{"id":27052,"date":"2026-03-13T10:32:30","date_gmt":"2026-03-13T09:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34462-01\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:31","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:31","slug":"34462-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34462-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiger Substanzerhalt leitungsgebundener Infrastrukturen der Siedlungswasserwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>NaSub verfolgt das Ziel, den aktuellen Instandhaltungsumfang urbaner leitungsgebundener Wasserinfrastrukturen in Bezug auf den Substanzerhalt ohne Prognosemodelle bewertbar zu machen. Der Instandhaltungsbedarf, der f\u00fcr den mittel- bis langfristigen Substanzerhalt (Erhalt der baulichen Substanz und Verm\u00f6genserhalt) erforderlich ist, soll zuk\u00fcnftig \u00fcber Kennzahlen ohne aufw\u00e4ndige netzspezifische Zustandsentwicklungsprognosen abgesch\u00e4tzt werden.<br \/>\nDazu sollen Kennzahlen, Kennzahlenfunktionen und Benchmarks bzw. Zielgr\u00f6\u00dfen entwickelt werden, mittels derer in Abh\u00e4ngigkeit der jeweiligen Netzstruktur der aktuelle Instandhaltungsbedarf (investive und betriebliche Ma\u00dfnahmen) sowie die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Instandhaltungsbedarfs erfasst und dem gegenw\u00e4rtigen bzw. geplanten Handeln gegen\u00fcbergestellt werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus sollen Methoden entwickelt werden, diese Kennzahlen ohne Nutzung von Prognosemodellen netz- und spartenspezifisch zu ermitteln. Die Betrachtungen sollen sowohl in einen Quartierszusammenhang gebracht als auch sparten\u00fcbergreifend angestellt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nEine erg\u00e4nzende Zielsetzung ist die Weiterentwicklung des Leistungsmerkmals \u201eNachhaltigkeit\u201c in der Wasserwirtschaft durch Etablierung der entwickelten Kennzahlen in bestehenden Benchmarking-Systemen. M\u00f6glich wird dies durch die Implementierung von Modellen zur Quantifizierung der baulichen Substanz von Netzobjekten (Kanalhaltungen oder Leitungen) und deren Restnutzungsdauern bei der Kennzahlenentwicklung.<br \/>\nInsgesamt werden mit NaSub folgende Ziele verfolgt:<br \/>\n\u2022 Entwicklung von Kennzahlen zur Ermittlung des Instandhaltungsbedarfs und dessen zeitlicher Entwicklung<br \/>\n\u2022 Entwicklung eines \u201eInstandhaltungschecks\u201c f\u00fcr Abwasser- und Trinkwassernetze<br \/>\n\u2022 Entwicklung von Methoden, weitere Infrastrukturen in die Betrachtungen einbinden zu k\u00f6nnen<br \/>\n\u2022 Aufnahme des Modells in Benchmarking-Systeme<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer Einf\u00fchrung in die bisherige Methodik der Instandhaltungsbewertung werden Ergebnisse einer national und international durchgef\u00fchrten Kennzahlenrecherche getrennt f\u00fcr die beiden Sparten Abwasser und Trinkwasser pr\u00e4sentiert. Inhalt der Recherche ist die Suche nach Kennzahlen wie beispielsweise die technische Restnutzungsdauer, Substanzwert und Substanzwertentwicklung, mit denen belastbar beurteilt werden kann, wie die bisherigen Instandhaltungst\u00e4tigkeiten der Netzbetreiber wirken und in welchem Ausma\u00df die Betreiber ihre Sanierungsanstrengungen erh\u00f6hen m\u00fcssen. Die Wirksamkeit der bisher angewandten Sanierungst\u00e4tigkeiten sowie die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der eingesetzten Ressourcen werden transparent und damit vergleichbar dargestellt werden. Hierf\u00fcr m\u00fcssen nicht nur statische Kennzahlen, sondern die zeitliche Entwicklung von Kennzahlen, also \u201eKennzahlenfunktionen\u201c gefunden und implementiert werden.<br \/>\nIn einem n\u00e4chsten Schritt wird das Kennzahlenmodell zun\u00e4chst mit der SWO Netz GmbH als Betreiber der Osnabr\u00fccker Wasserver- und Abwasserentsorgungsnetze entwickelt. Dazu wird die aktuelle Instandhaltungsstrategie der SWO Netz GmbH analysiert und die Zustandsentwicklung f\u00fcr ein repr\u00e4sentatives Teilnetz prognostiziert. Basierend auf dieser Prognose erfolgt eine Strategieoptimierung f\u00fcr das ausgew\u00e4hlte Teilnetz. Derzeitiges Handeln wird der optimierten Strategie gegen\u00fcbergestellt und erste Kennzahlen(funktionen) werden entwickelt. Anwendung und \u00dcbertragbarkeit der Kennzahlen auf Teilnetze der Wasserver- und Abwasserentsorgung Osnabr\u00fccks, die nicht Gegenstand der Prognose waren, werden \u00fcberpr\u00fcft.<br \/>\nIn einem n\u00e4chsten Schritt wird erl\u00e4utert, wie die entwickelten Kennzahlen auf Quartiersebene heruntergebrochen werden k\u00f6nnen. Mit zunehmender Detaillierung der Quartiere nimmt die Anzahl der Netzobjekte im Quartier ab, womit die statistischen Unsch\u00e4rfen steigen. Untersucht wird deshalb, inwieweit spartenbezogen Priorit\u00e4ten ermittelt und welche Empfehlungen f\u00fcr die Wahl der Quartiersgr\u00f6\u00dfe abgeleitet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDurch Verkn\u00fcpfung der quartiersbezogenen Kennzahlen sollen sparten\u00fcbergreifend Priorit\u00e4ten und Synergien durch koordinierte Instandhaltung identifiziert werden, um Netzbetreibern ein langfristiges Gesamtsanierungskonzept f\u00fcr die Netzsparten Abwasser und Trinkwasser zu erm\u00f6glichen. Ebenfalls werden weitere Infrastrukturen wie Gasversorgungsnetze, Fernw\u00e4rmenetze oder der Stra\u00dfenk\u00f6rper bei der Entwicklung eines Instandhaltungsmanagements in die Betrachtungen eingebunden.<br \/>\nAuf Grundlage der entwickelten Kennzahlen wird ein Instandhaltungscheck entwickelt, der u. a. Substanzwert und Substanzwertentwicklung in den Netzen ber\u00fccksichtigt. Idee dieses Checks ist, Netzbetreibern eine einfache Einordnung bzw. Bewertung ihrer Instandhaltungsstrategie zu erm\u00f6glichen und Wege aufzuzeigen ggf. erkannte Defizite in der Strategie zu beheben. Der Instandhaltungscheck dient der Beantwortung folgender Fragen:<br \/>\n\u2022 Reicht das Ma\u00dfnahmenbudget derzeit und zuk\u00fcnftig zur nachhaltigen Werterhaltung der Netze aus?<br \/>\n\u2022 Findet derzeit oder zuk\u00fcnftig ein Substanzverzehr statt?<br \/>\n\u2022 Sind umfassendere Strategiebetrachtung zur Vermeidung von Substanzverzehr erforderlich?<br \/>\nDie f\u00fcr das Osnabr\u00fccker Teilnetz entwickelte Vorgehensweise wird anhand bestehender Netz- und Strategiedaten anderer Kommunen genutzt, um die Validit\u00e4t der Kennzahlen zu pr\u00fcfen bzw. Unsch\u00e4rfen zu quantifizieren.<br \/>\nAbschlie\u00dfend wird dargelegt, wie eine Verbreitung und Anwendung der entwickelten Kennzahlen durch Einbindung in vorhandene Benchmarkingprojekte erfolgt. Die parallele Anwendung durch mehrere Betreiber im Benchmarking erm\u00f6glicht vergleichende Betrachtungen zwischen den Betreibern, Austausch zu Hintergr\u00fcnden und ggf. auch Weiterentwicklungen der Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen von \u201eNaSub\u201c wurde nachgewiesen, dass eine kennzahlenbasierte Beurteilung der Instandhaltungsstrategien von urbanen Wasserinfrastrukturen \u00fcber einen InCH-Schnelltest m\u00f6glich ist.<br \/>\nDie f\u00fcr Abwasser- und Trinkwassernetze entwickelten Standardalterungsfunktionen haben sich in theoretischen \u00dcberlegungen als machbar dargestellt. Ein Fragenkatalog steht ebenfalls zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nAuf wissenschaftlicher Ebene konnte somit ein aufwandsreduziertes und damit niedrigschwelliges Instrument geschaffen werden, mit dem der wahrscheinliche aktuelle und zuk\u00fcnftige Sanierungsbedarf sowohl hinsichtlich der Dringlichkeit als auch hinsichtlich des zu erwartenden Ma\u00dfnahmenumfangs hinreichend belastbar bestimmt werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Sowohl die urspr\u00fcnglich angedachte Diskussion der erreichten Projekt(zwischen)ergebnisse mit der Fachwelt \u00fcber selbstorganisierte Workshops als auch die Kommunizierung des entwickelten Instandhaltungscheck in der Fach\u00f6ffentlichkeit \u00fcber Kongresse war wegen der kurz nach Projektstart ausbrechenden Pandemie nicht durchf\u00fchrbar. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurden s\u00e4mtliche Fachkongresse, in denen NaSub h\u00e4tte vorgestellt werden k\u00f6nnen, abgesagt. Das Ausweichen auf digitale Formate wurde f\u00fcr die Neupr\u00e4sentation eines Produktes wie den Instandhaltungscheck als wenig aussichtsreich eingestuft und deshalb verworfen. Erst nach Ende der Projektlaufzeit konnte eine Projektpr\u00e4sentation auf einem der ersten wieder in Pr\u00e4senz stattfindenden Branchentreffs vor 104 Personen wie folgt erfolgen:<br \/>\nKarsten Kerres, Sylvia Gredigk-Hoffmann:<br \/>\nDer Instandhaltungscheck (InCh\u00a9)<br \/>\nEin neues Instrument zur Erstanalyse von Substanzentwicklung und Instandhaltungsnotwendigkeiten<br \/>\nVortrag auf dem Kanalgipfel am 16. September 2021 in Hannover<br \/>\nDer Vortrag war bereits in der Veranstaltungsplanung f\u00fcr 2020 vorgesehen; allerdings wurde auch der Kanalgipfel von September 2020 in September 2021 verschoben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die wesentlichen Projektziele von NaSub wurden erreicht: ein kennzahlenbasierter Instandhaltungscheck als alternativer Schnelltest zu Alterungsmodellen wurde entwickelt, die daf\u00fcr erforderlichen Standardalterungsfunktionen haben sich als belastbar erwiesen.<br \/>\nCoronabedingt mussten einige Projektaktivit\u00e4ten angepasst werden. Insbesondere das Feedback von Netzbetreibern zu den (Zwischen)Ergebnissen konnte in sehr eingeschr\u00e4nkter Form eingeholt werden. Trotz zahlreicher Ansprachen war kein praxisnaher Testlauf bei Trinkwassernetzbetreibern m\u00f6glich, da sich Betreiber in der Krisensituation mit Hinweis auf die notwendige Konzentration auf ihr Kerngesch\u00e4ft zur\u00fcckzogen.<br \/>\nF\u00fcr die Anwendung als innovative Dienstleistung steht die praktische Erprobung anhand konkreter Netzanalysen und begleitenden Interviews mit Betreibern aus. Ebenfalls steht die \u00dcberf\u00fchrung in ein valides Softwaretool \u2013 auch des Fragebogens \u2013 noch aus.<br \/>\nDas erwartbare Marktpotential in Deutschland ist bedeutend, f\u00fcr die Etablierung des Produktes auf Bundesebene w\u00e4re ein Zertifizierungsprozess hilfreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens NaSub verfolgt das Ziel, den aktuellen Instandhaltungsumfang urbaner leitungsgebundener Wasserinfrastrukturen in Bezug auf den Substanzerhalt ohne Prognosemodelle bewertbar zu machen. 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