{"id":26967,"date":"2026-04-09T10:32:12","date_gmt":"2026-04-09T08:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34381-01\/"},"modified":"2026-04-09T10:32:12","modified_gmt":"2026-04-09T08:32:12","slug":"34381-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34381-01\/","title":{"rendered":"Biodiversit\u00e4t und nachhaltiges Management von Steinbr\u00fcchen in Zeiten des globalen Wandels"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland fehlen generell zukunftsf\u00e4hige Konzepte zur Erhaltung der Artenvielfalt, die sowohl die Auswirkungen des Landnutzungs- als auch des Klimawandels hinreichend ber\u00fccksichtigen. Dies gilt auch f\u00fcr Steinbr\u00fcche, die aufgrund des globalen Baubooms und damit zusammenh\u00e4ngend einer stark gestiegenen Nachfrage nach Baumaterial \u2013 wie Zement oder Steinen \u2013 eine zunehmend gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAm Beispiel von Pflanzen, Amphibien, Tagfaltern und Wildbienen wurde in diesem Projekt untersucht, welche Faktoren der Habitat- und Landschaftsqualit\u00e4t f\u00fcr die Ausbildung artenreicher Bioz\u00f6nosen in Steinbr\u00fcchen verantwortlich sind. Ein besonderer Fokus lag hierbei auf der Betrachtung gef\u00e4hrdeter Arten. Aufbauend auf den eigenen Studien und Erkenntnissen aus Abschlussarbeiten zu V\u00f6geln und Libellen wurden wissenschaftlich-fundierte Handlungsempfehlungen zum biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernden und nachhaltigen Management von Steinbr\u00fcchen in Mitteleuropa erarbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Unsere Studien zeigen, das Steinbr\u00fcche \u2013 insbesondere aktive mit langer Abbautradition \u2013 oft Refugien f\u00fcr seltene Arten und Hotspots der Artenvielfalt in Mitteleuropa darstellen. Sie sind durch extrem geringe Sukzessionsgeschwindigkeiten gekennzeichnet, da nach der Abbaut\u00e4tigkeit zun\u00e4chst die Oberbodenauflage fehlt. Entsprechend bleiben fr\u00fche Sukzessionsstadien mit einem warmen Mikroklima mitunter \u00fcber Jahrzehnte ohne weiteres Management erhalten. Eine so lange Persistenz fr\u00fcher Sukzessionsstadien ohne regelm\u00e4\u00dfige Nutzung ist im heutigen Mitteleuropa ein Alleinstellungsmerkmal. Aktive Steinbr\u00fcche weisen dar\u00fcber hinaus eine zweite Besonderheit auf: sie sind durch eine hohe zeitliche und r\u00e4umliche Dynamik gekennzeichnet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bislang sind zwei Publikationen aus dem Projekt entstanden:<br \/>\nKettermann, M., Poniatowski, D. &#038; T. Fartmann (2022): Active management fosters species richness of wild bees in limestone quarries. Ecological Engineering.<br \/>\nM\u00fcnsch, T. &#038; T. Fartmann (2022): Limestone quarries are the most important refuge for a formerly widespread grassland butterfly. Insect Conservation and Diversity 15: 200\u2013212.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus Naturschutzsicht hat die Erhaltung fr\u00fcher Sukzessionsstadien mit einem warmen Mikroklima in Steinbr\u00fcchen eine besondere Relevanz. Von zentraler Bedeutung sind insbesondere vier Habitattypen: offene Felsw\u00e4nde mit Nischen sowie jeweils besonnte Abbruchkanten\/Erdw\u00e4lle, blumenreiche Ruderalvegetation und Tempor\u00e4rgew\u00e4sser mit ausgedehnten amphibischen Zonen. Insgesamt bieten Steinbr\u00fcche die einmalige Chance, mit geringem Aufwand eine Vielzahl spezialisierter Arten des n\u00e4hrstoffarmen Offenlandes langfristig zu erhalten.<br \/>\nViele Herrichtungspl\u00e4ne f\u00fcr Gesteinsabbaust\u00e4tten stammen noch aus einer Zeit als die herausragende Bedeutung von Steinbr\u00fcchen f\u00fcr den Biodiversit\u00e4tsschutz erst in Ans\u00e4tzen bekannt war. Entsprechend sehen viele dieser Pl\u00e4ne nach Beendigung des Abbaus eine Verf\u00fcllung und anschlie\u00dfende Aufforstung der Steinbr\u00fcche vor. Aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Biodiversit\u00e4tskrise sind derartige Vorgaben nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Entsprechend sollten auch bereits bestehende Herrichtungspl\u00e4ne gem\u00e4\u00df den zuvor gemachten Vorgaben angepasst werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland fehlen generell zukunftsf\u00e4hige Konzepte zur Erhaltung der Artenvielfalt, die sowohl die Auswirkungen des Landnutzungs- als auch des Klimawandels hinreichend ber\u00fccksichtigen. 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