{"id":26954,"date":"2025-10-21T10:32:11","date_gmt":"2025-10-21T08:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32372-02\/"},"modified":"2025-10-21T10:32:13","modified_gmt":"2025-10-21T08:32:13","slug":"32372-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32372-02\/","title":{"rendered":"Auskunfts- und Informationssystem Starkregenvorsorge (AIS) als Beitrag zur Klimaanpassungsstrategie Extreme Regenereignisse (KLAS) in Bremen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Anpassung urbaner R\u00e4ume an die Auswirkungen des Klimawandels setzt insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung negativer Einfl\u00fcsse durch Starkregen die Beteiligung und Zusammenarbeit verschiedenster kommunaler und privater Akteure voraus. Ziel des Projekts ist daher die Weiterentwicklung und Umsetzung eines im Projekt KLAS (Az 32372\/01) konzipierten Auskunfts- und Informationssystems Starkregenvorsorge (AIS) in der Freien Hansestadt Bremen. Das AIS soll Grundlagendaten und Analyseergebnisse zu \u00dcberflutungsgefahren, -risiken und Anpassungspotenzialen zielgruppengerecht bereitstellen und die Planungs- und Entscheidungsprozesse innerhalb der \u00dcberflutungsvorsorge untersch\u00fctzen. Die \u00dcbertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere St\u00e4dte und Gemeinden sollte durch die Entwicklung des AIS als Produkt erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenInformationen zur \u00dcberflutungsgefahr bilden die Grundlage f\u00fcr alle Ma\u00dfnahmen und Vorhaben der \u00dcberflutungsvorsorge und sind daher ein wichtiger Bestandteil des AIS. Vor diesem Hintergrund wurde der Datenbestand in Bremen \u00fcberarbeitet und an die aktuellen Anforderungen der \u00dcberflutungsvorsorge angepasst. Die ermittelten Daten wurden zusammen mit weitergehenden Analyseergebnissen zur geb\u00e4udebezogenen Gef\u00e4hrdung und zum \u00dcberflutungsrisiko von Krankenh\u00e4usern f\u00fcr die Integration in das AIS aufbereitet. Das AIS wurde als GIS-basiertes Onlineportal in Form von Web Applikationen (WebApp) von der Stadt Bremen realisiert. Als solche ver\u00f6ffentlicht, wurde bereits eine Starkregengefahrenkarte, die Teil des ebenfalls im Projekt entwickelten \u0084Starkregen-Vorsorgeportals\u0093 ist. Das Portal dient zur Information der \u00d6ffentlichkeit und bietet die M\u00f6glichkeit, Ausk\u00fcnfte zu \u00dcberflutungsgefahren auf dem eigenen Grundst\u00fcck zu beantragen und\/oder eine pers\u00f6nliche Beratung vor Ort durch Fachpersonal in Anspruch zu nehmen. Eine weitere WebApp wurde zur beh\u00f6rdeninternen Unterst\u00fctzung von Planungs- und Entscheidungsprozessen erstellt. Die Ber\u00fccksichtigung der hier gespeicherten Planungsgrundlagen in Planungsprozessen wird zuk\u00fcnftig durch die Verwendung einer Checkliste sichergestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die aktuellen Anforderungen und Vorgaben f\u00fcr die Ermittlung und Aktualisierung der Grundlagendaten (\u00dcberflutungsgefahren und -risiken) sind auch auf die Ergebnisse des vorangegangenen Projektes KLAS (Az 32372\/01) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das Erfordernis einer h\u00f6heren, r\u00e4umlichen Aufl\u00f6sung der Informationen zur \u00dcberflutungsgefahr, vor allem im Hinblick auf die Darstellung der \u00dcberflutungsgefahr auf Grundst\u00fccksebene und als Grundlage f\u00fcr weitergehende Risikoanalysen, war ein zentrales Ergebnis. Im Zuge der im Projekt durchgef\u00fchrten \u00dcberflutungsberechnungen wurde die r\u00e4umliche Aufl\u00f6sung daher stadtgebietsweit auf 1 m x 1 m (Raster) erh\u00f6ht und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Auswirkung unterschiedlicher Modellierungstechniken und -spezifika aus KLAS ber\u00fccksichtigt. Auf Grundlage der ermittelten Daten wurde f\u00fcr jedes Geb\u00e4ude in Bremen eine individuelle Aussage zur \u00dcberflutungsgef\u00e4hrdung in Form des maximal am Geb\u00e4ude anstehenden Wasserstands getroffen. Erforderlich ist diese Aussage insbesondere f\u00fcr geb\u00e4udebezogenen Risikoanalysen durch die Akteure in Bremen. Entsprechende Analysen sind hilfreich, um Risiken im Stadtgebiet darzustellen und die Umsetzung von Vorsorge- und Anpassungsma\u00dfnahmen zu priorisieren. Dar\u00fcber hinaus wurden die ermittelten Grundlagendaten zur Bewertung der \u00dcberflutungsgef\u00e4hrdung von Krankenh\u00e4usern in Bremen verwendet. Mit Hilfe der Ergebnisse wurden die jeweiligen Tr\u00e4ger in gemeinsamen Gespr\u00e4chen f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung sensibilisiert und motiviert, das Schadenspotenzial der gef\u00e4hrdeten Geb\u00e4ude zu ermitteln und f\u00fcr eine Risikoanalyse zur Verf\u00fcgung zu stellen.<br \/>\nDas AIS stellt ein effizientes Werkzeug f\u00fcr die Bereitstellung und Kommunikation von Grundlagendaten zu Starkregengefahren, -risiken und Anpassungspotenzialen dar. Im Projekt wurde es daher als Produkt entwickelt, um den Einsatz auch in anderen St\u00e4dten zu erm\u00f6glichen. Im Kern besteht das AIS aus individuell gestaltbaren Online-Portalen, mit deren Hilfe Daten f\u00fcr verschiedene Belange und Akteure der \u00dcberflutungsvorsorge bereitgestellt werden k\u00f6nnen. Die konzeptionelle Gestaltung des AIS (Layout, Funktionen, Legenden, Lesehilfen, etc.) beruht auf langj\u00e4hriger Projekterfahrung im Bereich Starkregenrisikomanagement und stellt eine zielgruppengerechte und verst\u00e4ndliche Bereitstellung von Daten sicher. Die inhaltliche Struktur des Systems orientiert sich an den in Bremen definierten Aufgabenbereichen der \u00dcberflutungsvorsorge \u0084Risikomanagement\u0093, \u0084wasser- und klimaangepasste Stadtentwicklung\u0093 und \u0084\u00d6ffentlichkeitsarbeit\u0093. Eines der im Projekt entwickelten Portale ist Teil des neuen \u0084Starkregen-Vorsorgeportals\u0093 der Stadt Bremen und beinhaltet eine stadtgebietsweite Starkregengefahrenkarte. Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer*innen, die Detailinformationen f\u00fcr ihr Grundst\u00fcck einsehen wollen, erhalten auf Antrag ein Auskunftsformular, das verschiedene Kartendarstellungen und Erl\u00e4uterung enth\u00e4lt. Auch wird auf die M\u00f6glichkeit zur pers\u00f6nlichen Beratung vor Ort, auf dem eigenen Grundst\u00fcck durch Mitarbeiter der hanseWasser Bremen GmbH aufmerksam gemacht. Die inhaltliche und konzeptionelle Gestaltung der Kartenausschnitte basiert vor allem auch auf den Erfahrungen der Kundenbetreuung der hanseWasser Bremen GmbH. Ein weiteres Portal wurde zur Unterst\u00fctzung der Stadtverwaltung bei der Begleitung von Planungsvorhaben aufgebaut. Es stellt Grundlagendaten in den Bereichen \u0084Starkregengefahren\u0093, \u0084Naturnaher Umgang mit Regenwasser\u0093 und \u0084Basisinformationen\u0093 bereit und erm\u00f6glicht eine erste Einsch\u00e4tzung m\u00f6glicher \u00dcberflutungsgefahren und Anpassungspotenziale. Eine eigens entwickelte Checkliste soll als Standard in allen Planungsverfahren abgearbeitet werden, um die Belange der \u00dcberflutungsvorsorge von vornherein zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit Hilfe des Starkregen-Vorsorgeportals werden \u00dcberflutungsgefahren auf unterschiedlichen Pfaden an die \u00d6ffentlichkeit kommuniziert und Angebote zu weitergehenden Informationen und zur pers\u00f6nlichen Beratung unterbreitet. Als Kommunikationsplattform leistet das Portal einen wesentlichen Beitrag zur \u00d6ffentlichkeitarbeit in Bremen. Nicht nur die Konzeption des Portals, sondern auch das Vorgehen zur Ermittlung der Inhalte des AIS und zur Etablierung des AIS als beh\u00f6rdeninternes Planungsunterst\u00fctzungssystem wurden auf verschiedenen Fachtagungen und Ver\u00f6ffentlichungen vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Umsetzung und Etablierung des Auskunfts- und Informationssystems Starkregenvorsorge ist eine gro\u00dfe Errungenschaft f\u00fcr die \u00dcberflutungsvorsorge in Bremen. Erstmals stehen Daten und Informationen zum Thema \u00dcberflutungsvorsorge zentral geb\u00fcndelt und zielgruppengerecht f\u00fcr B\u00fcrger*innen und Verwaltungsangeh\u00f6rigen bereit. Das gro\u00dfe Interesse der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer an der Auskunftsm\u00f6glichkeit zu Gefahren auf dem eigenen Grundst\u00fcck und die positive Resonanz verschiedenster Pressevertreter auf das Starkregen-Vorsorgeportal sind schon jetzt Beleg f\u00fcr den Erfolg des Projekts. Durch das Angebot des AIS als Produkt wird auch anderen St\u00e4dten und Kommunen erm\u00f6glicht, von den langj\u00e4hrigen Erfahrungen im Umgang mit Starkregen in Bremen zu profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Anpassung urbaner R\u00e4ume an die Auswirkungen des Klimawandels setzt insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung negativer Einfl\u00fcsse durch Starkregen die Beteiligung und Zusammenarbeit verschiedenster kommunaler und privater Akteure voraus. 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