{"id":27083,"date":"2023-07-14T10:38:47","date_gmt":"2023-07-14T08:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34750-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:49","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:49","slug":"34750-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34750-01\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfung zur \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Umsetzung des CargoCap-Systems am Standort Bergisch Gladbach"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Stadt Bergisch Gladbach ist bereit, die weltweit erste Anwendung des CargoCap-Systems zu \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>\nDer m\u00f6gliche Anwendungsfall sieht vor, ein G\u00fcterverteilzentrum (GVZ) im S\u00fcden der Stadt an der A4 (Abfahrt Frankenforst) zu errichten und von dort aus die ankommenden Waren unterirdisch per Caps in die<br \/>\nInnenstadt zu einem neu zu errichtenden City-Hub und\/oder direkt anzuschlie\u00dfenden Kunden und umgekehrt Fertigprodukte, aber auch Abf\u00e4lle, auch wieder aus der Stadt heraus zu transportieren. Das Projekt hat das Ziel, zu pr\u00fcfen, ob der zu untersuchende Anwendungsfall des CargoCap-Systems in Bergisch Gladbach aus \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Sicht rentabel ist. Die Ergebnisse sollen als Grundlage f\u00fcr die<br \/>\nweitergehende Planung und zur Formulierung und Bewerbung eines Fonds-Produktes f\u00fcr einen potenziellen Investor verwendet werden. Das CargoCap-System sorgt durch die Verlagerung des G\u00fcterverkehrs in<br \/>\nden Untergrund f\u00fcr eine Entlastung bestehender Verkehrswege und ist dar\u00fcber hinaus witterungsunabh\u00e4ngig, flexibel und zeitgenau. Gleichzeitig ist es durch den emissionsfreien Betrieb absolut umweltfreundlich.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Pr\u00fcfung beinhaltet folgende Schritte:<br \/>\n1. Abstimmungen der Zielvorstellungen und Rahmenbedingungen f\u00fcr die Errichtung und den Betrieb<br \/>\ndes CargoCap-Systems mit der Stadt Bergisch Gladbach, m\u00f6glichen Investoren, Betreibern und Kunden\/Nutzern<br \/>\n2. Kl\u00e4rung der Logistikaufgabe auf Grund der Vorgabe oder der Bedarfsplanung der Stadt Bergisch-<br \/>\nGladbach und von Konsultationen und Besichtigungen vor Ort unter Einbeziehung von Handel, KEP,<br \/>\nIndustrie, Entsorgern, Spediteuren u. a.<br \/>\n3. Erarbeitung eines Planungskonzeptes einschlie\u00dflich Untersuchung alternativer L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\nauf der Basis von Stra\u00dfenfahrzeugen mit gleichen Anforderungen, Dokumentation und Bewertung<br \/>\n4. Integrieren der Leistungen anderer fachlich Beteiligter inklusive Absch\u00e4tzung der Investitions- und<br \/>\nBetriebskosten<br \/>\n5. Betriebswirtschaftliche Bewertung<br \/>\n6. Volkswirtschaftliche Bewertung<br \/>\n7. Abschlussdokumentation<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Kl\u00e4rung der Logistikaufgabe wurden durch fragebogengest\u00fctzte Interviews Logistikdaten von Unternehmen in den Bereichen Industrie, Handel und KEP-Dienstleistern erhoben und durch Statistiken und Hochrechnungen erg\u00e4nzt. Die logistische Bewertung wurde anhand der Komponenten der Logistikleistung vorgenommen. Es zeigt sich, dass das CargoCap-System in den Stadtteilen an der A4 zu Nachteilen bei der Lieferzeit f\u00fchrt. Die Industriegebiete Zinkh\u00fctte und West besitzen das gr\u00f6\u00dfte Liefervolumen, gefolgt vom Handel, der jedoch r\u00e4umlich st\u00e4rker verteilt ist und einen nicht zu vernachl\u00e4ssigenden Anteil gek\u00fchlter Ware empf\u00e4ngt. Es werden eine hohe Vielfalt an Palettentypen sowie m\u00f6glichst hohe Palettenladeh\u00f6hen verwendet. Die befragten Unternehmen haben lediglich ein geringes Inte-resse an einer Verlagerung von Lagerpl\u00e4tzen und einer Just-in-time-Anbindung an das GVZ. Die f\u00fcr den Erstanwendungsfall des CargoCap-Systems gew\u00e4hlte Pilotstrecke erstreckt sich zwischen dem GVZ und der Innenstadt mit direkter Anbindung der wesentlichen Industriekunden. Sie ist ca. 7,9 km lang und wird einspurig mit zwei jeweils 500 m langen doppelspurigen Kreuzungsstationen ausgelegt. Die autonom und elektrisch fahrenden Caps k\u00f6nnen jeweils zwei oder drei Europaletten transportieren. Es wurden zwei Varianten untersucht, und zwar 3 Paletten pro Cap mit einer Beladungsh\u00f6he von 1,20 m (Rohrinnendurchmesser DN 2000 bzw. DN 2200) und 2 Paletten pro Cap mit einer Beladungsh\u00f6he von 1,95 m (DN 2800 bzw. DN 3000). Bei einer weiteren untersuchten Variante wurden die Caps durch den eSprinter der Daimler AG ersetzt, wodurch ein Rohrinnendurchmesser DN 3200 erforderlich ist und die Beladungsh\u00f6he der Paletten auf 1,20 m (EUL 1) beschr\u00e4nkt wird. Alle untersuchten Varianten sind technisch machbar und jederzeit erweiterbar. Vor dem Hintergrund der dynamischen Investitionsrechnung der betriebswirtschaftlichen Bewertung erreicht die CargoCap-Investition die Schwelle f\u00fcr ihre betriebswirtschaftliche Rentabilit\u00e4t, wenn der Ausgabenbarwert dem Einnahme- oder Erl\u00f6sbarwert entspricht. Diese Bedingung wird f\u00fcr eine Zielerl\u00f6sannuit\u00e4t von rund 10,5 Mio. \u0080 p. a. (DN 2200) bzw.11 Mio. \u0080 p. a. (DN 3000) erf\u00fcllt, wenn die G\u00fctertransportaufgabe in Bergisch Gladbach weitgehend vollst\u00e4ndig von CargoCap \u00fcbernommen wird. Die Ge-samtkosten belaufen sich dann f\u00fcr DN 2200 auf rund 803 Mio. \u0080, f\u00fcr DN 3000 auf 826 Mio. \u0080 p.a. Die Zielerl\u00f6se liegen bei insgesamt rund 837 Mio. \u0080 (DN 2200) bzw. rund 880 Mio. \u0080 (DN 3000). Werden der Betrieb des G\u00fcterverteilzentrums ausgegliedert und die Infrastrukturkosten \u00f6ffentlich finanziert, sinken die j\u00e4hrlichen Kosten gravierend und die notwendigen Zielerl\u00f6se nehmen ab. Die volkswirtschaftliche Bewertung nach dem Ressourcenverbrauchsansatz der Bundesverkehrswegeplanung 2030 zeigt, dass die analysierten Vorteile die systemimmanenten Nachteile des CargoCap-Systems nicht aufwiegen. Die im Vergleich zum Lkw h\u00f6heren Betriebskosten und zus\u00e4tzlichen Trans-portzeiten f\u00fchren zu einem negativen Gesamtnutzen. Die Bewertung hat aber auch gezeigt, dass das Transportsystem CargoCap geeignet ist, fossile Kraftstoffe einzusparen, die Umweltbelastung durch Abgasemissionen zu reduzieren, die Verkehrssicherheit zu steigern und inner\u00f6rtliche Trennwirkungen zu mindern. Aus jeder verlagerten Lkw-Fahrt ziehen die Verkehrsteilnehmer, Anwohner und die Stadt einen Nutzen, durch k\u00fcrzere Reisezeiten, geringere L\u00e4rmeinwirkungen, Erh\u00f6hung der Zuverl\u00e4ssigkeit und niedrigeren Verschlei\u00df der Infrastruktur.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde in zwei Informationsveranstaltungen \u00fcber die Wirtschaftsf\u00f6rderung der Stadt Bergisch Gladbach und das Wirtschaftsgremium Bergisch Gladbach der IHK K\u00f6ln vorgestellt. Die Projektergebnisse werden auf der Projekt-Website https:\/\/machbarkeitsstudie-cargocap-bergischgladbach.de\/ zur Verf\u00fcgung gestellt. Ein Buchbeitrag \u00fcber unterirdischen Warentransport f\u00fcr die zweite Auflage des Buches \u0084CSR und Logistik\u0093 (Hrsg.: Prof. Dr. Carsten Deckert) ist in Planung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Anforderungen an die volks- und betriebswirtschaftliche Rentabilit\u00e4t der CargoCap-Investition in Bergisch Gladbach fallen insgesamt vor dem Hintergrund der Betriebs- und Investitionsausgaben sowie vor dem Hintergrund des Potenzials des Transportaufkommens relativ hoch aus. Zudem ist nicht zu erwarten, dass sich der CargoCap-Transport ohne \u00f6ffentliche Intervention in Konkurrenz zum Lkw-Transport durchsetzt, weil die Grenz- und Durchschnittskosten f\u00fcr die \u0084letzten\u0093 Kilometer des Lkw zwischen GVZ und den verschiedenen Stationen unter denen des CargoCaps liegen. Die Inangriffnahme der Realisation des subterrestrischen Transportsystems in Bergisch Gladbach kann trotzdem mit dem Hinweis auf seinen innovativen Pilotcharakter f\u00fcr die Entwicklung umweltfreundlicher, nachhaltiger G\u00fctertransportsysteme politisch begr\u00fcndet werden. Die Bedingungen f\u00fcr eine betriebs- und volkswirtschaftliche Rentabilit\u00e4t verbessern sich dann erheblich, wenn das GVZ ausgegliedert und die Infrastrukturkosten wie beim Stra\u00dfenbau \u00f6ffentlich finanziert werden. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt ein Netzausbau \u00fcber Bergisch Gladbach hinaus dazu, dass Skalenertr\u00e4ge, h\u00f6here Transportmengen sowie Kostendegressionseffekte und geringere Umladekosten realisiert werden, die f\u00fcr das Gesamtsystem eines wachsenden Netzes betriebs- und volkswirtschaftliche Rentabilit\u00e4tsgewinne versprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Stadt Bergisch Gladbach ist bereit, die weltweit erste Anwendung des CargoCap-Systems zu \u00fcberpr\u00fcfen. 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