{"id":26924,"date":"2026-04-13T10:32:12","date_gmt":"2026-04-13T08:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34090-01\/"},"modified":"2026-04-13T10:32:12","modified_gmt":"2026-04-13T08:32:12","slug":"34090-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34090-01\/","title":{"rendered":"Umweltvertr\u00e4glicher Pflanzenschutz bei der Bek\u00e4mpfung des Maisz\u00fcnslers durch Vermeidung von Insektiziden: Entwicklung eines neuen Verfahrens der mechanischen Stoppelbearbeitung bei der K\u00f6rnermaisernte zur Verbesserung der Feldhygiene und Bek\u00e4mpfung v[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Maisz\u00fcnsler (Ostrinia nubilalis) und Pilze der Gattung Fusarium spp. haben weltweit ein hohes Schadpotenzial und f\u00fchren zu erheblichen Ertrags- und Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen in maisbetonten Fruchtfolgen. Es bedarf wirksamer Pflanzenschutzstrategien sowohl f\u00fcr den konventionellen als auch den \u00f6kologischen Ackerbau, um die Negativeffekte auf ein vertretbares Ma\u00df zu begrenzen. Bestrebungen den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel weiter zu reduzieren und restriktive Zulassungsbestimmungen f\u00fcr Insektizide und Fungizide erh\u00f6hen den Bedarf an praktikablen, nichtchemischen Abwehr- und Bek\u00e4mpfungsverfahren entsprechend den Grunds\u00e4tzen des integrierten Pflanzenschutzes. Das Stroh- und Stoppelmanagement im K\u00f6rnermaisanbau, d. h. die mechanische Aufbereitung der Erntereste, ist in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung. Beide Schadorganismen nutzen das nach der Ernte auf dem Feld zur\u00fcckbleibende Pflanzenmaterial als Br\u00fccke in die n\u00e4chste Vegetationsperiode.<br \/>\nZiel dieses Projekts war die Entwicklung eines entsprechenden K\u00f6rnermaisernteverfahrens und der dazu notwendigen Maschinentechnik in Form eines Erntevorsatzes von Maispfl\u00fcckern, der unmittelbar im Erntevorgang eine Zerkleinerung der Restpflanze und Zerst\u00f6rung der Maisstoppeln erm\u00f6glicht. Dieses Projekt soll somit einen Beitrag dazu leisten umweltvertr\u00e4gliche Pflanzenschutzstrategien in der land-wirtschaftlichen Praxis weiter voranzubringen, indem durch eine mechanische, pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahme der Sch\u00e4dlingsdruck reduziert und damit die Notwendigkeit des Einsatzes chemischer oder gentechnischer Bek\u00e4mpfungsmethoden verringert wird. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich in zwei wesentliche Arbeitspakete, die Entwicklung des Horizon Star* III, einschlie\u00dflich Prototypenbau, Komponenten-, Pr\u00fcfstands- und Langzeittests, und der Erprobung des neuen Verfahrens in praxisnahen Feldversuchen an acht Versuchsstandorten bundesweit. Durch Boni-turen, Messungen und Siebanalysen wurde die Intensit\u00e4t der Stroh- und Stoppelzerkleinerung &#8211; auch vergleichend zu einem Standarderntevorsatz und Schlegelmulchern &#8211; bewertet. Ausger\u00fcstet mit Sensorik und Messtechnik erfolgte die Aufzeichnung prozessrelevanter Leistungsparameter, wie Kraftstoffverbrauch, Geschwindigkeit, Leistungsaufnahme und zahlreicher Randparameter. Die w\u00e4hrend der Feldeins\u00e4tze gewonnenen Erkenntnisse flossen in die stetige Weiterentwicklung des Maschinenkonzepts ein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der Entwicklung des HS3 bis zur Serienreife steht zum Ende dieses Projektes der weltweit erste Maispfl\u00fccker zur Verf\u00fcgung, der bereits w\u00e4hrend des Ernteprozesses die Maisstoppeln bis zum Wur-zelansatz auffasern kann. Dazu sind die Horizontalh\u00e4cksler des Maispfl\u00fcckers mit speziellen Hybridmessern best\u00fcckt, die sowohl schneidend &#8211; als auch schlagend &#8211; auf die Maisstoppeln einwirken und ein Auffasern bis zum Wurzelansatz herbeif\u00fchren. Ein pr\u00e4zises H\u00f6henf\u00fchrungssystem sorgt f\u00fcr eine gleichbleibende Arbeitsqualit\u00e4t. Diverse Optimierungen stimmen die Maschine f\u00fcr den bodennahen Einsatz ab. Derzeit ist der HS3 als 8-reihiger Erntevorsatz f\u00fcr die Reihenabst\u00e4nde 70-75-80 cm verf\u00fcgbar. Zum Projektende befinden sich bereits 25 Erntevors\u00e4tze im Praxiseinsatz. Speziell f\u00fcr die Umsetzung von Arbeitsbreiten >6 m wurde ein flexibles Rahmenkonzept mit mittiger Teilung des Grundrahmens und individueller H\u00f6henf\u00fchrung beider Maschinenh\u00e4lften entwickelt. Auf diese Weise kann zuk\u00fcnftig auch bei gr\u00f6\u00dferen Arbeitsbreiten sicher der Bodenkontur gefolgt werden.<br \/>\nHerk\u00f6mmliche Verfahren, vor allem der Einsatz von Schlegelmulchern, k\u00f6nnen die durch Erntefahrzeu-ge niedergefahrenen Maisstoppeln zumeist nicht oder nur unzureichend erfassen und bearbeiten. Der HS3 bearbeitet die Maisstoppeln bereits, bevor diese \u00fcberfahren werden. Somit kann eine gleichblei-bend hohe Bearbeitungsqualit\u00e4t \u00fcber die Gesamtfl\u00e4che erzielt werden. Die durchgef\u00fchrten Versuche zeigen, sofern mit der Bestellung des Maises geeignete Bedingungen geschaffen wurden, konnte der neue Erntevorsatz 78,3% bis 90,5% der Maisstoppeln vollst\u00e4ndig zerst\u00f6ren, wobei nur 4,0% bis 9,3% der Maisstoppeln mit einem intakten Internodium zur\u00fcckblieben. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg sind eine ebene Bodenoberfl\u00e4che und die korrekte Ausrichtung der Werkzeuge zur Maisreihe. Gegen diese St\u00f6rgr\u00f6\u00dfen sind Mulcher in der Regel robuster. Auch im Maisstroh hinterlie\u00df der HS3 nahezu keine intakten Internodien der Maisst\u00e4ngel. Somit ist von einer hohen Wirkung gegen den Maisz\u00fcnsler auszugehen und ein zus\u00e4tzliches Mulchen nicht notwendig.<br \/>\nDie Siebanalysen des Maisstrohs zeigten, dass der HS3 gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerversion (ohne Stoppelzerkleinerung) eine weitere Intensivierung der Maisstrohzerkleinerung erreicht. Das Niveau von Schlegelmulchern erreichte er jedoch nicht. Vor diesem Hintergrund gilt es unter Einbeziehung der Fruchtfolge, des Bestellverfahrens und der Pflanzenschutzstrategie abzuw\u00e4gen, ob der HS3 das Mul-chen vollst\u00e4ndig ersetzen kann. In den eigens durchgef\u00fchrten Versuchen in der Folgekultur Winterwei-zen konnte keine abschlie\u00dfende Bewertung hinsichtlich eines m\u00f6glichen Minderungseffekts auf den Mykotoxingehalt erfolgen.<br \/>\nAuch energetisch und arbeitswirtschaftlich kann das einstufige Verfahren des HS3 Vorteile bieten. Mit einem zus\u00e4tzlichen Leistungsbedarf von ca. 3,7-7,3 kW\/m Arbeitsbreite ben\u00f6tigt der HS3 im Vergleich zu Mulchern eine geringe Leistung f\u00fcr die Zerkleinerung der K\u00f6rnermaisstoppeln. Somit sind gegen\u00fcber einem zweistufigen Verfahren, bestehend aus Ernte mit anschlie\u00dfender Stoppelzerkleinerung mittels Mulcher, auch Kraftstoffeinsparungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Zielgruppe der \u00d6ffentlichkeitsarbeit umfasste bislang prim\u00e4r Landwirte, Lohnunternehmer und die landwirtschaftliche Beratung. Dabei galt es, die grunds\u00e4tzlichen Herausforderungen des Ernter\u00fcck-standsmanagements zu transportieren und die Potenziale des neuen Verfahrens vorzustellen. \u00dcber die Teilnahme an mehreren Ausstellungen (auch international) und Feldtagen mit Praxisvorf\u00fchrungen, Fachbeitr\u00e4gen in branchentypischen Zeitschriften und Vortr\u00e4gen konnte diese Zielgruppe erreicht werden. Beitr\u00e4ge in den sozialen Medien bei Facebook, Instagram und YouTube, erh\u00f6hen die Reichweite auch \u00fcber die spezifische Zielgruppe hinaus. \u00dcber die Projektlaufzeit konnte ein umfassender Datenpool zur Aufbereitung der Erntereste, sowie Leistungsparametern erzeugt werden. Mit tiefgreifender und statistischer Auswertung, werden die Daten \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus weiter untersucht. Es wird angestrebt die gewonnenen Ergebnisse, an geeigneter Stelle in wissenschaftlichen Fachzeitschrif-ten zu publizieren. Die Resonanz aus der landwirtschaftlichen Praxis und das Interesse der Fachmedien an dem neuen Maschinenkonzept unterstreichen die Notwendigkeit, zur Entwicklung derartiger Verfahren zur Umsetzung umweltvertr\u00e4glicher Pflanzenschutzma\u00dfnahmen. Nicht zuletzt wurde dies durch die Verleihung des Agritechnica Innovation Award 2019 in Silber unterstrichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Entsprechend der Zielsetzung ist es gelungen, die Arbeitsg\u00e4nge der K\u00f6rnermaisernte und der Stoppelzerkleinerung miteinander zu einem wirkungsvollen Verfahren zu kombinieren. Das Potential, durch eine fahrspurunabh\u00e4ngige Bearbeitung der Maisstoppeln eine Verbesserung der Arbeitsqualit\u00e4t in Bezug auf die Gesamtfl\u00e4che zu erreichen, konnte gehoben werden. Zuk\u00fcnftig ist eine weitere Intensivierung der Strohzerkleinerung auf Notwendigkeit und Umsetzbarkeit zu pr\u00fcfen. Zudem w\u00e4re eine h\u00f6here Robustheit gegen\u00fcber St\u00f6rgr\u00f6\u00dfen, wie einer unebenen Bodenoberfl\u00e4che, w\u00fcnschenswert. Das Vorgehen und die Methoden der Versuchsanstellung wurden immer weiter verfeinert und konnten sich bew\u00e4hren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Maisz\u00fcnsler (Ostrinia nubilalis) und Pilze der Gattung Fusarium spp. haben weltweit ein hohes Schadpotenzial und f\u00fchren zu erheblichen Ertrags- und Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen in maisbetonten Fruchtfolgen. Es bedarf wirksamer Pflanzenschutzstrategien sowohl f\u00fcr den konventionellen als auch den \u00f6kologischen Ackerbau, um die Negativeffekte auf ein vertretbares Ma\u00df zu begrenzen. 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