{"id":27093,"date":"2023-07-13T15:15:46","date_gmt":"2023-07-13T13:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13023-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:47","slug":"13023-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13023-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Biotechnologie: Workshop: Praxisnahe Implementierung biotechnologischer Verfahren in mittelst\u00e4ndischen Textilbetrieben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch zunehmende Verknappung von Rohstoffen, steigende Umweltbelastungen und steigende Kosten f\u00fcr die Beseitigung von Abfallprodukten industrieller Prozesse kommt der Umweltbiotechnologie wachsende Bedeutung zu. Die Textilindustrie gilt als ein Kernbereich m\u00f6glichen Wandels von end-of-pipe-Technologien zu produktionsintegriertem Umweltschutz. Um Interessenvertretern der Textilindustrie den Gedanken des produktionsintegrierten Umweltschutzes durch Biotechnologie nahe zu bringen, wurde durch die DECHEMA e. V. o. g. Workshop organisiert. Ziel war es, den Informationsfluss und Wissenstransfer bez\u00fcglich des tats\u00e4chlichen bzw. potenziellen Einsatzes biotechnologischer Verfahren und Produkte im Textilbereich zu verbessern. Ressentiments, die durch negative Erfahrungen mit nicht ausgereiften biotechnologischen Verfahren entstanden sind, sollten abgebaut werden; ferner sollten neue Entwicklungsprojekte angeregt und hierzu potenzielle Partner zusammengef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur inhaltlichen Vorbereitung des o.g. Workshops wurde der Zusammenhang zwischen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteilen umweltbiologischer Verfahren an einem Beispiel ebenso aufgezeigt wie ihre einwandfreie Funktionsf\u00e4higkeit. Demonstrationsverfahren war die enzymatische Zerst\u00f6rung von Restperoxid im Anschluss an die oxidative Bleiche von Wirkwaren mittels Wasserstoffperoxid durch Enzyme (Peroxidasen), da es seit 2 Jahren bei der Windel Textil GmbH eingesetzt wird und so mit dem traditionellen Prozess unmittelbar in Vergleich gesetzt werden kann. Der Nachweis \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Vorteilhaftigkeit des biotechnologischen Verfahrens wurde in Form einer Kostenvergleichsanalyse erbracht, bei der dem biotechnologischen das herk\u00f6mmliche Verfahren unter ceteris paribus-Bedingungen gegen\u00fcber gestellt wurde.<br \/>\nDes Weiteren wurden zur Vorbereitung des Workshops durch Hospitation beim Projektpartner F&#038;E-Ziele im Bereich der Textilveredlung identifiziert, die als Diskussionsgrundlage des Workshops dienten. Gleichzeitig wurde Fachliteratur entsprechend der Belange des Workshops komprimiert aufbereitet und als Informationsmaterial den Teilnehmern des Workshops vorab zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der zweit\u00e4gige Workshop wurde durch eine konstruktive Zusammenarbeit der Dechema e. V. mit den beteiligten Kooperationspartnern Windel Textil GmbH &#038; Co, Bielefeld, und Gesamtverband der deutschen Textilveredlungsindustrie e. V., TVI-Verband, Eschborn, vorbereitet und am 27.\/28.01.1999 durchgef\u00fchrt. Somit gilt, dass die beantragte Projektlaufzeit von 5 + 2 Monaten (siehe Anh\u00e4nge I und II, Projektbeginn: 01.08.1998, Projektende: 28.02.1999; urspr\u00fcnglich 01.09.1998 &#8211; 31.01.1999) eingehalten wurde. Alle Aktivit\u00e4ten bewegten sich im Rahmen der dem Projektantrag zugrunde liegenden Kostenkalkulation. Zur Vorbereitung, Organisation und Durchf\u00fchrung der Veranstaltung kamen alle Projektbeteiligten den im Antrag formulierten speziellen Aufgabenstellungen nach. Dies gew\u00e4hrleistete, dass f\u00fcr den Workshop personifiziertes Expertenwissen aus den Bereichen Biotechnologie, Mikrobiologie, Chemische Industrie und Textilindustrie rekrutiert werden konnte. Durch die inhaltliche Vorbereitung des Workshops gelang es, die verschiedenen Fakult\u00e4ten in einer zielgerichteten, interdisziplin\u00e4ren Diskussion zusammenzuf\u00fchren. Somit war es m\u00f6glich, einen Wissenstransfer bez\u00fcglich des bisher realisierten, aber auch des potenziellen Einsatzes biotechnologischer Verfahren in der Textilveredlung vor dem thematischen Hintergrund des produktionsintegrierten Umweltschutzes zu realisieren. Aus der Diskussion und dem damit verbundenen fach\u00fcbergreifenden Wissenstransfer entstanden w\u00e4hrend des Workshops keine konkreten Verfahrensvorschl\u00e4ge. Jedoch wurden in einer Priorit\u00e4tenliste eine Vielzahl von Handlungsfeldern f\u00fcr verschiedenste Prozessstufen der Textilveredlung identifiziert, innerhalb derer der Einsatz biotechnologischer Verfahren w\u00fcnschenswert und m\u00f6glich erscheint. Aus der Veranstaltung resultierte die Erkenntnis, dass solche Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen Minderungen des Ressourceneinsatzes, Verringerung\/Vermeidung von Emissionen und somit Kostensenkungen bedeuten k\u00f6nnen. Die Veranstaltung zeigte weiterhin, dass die bisher als unzureichend anzusehende Anwendung biotechnologischer Verfahren nicht auf Ressentiments seitens der Textilveredlungsindustrie gegen\u00fcber dieser Art von Technologien zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Vielmehr besteht hier Technologiebedarf, allerdings ein Bedarf an anwendungsreifen, in ihrer verfahrenstechnischen Sicherheit \u00fcber Erstanwendungen hinausgehender Verfahren. Den KMU in der Textilveredlung fehlen i.d.R. die technischen und finanziellen Mittel, um Ergebnisse der Forschung in Verfahren zu \u00fcberf\u00fchren bzw. verfahrenstechnische Erkenntnisse auf die unternehmensspezifischen Gegebenheiten zu adaptieren. Insofern darf das Ziel des Workshops als erreicht betrachtet werden, da es gelungen ist, Anbieter aus Wissenschaft und Industrie und Anwender als potenzielle Partner von Entwicklungsprojekten zusammenzuf\u00fchren, den gegenseitigen Informations- und Handlungsbedarf zu ermitteln sowie die Basis f\u00fcr den entsprechenden projektbezogenen Informationsaustausch zu bieten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der \u00f6konomischen Analyse wurden auf folgenden Veranstaltungen vorgestellt:<br \/>\n\u00b7\tJahreskolloquium des Karl-Winnacker-Instituts der DECHEMA e. V., Frankfurt, 26.11.98<br \/>\n\u00b7\tTextilworkshop bei der Windel Textil AG, Bielefeld, 27.\/28.01.99<br \/>\n\u00b7\tVortragsprogramm der Fachausstellung Umweltbiotechnologie im Rahmen der TerraTec 99, Leipzig, 04.03.99<br \/>\nPresseberichte \u00fcber die Veranstaltung und die Ergebnisse erschienen in folgenden Publikationen:<br \/>\n\u00b7\tNeue Westf\u00e4lische Zeitung vom 01.02.99<br \/>\n\u00b7\tWestfalen Blatt vom 29.01.99<br \/>\n\u00b7\tUmweltMagazin 3\/99<br \/>\n\u00b7\tUmweltMagazin 4\/99<br \/>\n\u00b7\tInternet: http:\/\/www.dechema.de\/deutsch\/sell\/sell1\/pages\/twshop.htm<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt erreichte das Ziel, verbesserten Informationsfluss und Wissenstransfer bez\u00fcglich des tats\u00e4chlichen und potenziellen Einsatzes biotechnologischer Verfahren und Produkte im Textilbereich zu erm\u00f6glichen. M\u00f6gliche Handlungsfelder f\u00fcr Entwicklungsprojekte wurden identifiziert und potenzielle Kooperationspartner zusammengef\u00fchrt. Die Vorgehensweise Workshop erwies sich als zweckm\u00e4\u00dfig.<br \/>\nAus dem Projekt resultiert jedoch auch die Erkenntnis, dass der Bedarf der Textilindustrie an umwelt-schonenden und kosteng\u00fcnstigen biotechnologischen Verfahren \u00fcber das Realisieren von Insell\u00f6sungen hinausgeht. Deshalb sollte bei kurzfristiger L\u00f6sung dr\u00e4ngender Probleme der Branche das Augenmerk der F\u00f6rderungs- und Forschungslandschaft langfristig darauf gerichtet sein, eine Vielzahl biotechnologischer Verfahren zu entwickeln und anzubieten, die je nach unternehmensspezifischen Gegebenheiten angepasst und eingesetzt werden k\u00f6nnen. Da hierzu eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und anwendender Industrie im Sinne abgestimmter zielgerichteter T\u00e4tigkeit notwendig erscheint, kann der vom Workshop ausgehenden Anregung, einen entsprechenden Forschungsverbund zu organisieren, hohe Bedeutung zukommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch zunehmende Verknappung von Rohstoffen, steigende Umweltbelastungen und steigende Kosten f\u00fcr die Beseitigung von Abfallprodukten industrieller Prozesse kommt der Umweltbiotechnologie wachsende Bedeutung zu. Die Textilindustrie gilt als ein Kernbereich m\u00f6glichen Wandels von end-of-pipe-Technologien zu produktionsintegriertem Umweltschutz. 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