{"id":27008,"date":"2025-06-26T10:32:23","date_gmt":"2025-06-26T08:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34258-01\/"},"modified":"2025-06-26T10:32:23","modified_gmt":"2025-06-26T08:32:23","slug":"34258-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34258-01\/","title":{"rendered":"Complete Carbon Visibility (CCV) \u0096 Vollst\u00e4ndige CO2-Berichterstattung f\u00fcr Investoren auf Basis des Vorsorgeprinzips"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aktuell stehen verantwortungsbewussten Investor*innen kaum verl\u00e4ssliche Informationen bzgl. der realen CO2-Emissionen von Unternehmen zur Verf\u00fcgung. International fehlen (i) vergleichbare Standards bzgl. des Berichtes zu THG-Emissionen, (ii) Anreize vollst\u00e4ndig\/\u00fcberhaupt zu berichten, sowie (iii) eine Ver\u00f6ffentlichung der Emissionsdaten, die nicht von kommerziellen Interessen geleitet wird: weder bzgl. der Berechnung von Emissionsdaten seitens der Unternehmen selbst, noch bzgl. des Zugriffs auf die Emissionsdaten von Seiten der Datenanbieter. Hier setzt das Projekt CCV an: Es entwickelt eine branchen- und\/oder geografisch spezifische Methodik, die die CO2-Emissionen von den vielen unvollst\u00e4ndig berichtenden Unternehmen mit wissenschaftlicher Genauigkeit auf 100 % im Sinne des Vorsorgeprinzips extrapoliert (Im Zweifelsfall sollte man sich zu Gunsten des Planeten irren!). Hierauf aufbauend wird die erste umfassende CO2-Emissionsdatenbank erstellt. Sie ist f\u00fcr alle Interessent*innen (insb. Akademiker*innen, Forscher*innen, NGOs und Investoren) \u00fcber eine Online Plattform frei zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt CCV ist in 3 Phasen eingeteilt. Im ersten Schritt (6 M.) wird die Entwicklung der statistischen Extrapolation vorbereitet. Dazu werden CO2- und Strukturdaten aller Unternehmen eines relevanten, globalen Aktienindexes manuell gesammelt (SVL). Die Entwicklung des statistischen Sch\u00e4tzungsverfahrens unter Ber\u00fccksichtigung des Vorsorgeprinzips, das die CO2-Emissionen von Unternehmen auf 100 % extrapoliert (SVL), erfolgt im zweiten Schritt (10 M.). Zeitgleich wird mit der Entwicklung der Online Plattform (SVL) begonnen, die im dritten Schritt (8 M.) abgeschlossen wird. In der dritten Phase wird auch die Verstetigung der Datenbank und Online Plattform gesichert (UHH, SVL). W\u00e4hrend des gesamten Projektes wird der Kommunikation mit Stakeholdern eine gro\u00dfe Bedeutung beigemessen (UHH). Es geht explizit nicht darum, wirtschaftlichen Profit zu erzielen. Im Hinblick auf die zentrale gesellschaftliche Herausforderung des Klimawandels muss es darum gehen, relevante, bisher fehlenden Instrumente und Daten frei zug\u00e4nglich auf den Markt zu bringen, damit die Kapitalfl\u00fcsse m\u00f6glichst zu geringen Transaktionskosten und vor allem schnell in Richtung klimafreundliche Investitionen umgelenkt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>CCV hat im Rahmen des veranschlagten Kostenplans erfolgreich ein Sch\u00e4tzungsverfahren entwickelt, durch das die Emissionsdaten von \u00fcber 7.000 Unternehmen unter Ber\u00fccksichtigung des Vorsorgeprinzips gesch\u00e4tzt werden. Unseres Wissens nach ist so zum ersten Mal ein Datensatz entstanden, auf dessen Grundlage Emissionsdaten verglichen werden k\u00f6nnen. Die Datenbank ist unter https:\/\/sdglabs.ai\/index.php\/complete-carbon-visibility\/ f\u00fcr alle Interessierten weltweit frei zug\u00e4nglich, auf Anfrage per E-Mail kann jede*r den gesamten Datensatz kostenlos erhalten. Coronabedingt wurde die Projektlaufzeit dreimal kostenneutral verl\u00e4ngert. Ziel der Verl\u00e4ngerung war es, die Abschlusskonferenz nach M\u00f6glichkeit als Pr\u00e4senz-, zumindest jedoch als hybride Veranstaltung durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Die durch CCV erreichte Sichtbarmachung der vollst\u00e4ndigen CO2-Emissionen von Unternehmen ist der notwendige erste Schritt, um die THG-Emissionen zu verringern. Dieses Ziel hat CCV vollumf\u00e4nglich erreicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurden zwei Veranstaltungen durchgef\u00fchrt. (1) Am 18.\/ 19. Oktober 2019 fand an der Universit\u00e4t Hamburg der \u0084Climate Summit of Generations\u0093 statt. Neben der Bekanntmachung des Projektes, war es das Ziel, Wissenschaftler*innen, Asset Owner, Mitglieder der Technical Expert Group (TEG) for Sustainable Finance der EU Kommission und junge Aktivist*innen der Fridays For Future Bewegung zu vernetzen und somit den Austausch zwischen verschiedenen Generationen und Akteur*innen zu f\u00f6rdern.<br \/>\n(2) Die \u0084Carbon Data Accuracy Conference\u0093 (Abschlussveranstaltung) fand am 26. November 2021 coronabedingt virtuell statt (die R\u00e4umlichkeiten der DBU in Osnabr\u00fcck waren geplant). Ziel der Konferenz war es, das Projekt Complete Carbon Visibility im Kontext einer grundlegenden Diskussion bzgl. der aktuellen (Un)genauigkeit von CO2-Daten vorzustellen. Neben diversen Speakern, wurde einem breiten Publikum die Teilnahme als passive Zuh\u00f6rer*innen erm\u00f6glicht.<br \/>\nDie breite Kommunikation mit Interessensgruppen (Bekanntmachung), sowie der Stakeholder Beratungsausschusses (praxisrelevantes Feedback) haben das Projekt bereichert. Sowohl Prof. Dr. Alexander Bassen (UHH) als auch Prof. Andreas Hoepner (SVL) und Prof. Dr. Damian Borth (SVL) haben ihre vielseitigen T\u00e4tigkeiten, Reisen und Teilnahmen an Veranstaltungen und Konferenzen stetig dazu genutzt das Problem der fehlenden Transparenz und Vergleichbarkeit von Emissionsdaten sowie den L\u00f6sungsansatz, den das Forschungsprojektes CCV verfolgt, in informellen Gespr\u00e4chen bekannt zu machen. Daraus resultiererten auch wertvolle Anreize und Feedback, um unser Vorgehen zu verbessern.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch CCV wurde das Problem der unvollst\u00e4ndigen CO2-Berichterstattung bekannter gemacht. Durch das im Rahmen des Projektes entwickelte Sch\u00e4tzungsverfahren (CCV-Methode) unter Ber\u00fccksichtigung des Vorsorgeprinzips konnten wir die gro\u00dfe L\u00fccke der fehlenden Berichterstattung f\u00fcllen. Nicht nur Investoren, sondern allen interessierten Stakeholdern steht erstmals frei zug\u00e4nglich ein Emissionsdatensatz zur Verf\u00fcgung, auf dessen Grundlage sie Unternehmen bewerten und vergleichen k\u00f6nnen. Dies ist die notwendige Voraussetzung, durch die Kapitalstr\u00f6me klimavertr\u00e4glich umgelenkt werden k\u00f6nnen. Die Relevanz unseres Vorhabens wurde uns nicht zuletzt w\u00e4hrend der Projektlaufzeit immer wieder in R\u00fcckmeldung auf unsere \u00d6ffentlichkeitsarbeit best\u00e4tigt. Unser Emissionsdatensatz erm\u00f6glicht es, Druck auf die Unternehmen auszu\u00fcben, ihre Emissionen vollst\u00e4ndig zu erfassen, transparent zu ver\u00f6ffentlichen und zu reduzieren (Stakeholder Engagement).<br \/>\nDennoch sehen wir auch heute noch die Notwendigkeit, die fehlende Berichterstattung sowie unsere CCV Methodik weiter bekannt zu machen. Obgleich das abgedeckte Firmenuniversum bereits sehr gro\u00df ist, w\u00e4re es au\u00dferdem erstrebenswert es weiter auszuweiten.<br \/>\nWir erwarten, dass die Anwendung des Vorsorgeprinzips in der CCV-Methodik sowie die gr\u00f6\u00dfere Bekanntheit der defizit\u00e4ren Emissionsberichterstattung dazu f\u00fchren, dass zuk\u00fcnftig immer mehr Unternehmen ihre Emissionsdaten selbst sch\u00e4tzen und berichten. Hierbei w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, wenn ein global einheitliches Verfahren sowohl f\u00fcr die Sch\u00e4tzung als auch f\u00fcr die Berichterstattung von Emissionsdaten entstehen und sich etablieren w\u00fcrde &#8211; kurz: Im Idealfall konnte das Kooperationsprojekt CCV auf ein dringendes Problem hinweisen, eine L\u00f6sungsstrategie entwickeln und ver\u00f6ffentlichen und dennoch langfristig \u00fcberfl\u00fcssig werden, da die Unternehmen selbst entweder freiwillig oder durch Druck aus der \u00d6ffentlichkeit, Politik oder von Seiten der Investoren vollst\u00e4ndig ihre Emissionsdaten berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aktuell stehen verantwortungsbewussten Investor*innen kaum verl\u00e4ssliche Informationen bzgl. der realen CO2-Emissionen von Unternehmen zur Verf\u00fcgung. 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