{"id":27124,"date":"2024-11-27T10:44:22","date_gmt":"2024-11-27T09:44:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34586-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:44:24","modified_gmt":"2024-11-27T09:44:24","slug":"34586-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34586-01\/","title":{"rendered":"Energieeffiziente, umwelt- und klimafreundliche Tagungs-Gastronomie bei Gro\u00dfveranstaltungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine Ver\u00e4nderung unserer Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und die damit einhergehende Ver\u00e4nderung der Le-bensmittelproduktion sind zwei wesentliche Stellschrauben, um globalen Herausforderungen wie der Ab-nahme der Biodiversit\u00e4t in vielen l\u00e4ndlichen Bereichen und dem Klimawandel zu begegnen.<br \/>\nDie Umsetzung einer nachhaltigen, energieeffizienten, umwelt- und klimafreundlichen Verpflegung bei Gro\u00dfveranstaltungen sieht die Tagungsgastronomie nicht als Standard vor. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind unter an-derem vordergr\u00fcndig erscheinende Mehrkosten einer solchen Verpflegung sowie das oftmals fehlende tiefere Verst\u00e4ndnis der in diesem Bereich t\u00e4tigen Akteure wie z. B. Cateringunternehmen, Hotels, Liefe-ranten im Lebensmittelgro\u00dfhandel und deren Mitarbeiter*innen.<\/p>\n<p>Am Beispiel des International Coral Reef Symposium (ICRS), bei dem vom 19.-23. Juli 2020 in Bremen ca. 2.500 bis 3.000 Wissenschaftler*innen erwartet wurden, sollten zusammen mit den betroffenen Gast-ronomieunternehmen L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr eine nachhaltige, Tagungsgastronomie entwickelt werden.<br \/>\nDazu z\u00e4hlen: die Beschaffung von Produkten aus der Region, die Optimierung der Energieeffizienz u.a. bei Lagerung und Zubereitung sowie der Arbeitsprozesse in den K\u00fcchen, die Reduktion von Lebensmit-telabf\u00e4llen und der Einsatz von saisonalen Erzeugnissen. <\/p>\n<p>Die Erfahrungen aus dem ICRS-Projektbaustein sollten in die berufliche Ausbildung eingebracht und hierf\u00fcr Bildungsmaterialien und \u0096module entwickelt werden.<br \/>\nAuch sollten Handlungsanleitungen erarbeitet werden, die anderen Gastronomieunternehmen zur Verf\u00fc-gung gestellt werden. So soll eine klimafreundliche Tagungsgastronomie auf weitere Veranstaltungen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aufgrund der Pandemie fand das ICRS ein Jahr sp\u00e4ter im Juli 2021 im Online-Format statt. Die Erfah-rung durch die Planung mit den Caterern sollten jedoch nach wie vor in die berufliche Aus- und Weiter-bildung sowie in Handlungsanleitungen und Online-Veranstaltungen eingebracht werden, deren Zielgrup-pe auf Akteursgruppen wie politische Entscheidungstr\u00e4ger*innen und Leiharbeiter*innen ausgeweitet werden sollte. Die Projektlaufzeit wurde kostenneutral bis Ende Februar 2022 um vier Monate verl\u00e4ngert. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBeratung und Motivation:<br \/>\nDie Prozesse der Caterer sollten durch Beratung so begleitet werden, dass die K\u00fcchen energieeffizient arbeiten oder zumindest das Bewusstsein daf\u00fcr geschaffen (z.B. technische Ausstattung, Lagerung, Zu-bereitung und Beschaffung), Abfallmengen auf ein Minimum reduziert werden, der Anteil an pflanzenba-sierten Produkten erh\u00f6ht wird.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sollten die beteiligten Unternehmen eine Energieanalyse und CO2-Bilanz (footprint \u0096 W\u00e4rme, Strom, Mobilit\u00e4t, Ern\u00e4hrung, Konsum) erhalten. Denn ein Gro\u00dfteil der Treibhausgasemissionen entsteht durch den Energieverbrauch zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln.<br \/>\nEine digitale Brosch\u00fcre zur Umsetzung klimafreundlicher Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Online-Veranstaltung sowie die CO2-Bilanzierung der Tagung sollten erstellt werden. Sofern es innerhalb des Projektzeitraums m\u00f6glich war, sollte die modellhafte \u00dcbertragung der Erkenntnisse der Beratung des Caterers erprobt werden.<\/p>\n<p>Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialien sowie Handlungsempfehlungen:<br \/>\nDie Aspekte der nachhaltigen Tagungsgastronomie und die Vermittlung einer m\u00f6glichst energieeffizien-ten Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel sollten in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen in die Ausbildung integriert werden. Herausforderung und Ziel gleicherma\u00dfen war es, die notwendigen Schritte in eine Handlungsanweisung zu \u00fcbersetzen. Zudem sollten dazu passende Handreichungen und Unter-richtsmodule f\u00fcr Berufsschullehrer*innen entwickelt und in der Praxis erprobt werden. Dar\u00fcber hinaus war ein Online-Fachaustausch mit verschiedenen Zielgruppen zum Thema klimafreundliche Tagungsgastro-nomie zur \u00dcbertragung von Erkenntnissen geplant.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das in Pr\u00e4senz geplante International Coral Reef Symposium (ICRS), bei dem im Juli 2020 in Bremen ca. 2.500 bis 3.000 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt erwartet wurden, wurde pandemiebedingt verschoben und fand vom 18. bis 23. Juli 2021 als online Veranstaltung statt. Nach einer entsprechen-den Anpassung des Projektes konnten dennoch die meisten der Projektziele umgesetzt werden.<br \/>\nZusammen mit beteiligten Gastronomieunternehmen, gastronomischen Berufsschulen und dem Institut f\u00fcr Nachhaltige Ern\u00e4hrung in M\u00fcnster wurden L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr eine nachhaltige und klimafreundliche Tagungsgastronomie entwickelt. Es erfolgte eine Begleitung und Beratung bei der inhaltlichen Ausgestal-tung der vertraglichen Vereinbarung und der Erarbeitung eines klimaangepassten Verpflegungsangebo-tes zwischen dem Auftraggeber und dem Cateringunternehmen. Als Ergebnis liegt ein gemeinsam mit dem Caterer optimiertes, klimafreundliches Verpflegungsangebot vor, das den Kriterien der nachhaltigen Ern\u00e4hrung, den Kundenanforderungen, sowie wirtschaftlichen Aspekten Rechnung tr\u00e4gt. Einbezogen wurden dar\u00fcber hinaus auch die Klimawirkung der Beschaffung, Produktion sowie des Service inklusive Bereitstellung von Speisen und Getr\u00e4nken.<br \/>\nAls Ergebnis konnten die CO2 Emissionen des \u0084normalen\u0093, zuvor geplanten Caterings \u00fcber f\u00fcnf Konfe-renztage von ca. 11,75 kg CO2 pro Person auf 6,16 kg CO2 pro Person in der klimaoptimierten Variante verringert werden.<br \/>\nDa sich im Projekt zeigte, dass es einer intensiven Begleitung sowie der Fort- und Weiterbildung bedarf. wurde der Schwerpunkt auf die Fort- und Weiterbildung gelegt und eine Vortragsreihe durchgef\u00fchrt so-wie diverse Handreichungen und Bildungsmaterialien entwickelt. <\/p>\n<p>Folgende Kommunikationsprodukte wurden im Rahmen des Projektes entwickelt:<br \/>\n&#8211;\tSaisonkalender<br \/>\n&#8211;\tBrosch\u00fcre \u0084Bestellung klimafreundlicher Konferenzverpflegung \u0096 Eine Handreichung f\u00fcr Organisa-tor*innen von Sitzungs- und Konferenz-Catering\u0093<br \/>\n&#8211;\tBrosch\u00fcre \u0084Klimafreundliche Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Onlinekonferenz\u0093<br \/>\n&#8211;\tVideo-Clip \u0084Klimafreundliche Tagungsgastronomie am Beispiel des ICRS 2021\u0093<br \/>\n&#8211;\tBrosch\u00fcre \u0084Unterrichtsmaterialien \u0096 eine Handreichung f\u00fcr den Unterricht an berufsbildenden Schulen\u0093<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurden anlassbezogen Pressemitteilungen versenden. Auf der Webseite von energiekonsens (https:\/\/energiekonsens.de\/projekte\/klimagerechte-tagungsgastronomie) sowie im Newsletter wurde mehrmals \u00fcber den Projektfortschritt, \u00fcber die erstellten Materialien und die Veranstaltungsreihe berichtet. Ebenfalls erschienen auf der Webseite des Coral Reef Symposiums Informationen zur Green Strategy und der Newsletter von BioStadt Bremen nahm das The-ma auf.<br \/>\nDie erstellten Materialien leisten einen wesentlichen Beitrag zum Transfer und zur Verstetigung. Durch die durchgef\u00fchrte Veranstaltungsreihe konnten die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse f\u00fcr ein klima-freundliches Catering, vielen Akteuren zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>Insgesamt stehen die Erkenntnisse, Ergebnisse und die Erfahrungen dem Netzwerk von energiekonsens zur Verf\u00fcgung. Die Erkenntnisse sowie Materialien werden in die weiteren Projekte von energiekonsens, z.B. in das Pilotprojekt \u0084Schulen auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t\u0093 und in das BioStadt-Projekt \u0084Mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung\u0093 ein. Dar\u00fcber hinaus werden die Materialien zuk\u00fcnftig in weiteren Projekten im Kontext Ern\u00e4hrung und Klimaschutz eingesetzt beispielsweise in den Bildungsprojekten e-ner:kita und \u00be plus oder im Rahmen von Mitarbeitereinbindungsprojekten f\u00fcr Unternehmen.<br \/>\nAuch wurden die Erkenntnisse des Projektes nach Aussage der Uni Bremen bei der Planung des ICRS 2022 vom Organisationskomitee ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDie berufsbildenden Schulen werden das Unterrichtsmaterial einsetzen.<br \/>\nUnd die Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes finden Eingang in Aktivit\u00e4ten der BioStadt Bremen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt stand insgesamt vor gro\u00dfen Herausforderungen. Schon die Umsetzung einer konsequent nachhaltigen Verpflegung einer gro\u00dfen internationalen Konferenz unter Einbindung von Berufssch\u00fc-ler*innen ist ein komplexes Unterfangen. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrte die Covid-19-Pandemie dazu, dass zu-n\u00e4chst die Terminierung und dann die Durchf\u00fchrung des ICRS 2020 angepasst werden musste. Die Pro-jektbausteine, Veranstaltungen und Zusammenarbeit mussten mehrfach neu konzipiert werden.<br \/>\nDennoch sind die Ziele des Projektes, ein \u00fcbertragbares Konzept einer umwelt- und klimaschonenden Tagungsgastronomie, das Adressieren der Arbeits- und Entscheidungsebene sowie der Transfer in Bil-dung \u0096 auch durch die Anpassungen \u0096 umgesetzt worden und grunds\u00e4tzlich ist festzuhalten, dass die angepassten Ziele erreicht wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine Ver\u00e4nderung unserer Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und die damit einhergehende Ver\u00e4nderung der Le-bensmittelproduktion sind zwei wesentliche Stellschrauben, um globalen Herausforderungen wie der Ab-nahme der Biodiversit\u00e4t in vielen l\u00e4ndlichen Bereichen und dem Klimawandel zu begegnen. 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