{"id":27104,"date":"2023-07-14T10:38:58","date_gmt":"2023-07-14T08:38:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35076-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:59","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:59","slug":"35076-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/35076-01\/","title":{"rendered":"Phosphorus Bank &#8211; Interaktive Plattform im \u00f6ffentlichen Raum zur Erweiterung der Akzeptanz f\u00fcr nachhaltige Sanit\u00e4rkonzepte in der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Menschliche Ausscheidungen sind zum einem behandlungsbed\u00fcrftige Problemstoffe und zum anderen eine Quelle essentieller Ressourcen. Durch Neuartige Sanit\u00e4rsysteme (NASS) wird ein effektives Recycling dieser Ressourcen bei gleichzeitiger Gefahrenabwehr m\u00f6glich. Au\u00dferhalb von Expert:innen-Kreisen sind NASS entweder komplett unbekannt, oder mit primitiven Sanit\u00e4rl\u00f6sungen assoziiert. Ziel des Projektes war es, anhand des NASS-Beispielssystems der Urinbehandlung Vorteile und Notwendigkeit zukunftsweisender Infrastrukturl\u00f6sungen im Themenbereich der Siedlungswasserwirtschaft niederschwellig zu vermitteln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKerninhalt des Projektes war die Entwicklung und Erprobung einer interaktiven Ausstellungsplattform im \u00f6ffentlichen Raum. Durch die reale Pr\u00e4sentation wurden die Potenziale der Stoffstromseparation von Abwasser als Alternative zum konventionellen Entw\u00e4sserungssystem vermittelt. Im ersten Projektabschnitt wurde das Konzept der Phosphorus Bank als Urin-Spendezentrum entwickelt und in Form eines mobilen Begegnungsortes umgesetzt. Hierin wurden verschiedene funktionsf\u00e4hige Toilettentypen integriert, welche durch Trenntechnologie eine anschlie\u00dfende Behandlung und Nutzung des Abwasserteilstroms Urin vor Ort erm\u00f6glichen. Durch ein interaktives und haptisch erfahrbares Kommunikationskonzept werden die Themen Phosphorkreislauf, Endlichkeit und Bedeutung dieser Ressource sowie das Potenzial von NASS vermittelt und die Nutzer:innen sensibilisiert. W\u00e4hrend des 100-j\u00e4hrigen Bauhaus-Jubil\u00e4ums wurde das Konzept im dreimonatigen Pilotbetrieb erprobt. Die Wirkung des Kommunikationskonzeptes wurde mittels quantitativer Umfrage evaluiert. Auf Grundlage der Evaluations-Ergebnisse sowie der technischen Betriebserfahrungen erfolgte anschlie\u00dfend eine inhaltliche und technische Adaption und Erweiterung der Ausstellungsplattform.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es konnten innerhalb der mobilen Ausstellungsplattform sowohl verschiedene Interface-Varianten von Urin-Trenn-Toiletten als auch verschiedene Urinbehandlungsverfahren praktisch und sicher pr\u00e4sentiert werden. Durch eine Nutzer:innenbefragung wurde die Wirkweise und Effektivit\u00e4t des Kommunikationskonzeptes in verschiedenen Nutzer:innengruppen untersucht. Kernthemen hierbei waren: die Reichweite der Social Media Kampagnen und die Medienaufmerksamkeit f\u00fcr die P-Bank, die Effektivit\u00e4t der Kommunikationswege, der Stand des Wissens zu Neuartigen Sanit\u00e4rsystemen und die Funktionalit\u00e4t des Kommunikationskonzeptes der P-Bank. Ziel der Befragung war es, zu erkennen, wie einzelne Interaktionspunkte durch Nutzer:innengruppen aufgenommen werden und insbesondere welche Informationen f\u00fcr verschiedene Nutzer:innen relevant sind. Durch die Nutzer:innenbefragung konnte eine \u00fcberwiegende Erreichung der gesetzten Kommunikationsziele best\u00e4tigt werden. Das Gesamtkonzept der P-Bank wurde verstanden und sehr positiv aufgenommen. Es konnten Bedenken hinsichtlich des Komforts Neuartiger Sanit\u00e4rsysteme widerlegt sowie ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Phosphorkreisl\u00e4ufe und die Bedeutung abwasserb\u00fcrtiger Ressourcen geschaffen werden. Die Befragung zeigte weiterhin, dass ca. 2\/3 der Nutzer:innen Neuartige Sanit\u00e4rsysteme nicht bekannt waren und, dass 90 % dieser Gruppe durch den Besuch der P-Bank eine Motivation entwickelten, sich weiter zu diesem Thema zu informieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektbearbeitungszeit erfolgte ein Austausch mit der Fachwelt in Form von Pr\u00e4sentationen zum Thema Phosphorus Bank und die Kommunikation von NASS, unter anderem durch folgende Beitr\u00e4ge:<\/p>\n<p>\u0095 Pr\u00e4sentation Stefanie H\u00f6rnlein: \u0084Communicating Source Separation of Urine\u0093, Fifth Symposium on Urban Mining and Circular Economy, VIRTUAL EVENT \/ 18-20 November 2020<br \/>\n\u0095 Pr\u00e4mierter Posterbeitrag Stefanie H\u00f6rnlein: Theme 5 Communities, communications and partner-ships, Poster 260 \u0084From P(ee) to P(hosphorus) &#8211; A Communication Approach for Sustainable San-itation\u0093, Conference Poster for IWA Digital World Water Congress, 24th May &#8211; 04th June 2021, K\u00f8benhavn\/Denmark. , https:\/\/iwa-network.org\/news\/the-best-8-scientific-posters-from-iwas-digi-tal-congress\/?ct=t%28EMAIL_IWA+Newsletter+July_2021%29<\/p>\n<p>Zudem ist zum Zeitpunkt der Abgabe des Sachberichtes die Ver\u00f6ffentlichung von folgenden wissenschaftlichen Papern in geeigneten Fachkreisen erfolgt:<\/p>\n<p>\u0095 H\u00f6rnlein, S., Mehling, S., Londong, J. (2021): Communicating source separation of urine, in Detri-tius an official journal of iwwg, Volume 14 &#8211; 2021 \/pages 37-47; https:\/\/doi.org\/10.31025\/2611-4135\/2021.14061<br \/>\n\u0095 Wolf, M., H\u00f6rnlein, S., Wehking, F., S\u00f6bke, H. (2021): Exploratory Study of a 360-degree Model in Environmental Engineering Education; Conference Paper, October 2021ECEL 2021: 20th Eu-ropean Conference on e-Learning.<br \/>\n\u0095 Mario Wolf, Heinrich S\u00f6bke, Florian Wehking, Stefanie H\u00f6rnlein (2020): 360-degree Models in Environmental Engineering Education: an Explorative Case Study, in Raphael Zender et al. (Hrsg.): Die 18. Fachtagung Bildungstechnologien (DELFI), Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft f\u00fcr Informatik, Bonn 2020 353<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Innerhalb des Projektverlaufs konnten Design- und Kommunikationskonzepte entwickelt werden, welche die Themen NASS, Ressourceneffizienz und N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe intuitiv vermitteln. \u00dcber sukzessive Informationsfl\u00fcsse und haptische Erfahrungen konnte ein f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung niederschwelliger Einstieg in diese komplexen Themengebiete gefunden werden. Umfrageergebnisse best\u00e4tigen, dass bei Besucher:innen der P-Bank ein Bewusstsein f\u00fcr Notwendigkeit und Potenziale alternativer Sanit\u00e4rkonzepte geschaffen und wesentliche Vorurteile und Bedenken widerlegt werden konnten. \u00dcber die Interaktion mit Besucher:innen vor Ort hinaus waren Aufstellungen der P-Bank durch ein breites mediales Feedback be-gleitet. Nach Projektabschluss erfolgen zwei weitere Aufstellungen der P-Bank. Die Arbeiten im Projektverlauf sowie die vielseitigen Ergebnisse aus der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, der medialen Resonanz und den Befragungen zeigen deutlich, wie relevant und notwendig die Schaffung von Ankn\u00fcpfungspunkten f\u00fcr Nutzer:innen an alternative Konzepte auch im Sanit\u00e4rbereich war und immer noch ist. Eine breite Streuung der Informationen und technologischen M\u00f6glichkeiten ist von h\u00f6chster Brisanz und sollte in weiteren Projekten vorangetrieben werden. Dar\u00fcber hinaus sollte die Informationsvermittlung und Kommunikation alternativer Konzepte auf weitere Technologien &#8211; auch im Bereich anderer Infrastruktursysteme &#8211; ausgeweitet werden. Ein Ansatz k\u00f6nnte die Verdeutlichung bestehender Wertstoffquellen, die nur geborgen werden m\u00fcssen, sein. Die Projektbeteiligten werden in der Folge weiterhin an diesen Fragestellungen forschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Menschliche Ausscheidungen sind zum einem behandlungsbed\u00fcrftige Problemstoffe und zum anderen eine Quelle essentieller Ressourcen. Durch Neuartige Sanit\u00e4rsysteme (NASS) wird ein effektives Recycling dieser Ressourcen bei gleichzeitiger Gefahrenabwehr m\u00f6glich. Au\u00dferhalb von Expert:innen-Kreisen sind NASS entweder komplett unbekannt, oder mit primitiven Sanit\u00e4rl\u00f6sungen assoziiert. 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