{"id":27072,"date":"2024-12-18T10:32:13","date_gmt":"2024-12-18T09:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34780-01\/"},"modified":"2024-12-18T10:32:13","modified_gmt":"2024-12-18T09:32:13","slug":"34780-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34780-01\/","title":{"rendered":"Mehr Fl\u00e4chenschutz durch lebendige Baukultur &#8211; Entwicklung und Evaluation von Kommunikationsma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In einem Forschungsprojekt bearbeitete die Bundesstiftung Baukultur gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung<br \/>\nUmwelt das Thema \u0084Fl\u00e4chenschutz durch lebendige Baukultur &#8211; Entwicklung und Evaluation<br \/>\nvon Kommunikationsma\u00dfnahmen\u0093. Die Fl\u00e4cheninanspruchnahme durch Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen<br \/>\nwird gesellschaftlich als Umweltproblem unterbewertet. Um dem Thema die dringend notwendige Aufmerksamkeit<br \/>\nbei den relevanten Entscheidern zu verschaffen und damit den Fl\u00e4chenverbrauch zu reduzieren,<br \/>\ngalt es aus Sicht der Baukultur zielgruppenspezifisch positiv ausgerichtete Kommunikationsma\u00dfnahmen<br \/>\nzu entwickeln und zur Anwendung zu bringen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in drei \u00fcbergeordneten Projektbausteinen bearbeitet:<br \/>\n1) Im Baustein A wurde ein Werkzeugkasten an zielgruppenspezifischen Kommunikationsma\u00dfnahmen<br \/>\nerarbeitet. Dazu wurde u.a. ein Erkl\u00e4rfilm mit dem Titel \u0084Baukultur erkl\u00e4rt: 6 Schritte zur Mitte\u0093 produziert,<br \/>\nder die Themen Fl\u00e4cheninanspruchnahme und Baukultur bei den antragsrelevanten Zielgruppen<br \/>\nkonkret und im Sinne von Positivbildern adressiert. Zudem wurde eine Projektdatenbank guter Beispiele<br \/>\nerarbeitet und auf der Webseite der Bundesstiftung Baukultur ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\n2) Im Projektbaustein B wurde zun\u00e4chst eine Grundlagenermittlung durchgef\u00fchrt: Es wurden strategische<br \/>\nMultiplikatoren identifiziert, mit Hintergrundinformationen versorgt und in das Projektprogramm<br \/>\nintegriert. Insgesamt vier interaktive Regionalwerkst\u00e4tten durchgef\u00fchrt. Best-Practice-Reisen f\u00fcr antragsrelvanten<br \/>\nZielgruppen wurden veranstaltet.<br \/>\n3) Im Projektbaustein C wurde eine Publikation realisiert. Die Publikation tr\u00e4gt wesentliche Erkenntnisse<br \/>\nzu (energetischen) Umbauma\u00dfnahmen und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten zusammen. Die Erkenntnisse<br \/>\nder Projektarbeit machten deutlich,dass h\u00e4ufig private Bauherren vor der Ert\u00fcchtigung von Bestandsgeb\u00e4uden<br \/>\n(im Ortskern) oder \u00e4lteren EFH-Geb\u00e4uden zur\u00fcckschrecken. Die Publikation setzt<br \/>\nhier an und zeigt u.a. anhand von Beispielen M\u00f6glichkeiten hin zu einer \u0084Umbaukultur\u0093 auf, die einerseits hilft Ressourcen und Fl\u00e4che zu schonen, andererseits auch Wohnw\u00fcnsche und Wohnwertsteigerungen<br \/>\nbewusst als Anreiz in den Vordergrund stellt. Der Titel der Publikation lautet \u0084Mit Freude sanieren\u0093.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangsthese f\u00fcr das Forschungsvorhaben war die Vermutung, dass bei dem Nachhaltigkeitsproblem<br \/>\n\u0084Fl\u00e4cheninanspruchnahme\u0093 weniger ein Erkenntnisdefizit, sondern vielmehr ein Umsetzungsdefizit im relevanten<br \/>\nAkteurskreis vorliegt. Demgegen\u00fcber hat sich gezeigt, dass ein markantes Bewusstseinsdefizit<br \/>\nexistiert. Der Bagger in der Landschaft steht vielerorts nach wie vor f\u00fcr wirtschaftlichen Fortschritt. Dabei<br \/>\nk\u00f6nnen neue Wohn- und Gewerbegebiete auch als Zerst\u00f6rung von Naturr\u00e4umen, Biodiversit\u00e4t und das<br \/>\nAussterben der traditionellen Ortszentren und damit f\u00fcr den Verlust von Identit\u00e4t und Heimat gelesen werden.<br \/>\nUngeachtet vieler Appelle und nationaler Nachhaltigkeitszielstellungen werden \u00fcberall in Deutschland<br \/>\nFl\u00e4chen im Au\u00dfenbereich planerisch neu ausgewiesen und f\u00fcr die Siedlungsentwicklung \u0084verbraucht\u0093.<br \/>\nDie Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4che (SuV) beinhaltet neben Geb\u00e4uden und Infrastruktur auch Frei- und<br \/>\nErholungsfl\u00e4chen. Gesch\u00e4tzte 42 bis 50 % dieser Fl\u00e4chen sind versiegelt. Die SuV hat sich in den letzten<br \/>\n60 Jahren verdoppelt und ist unabh\u00e4ngig von wirtschaftlicher oder demografischer Entwicklung bis im Jahr<br \/>\n2019 auf 51.498 qkm angewachsen. Sie nimmt mittlerweile 14,5 % der Gesamtfll\u00e4che Deutschlands ein.<br \/>\nZurzeit scheint die Fl\u00e4chennachfrage leicht r\u00fcckl\u00e4ufig und sich auf Zuwanderungsst\u00e4dte zu konzentrieren.<br \/>\nDie Fl\u00e4cheninanspruchnahme findet dagegen auch an nicht nachgefragten Standorten statt. Akuter Handlungsbedarf<br \/>\nbesteht deshalb besonders in l\u00e4ndlichen Regionen: Bis zu 80 % der derzeitigen Fl\u00e4chenentwicklungen<br \/>\nfinden jenseits der Metropolr\u00e4ume statt.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde f\u00fcr das stete Ausweisen sind vielf\u00e4ltig. Zum einen wird Neubau noch immer als Wohlstandsversprechen<br \/>\nverstanden. Zum anderen sind Kommunen von Gewerbe- und Einkommensteuer abh\u00e4ngig<br \/>\nund stehen im direkten Wettbewerb mit Nachbargemeinden um Bewohner und Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\nStrukturell sind B\u00fcrgermeister kleiner Orte meist fachfremd und h\u00e4ufig sogar ehrenamtlich t\u00e4tig. Auch sind<br \/>\nviele Bauverwaltungen personell und finanziell in prek\u00e4rer Lage oder je nach Gr\u00f6\u00dfe des Ortes dezentral<br \/>\nin die Amtsgemeinde oder den Landkreis ausgelagert. Als Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Entscheidung gegen den<br \/>\nInnenbereich wird beispielsweise angef\u00fchrt, dass das Potenzial nicht vorhanden oder die Eigent\u00fcmeransprache<br \/>\nzu schwierig sei oder Ungewissheiten wegen m\u00f6glicher Altlasten vorherrschen.<br \/>\nDa Investoren oder Projektentwickler den Au\u00dfenbereich vorziehen, werden Einfamilienhaus- und Gewerbegebiete<br \/>\nh\u00e4ufig in nicht integrierter Lage am Ortsrand und ohne regionale Abstimmung umgesetzt.<br \/>\nWeil der Markt rund um das Einfamilienhaus ein f\u00fcr alle Gesch\u00e4ftsteilnehmer eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft ist,<br \/>\nwird vonseiten dieser Akteure kein Ver\u00e4nderungsdruck gesehen.<br \/>\nVorbilder fl\u00e4chenschonenden (Um-)Bauens und Sanierens sind bei Politik, Verwaltung, Investoren und<br \/>\nBev\u00f6lkerung noch weitestgehend unbekannt. Attraktive, selbstbestimmte dichtere Wohnformen im gr\u00fcnen<br \/>\nInnenbereich werden noch nicht explizit als Alternative zum Einfamilienhaus entwickelt und beworben,<br \/>\nbzw. nachgefragt.<br \/>\n\u0084Fl\u00e4chenverbrauch\u0093 als Umweltproblem wird demnach gesamtgesellschaftlich stark unterbewertet. Im<br \/>\nAlltag der Bev\u00f6lkerung spielt er keine Rolle und wird mit dem eigenen Handeln, den Wohnw\u00fcnschen und<br \/>\ndem Mobilit\u00e4tsverhalten nicht in Verbindung gebracht. Obwohl Bundespolitik und Forschung in Machbarkeitspr\u00fcfungen<br \/>\nund Modellversuchen Instrumente zur Fl\u00e4chenreduzierung ausreichend erprobt haben,<br \/>\nscheinen diese Erkenntnisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kaum anzukommen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Arbeitsschritte des oben benannten Projekts waren zu einem gro\u00dfen Teil \u00f6ffentliche Veranstaltungen<br \/>\noder mit einem \u00f6ffentlichen Teilbaustein versehen. Die Veranstaltungen wurden online und offline beworben,<br \/>\ndie Teilnahme war kostenfrei m\u00f6glich. Inhalte, bzw. Dokumentationen k\u00f6nnen \u00fcber die Internetseite<br \/>\nder Bundesstiftung Baukultur eingesehen werden. Die Publikation \u0084Mit Freude sanieren\u0093 ist zudem auch<br \/>\nin gedruckter Form kostenfrei \u00fcber die Webseite der Bundesstiftung Baukultur zu beziehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das durchgef\u00fchrte Projekt konnte mit den vielf\u00e4ltigen Angeboten einen gro\u00dfen Beitrag dazu leisten, Beteiligte<br \/>\nverschiedener Professionen zum Thema \u0084Fl\u00e4cheninanspruchnahme\u0093 miteinander ins Gespr\u00e4ch zu<br \/>\nbringen. Die speziell auf private Bauherren zugeschnittene Abschlusspublikation operationalisiert die Ergebnisse,<br \/>\nindem sie gute Beispiele f\u00fcr Bestandsanierungen vorstellt, die zum Nachahmen animieren und<br \/>\ndamit die Ausweisung von neuen Baugebieten zu verhindern vermag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In einem Forschungsprojekt bearbeitete die Bundesstiftung Baukultur gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt das Thema \u0084Fl\u00e4chenschutz durch lebendige Baukultur &#8211; Entwicklung und Evaluation von Kommunikationsma\u00dfnahmen\u0093. Die Fl\u00e4cheninanspruchnahme durch Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen wird gesellschaftlich als Umweltproblem unterbewertet. 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