemodule eigenen sich besonders f\u00fcr Aufstockungen und Nachverdichtung. Die entwi-ckelten drei Konzepte (Profiteur, Symbiont und Autark) eigenen sich f\u00fcr viele geb\u00e4udetypen und sind vielf\u00e4ltig einsetzbar. Weiter wird empfohlen weitere Umsetzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Energiewend-module zu suchen und diese in der Praxis umzusetzen. Diese gebauten Beispiele sollten mit einem Monitoring \u00fcberwacht werden, um die zuk\u00fcnftige Effizienz zu erh\u00f6hen. Konkrete Praxisbeispiele zei-gen, welchen Effekt serielle Vorfertigung auf die Kostenentwicklung von Energiewendemodulen ha-ben. Diese Kostenentwicklung und verbesserte Produktionsschritte sollten weiter untersucht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die h\u00e4ufigsten Problemfelder der energetischen Sanierung lauten: mangelnde Sanierungsrate, gesteiger-te Baukosten, ein stagnierender Anteil erneuerbarer Energien am W\u00e4rmemarkt, steigende Fl\u00e4chenversie-gelung f\u00fcr Siedlungszwecke und mangelnde Akzeptanz f\u00fcr Sanierung. Dieses Projekt verfolgt die Vision, durch vorgefertigte, f\u00fcr einen Einsatz erneuerbarer Energien optimierte, architektonisch hochwertige und hocheffiziente Sanierungsmodule (\u0084Energiewendemodul\u0093) zur Aufsto-ckung optimierungsbed\u00fcrftiger Bestandsgeb\u00e4ude [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[56,47,51,52,53],"class_list":["post-27153","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-baden-wuerttemberg","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"35145\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"119.580,00","dbu_projektdatenbank_firma":"IFEU - Institut f\u00fcr Energie- und \nUmweltforschung Heidelberg gGmbH","dbu_projektdatenbank_strasse":"Wilckensstr. 3","dbu_projektdatenbank_plz_str":"69120","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Heidelberg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2019-08-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2021-05-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"06221-476736","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Baden-W\u00fcrttemberg","dbu_projektdatenbank_foerderber":"167","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-35145_01-Hauptbericht.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27153\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43726,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/27153\/revisions\/43726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}