{"id":27107,"date":"2026-04-12T10:32:16","date_gmt":"2026-04-12T08:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34533-01\/"},"modified":"2026-04-12T10:32:16","modified_gmt":"2026-04-12T08:32:16","slug":"34533-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34533-01\/","title":{"rendered":"Marines Zooplankton als Grundlage einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Fischf\u00fctterung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund des st\u00e4ndig steigenden weltweiten Bedarfs nach hochwertigem Fisch bei gleichzeitig stagnierenden Fangzahlen in der Fischerei gewinnt die Aquakultur, insbesondere die Produktion von gesunden und vitalen Setzlingen, zunehmend an Bedeutung. Dabei spielt die F\u00fctterung eine bedeutende Rolle, da sie zahlreiche Merkmale wie Wachstumsrate, \u00dcberlebensrate, Larvenkonditionierung und vor allem das Tierwohl beeinflusst. Das bedeutet, die Larven m\u00fcssen ein ern\u00e4hrungsphysiologisch ausgewogenes und leicht verdauliches Lebendfutter (Rotatorien, Copepoden, Artemien, usw.) erhalten, insbesondere in den fr\u00fchen Entwicklungsphasen. Die F\u00fctterung mit Rotatorien und Artemia-Nauplien ist dabei nicht nur kostenintensiv in der Produktion, sondern diese Organismen ben\u00f6tigen zudem eine Anreicherung mit z.B. Fetts\u00e4uren, um eine N\u00e4hrstoff-qualit\u00e4t entsprechend der nat\u00fcrlichen Nahrung der Fischlarven zu erreichen. Im Vergleich zu diesem F\u00fctterungsregime erreicht man in der Regel mit Copepodennauplien als naturnahe Nahrungsorganismen deutlich h\u00f6here \u00dcberlebensraten und ein besseres Wachstum. Der Hauptvorteil einer Copepodenf\u00fctterung gegen\u00fcber anderen Lebendfuttermitteln wie Rotatorien oder Artemien ist die F\u00e4higkeit der Copepoden, essentielle Omega-3-Fetts\u00e4uren, insbesondere wichtige hochunges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren (HUFAs) wie Eicosapentaens\u00e4ure (EPA) und Docosahexaens\u00e4ure (DHA) zu biosynthetisieren. Gegenw\u00e4rtig besteht jedoch weiterhin die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung darin, die Massenproduk-tion von Copepodennauplien nicht nur in den f\u00fcr die kommerzielle Nutzung erforderlichen Mengen zu erreichen, sondern diese auch kosteng\u00fcnstig zu gestalten. Dies liegt zu einem wesentlichen Teil daran, dass f\u00fcr eine erfolgreiche Zucht von Copepoden Mikroalgen ben\u00f6tigt werden. Diese werden in hoher Anzahl und in hoher Qualit\u00e4t hin-sichtlich ihrer Biomassezusammensetzung ben\u00f6tigt. Die Optimierung der Mikroalgenzucht hinsichtlich Futterqualit\u00e4t, Produktionskosten und erreichbarer Zelldichte wurde deshalb in einem Projektteil intensiv untersucht. Um auf Copepodenseite m\u00f6gliche Opti-mierungen zu erreichen, wurde in einem Projektteil der zyklopoide Copepode Apocyclops panamensis (A. panamensis) als eine alternative Copepodenart zu dem normalerweise verwendeten Copepoden Arcartia tonsa untersucht. Als gemeinsames, \u00fcbergeordnetes Ziel in diesem Projekt sollte letztendlich eine Verbesserung des Wachstums und vor allem der \u00dcberlebensrate von marinen Fischlarven durch eine optimierte F\u00fctterung mit Co-pepodennauplien erzielt werden. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVerschiedene Mikroalgenarten wurden in Photobioreaktoren mit Volumina von 1-250L unter variablen Kultivierungsbedingungen gez\u00fcchtet, um die Mediumzusammensetzung zu optimieren und ein maximales Wachstum der Algenzellen zu gew\u00e4hrleisten. Der pho-tophysiologische Zustand der Algen wurde dabei \u00fcberwacht, um Mangelzust\u00e4nde in den Zellen zu vermeiden und m\u00f6glichst vitale Kulturen mit hoher Futterqualit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. Verschiedene Erntemethoden wurden getestet, um die Zellen zerst\u00f6rungsfrei ernten und aufkonzentrieren zu k\u00f6nnen. Die Copepoden wurden mit verschiedenen Fut-termitteln gez\u00fcchtet, um einerseits ein hohes Wachstum, andererseits eine bestm\u00f6gliche Biomassezusammensetzung der Copepoden hinsichtlich Futterqualit\u00e4t zu erreichen. Unter Verwendung der in diesem Projekt optimierten Mikroalgen und Copepoden wurden F\u00fctterungspraktiken sowie Futterkomponenten f\u00fcr die F\u00fctterung von Goldbrassenlarven evaluiert und optimiert. Dabei wurden die Wachstums- und \u00dcberlebensrate der Larven bestimmt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Optimierung der Kultivierungsbedingungen aller untersuchter Mikroalgenarten (Rhodomonas salina, Isochrysis galbana, Tetrasemis chuii) konnte erfolgreich durchge-f\u00fchrt werden. Zum Teil konnte die Mediumzusammensetzung angepasst werden, um Kosten zu sparen. Die erreichbare Zelldichte konnte in den Photobioreaktoren bzw. durch mechanische Aufkonzentrierung erh\u00f6ht werden. Die Optimierung der Copepodenproduktion mit Apocyclops panamensis zeigte einige vorteilhafte Eigenschaften als Lebendfuttermittelkandidat: schnelle Reproduktionsraten und die F\u00e4higkeit, in den Tank-kulturen eine hohe Dichte von bis zu 40 Ind. ml-1 zu erreichen. Dar\u00fcber hinaus hat A. panamensis die volle enzymatische Kapazit\u00e4t zur Biosynthese von langkettigen mehr-fach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren (LC-PUFA), einschlie\u00dflich Omega-3-Fetts\u00e4uren wie EPA und DHA. Weitere Versuche sollten darauf abzielen, die Auswirkungen der Temperatur auf die Expression von Genen zu bestimmen, die f\u00fcr die Synthese von LC-PUFA in A. panamensis verantwortlich sind, um so eine eventuelle Optimierung zu erreichen. Unter Verwendung der in diesem Projekt optimierten Mikroalgen und Copepoden wurden F\u00fctterungspraktiken sowie Futterkomponenten evaluiert und optimiert. Diese Untersuchungen tragen zur Verbesserung der F\u00fctterungsprotokolle bei ,und es wurde erstmals der Nutzen einer kombinierten Erstf\u00fctterung von Trocken- und Lebendfutter f\u00fcr eine marine Art aufgezeigt. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen zeigten deutlich, dass eine Co-F\u00fctterung von Lebendfutter (insbesondere Copepoden) mit Trockenfutter ab Erstf\u00fctterung als effektivstes sowie kosteneffizientestes F\u00fctterungsprotokoll f\u00fcr die Aufzucht von Goldbrassenlarven dienen kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse zu den jeweiligen Versuchen werden f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung in Fachjournalen vorbereitet. Die Forschungsergebnisse wurden w\u00e4hrend der vier Jahre national pr\u00e4sentiert. Des Weiteren wurden im Rahmen des Projektes zwei Bachelorarbeiten, eine Masterarbeit und eine Dissertation angefertigt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt konnten einzelne Komponenten bei der Produktion von Mikroalgen und Co-pepoden optimiert und damit der Einsatz der hochwertigen, aber relativ kostenintensiven Copepoden im Rahmen von F\u00fctterungsregimes effizienter gestaltet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund des st\u00e4ndig steigenden weltweiten Bedarfs nach hochwertigem Fisch bei gleichzeitig stagnierenden Fangzahlen in der Fischerei gewinnt die Aquakultur, insbesondere die Produktion von gesunden und vitalen Setzlingen, zunehmend an Bedeutung. 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