{"id":27125,"date":"2026-03-13T10:32:34","date_gmt":"2026-03-13T09:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35069-01\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:35","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:35","slug":"35069-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35069-01\/","title":{"rendered":"Internationales Flusskrebsforum vom 29. August bis 1. September 2019"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Flusskrebse sind die gr\u00f6\u00dften mobilen wirbellosen Tiere im S\u00fc\u00dfwasser, nehmen eine bedeutende Stel-lung im Nahrungsnetz ein, gestalten aktiv ihren Lebensraum und z\u00e4hlen daher zu den Schl\u00fcsselarten in aquatischen Lebensr\u00e4umen. Unter anderem durch invasive gebietsfremde Flusskrebse und deren Krankheiten sind die einheimischen Arten vom Aussterben bedroht, mit potentiell gravierenden Auswir-kungen auf die besiedelten limnischen \u00d6kosysteme. Die Vernetzung zwischen Vertretern aus Wissen-schaft, Verwaltung und Verb\u00e4nden zum Austausch \u00fcber aktuelle Entwicklungen ist angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und neuer Praxisans\u00e4tze wichtig f\u00fcr eine schnelle Implementation er-folgversprechender Schutzstrategien. Hier bestehen im Bundesgebiet regional gro\u00dfe Unterschiede, die sich in den konkreten Ma\u00dfnahmen zum Flusskrebsschutz zeigen. Das Internationale Flusskrebsforum bietet eine Plattform, die den Austausch \u00fcber aktuelle Entwicklungen beim Schutz von Flusskrebsen er-m\u00f6glicht und die mittel- und langfristige Vernetzung der unterschiedlichen Akteure f\u00f6rdert. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie vorbereitenden Arbeiten f\u00fcr die Veranstaltung umfassten die Zusammenstellung des Vortrags- und Exkursionsprogramms, die Erstellung einer Internetpr\u00e4senz sowie die Abstimmung und Organisation des zeitlichen Ablaufs der dreit\u00e4gigen Veranstaltung. Es gelang ein vielseitiges Vortragsprogramm zu-sammenzustellen, dass vor allem die Bereiche Krankheiten und invasive Arten, Verbreitung und aktuel-le Erkenntnisse zur Populationsgenetik, Krebssperren und Schutzstrategien sowie aktuelle Entwicklun-gen und Perspektiven der Krebszucht abdeckte. Neben Beitr\u00e4gen aus Deutschland wurden aus ver-schiedenen Nachbarl\u00e4ndern Erfahrungen und Erkenntnisse pr\u00e4sentiert. Erg\u00e4nzend zu den Vortr\u00e4gen wurden drei Themenkomplexe (Krebssperren, Vernetzung der Akteure im Flusskrebsschutz, Perspekti-ven f\u00fcr die Krebszucht) im Rahmen von parallelen Workshops vertieft diskutiert und L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr aktuelle Probleme erarbeitet. Ein weiterer zentraler Aspekt der Veranstaltung waren Exkursionen zu laufenden Schutzprojekten sowie der Besuch der Krebszucht Oeversee. Auf den Exkursionen wurde den Teilnehmenden Einblick in die konkreten Projekte gegeben und diese vor Ort intensiv diskutiert. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Kreis der Teilnehmenden umfasste wie von den Organisatoren angestrebt Personen aus unter-schiedlichsten Bereichen (Verwaltung, haupt- und ehrenamtlicher Naturschutz, Fischerei, Forschung, Planungsb\u00fcros, Unterhaltungsverb\u00e4nde, etc.), die sich hauptberuflich oder ehrenamtlich im Fluss-krebsschutz engagieren. Durch die erstmalige Ausrichtung in Norddeutschland konnten die regionalen Besonderheiten des Flusskrebsschutzes im Tiefland hervorgehoben werden und Teilnehmende aus zu-vor unterrepr\u00e4sentierten Regionen und L\u00e4ndern gewonnen werden.<br \/>\nDie Bedeutung regionalspezifischer Ans\u00e4tze wurde u.a. durch eine Pr\u00e4sentation aus Polen \u00fcber neue Ans\u00e4tze zum Umgang mit Kamberkrebsen sowie durch die Exkursionen unterstrichen. Auf den Ex-kursionen nahmen die Teilnehmer aktiv an der Diskussion der vorgestellten Schutzstrategien teil, so dass aktuelle Erfahrungen unmittelbar in den Projekten ber\u00fccksichtigt werden konnten. F\u00fcr den Fluss-krebsschutz in Schleswig-Holstein bewirkte die Veranstaltung weiterhin eine verst\u00e4rkte Wahrnehmung der Problematik bei unterschiedlichen Akteuren und hat dadurch dazu beigetragen, dass mehrere neue Projekte initiiert wurden, die aktuell umgesetzt werden. Beispielsweise bestehen inzwischen konkrete Planungen zum Einbau von Krebssperren zum langfristigen Erhalt der letzten, aus populationsgeneti-scher Sicht besonders sch\u00fctzenswerten Edelkrebsbest\u00e4nde im Bundesland. Die Ergebnisse des Work-shops zu Krebssperren sowie die Vortr\u00e4ge zu diesem Thema trugen ma\u00dfgeblich zur Konzeptentwick-lung bei und f\u00f6rderten die Umsetzungsperspektive.<br \/>\nWeiterhin hatten NachwuchswissenschaftlerInnen auf der Veranstaltung Gelegenheit die Ergebnisse ihrer Promotionsvorhaben vorzustellen. Darunter waren mehrere von der DBU gef\u00f6rderte Vorhaben.<br \/>\nHervorzuheben sind an dieser Stelle zudem die Ergebnisse des Workshops zur Vernetzung der Akteure im Flusskrebsschutz. Angelehnt an die guten Erfahrungen aus der Schweiz, wo die \u201eKoordinationsstelle Flusskrebse Schweiz\u201c eine nationale, beratende und koordinierende Anlaufstelle im Flusskrebsschutz bietet, wurden M\u00f6glichkeiten diskutiert, eine \u00e4hnliche Struktur in Deutschland aufzubauen. Zwar wurden Hemmnisse u.a. aufgrund der f\u00f6deralen Struktur identifiziert, allerdings werden aktuelle weitere An-strengungen unternommen, eine derartige, zentrale Anlaufstelle auch in Deutschland zu implementie-ren. Dies ist ein vielversprechender Ansatz, um den Informationsfluss zwischen den unterschiedlichen Akteuren zu verbessern und unabh\u00e4ngiger von pers\u00f6nlichen Kontakten zu gestalten. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Veranstaltung vom 29. August bis zum 01. September 2019 stellte den zentralen Teil der \u00d6ffent-lichkeitsarbeit f\u00fcr die behandelten Themen dar. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glichte die kostenlose, \u00f6ffentliche Abendveranstaltung zum Auftakt der Tagung weiteren Interessierten, einen Einblick in die Thematik zu bekommen. Weiterhin wurde es den Sch\u00fclern der A. P. M\u00f8ller Skolen erm\u00f6glicht, kostenlos an den Veranstaltungsteilen in der Schule teilzunehmen und so einen ersten Einblick in den fachlich-wissenschaftlichen Austausch zu bekommen. Dies hat auch dazu beigetragen, die d\u00e4nische Minderheit einzubinden und hat gleichzeitig die langfristige Zusammenarbeit mit der A. P. M\u00f8ller Skolen bei einem Projekt zu Flusskrebsen in der Schlei vertieft.<br \/>\nUm die Ergebnisse der Tagung einem weiten Personenkreis zug\u00e4nglich zu machen, wurden diese in einem Tagungsband zusammengefasst. Dieser Tagungsband wurde einerseits als Printversion und als PDF Datei allen Teilnehmenden zur Verf\u00fcgung gestellt. Dar\u00fcber hinaus wurde der Tagungsband unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Lizenz mit dem DOI 10.5281\/zenodo.4134897 ver\u00f6f-fentlicht und ist somit allen Interessierten dauerhaft zug\u00e4nglich. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Format des Flusskrebsforums mit Vertretern aus unterschiedlichsten Bereichen der Wissenschaft und Praxis hat sich sehr positiv auf die Diskussionskultur und die gewonnenen Ergebnisse ausgewirkt. Die Kombination aus Fachvortr\u00e4gen, Workshops und Exkursionen hat in verschiedenen Themenfeldern neue Denkanst\u00f6\u00dfe erm\u00f6glicht, die im Anschluss weiterentwickelt wurden und sich zum Teil bereits in der Umsetzung befinden. Regional hat die Veranstaltung die Wahrnehmung des Themas Flusskrebse bei Beh\u00f6rden und Verb\u00e4nden deutlich verbessert und in der Folge wurden bereits verschiedene neue Projekt mit unterschiedlichen Beteiligten initiiert. Die Veranstaltung w\u00e4re ohne die Unterst\u00fctzung der DBU nicht in dem realisierten Umfang m\u00f6glich gewesen. Zudem hat die F\u00f6rderung durch die DBU dem Thema zus\u00e4tzliches Gewicht in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung verliehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Flusskrebse sind die gr\u00f6\u00dften mobilen wirbellosen Tiere im S\u00fc\u00dfwasser, nehmen eine bedeutende Stel-lung im Nahrungsnetz ein, gestalten aktiv ihren Lebensraum und z\u00e4hlen daher zu den Schl\u00fcsselarten in aquatischen Lebensr\u00e4umen. 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