{"id":26995,"date":"2024-11-27T10:44:10","date_gmt":"2024-11-27T09:44:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34434-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:44:15","modified_gmt":"2024-11-27T09:44:15","slug":"34434-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34434-01\/","title":{"rendered":"Gesch\u00e4ftsmodell: D2 \u0096 Doppelte Dividende"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ausgangssituation f\u00fcr das Projekt waren die hohen Potenziale f\u00fcr Stromeinsparungen in privaten Haushalten. Die Motivation von Haushalten zum Stromsparen war zum Zeitpunkt der Projektplanung noch gering. Noch heute wird der Aufwand zum Stromsparen oft \u00fcbersch\u00e4tzt, die finanziellen Einsparpotenziale hingegen zumeist untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Im urspr\u00fcnglich geplanten Modellprojekt \u0084Doppelte Dividende\u0093 sollte untersucht werden, wie die Einsparung von Stromkosten in privaten Haushalten gef\u00f6rdert und mit einer Investition in Photovoltaik kombiniert werden kann. Weiterhin sollte untersucht werden, ob und unter welchen Bedingungen daraus ein Gesch\u00e4ftsmodell entwickelt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Im Laufe des Projekts, haben sowohl Lerneffekte sowie die anhaltende Covid-Pandemie und die darauffolgende Energiepreiskrise erhebliche Anpassungen erforderlich gemacht. Von dem Ziel eines Gesch\u00e4ftsmodells wurde Abstand genommen und stattdessen ein Erkenntnisgewinn in den folgenden drei Fragen angestrebt:<br \/>\n\u0095\tWieviel Energie- und CO2 Einsparung kann auf Ebene eines einzelnen Haushalts durch qualifizierte Beratung erzielt werden?<br \/>\n\u0095\tIn welchem Ma\u00df sind die Haushalte bereit, die monet\u00e4re Einsparung f\u00fcr ein Klimaschutzprojekt ? konkret die Errichtung einer PV-Anlage zu spenden?<br \/>\n\u0095\tKann aus den Ergebnissen ein gesellschaftlicher Nutzen im Sinne des Klimaschutzes abgeleitet werden?<\/p>\n<p>Das konkrete quantitative Ziel des Modellprojekts war, eine Stromeinsparung der Haushalte von durchschnittlich 570 kWh\/Jahr zu erreichen, zusammen 57.000 kWh\/Jahr und \u00fcber die ersten sieben Jahre in H\u00f6he von rund 400.000 kWh eingesparten Stroms. Die Photovoltaikanlage sollte eine Kapazit\u00e4t von etwa 28 KWp haben und damit \u00fcber eine Mindestlaufzeit von 20 Jahren ca. 580.000 kWh Solarstrom produzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Modellprojekt sollten 100 Kund:innen der EWS eine professionelle Stromsparberatung vor Ort erhalten und die Einsparungen der Stromkosten der ersten drei Jahre in eine (gemeinsame) Photovoltaikanlage investieren und entsprechend Anteilsscheine erhalten.<\/p>\n<p>Das geplante Vorgehen musste im Projekt allerdings aus zwei Gr\u00fcnden ge\u00e4ndert werden:<br \/>\nDie Ausarbeitungen zum Gesch\u00e4ftsmodell zeigten, dass eine Investition der voraussichtlichen Einsparungen der ersten drei Jahre in H\u00f6he von rund 500 Euro pro Kund:innen in eine gemeinsame Photovoltaikanlage zumindest im Modellprojekt vertraglich und steuerlich zu kompliziert werden w\u00fcrde. Daher wurde beschlossen, dass die beratenen Kund:innen ihre Stromeinsparungen nicht verpflichtend in eine PV-Anlage investieren sollten, sondern diese freiwillig an eine Stiftung spenden sollten. Hierzu konnte als zus\u00e4tzliche Kooperationspartnerin die Stiftung Zukunftserbe gewonnen werden, die sich ihrerseits verpflichtete, eine entsprechend gro\u00dfe PV-Anlage zu bauen und dar\u00fcber hinaus die Ertr\u00e4ge aus der PV-Anlage in weitere Klimaschutzprojekte zu investieren. In der Folge wurde das Projekt umbenannt in \u0084Dreifacher Klimaschutz\u0093, da hier ein dreifacher Klimaschutznutzen entsteht:<\/p>\n<p>1.\tDurch die Stromeinsparung in den Haushalten<br \/>\n2.\tDurch die damit finanzierte PV-Anlage<br \/>\n3.\tDurch die Investition der Ertr\u00e4ge der PV-Anlage in weitere Klimaschutzprojekte<\/p>\n<p>Durch die rund zweij\u00e4hrige Corona-Pandemie musste das Projekt verl\u00e4ngert werden, weil aufgrund der Kontaktbeschr\u00e4nkungen keine Vor-Ort-Stromsparberatung m\u00f6glich war. Aus zeitlichen Gr\u00fcnden musste dadurch auch die PV-Anlage vor den Stromsparberatungen geplant und gebaut werden. Schwerwiegender war aber, dass durch die Corona-Pandemie die Bereitschaft von Kund:innen deutlich gering wurde oder war, sich an dem Modellprojekt zu beteiligen. Trotz mehrfacher Aufrufe konnten nur 32 statt 100 Haushalte gewonnen werden, von denen 31 dauerhaft am Projekt teilnehmen.<\/p>\n<p>Die Projektteilnehmenden erhielten eine intensive Vor-Ort-Beratung, die auch die Direktinstallation von einfachen Stromspartechnologien im Wert von bis zu 100 \u0080 umfasste. Die Beratung umfasste eine Analyse des Stromverbrauchs sowie individuelle Energiespartipps Die Haushaltssituation (Anzahl Personen), der aktuelle Z\u00e4herstand, Energie- und Wasserverbr\u00e4uche und die direkt umgesetzten und die empfohlenen Einsparma\u00dfnahmen wurden in einem Excel-Tool dokumentiert.<br \/>\nEin Jahr nach der Stromsparberatung wurde der Stand des Stromz\u00e4hlers per Mail erfragt oder bei einigen wenigen Haushalten \u00fcber die turnusm\u00e4\u00dfig erfolgte Ablesung des Stromz\u00e4hlers erfasst, so dass der tats\u00e4chliche Verbrauch im Jahr nach der Stromsparberatung ermittelt und ausgewertet werden konnte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es konnten nur 31 Haushalte f\u00fcr die Teilnahme an den Stromsparberatungen gewonnen werden, so dass die Analyse der Ergebnisse nicht repr\u00e4sentativ ist, aber dennoch einige aufschlussreiche Hinweise gibt. <\/p>\n<p>Stromsparberatung f\u00fchrt zu \u00fcberraschenden Einsparerfolgen:<br \/>\nFast alle am Projekt Dreifacher Klimaschutz teilnehmenden Haushalte konnten Ihren Stromverbrauch deutlich reduzieren. Der durchschnittliche R\u00fcckgang des Strombezugs lag bei 1.524 kWh pro Haushalt und Jahr bzw. 27 % des Vorjahresbezugs. <\/p>\n<p>Spendeneingang blieb hinter den Erwartungen zur\u00fcck:<br \/>\nStatt der theoretisch maximal erwartbaren Gesamtsumme von rund 40.000 Euro wurden bis Projektabschluss nur 7.000 Euro gespendet, wobei in den n\u00e4chsten beiden Jahren der Betrag noch steigen kann.<\/p>\n<p>Erheblicher gesellschaftlicher Nutzen durch CO2-Vermeidung:<br \/>\nDas durchgef\u00fchrte Stromsparprojekt entlastet die Gesellschaft in zweifacher Weise: Einmal durch die reduzierten Kosten der Stromversorgung und zum anderen durch die CO2-Reduktion, die Klima- und Umweltsch\u00e4den vermeidet. So errechnet sich pro Stromsparberatung ein gesellschaftlicher Vorteil von insgesamt 1.817 Euro pro Haushalt. Wenn der Haushalt den eingesparten Betrag der ersten drei Jahre zugunsten weiterer Klimaschutzma\u00dfnahmen spendet, erh\u00f6hen sich die vermiedenen CO2-Emissionen und damit der gesamte gesellschaftliche Vorteil auf 7.390 Euro pro Haushalt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projekt-Laufzeit wurde das Projekt auf der Website der EWS und in einem Presseartikel der Badischen Zeitung vom 3.8.2022 vorgestellt. Zur Verbreitung der Ergebnisse wurde eine Dokumentation erstellt, die \u00fcber die Webseiten der EWS, des \u00d6ko-Instituts, der Stiftung Zukunftserbe und des B\u00fcro \u00d6-quadrat abrufbar ist und auf die in verschiedenen PR-Ma\u00dfnahmen verwiesen werden soll, u.a. ein Blog-Beitrag der EWS ein Beitrag in der Energiewende Kolumne von Dr. Rainer Grie\u00dfhammer in der Frankfurter Rundschau.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus dem Modellprojekt l\u00e4sst sich ableiten, dass sich anhand individueller und qualifizierter Haushaltsberatungen beachtliche Stromspareffekte erzielen lassen, die einen erheblichen individuellen finanziellen, aber auch einen gesellschaftlichen Nutzen bewirken. Eine \u00f6ffentliche F\u00f6rderung solcher Beratungsangebote w\u00e4re daher ein effizientes Instrument im Bem\u00fchen um die Reduktion von CO2-Emissionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ausgangssituation f\u00fcr das Projekt waren die hohen Potenziale f\u00fcr Stromeinsparungen in privaten Haushalten. Die Motivation von Haushalten zum Stromsparen war zum Zeitpunkt der Projektplanung noch gering. Noch heute wird der Aufwand zum Stromsparen oft \u00fcbersch\u00e4tzt, die finanziellen Einsparpotenziale hingegen zumeist untersch\u00e4tzt. 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