{"id":26961,"date":"2026-04-16T10:32:11","date_gmt":"2026-04-16T08:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33974-01\/"},"modified":"2026-04-16T10:32:12","modified_gmt":"2026-04-16T08:32:12","slug":"33974-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33974-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Freilandhaltung von Legehennen zur Reduktion von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen im Auslauf in partizipativem Ansatz mit der Praxis (OPAL)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der wachsenden Nachfrage der Verbrauchenden nimmt die Freilandhaltung von Legehennen stetig zu. Laut Eier-Vermarktungsverordnung und EU-\u00d6ko-Verordnung m\u00fcssen jedem Tier mindestens<br \/>\n4 m2 Auslauffl\u00e4che zur Verf\u00fcgung stehen. Allerdings wird die Auslauffl\u00e4che jedoch nicht gleichm\u00e4\u00dfig von den Tieren genutzt: Da die Tiere sich bevorzugt in Stalln\u00e4he aufhalten, werden der \u00fcberdachte Stall-rand und der angrenzende Nahbereich \u00fcberproportional genutzt. Die Bevorzugung und intensive Nutzung (Scharren, Picken, Sandbaden, Koten) dieser Bereiche f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu einer punktuellen Akkumula-tion von N\u00e4hrstoffen und bewirkt i. d. R. dauerhaft eine nahezu vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung der Grasnarbe im Nahbereich der St\u00e4lle. Dies hat zur Folge, dass eingetragene N\u00e4hrstoffe ausgewaschen werden k\u00f6n-nen.<\/p>\n<p>In das transdisziplin\u00e4r angelegte Projekt wurden acht Betriebe mit unterschiedlichen Bewirtschaftungs-formen und Haltungskonzepten einbezogen. Die jeweiligen Auslaufkonzepte wurden bez\u00fcglich ihrer N\u00e4hrstoffdynamiken untersucht, evaluiert und in Zusammenarbeit mit den Landwirt:innen im Rahmen re-gelm\u00e4\u00dfiger Besprechungen vor Ort, via Zoom und in Workshops optimiert. Die Optimierungsma\u00dfnah-men sollen dazu beitragen, die verschiedenen Haltungssysteme tiergerecht und zukunftsf\u00e4hig zu gestal-ten und gleichzeitig die wirtschaftliche Existenz der Landwirt:innen st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ziel ist es, das Management und die Gestaltung des Auslaufes sowie die Konzeption der St\u00e4lle soweit zu optimieren, dass der Eintrag sowie Verlagerung oder gar Auswaschung von N\u00e4hrstoffen auf ein Mi-nimum reduziert bzw. ganz verhindert wird. Zeitgleich soll ein m\u00f6glichst gro\u00dfer Teil der Tiere den Auslauf nutzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenInsgesamt umfasste die Projektlaufzeit 55 Monate. Sie setzte sich zusammen aus einer Hauptlaufzeit von 36 Monaten und zwei kostenneutralen Verl\u00e4ngerungen von 13 und sechs Monaten.<\/p>\n<p>Die Hauptlaufzeit umfasste drei Jahre und drei winterliche Sickerwasserperioden. Analog dazu war das Projekt in drei Phasen untergliedert. Jede der drei Projektphasen umfasste eine winterliche Sickerwasserperiode (Oktober bis M\u00e4rz).<\/p>\n<p>Anders als in der Vegetationsperiode, in der bedingt durch Evapotranspiration weniger Sickerwasser gebildet wird, ist die Wasserbewegung in der winterlichen Sickerwasserperiode i. d. R. abw\u00e4rtsgerichtet. Dies wiederum beg\u00fcnstigt eine Verlagerung von N\u00e4hrstoffen in tiefere Bodenschichten. Deshalb sind Ma\u00dfnahmen wichtig, die eine Verminderung oder Vermeidung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen \u00fcber den Zeitraum einer winterlichen Sickerwasserperiode bewirken.<\/p>\n<p>In der ersten Projektphase wurden die Ausl\u00e4ufe nach optischen Nutzungsmerkmalen in Zonen unterteilt. Diese wurden in 0-30, 30-60 und 60-90 cm Bodentiefe beprobt und auf Nitrat-(NO3-N) und Ammoniumstickstoff (NH4-N) untersucht. So konnten die besonders stark von Stickstoffeintr\u00e4gen belasteten Bereiche der einzelnen Betriebe identifiziert werden. Im Anschluss wurden gemeinsam mit jedem der acht Betriebe in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, L\u00f6sungsans\u00e4tze und Handlungsoptionen erarbeitet mit dem Ziel, betriebsindividuell eine Reduktion der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in den Auslauffl\u00e4chen zu erwirken. Um den Effekt und die Wirksamkeit dieser Optimierungsma\u00dfnahmen besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, gab es auf den Betrieben Auslauffl\u00e4chen, die optimiert und solche, die betriebs\u00fcblich weitergef\u00fchrt wurden. Die fortlaufend durchgef\u00fchrten Bodenproben gaben Aufschluss \u00fcber die Nmin-Dynamik im Boden.<\/p>\n<p>Auf Basis dieser Evaluation wurden die Optimierungsma\u00dfnahmen in der dritten Projektphase erneut \u00fcberarbeitet und angepasst.<\/p>\n<p>Des Weiteren wurde zur Messung der Vegetationsanteile der Auslauffl\u00e4chen der Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) an ausgew\u00e4hlten Zeitpunkten im Projektzeitraum bestimmt. Dies geschah durch geoinformatische Auswertung von Satellitenbildern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Status-quo Erhebungen wurden folgende Bereiche identifiziert, in denen mineralischer Stickstoff (Nmin) in hohem oder besonders hohem Ma\u00dfe akkumuliert wird:<br \/>\n1.\tDie Standfl\u00e4chen von Mobilst\u00e4llen ohne eigene Bodenplatte<br \/>\n2.\tDie \u00fcberdachten Stallrandbereiche bei station\u00e4ren Legehennenst\u00e4llen<br \/>\n3.\tDie Nahbereiche von station\u00e4ren und mobilen Legehennenst\u00e4llen<br \/>\n4.\tH\u00fctten\/Unterst\u00e4nde und Geh\u00f6lzstreifen\/Hecken<\/p>\n<p>F\u00fcr die sog. Roten Gebiete gilt, auf den Schlag bezogen, eine Obergrenze von 170 kg N\/ha und Jahr (bzw. 17 g\/m2). Die \u00f6kologischen Anbauverb\u00e4nde Bioland und Naturland geben diese N-Obergrenze f\u00fcr den Legehennenauslauf vor. Bei den oben genannten Bereichen handelt es sich i. d. R. um Fl\u00e4chen von wenigen bis einigen hundert Quadratmetern auf denen z. T. 300 g Nmin\/m2 und mehr gemessen wurden.<\/p>\n<p>Die gemeinsam mit den Landwirt:innen erarbeiteten L\u00f6sungsans\u00e4tze bestehen je nach Bedarf aus einer Unterflursicherung und\/oder dem Einsatz von Transfersubstraten.<\/p>\n<p>Zur Unterflursicherung von Mobilst\u00e4llen ohne eigene Bodenplatte wurde eine mobile Unterziehplane ent-wickelt und auf der Winterstandfl\u00e4che eines Kufenstalls verwendet. Nach einer Standphase von sechs Monaten konnten von der mobilen Unterziehplane insgesamt 13 t Mist entnommen werden, was umge-rechnet etwa 264 kg Stickstoff entspricht. Umgerechnet auf die Stallgrundfl\u00e4che von 192 m2 entspricht das einer Menge von 1.375 g N\/m2, die von der Plane entnommen wurde. Die Nmin-Gehalte im Boden nach der Standphase mit mobiler Unterziehplane waren statistisch signifikant geringer und lagen im sta-tistischen Mittel 45 bzw. 32 g\/m2 unter denen der Vorjahre. Allerdings bedarf es einer Weiterentwicklung der Plane, vor allem was die Rei\u00dffestigkeit des Materials anbelangt, sowie weiterer Forschung, um eine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und weitere Erfahrung im Umgang mit der Plane (z. B. was das Ab-misten betrifft) zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Zur Unterflursicherung von Schutzh\u00fctten und Unterst\u00e4nden wurden IBC-Container zu \u201eIBcon-Chicks\u201c umgebaut, als Schutzh\u00fctten mit eigener Bodenplatte und mit Transfersubstraten (Sand oder Strohgranu-lat) versehen und in zwei Ausl\u00e4ufen eines Praxisbetriebes aufgestellt. Die \u201eIBcon-Chicks\u201c bieten den Tie-ren Schutz und bearbeitbares Einstreumaterial. Zugleich werden durch die Unterflursicherung (Bodenplat-te der Container) direkte N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in den Boden verhindert. Durch das Verteilen der \u201eIBcon-Chicks\u201c in der Fl\u00e4che ist ggf. auch eine bessere Auslaufannahme zu erreichen. H\u00fctten sollten daher, ebenso wie Mobilst\u00e4lle, in kurzen Intervallen versetzt werden, um eine N\u00e4hrstoffakkumulation in den un-mittelbar umliegenden Bereichen zu vermeiden und zudem \u00fcber eine eingebaute (bzw. mobile) Boden-platte bzw. Unterflursicherung verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Da mineralische Substrate (Schotter, Kies und Sand) nicht in der Lage sind, N\u00e4hrstoffe aufzunehmen und aus einer Vielzahl anderer Gr\u00fcnde ungeeignet f\u00fcr den Au\u00dfenbereich von Gefl\u00fcgelausl\u00e4ufen sind, wurden f\u00fcr die Optimierungen organische Substrate auf Holz- oder Strohbasis in H\u00e4cksel- oder Pellet-form zum Einsatz gebracht. In den Substraten konnte ein deutlicher Anstieg der Nt-Gehalte \u00fcber die Lie-gedauer gemessen werden, der in einem Fall, nach einer Liegedauer der eingesetzten Holzhackschnitzel von 167 Tagen, bei im Durchschnitt 99 g\/m2 lag. Auch quellf\u00e4hige Substrate wie Strohpellets erwiesen sich als geeignet. So konnte bei den auf einem anderen Betrieb eingesetzten Strohpellets am Ende der Liegedauer eine Zunahme der Nt-Gehalte von 158 g\/m2 auf insgesamt 382 g Nt\/m2  festgestellt werden.<\/p>\n<p>Strohh\u00e4cksel und Gr\u00fcnschnitt erwiesen sich im Nahbereich aus hygienischer Sicht und aufgrund starker Umsetzungsprozesse als ungeeignet. <\/p>\n<p>Entscheidend ist in jedem Fall der Abtransport des angereicherten Materials von der Fl\u00e4che, um tats\u00e4ch-lich einen N\u00e4hrstoffentzug bewirken zu k\u00f6nnen. Bei zu langer Liegedauer kann es zu einem R\u00fcckgang der N\u00e4hrstoffhaltekapazit\u00e4t der Substrate kommen, insbesondere die Stickstoffgehalte sanken bei einer Lie-gedauer von mehr als 300 Tagen. Zudem konnte bei langer Liegedauer eine Verschl\u00e4mmung der Substrate beobachtet werden.<br \/>\nEin regelm\u00e4\u00dfiger Austausch der organischen Substrate mindestens vor und nach der winterlichen Sicker-wasserperiode ist daher ratsam. <\/p>\n<p>Auch die Gehalte an pflanzenverf\u00fcgbarem Phosphor lagen in den stark frequentierten Bereichen oftmals in der Gehaltsklasse E, bei der keine weitere D\u00fcngung empfohlen wird. Diese findet aber zwangsl\u00e4ufig durch den fortlaufenden Kotabsatz statt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>14 Vortr\u00e4ge darunter (eine Auswahl):<br \/>\n-Deerberg Fri: Herausforderungen an das k\u00fcnftige Management von Legehennenausl\u00e4ufen, Eurotier 2018, DLG Forum, Hannover, 13.11.2018<br \/>\n&#8211; He\u00df J: Untersuchungen und Erkenntnisse zum Auslaufmanagement \u2013 23. Internationale Bioland-Gefl\u00fcgeltagung, Bad Schussenried, 12.03.2019<br \/>\n-Deerberg, Fra: &#038; B. Delics: Der Legehennenauslauf unter dem N\u00e4hrstoffaspekt: M\u00f6glichkeiten und Grenzen. 25. Internationale Bioland-Gefl\u00fcgeltagung, Online-Veranstaltung, 10.03.2021<br \/>\n-Deerberg Fra &#038; B Delics*: (Kein) N\u00e4hrstoffmanagement im Nahbereich von Legehennenausl\u00e4ufen. 26. Internationale Bioland-Gefl\u00fcgeltagung, Online-Veranstaltung, 29.02.2022<br \/>\n-Deerberg Fra*: Shit Happens \u2013 der Legehennenauslauf unter dem N\u00e4hrstoffaspekt N\u00e4hrstoffmanage-ment im Nahbereich von Legehennenausl\u00e4ufen. Netzwerk Fokus Tierwohl, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, 14.07.2022<br \/>\n-Deerberg Fra., He\u00df J, Deerberg Fri*: N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in Gefl\u00fcgel-\/Legehennenausl\u00e4ufen. Fachge-spr\u00e4ch vor dem Fachausschuss Gefl\u00fcgel des Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft (B\u00d6LW), 22.10.2022<br \/>\n-Deerberg Fra: Reduzierung von N\u00e4hrstoffaustr\u00e4gen aus der Freilandhaltung von Legehennen. Fachta-gung \u201eGew\u00e4sserschutz \u2013 Den Systemvorteil \u00d6kolandbau nutzen\u201c, Rendsburg, 29.11.2022<\/p>\n<p>12 Beitr\u00e4ge in Lehrveranstaltungen darunter (eine Auswahl):<br \/>\n-He\u00df J: N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe im \u00d6kologischen Landbau, Beispiel Legehennen. Modul N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe, Energie- &#038; \u00d6kobilanzen, M.Sc. \u00d6kologische Agrarwissenschaften, Universit\u00e4t Kassel, 25.10.2018<br \/>\n-Deerberg Fri: N\u00e4hrstoffdynamik in der \u00d6ko-Legehennenhaltung, Modul Tierhaltung im \u00f6kologischen Landbau, B.Sc. Landwirtschaft (u. a.), Hochschule Osnabr\u00fcck, Sommersemester 2019<br \/>\n-Deerberg Fra &#038; B Delics*: Der Legehennenauslauf unter dem N\u00e4hrstoffaspekt: M\u00f6glichkeiten und Gren-zen, Modul Bodenfruchtbarkeit und N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe, 5.\/6. Sem. B.Sc. \u00d6kologische Landwirtschaft, Universit\u00e4t Kassel, 10.06.2021<br \/>\n-Deerberg Fra: Der Legehennenauslauf unter dem N\u00e4hrstoffaspekt: M\u00f6glichkeiten und Grenzen, Modul N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe, Energie- &#038; \u00d6kobilanzen, M.Sc. \u00d6kologische Landwirtschaft, Universit\u00e4t Kassel, 11.11.2022<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen:<br \/>\n-Delics B, Deerberg Fra, Deerberg Fri, Ruf M &#038; J He\u00df (2019) N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in der Freilandhaltung von Legehennen. Problembereiche im Auslauf. In: \u201eInnovatives Denken f\u00fcr eine nachhaltige Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft\u201c, (Hrsg.) D. M\u00fchlrath, Beitr\u00e4ge zur 15. Wissenschaftstagung \u00d6kologischer Land-bau, 06.-09.03.2019, Kassel, 288-289<br \/>\n-Deerberg Fra, Jalane V, Deerberg Fri &#038; J He\u00df (2019): N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in der Freilandhaltung von Le-gehennen. Eignung von Kies im Nahbereich. In: \u201eInnovatives Denken f\u00fcr eine nachhaltige Land- und Er-n\u00e4hrungswirtschaft\u201c, (Hrsg.) D. M\u00fchlrath, Beitr\u00e4ge zur 15. Wissenschaftstagung \u00d6kologischer Landbau, 06.-09.03.2019, Kassel, 286-287<br \/>\n-Deerberg Fra, Deerberg Fri., Delics B. &#038; J He\u00df (2020): Kies und Schotter eine Abfuhr erteilen. In: DGS-Magazin 49\/2020<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit:<br \/>\n-Delics B, Deerberg Fra, Deerberg Fri, Kluth J &#038; J He\u00df (2019): Demoanlage und Poster zu der Thematik \u201eN\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in der Freilandhaltung von Legehennen\u201c auf den \u00d6ko-Feldtagen, Dom\u00e4ne Franken-hausen, 03.-04.07.2019<\/p>\n<p>Eingangsworkshop des Projektes:<br \/>\nAllgemeine Einf\u00fchrung in die Thematik, Diskussion der Teilnehmenden zu den Themen Auslaufgestal-tung, Fl\u00e4chenbeimessung und Problembereiche sowie Erkenntnisse vorangegangener Untersuchungen, 30.01.2019<\/p>\n<p>Zweiter Projektworkshop:<br \/>\nPr\u00e4sentation des neuesten Erkenntnisstandes, insbesondere des Einsatzes von Substraten im \u00fcberdach-ten Stallrand und Nahbereich von Legehennenst\u00e4llen, Erfahrungsaustausch der Landwirt:innen zu den Optimierungsma\u00dfnahmen, 21.01.2021<\/p>\n<p>Erstellen eines Kurzfilmes zum Thema \u201egute Auslaufakzeptanz \u2013 Beispiele aus der Praxis\u201c<\/p>\n<p>Abschlussworkshop des Projektes:<br \/>\nPr\u00e4sentation des neuesten Erkenntnisstandes, insbesondere des Einsatzes einer mobilen Unterziehpla-ne, IBcon-Chicks (Schutzh\u00fctten mit Unterflursicherung aus IBC-Containern) und Substraten im Nahbereich von Legehennenst\u00e4llen, 04.07.2022<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf wurden Projektergebnisse bereits auf der 27. Internationalen Bioland Gefl\u00fcgeltagung vorgestellt.<\/p>\n<p>Zudem gab es am 09.03.2023 anl\u00e4sslich der 16. Wissenschaftstagung \u00d6kologischer Landbau einen Workshop zum Thema (Titel: Shit Happens \u2013 auch im Legehennenauslauf!?).<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse werden auch zuk\u00fcnftig durch Vortr\u00e4ge, \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Ver\u00f6ffentlichungen und Lehrveranstaltungen in Beratung, Praxis sowie Lehre und Forschung getragen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des Projektes monatlich gezogenen Bodenproben erm\u00f6glichen es, die Dynamik des mi-neralischen Stickstoffes in einer Tiefe von 0-90 cm im Boden sichtbar zu machen und nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Um zu verhindern, dass die w\u00e4hrend der Standzeiten anfallenden Kotmengen auf dem gewachsenen Bo-den eingetragen werden, sollten Mobilst\u00e4lle grunds\u00e4tzlich \u00fcber eine eigene eingebaute Bodenplatte ver-f\u00fcgen. Durch die im Projekt eingesetzte mobile Unterziehplane bleibt die Mobilit\u00e4t der St\u00e4lle erhalten (anders als bei Betonplatten, die feste Standpl\u00e4tze vorgeben). Allerdings bedarf es einer Weiterentwick-lung der Plane, vor allem was die Rei\u00dffestigkeit des Materials anbelangt, sowie weiterer Forschung, um eine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und weitere Erfahrung im Umgang mit der Plane (z. B. was das Abmisten betrifft) zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>H\u00fctten sollten, ebenso wie Mobilst\u00e4lle, regelm\u00e4\u00dfig versetzt werden und \u00fcber eine eigene Bodenplatte verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Mineralische Substrate wie Schotter, Kies und Sand sollten im Au\u00dfenbereich von Gefl\u00fcgelst\u00e4llen nicht eingesetzt werden, da sie nicht in der Lage sind, N\u00e4hrstoffe zu binden. F\u00fcr Schotter und Kies besteht zudem ein kaum l\u00f6sbares Problem was die sach- und fachgerechte Aufbereitung und Entsorgung des Materials (kontaminierter Bauschutt) anbelangt.<\/p>\n<p>Organische Substrate wie etwa Holzhackschnitzel oder Strohpellets erwiesen sich als deutlich besser geeignet. Ein regelm\u00e4\u00dfiger Austausch des Materials ist n\u00f6tig. Zudem besteht weiterer Forschungsbedarf was Menge, Liegedauer und Eigenschaften der Substrate anbelangt.<\/p>\n<p>Hecken und Geh\u00f6lzstreifen k\u00f6nnen zu einer besseren Verteilung der Tiere in die Fl\u00e4che beitragen, sind mitunter aber so beliebt, dass es in ihrem Umkreis ebenfalls zu problematischen N\u00e4hrstoffakkumulatio-nen kommt.<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeit auf Praxisbetrieben unterliegt einer Vielzahl an Variablen, die interagieren und so die Ergebnisse beeinflussen. So haben Management, wie etwa Pflegema\u00dfnahmen im Auslauf, oder eine Haltung anderer Tiere im Legehennenauslauf, aber auch das Verhalten der H\u00fchner, Einfluss auf die N\u00e4hr-stoffgehalte im Boden. Ebenso sind die Effekte der Substrate nicht immer und in jedem Fallbeispiel l\u00fc-ckenlos mit den Stickstoffdynamiken im Boden zusammenzubringen. In Anbetracht der (teils sehr) hohen Stickstoffgehalte, die punktuell gemessen werden konnten, sind L\u00f6sungsans\u00e4tze jedoch dringend erfor-derlich, um die Freilandhaltung von Legehennen zukunftsf\u00e4hig zu gestalten. Hierf\u00fcr bedarf es weiterer Forschung, die, um Ursache und Wirkung noch klarer in Zusammenhang zu bringen, sowohl modellhaft unter ceteris paribus Bedingungen als auch unter Praxisbedingungen stattfinden muss. Dabei ist zu be-r\u00fccksichtigen, dass L\u00f6sungsans\u00e4tze sowohl den Anspr\u00fcchen der Landwirt:innen als auch denen der Tiere und des Umweltschutzes gen\u00fcgen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der wachsenden Nachfrage der Verbrauchenden nimmt die Freilandhaltung von Legehennen stetig zu. Laut Eier-Vermarktungsverordnung und EU-\u00d6ko-Verordnung m\u00fcssen jedem Tier mindestens 4 m2 Auslauffl\u00e4che zur Verf\u00fcgung stehen. 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