{"id":26966,"date":"2024-11-27T10:44:10","date_gmt":"2024-11-27T09:44:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34352-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:44:13","modified_gmt":"2024-11-27T09:44:13","slug":"34352-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34352-01\/","title":{"rendered":"Verwendung statt Verschwendung &#8211; Sammlung und Nutzung von gebrauchtem Speise\u00f6l aus Privathaushalten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, ein auf nationale Anforderungen ausgerichtetes Sammlungskonzept f\u00fcr ge- brauchte Speise\u00f6le aus Privathaushalten zu entwickeln, welches sich durch Wirtschaftlichkeit und hohe Verbraucherakzeptanz auszeichnet. Genutzte Speise\u00f6le und \u0096fette mit allen negativen Folgen f\u00fcr Um-welt und kommunale Haushalte \u00fcber den Ausguss zu entsorgen, ist nicht zeitgem\u00e4\u00df. Vielmehr sollte die-ser wertvolle Sekund\u00e4rrohstoff im Sinne einer Ressourceneffizienz gesammelt und im Sinne eines Up-cyclings mehrfach genutzt und zu fortschrittlichem Biokraftstoff verarbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer Marktstudie der bisher in Europa eingesetzten Sammelsysteme wurde ein System ausge-w\u00e4hlt, welches von den Haushalten einfach handzuhaben ist und eine saubere Sammlung erm\u00f6glicht. Ebenso bietet das ausgew\u00e4hlte Sammelsystem \u00f6ffnungszeitunabh\u00e4ngige Abgabem\u00f6glichkeiten f\u00fcr die B\u00fcrger\/innen. Das Sammelsystem besteht aus zwei Komponenten. Einem Sammelbeh\u00e4lter f\u00fcr 1,2 Liter genutzte Speise\u00f6le und einem Sammelautomaten, der mit 196 leeren Sammelbeh\u00e4ltern best\u00fcckt werden kann. Jeder Haushalt in den beteiligten Pilotgebieten erhielt ein Sammelgebinde. Haushalte, die mehr als ein Sammelgebinde ben\u00f6tigten, erhielten weitere Gebinde \u00fcber die kommunalen Verwaltungen. Die vollen Sammelgebinde werden von den B\u00fcrger\/innen an Sammelautomaten abgegeben. Im gleichen Zuge erhalten die B\u00fcrger\/innen im Austausch einen leeren Beh\u00e4lter wieder zur\u00fcck. Genutzte Beh\u00e4lter werden gereinigt und wiederverwendet. Die Sammelautomaten werden wohnortnah an den Versor-gungswegen der B\u00fcrger\/innen platziert, um die Abgabe der Beh\u00e4lter zu vereinfachen. Die Sammelauto-maten setzen sich mit ihrer wertigen Erscheinung von anderen Sammelcontainern im \u00f6ffentlichen Raum ab. Zentraler Punkt bei der Einf\u00fchrung des Projektes war die Motivation der B\u00fcrger. Deshalb haben wir uns besonders um einen emotionalen Auftritt mit informativen und motivierenden Inhalten und um media-le Pr\u00e4senz bem\u00fcht. Einbezogen wurden \u00fcber 65.000 B\u00fcrger\/innen. Bei der Sammlung wurden unter-schiedliche Herangehensweisen bez\u00fcglich der Standorte der Sammelautomaten, der Siedlungsstruktur, der Verteilungsart der Sammelbeh\u00e4lter und der Nutzung von unterschiedlichen Informationskan\u00e4len ge-w\u00e4hlt, um m\u00f6glichst viele Erkenntnisse zu Verhaltensweisen der B\u00fcrger\/innen und Optimierungspotentia-len des Sammelsystems zu gewinnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurden ca. 30.000 Sammelbeh\u00e4lter in Umlauf gebracht, die die B\u00fcrger\/innen an 20 Sammelautoma-ten abgeben bzw. tauschen k\u00f6nnen. Die dabei erreichten Sammelmengen \u00fcbersteigen die Erwartungen bereits im ersten Sammlungsjahr, so dass die angestrebten Sammelmengen in den Folgejahren als rea-listisch anzusehen sind. Die Zielmengen f\u00fcr das erste Jahr wurden dabei in einigen Sammelgebieten so-gar deutlich \u00fcbertroffen. Die inhomogenen Sammelergebnisse \u00fcber die teilnehmenden Kommunen hin-weg ergeben sich unter anderem aus unterschiedlichen Informationsstrategien, mit denen die B\u00fcr-ger\/innen angesprochen und zum Mitmachen animiert wurden. Die Sammlung hat auch gezeigt, dass, will man signifikante Mengen an genutzten Speisefetten und -\u00f6len aus Privathaushalten sammeln, eine Verteilung der Sammelbeh\u00e4lter direkt an die Haushalte sinnvoll ist. Die Akzeptanz der Automaten in der Bev\u00f6lkerung ist hoch. Teilweise werden diese jedoch trotz Beschreibung falsch bedient oder verstopft. Es wird die Kommunikation auf den Automaten anzupassen sein. Kleinere Systemadaptionen werden bei der Ausstattung der Sammelautomaten vorgenommen werden m\u00fcssen. Einige Automatenkomponen-ten sollten zuk\u00fcnftig aus alternativen, wetterbest\u00e4ndigeren Materialien hergestellt werden. Die chemi-sche Untersuchung der gesammelten Altspeisefette und -\u00f6le hat ergeben, dass Altspeisefette und -\u00f6le aus der Sammlung der privaten Haushalte eine besonders gute Qualit\u00e4t besitzen und somit sehr gut f\u00fcr den weiteren Umwandlungsprozess zu Biodiesel geeignet sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Wir konnten unser Projekt des \u00d6fteren \u00f6ffentlichkeitswirksam (Print-, TV-, Radiobeitr\u00e4ge) darstellen. Dies hat, neben den vielf\u00e4ltigen Informationsveranstaltungen, die wir mit unseren Partnern durchgef\u00fchrt ha-ben, zu einer starken \u00fcberregionalen Wahrnehmung dieses Pilotprojektes gef\u00fchrt. Zur Projekt Ab-schlussveranstaltung am 30. April 2020 hat neben den Vertretern der Pilotpartner und vielen Vertretern aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik auch der Bayerische Staatsminister f\u00fcr Umwelt und Ver-braucherschutz sein Kommen zugesagt. Dies unterstreicht das starke politische Interesse an diesem Vorzeigeprojekt und den politischen Willen, diese innovative Sammlung eines wertvollen Rohstoffes in den Kommunen zu verankern. Ein H\u00f6hepunkt im Jahr 2021 soll unsere Pr\u00e4sentation im Rahmen der Woche der Umwelt im Schloss Bellevue auf Einladung von Bundespr\u00e4sident Steinmeier darstellen. In mehrj\u00e4hrigem Abstand erh\u00e4lt dabei eine kleine Anzahl ausgew\u00e4hlter Nachhaltigkeitsprojekte die Chance, sich dem Fachpublikum, der \u00d6ffentlichkeit und der politischen Prominenz zu pr\u00e4sentieren. Eine Schl\u00fcs-selrolle im Rahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit kam dem Projektpartner MVaK e.V. zu. Dieser stellte Kon-takte zu politischen Entscheidungstr\u00e4gern her oder vereinbarte gemeinsame Pr\u00e4sentationstermine. Dar-\u00fcber hinaus pr\u00e4sentierte der MVaK e.V. das Projekt auf Parteiveranstaltungen, organisierte Informati-onsveranstaltungen sowie Teilnahmen an Kongressen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Sammelergebnisse res\u00fcmieren, dass ein gro\u00dfes Sammlungspotential besteht, wenn es gelingt die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Sammlung zu begeistern. Um wirk-lich signifikante Mengen zu sammeln, m\u00fcssen die Hemmschwellen auf allen Handlungsstufen der Sammlung reduziert werden. Das im Projekt erprobte, niederschwellige Sammelsystem macht es den B\u00fcrgern leicht mit zu sammeln. B\u00fcrger\/innen, die dieses System bereits nutzen, w\u00fcrden sehr ungerne wieder darauf verzichten. Die Haushalte haben endlich eine einfache und praktikable L\u00f6sung gefunden, genutzte Speise\u00f6le und \u0096fette zu entsorgen. Und dies ohne Ber\u00fccksichtigung von \u00d6ffnungszeiten, ohne Suche nach einem passenden Entsorgungsbeh\u00e4ltnis und ohne eine weitere Anfahrt zur Abgabe am Wertstoffhof. Die positiven Ergebnisse des Pilotprojektes haben die Stadt F\u00fcrth bereits dazu veranlasst, eine Ausweitung der Sammlung im Jahr 2020 auf das ganze Stadtgebiet mit ca. 125.000 Einwohnern anzustreben. Durch die starke Wahrnehmung in der \u00d6ffentlichkeit haben bereits eine Vielzahl weiterer interessierter Kommunen und politisch Verantwortlicher den Kontakt zu uns gesucht, um mehr \u00fcber \u0084Je-der Tropfen z\u00e4hlt\u0093 zu erfahren. Die Signale aus den teilnehmenden Pilotkommunen, weiteren interessier-ten St\u00e4dten und Landkreisen sowie politischen Vertretern aus dem Bayerischen Landtag und dem Bun-destag lassen zum jetzigen Zeitpunkt auf eine erfolgreiche Ausweitung der Sammlung auf weitere Kom-munen schlie\u00dfen. Wir sind \u00fcberzeugt, mit unserer Initiative ein bayern- bzw. deutschlandweites Sam-melsystem etablieren zu k\u00f6nnen, um damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, ein auf nationale Anforderungen ausgerichtetes Sammlungskonzept f\u00fcr ge- brauchte Speise\u00f6le aus Privathaushalten zu entwickeln, welches sich durch Wirtschaftlichkeit und hohe Verbraucherakzeptanz auszeichnet. Genutzte Speise\u00f6le und \u0096fette mit allen negativen Folgen f\u00fcr Um-welt und kommunale Haushalte \u00fcber den Ausguss zu entsorgen, ist nicht zeitgem\u00e4\u00df. 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