{"id":26959,"date":"2025-10-21T10:32:14","date_gmt":"2025-10-21T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33993-01\/"},"modified":"2025-10-21T10:32:16","modified_gmt":"2025-10-21T08:32:16","slug":"33993-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33993-01\/","title":{"rendered":"\u0084Big is beautiful &#8211; Mehr nat\u00fcrliche Vielfalt und weniger Lebensmittelverluste\u0093: Entwicklung einer digitalen Online-Plattform f\u00fcr den Verkauf von nicht normgerechtem Obst und Gem\u00fcse"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge bleiben rund 30 % einer Obst- und Gem\u00fcseproduktion auf dem Feld liegen, obwohl es sich rein qualitativ betrachtet um einwandfreie Ware handelt (WWF 2015). Zu gro\u00df, zu klein, zu knubbelig \u0096 des Aussehens wegen wird dieses \u0084quere\u0093 Obst und Gem\u00fcse aussortiert und liegengelassen oder gar weggeworfen. Dies f\u00fchrt zu einer enormen Verschwendung von Lebensmitteln und von f\u00fcr die Lebensmittelherstellung ben\u00f6tigen Ressourcen.<br \/>\nDas Ziel des Vorhabens war die Entwicklung und der Aufbau einer Online-Plattform zur Vernetzung von Gro\u00dfkund*innen und Erzeuger*innen mit \u00fcberwiegend Aus- oder \u00dcberschusswaren. Damit sollte das Problem der Lebensmittelverluste am Anfang der Wertsch\u00f6pfungskette effizient gel\u00f6st werden. Aus strategischen Gr\u00fcnden lag der Fokus auf \u0084querem\u0093 Obst und Gem\u00fcse aus biologisch erzeugten Anbau.<br \/>\nDie relevanten Zielgruppen hierf\u00fcr waren in erster Linie landwirtschaftliche Betriebe auf der einen und Betriebe der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung sowie Verarbeitung auf der anderen Seite. Zus\u00e4tzlich wurden Transporteure und Logistikdienstleister angesprochen, welche mit Skalierung der Plattform eine zentrale Rolle einnehmen sollten.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sollten auch Verbraucher*innen f\u00fcr die Themenfelder Lebensmittelverschwendung und nat\u00fcrliche Vielfalt sensibilisiert werden. Die Plattform-Kund*innen sollten ihr Engagement gegen Lebensmittelverschwendung auch explizit nach au\u00dfen pr\u00e4sentieren, um so als Multiplikator*innen der Idee eine breite \u00d6ffentlichkeit zu erreichen.<br \/>\nIm Zuge der im M\u00e4rz 2020 eingeleiteten Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Covid-19-Pandemie wurde ein Folgeantrag eingereicht, um die negativen Auswirkungen infolge von bundesweiten Schlie\u00dfungen von Institutionen der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung abzumildern. Ziel war es, die Partnerbetriebe dabei zu unterst\u00fctzen, jeweils vor Ort in den Betrieben so viele Kantineng\u00e4ste wie gesetzlich m\u00f6glich verpflegen zu k\u00f6nnen und ihnen zu erm\u00f6glichen trotz gesunkener Bestellmengen wieder regelm\u00e4\u00dfig Ware zu beziehen.<br \/>\nInsgesamt sollten bis Ende der Projektlaufzeit 30 Kund*innen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Plattform bestellen, mindestens 500 Online-Bestellungen eingehen und mindestens 200 Tonnen queres Obst und Gem\u00fcse gerettet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<br \/>\nDer Aufbau dieser Plattform umfasste mehrere Teilbereiche. Zum einen galt es eine technische L\u00f6sung zu entwickeln, die die Bed\u00fcrfnisse der Nutzer*innen optimal abbildet und die internen Prozesse skalierbar machte. Zum anderen musste das Erzeuger*innennetzwerk ausgebaut, das Produktportfolio erweitert und Qualit\u00e4tsprozesse etabliert werden. Auf der anderen Seite galt es das Konzept in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen, neue Standorte zu erschlie\u00dfen und mehr Kund*innen zu generieren. Damit einher bestand die Herausforderung eine effiziente Logistik aufzubauen.<br \/>\nDie Entwicklung und Optimierung der Plattform erfolgte in sogenannten Sprints, die eine agile Arbeitsweise erm\u00f6glichten. Die Entwicklung der Plattform war darauf ausgerichtet, ein f\u00fcr alle Stakeholder relevantes Produkt zu entwickeln, und jeden Entwicklungsschritt durch kontinuierliche Iterations- und Feedbackschleifen zu validieren. Frameworks zum agilen Entwickeln von Software sehen vor, dass man die Planungsphase m\u00f6glichst kurz h\u00e4lt und schnellstm\u00f6glich zu einem einsetzbaren Prototypen gelangt. Daher arbeitete das Entwicklerteam in sogenannten Sprints.<br \/>\nZum Aufbau der kritischen Masse an Kund*innen wurde der bereits vor Markteintritt der Plattform bestehende Kundenstamm weiter ausgebaut und an die Plattform gebunden. Dies erfolgt durch die aktive Einbindung bei der Entwicklung der Plattform und durch den pers\u00f6nlichen Kundenkontakt. Nach erfolgtem Markteintritt wurde offensiv agiert, um schnell eine entsprechend hohe Nutzerzahl aufzubauen. Dazu wurden Kommunikations- und Akquisestrategien festgelegt.<br \/>\nUm eine hohe Qualit\u00e4t der Produkte zu gew\u00e4hrleisten, wurde ein Qualit\u00e4tskatalog erstellt. Dieser sollte es den Lieferant*innen erleichtern ihre Produkte einzustufen und verhindern, dass qualitativ mangelhafte Ware, die beispielsweise von Schimmel befallen ist, \u00fcberhaupt in den Warenverkehr gelangt. Bestehende Kooperationen mit Erzeuger*innen wurden intensiviert und weitere Schl\u00fcsselpartner*innen dazugeschaltet. Weiterhin wurde das Produktportfolio an allen Standorten ausgebaut, um die Plattform f\u00fcr Kund*innen attraktiv zu gestalten.<br \/>\nWichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit mit den Logistikpartner*innen war die Erarbeitung von Anforderungskatalogen, Hygiene- und Qualit\u00e4tskriterien. Diese wurden anhand bestehender Verordnungen, aber auch durch die Learnings aus der Zusammenarbeit erstellt. Strategisch wurde eine Kombination aus regionalen Spediteuren verfolgt, welche die Verteilung in den Ballungszentren \u00fcbernahmen und nationalen Spediteuren f\u00fcr die Lieferungen zwischen den Ballungszentren, um eine effiziente und m\u00f6glichst ressourcenschonende Logistik aufzubauen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Projektzeitraum konnten bis Februar 2021 die gesetzten Ziele erreicht und teils sogar weit \u00fcbertroffen werden. <\/p>\n<p>Im Projektzeitraum konnten 568.212 kg krummes Bio-Obst und Gem\u00fcse von rund 35 Partnerbetrieben an mehr als 80 Kund*innen an 4 Standorten vermarktet werden. Dabei konnten \u00fcber 3.500 Bestellungen \u00fcber die Plattform verzeichnet werden. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit war es m\u00f6glich sowohl die physische als auch die digitale Infrastruktur zu schaffen, um auf nationaler Ebene Obst und Gem\u00fcse retten zu k\u00f6nnen. Wichtige Bestandteile hiervon waren u. a.: <\/p>\n<p>&#8211; die Programmierung diverser Module (Online-Shop, Admin Panel, Feldbotschaften-App)<br \/>\n&#8211; die Einrichtung eines Warenwirtschaftssystems<br \/>\n&#8211; der Aufbau eines deutschlandweiten Netzwerks an Logistiker*innen<br \/>\n&#8211; die Gewinnung von Kund*innen in den einzelnen Lieferregionen und auf nationaler Ebene<br \/>\n&#8211; der Aufbau und die Ausweitung von Partnerschaften mit Landwirt*innen in Deutschland, \u00d6sterreich, Spanien, Frankreich und Italien<br \/>\n&#8211; die Einf\u00fchrung eines einheitlichen Qualit\u00e4tsmanagements in allen Regionen<br \/>\n&#8211; und schlie\u00dflich die Einf\u00fchrung des Konzepts der Feldbotschaften und die Umsetzung aller hiermit verbundenen logistischen und kommunikativen Aufgaben<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurde an diversen Veranstaltungen teilgenommen, um das Vorhaben zu pr\u00e4sentieren. Darunter beispielsweise die Innovationskonferenz Bio &#038; Regional goes Digital (2018), die INTERNORGA (2019), die Veranstaltung Checkpoint \u0084Nachhaltigkeit der Lebensmittel\u0093 der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung (2019) und die Er\u00f6ffnungsveranstaltung Think Global Act Local (2020) von der Stabstelle Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Berlin. \u00dcber den Newsletter wurden regelm\u00e4\u00dfig mehr als 1.000 Menschen erreicht. Die Postingreihe \u0084Obst und Gem\u00fcse mit Besonderheiten\u0093 auf Instagram und Facebook erreichte 2020 mehr als 5.000 Menschen. Im Sommer 2019 wurde das Projekt mit St\u00e4nden auf diversen Festivals pr\u00e4sentiert, darunter das Fusion Festival mit mehr als 80.000 G\u00e4sten. Zudem erschienen Artikel im Deutschen Bahn Magazin (Auflage: 500.000) und der GV-Praxis (Fachzeitschrift f\u00fcr die professionelle Gemeinschaftsgastronomie).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz immenser R\u00fcckschl\u00e4ge im Zuge der Auswirkungen der weltweiten Covid19-Pandemie, sind die Projektergebnisse sehr zufriedenstellend. Es konnten wichtige Meilensteine erreicht werden und man ist der Vision einer fairen und nachhaltigen Lebensmittelversorgung f\u00fcr alle n\u00e4hergekommen.<br \/>\nDer Erfolgskurs soll nach Abklingen der Pandemie fortgesetzt werden und zusammen mit den Kooperationspartner*innen soll in Zukunft noch viel mehr \u0084queres\u0093 Obst und Gem\u00fcse gerettet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Sch\u00e4tzungen zufolge bleiben rund 30 % einer Obst- und Gem\u00fcseproduktion auf dem Feld liegen, obwohl es sich rein qualitativ betrachtet um einwandfreie Ware handelt (WWF 2015). 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