{"id":27135,"date":"2023-07-14T10:39:00","date_gmt":"2023-07-14T08:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35131-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:39:00","modified_gmt":"2023-07-14T08:39:00","slug":"35131-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35131-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Hartchromelektrolyten auf der Basis von Chrom(III)-Salzen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass: Durch die Giftigkeit der Chrom VI- Verbindungen wird das ,,Hartverchromen,, immer mehr<br \/>\neingeschr\u00e4nkt (REACH). Da die Chrom-Schichten zum Teil unerreichte Schichteigenschaften bzw.<br \/>\nSchichtkombinationseigenschaften besitzen, ist ein Ersatz nur bedingt m\u00f6glich. Die Industrie sucht daher<br \/>\numweltfreundliche Alternativen. Das Ziel der Entwicklung war es, Chromschichten mit hervorragenden<br \/>\nSchichteigenschaften aus umweltfreundlichen Chrom III- Elektrolyten galvanisch abzuscheiden.<br \/>\nChromtrioxid (CrVI) ist im Anhang XIV der REACH Verordnung aufgelistet. Das hei\u00dft, das Chromtrioxid<br \/>\n(krebserregend und Brand f\u00f6rdernd) kann nur noch sehr eingeschr\u00e4nkt und unter Auflagen eingesetzt<br \/>\nwerden. Es ist aber noch nicht verboten, diese Verbindung einzusetzen!<br \/>\nChrom III- Salze sind nicht krebserregend. Sie werden z.B in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln verwendet.<br \/>\nZielsetzung:<br \/>\nDas Entwicklungsziel war die Abscheidung von Chrom (III)- Schichten mit \u00e4hnlichen oder besseren<br \/>\nEigenschaften wie die der Chrom (VI)-Schichten:<br \/>\nSchichtdicke: 100 ?m und mehr<br \/>\nSchichth\u00e4rte: 1000 HV (800 HV-1200 HV)<br \/>\nKorr.-Best\u00e4ndigkeit: Vergleichbar mit Chrom VI- Schichten<br \/>\nTribologie\/Verschlei\u00df: Vergleichbar mit Chrom VI- Schichten<br \/>\nStreuf\u00e4higkeit: Besser als bei Chrom VIO- Elektrolyten<br \/>\nStromausbeute: Besser als bei Chrom VI- Elektrolyten<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Arbeitsschritt wurden zahlreiche Cr III-Elektrolyte untersucht. Die Elektrolyte wurden in einem<br \/>\n1000 ml Becherglas angesetzt und auch die galvanischen Versuche durchgef\u00fchrt. Als Anoden wurden<br \/>\nGrafitanoden eingesetzt, gelegentlich auch MOX (Ru-Oxid)- beschichtets Titanstreckmetall. Die Kathode<br \/>\nbestand aus einem unlegierten Stahl-Zylinder mit einem Durchmesser von 10 mm. Dieser wurde so<br \/>\nmaskiert, dass eine Oberfl\u00e4che von 0,1 dm\u00b2 Fl\u00e4che verchromt wurde. Bild 1<br \/>\nDie Beschichtung wurde zuerst visuell Beurteilt. Bei einer erfolgsversprechenden Chrom III-Schicht<br \/>\nwurden Schliffe angefertigt sowie REM-EDX- Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Weiter wurden bei Bedarf<br \/>\neine IC-Messung durchgef\u00fchrt.<br \/>\nBei erfolgversprechenden Elektrolyten wurden nach 24 und 48 Stunden erneut galvanische<br \/>\nAbscheidungen durchgef\u00fchrt. Es hat sich immer wieder herausgestellt, dass nach mehreren Stunden ein<br \/>\nFarbwechsel von gr\u00fcnlich zu blau-violett erfolgte und anschlie\u00dfend keine erfolgreiche Chrom IIAbscheidung<br \/>\nmehr m\u00f6glich ist. Der Farbton zeigt nur die Anzahl der Wassermolek\u00fcle an die das<br \/>\nChrom III-Ion komplexieren-<br \/>\nIm Zeitraum von September 2019 bis Oktober 2020 wurden weit \u00fcber 100 Versuche durch die Firma<br \/>\nOpSu Optimal Surface GmbH. Durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDabei wurde nachfolgender Vorgehensweise verfahren:<br \/>\n&#8211; Beh\u00e4lter: 1000 ml Becherglas, Heizlatte mit Magnetr\u00fchrer<br \/>\n&#8211; Anode: Grafit (selten MOX beschichtetes Ti-Streckmetall zur Anodenkontrolle)<br \/>\n&#8211; Chemikalien in Analysen- oder technischer-Qualit\u00e4t (Merck, Roth, Aldrich..)<br \/>\n&#8211; Kathode Stahl-Zylinder, maskiert: 0,1 dm\u00b2 die Stahlzylinder wurden vor der Beschichtung<br \/>\ngewogen und nach der Beschichtung zur\u00fcckgewogen.<br \/>\n&#8211; Vorbehandlung: mechanisches Schleifen mit 1000 er Schleifpapier, Abkochentfettung, USEntfettung,<br \/>\nkathodische Entfettung, HCI-Beize (RT), Ni-Strike (HCI mit Nickelchlorid), jeweils<br \/>\nmit einer Stand- und Flie\u00df-Sp\u00fcle<br \/>\n&#8211; Bei der Abscheidung wurde mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gedreht bzw.<br \/>\nStillstand.<br \/>\n&#8211; Die Beschichtungsversuche erfolgten direkt nach dem Ansatz, oder zeitlich versetzt<br \/>\n(2-24 Std.)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei dem DBU-Projekt sollten umweltfreundlich Cr III- Schichten galvanisch abgeschieden werde. Es<br \/>\nwurden \u00fcber 100 Abscheideversuche durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDabei wurden verschiedene Wege eingeschritten um erfolgreich Cr III- Schichten abzuscheiden:<br \/>\nStandard-Elektrolyte mit Zus\u00e4tzen wie Komplexbildner oder Reduktionsmittel Dispersionsschichten<br \/>\nsollten die Schichteigenschaft verbessern. Mittel Pulsplating wurde untersucht, ob sich \u00fcber die Art des<br \/>\nStrom-Pulses Verbesserungen erzielen lassen. Ein weiterer L\u00f6sungsweg war die Abscheidung von<br \/>\nLegierungselementen wie V, Mn, Mo, W.<br \/>\nDie eingeschlagenen Wege f\u00fchrten nicht zum Ziel. Mit den Elektrolyten konnten zum Teil keine<br \/>\nSchichten abgeschieden werden, es konnten nur schwarze, d\u00fcnne Schichten hergestellt werden oder es<br \/>\nbildeten sich volumin\u00f6se Schichten aus. Dann konnten die Elektrolyten nur eine einmalige Abscheidung<br \/>\nvon Chromschichten bewirken. Anschlie\u00dfend war keine Abscheidung mehr m\u00f6glich. Diese wird auf eine<br \/>\nVerloung oder den Umbau der Aquo-Komplexe zur\u00fcckgef\u00fchrt. Bei den erfolgreichen Chrom IIIAbscheidungen<br \/>\nkonnte eine Reduzierung der Rissbildung nicht erreicht werden.<br \/>\nDa Mitte des Jahres 2020 v\u00f6llig \u00fcberraschen bekannt wurde, dass die Firmen Atotech und Coventya,<br \/>\nChrom III Elektrolyte entwickelt hatten, wurden die Arbeiten eingestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Aufgrund der nicht ausreichenden Schichteigenschaften der untersuchten Cr III- Elektrolyte und der jetzt<br \/>\nzug\u00e4nglichen Cr III-Schichten durch Fachfirmen wird keine \u00d6ffentlichkeitsarbeit oder Pr\u00e4sentation<br \/>\ngeplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dr Literatur beschriebene Cr III-Schichten bezogen sich vorwiegend auf d\u00fcnne, dekorative<br \/>\nSchichten. Dicke Cr-III-Schichten waren zum Zeitpunkt 2019 bis 2021 {1} noch nicht eingesetzt werden.<br \/>\nDie finnische Firma ,,Savroc,, nutzte schon Cr III-Schichten, aber nur in Verbindung mit chemischen<br \/>\nNickel-Schichten und sehr hohen ,,Temperaturen,, bei ca. 600\u00b0C<br \/>\nDer Ansporn bei diesem Projekt war die die Abscheidung von Cr VI-Schichten, die nicht getempert<br \/>\nwerden m\u00fcssen und #hnliche Eigenschaften wie Cr VI-Schichten aufweisen. Um dies zu erreichen,<br \/>\nwurden verschiedene Wege eingeschlagen:<br \/>\n&#8211; Verschiedene Komplexbilder<br \/>\n&#8211; Diepersionsabscheidung<br \/>\n&#8211; Pulsplating<br \/>\n&#8211; Legierungsabscheidung<br \/>\nNeben der Abscheidung von d\u00fcnnen schwarzen Schichten, volumin\u00f6sen Schichten uns keinen<br \/>\nSchichten konnten vereinzelt brauchbare Cr III-Schichten erzeugt werden. Diese hatten aber<br \/>\ndurchgehend Mikrorisse und konnten nicht reproduzierbar abgeschieden werden. In der kurzen Zeit<br \/>\nkonnten keine Chrom III-Schichten abgeschieden werden, die den Anforderungen entsprachen. Man<br \/>\nmuss hier noch viel Grundlagenentwicklung durchf\u00fchren, da das Chrom III-Ion eine extrem lange<br \/>\nAustauschrate der Komplex- Liganden hat dadurch wird auch die st\u00f6rende Verolung gef\u00f6rdert.<br \/>\nNachdem Mitte 2020 Fachfirmen brauchbare Schichten publizierten und in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab<br \/>\nbemusterten, wurde die Entwicklung eigestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass: Durch die Giftigkeit der Chrom VI- Verbindungen wird das ,,Hartverchromen,, immer mehr eingeschr\u00e4nkt (REACH). Da die Chrom-Schichten zum Teil unerreichte Schichteigenschaften bzw. Schichtkombinationseigenschaften besitzen, ist ein Ersatz nur bedingt m\u00f6glich. Die Industrie sucht daher umweltfreundliche Alternativen. 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