{"id":26969,"date":"2023-07-31T10:32:01","date_gmt":"2023-07-31T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34436-01\/"},"modified":"2023-07-31T10:32:05","modified_gmt":"2023-07-31T08:32:05","slug":"34436-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34436-01\/","title":{"rendered":"Aktivierung der Hochmoorregeneration durch Ansiedlung von Bulttorfmoosen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aktivierung der Hochmoorregeneration durch Ansiedlung von Bulttorfmoosen (AktiMoos)<br \/>\nDie Regeneration von stark degradierten Hochmooren zu funktionell intakten \u00d6kosystemen ist<br \/>\nlangwierig und nur \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume erreichbar. Ein Schl\u00fcsselfaktor hierbei ist die erfolgreiche<br \/>\n(Wieder-)Ansiedlung von Bulttorfmoosen. Aufgrund der vielfach beobachteten Ausbreitungslimitierung<br \/>\nvon Bulttorfmoosen ergibt sich die Notwendigkeit der gezielten Einbringung, um eine Entwicklung zu<br \/>\nlebenden Hochmoor\u00f6kosytemen \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen. Laufende Untersuchungen haben<br \/>\ngezeigt, dass die Etablierung dieser Schl\u00fcsselarten als Voraussetzung f\u00fcr eine Aktivierung der<br \/>\nHochmoorregeneration unter heutigen Rahmenbedingungen grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist. F\u00fcr die Umsetzung<br \/>\nfehlen der Renaturierungspraxis allerdings noch grundlegende Handlungsempfehlungen zu<br \/>\nzielf\u00fchrenden Ma\u00dfnahmen, die den Aufwand sowohl aus praktischen als auch naturschutzfachlichen<br \/>\nGr\u00fcnden rechtfertigen. Es stellt sich dabei vor allem die Frage nach einem effizienten Einsatz von<br \/>\nSpendermaterial und dem optimalen Zeitpunkt f\u00fcr die Aktivierung entsprechend der jeweiligen<br \/>\nstand\u00f6rtlichen Gegebenheiten. F\u00fcr die Praxis von besonderer Bedeutung sind hier einfach zu<br \/>\nerhebende Indikatoren, anhand derer Ma\u00dfnahmen individuell auf einzelne Fl\u00e4chen zugeschnitten und<br \/>\ndie nach Umsetzung f\u00fcr die Ma\u00dfnahmenevaluation und das Monitoring verwendet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNeben der Identifikation der f\u00fcr die Etablierung von Bulttorfmoosen g\u00fcnstigen standort\u00f6kologischen<br \/>\nFaktoren umspannt das Projekt Tests zur Steigerung der Erfolgsquote von Ansiedlungsma\u00dfnahmen<br \/>\nauch auf Fl\u00e4chen mit gegenw\u00e4rtig weniger guten Ausgangsbedingungen. Diese Ma\u00dfnahmen zur<br \/>\nVerbesserung des Etablierungserfolgs umfassen verschiedene Aspekte, insbesondere die<br \/>\nAbmilderung von negativen Auswirkungen ung\u00fcnstiger hydrologischer Verh\u00e4ltnisse. Dies beinhaltet<br \/>\ndie Anlage und \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit von aktiv gestalteten Mikroreliefstrukturen als<br \/>\nAnsiedlungsfl\u00e4chen f\u00fcr Bulttorfmoose auf zeitweise \u00fcberstauten Fl\u00e4chen (in der Regel fr\u00fche<br \/>\nSukzessionsstadien) im Vergleich zum gezielten Beimpfen von nat\u00fcrlicherweise vorzufindenden<br \/>\nVegetationsstrukturen (in sp\u00e4teren Sukzessionsstadien). Die Versuche zur Identifikation optimaler<br \/>\nEtablierungsbedingungen und geeigneter Techniken setzen dabei modellhaft auf zwei im \u0084Ober-<br \/>\nUnterfeld-Verfahren\u0093 abgetorften Fl\u00e4chen an. Aufgrund der durch das Abbauverfahren nebeneinander<br \/>\nvorliegenden unterschiedlichen Sukzessions-stadien bieten sich g\u00fcnstige Voraussetzungen f\u00fcr eine<br \/>\nvielseitige Erprobung von Etablierungstechniken unter Praxisbedingungen. Da die Wirksamkeit<br \/>\nsolcher zus\u00e4tzlichen Strukturen aber in erster Linie die Hydrologie betrifft, sind die gewonnenen<br \/>\nErkenntnisse grunds\u00e4tzlich auch auf mit anderen Verfahren abgetorften Fl\u00e4chen \u00fcbertragbar.<br \/>\nErg\u00e4nzend zu den relativ jungen, teilweise vegetationslosen Unterfeldern, werden bereits \u00fcber l\u00e4ngere<br \/>\nZeitr\u00e4ume renaturierte Fl\u00e4chen sowie Freilandvermehrungsfelder als Referenz f\u00fcr Optimal-<br \/>\nBedingungen zur umfassenden Beurteilung des erzielbaren Etablierungserfolgs erg\u00e4nzend<br \/>\nuntersucht. Damit soll zudem die \u00dcbertragbarkeit bislang gewonnener Erkenntnis zur erfolgreichen<br \/>\nVermehrung von Bulttorfmoosen vom kleinen zum gro\u00dfen Ma\u00dfstab im Freiland \u00fcberpr\u00fcft werden und<br \/>\ndie Verf\u00fcgbarkeit von Spendermaterial f\u00fcr eine Ausbringung auf gr\u00f6\u00dferer Skala sichergestellt werden.<br \/>\nDas Projekt liefert somit wichtige Erkenntnisse f\u00fcr die praktische Umsetzung von Ansiedlungsma\u00dfnahmen<br \/>\nund entwickelt Konzepte f\u00fcr eine effektive Implementierung in die g\u00e4ngige Renaturierungspraxis<br \/>\nnach Abtorfung mit verschiedenen Verfahren. Dar\u00fcber hinaus werden zur Charakterisierung der<br \/>\nKlimawirkung etablierter Bulttorfmoose umfangreiche Gasflussmessungen durchgef\u00fchrt. Ziel der<br \/>\nMa\u00dfnahmen soll die fr\u00fchestm\u00f6gliche Aktivierung einer umfassenden Regeneration der wichtigsten<br \/>\n\u00d6kosystemfunktionen von Hochmooren sein. Hierzu liefert das Projekt wichtige Hinweise zu<br \/>\ngeeigneten Indikatoren f\u00fcr die Erfolgskontrolle der Ma\u00dfnahmen. Durch einen intensiven<br \/>\nFachaustausch mit nahverwandten Projekten wird ein relevanter Beitrag zu aktuellen<br \/>\nMoorschutzprogrammen aber auch zur L\u00f6sung von zuk\u00fcnftigen Problemen, in Anbetracht neuer<br \/>\nHerausforderungen bei der Moorrenaturierung angestrebt. Die Ergebnisse werden in Form eines<br \/>\nPraxisleitfadens f\u00fcr Akteure des Moorschutzes zusammengefasst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aktivierung der Hochmoorregeneration durch Ansiedlung von Bulttorfmoosen (AktiMoos) Die Regeneration von stark degradierten Hochmooren zu funktionell intakten \u00d6kosystemen ist langwierig und nur \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume erreichbar. Ein Schl\u00fcsselfaktor hierbei ist die erfolgreiche (Wieder-)Ansiedlung von Bulttorfmoosen. 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