{"id":26892,"date":"2023-07-14T10:38:21","date_gmt":"2023-07-14T08:38:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33793-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:22","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:22","slug":"33793-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33793-01\/","title":{"rendered":"Tagfaltererfassung mit B\u00fcrgerbeteiligung &#8211; Citizen Science im \u00d6rs\u00e9g Nationalpark (Ungarn)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Ungarn war das b\u00fcrgerlich Engagement in Form von Citizen Science kaum bekannt. Daher war Ziel f\u00fcr den ungarischen ?rs\u00e9g Nationalpark und die umliegenden Natura 2000-Gebiete ein Netzwerk von qualifizierten jugendlichen Freiwilligen aufzubauen, die unter fachlicher Betreuung Daten zu den dortigen Tagfalterpopulationen erfassen. Aus den erhobenen Daten sollten Schutzma\u00dfnahmen abgeleitet und naturschutzgerechte Landnutzungsperspektiven festgelegt werden. Dar\u00fcber hinaus wurde angestrebt, den in Ungarn kaum bekannten Begriff Citizen Science als Form ehrenamtlich wissenschaftsnahen<br \/>\nEngagements einzuf\u00fchren und in ganz Ungarn publik zu machen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAn Bildungseinrichtungen wurden Informationsveranstaltungen zum Thema durchgef\u00fchrt und dabei Sch\u00fclerInnen mit den jeweiligen LehrerInnen gezielt angesprochen. Im Anschluss erfolgten f\u00fcr die verbleibenden Interessierten Lehrg\u00e4nge zur Ausbildung und eine permanente Betreuung durch die Mitarbeiter des ?rs\u00e9g Nationalparks bei den Erfassungen der Tagfalter auf den ausgew\u00e4hlten Fl\u00e4chen. Sogenannte Tagfalter-Transekte wurden ausgewiesen, welche von den Freiwilligen gezielt nach einem bestimmten Schema kontrolliert wurden. Zwei Workshops zum Wissenstransfer der ungarisch-deutschen Projektpartner konnte durchgef\u00fchrt werden. Dabei wurde das europ\u00e4ische Monitoring-Konzept des \u0084Butterfly Conservation Europe\u0093 vorgestellt. Eine projektbegleitende Arbeitsgruppe in Ungarn wurde gegr\u00fcndet und tagte regelm\u00e4\u00dfig um eine permanente Anpassung der erhobenen Daten auf das Nutzungsmanagement der entsprechenden Tagfalterfl\u00e4chen zu gew\u00e4hrleisten. Ein Abschlussworkshop erbrachte die direkte Ansprache und Pr\u00e4sentation der Ergebnisse, vor allem auch an weitere ungarische Nationalpark Verwaltungen. Eine Dauerausstellung zum Thema wurde konzipiert. Die zur Eingabe der Monitoringdaten bestimmte Homepage www.lepke-halo.hu wurde erstellt und online geschaltet. Neben der Onlineplattform wurde<br \/>\nauch eine Applikation kreiert und in Betrieb genommen. Mit ihrer Hilfe k\u00f6nnen die im Feld erfassten Daten leicht \u00fcbertragen und in die Datenbank der Nationalpark Verwaltung weitergeleitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Vorhabensdurchf\u00fchrung konnte den gesetzten Zeit- und Arbeitsplan erf\u00fcllen und an 21 Bildungseinrichtungen (mit 1.187 Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen) Informationsveranstaltungen zum Thema durchf\u00fchren. Die Werbeaktionen brachten 32 motivierte AkteurInnen hervor, die im Anschluss an einer weiteren Qualifizierung teilgenommen haben. Mit den gewonnenen Freiwilligen wurden zuerst Probefl\u00e4chen und dann ausw\u00e4hlte Transekte (insgesamt 17) begangen und Tagfaltererfassungen vorgenommen. Spezielle Freiwilligentage und \u0096aktionen wurden regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die TagfaltererfasserInnen und ihren Familien<br \/>\narrangiert, um ein Gemeinschaftsgef\u00fchl zu vermitteln. Zum Ende des Projektes blieben 24 TagfaltererfasserInnen aktiv. Im Verlauf der ersten Feldsaison 2018 wurden insgesamt 313 Individuen aus 43 Tagfalterarten erfasst und fotografiert. Dabei konnten bereits 15 gesch\u00fctzte Arten, darunter zwei Natura 2000-Arten, der Helle Wiesenknopf-Ameisenbl\u00e4uling (Maculinea teleius) und der Gro\u00dfe Feuerfalter (Lycaena dispar) nachgewiesen werden. Am Ende der Feldsaison 2019 waren gesamt 78 Tagfalterarten erfasst. Das Fl\u00e4chenmanagement wurde dem Artbestand angepasst und in ein allgemeines Landnutzungskonzept integriert. Das erste Treffen der deutsch-ungarischen Projektpartner fand vom 26. bis 29 Mai 2018 in Deutschland zur Know-How Vermittlung statt. Das zweite Treffen wurde im Rahmen eines internationalen Workshops vom 30. bis 31. M\u00e4rz 2019 in Ungarn durchgef\u00fchrt, mit ReferentInnen aus vier L\u00e4ndern (Ungarn, Deutschland, \u00d6sterreich, Niederlande). Ergebnis des Workshops war u.a. die Anpassung der ungarischen Tagfaltererfassung an dem europ\u00e4ischen Monitoring Konzept des Butterfly Conservation Europe. \u00dcber die Homepage von Butterfly Conservation Europe steht nun ein Tagfalter-Erfassungsleitfaden in ungarischer Sprache zur Verf\u00fcgung. Im Sommer 2019 konnten jugendliche TagfaltererfasserInnen aus Ungarn an dem internationalen Jugend-Workcamp in Deutschen teilnehmen. Auch hier war die Tagfaltererfassung ein Schwerpunkt. Hierzu wurde eine englische Brosch\u00fcre kreiert.<br \/>\nW\u00e4hrend der Projektlaufzeit hat sich gezeigt, dass auch die beste App ihre Anwendungsgrenzen, wenn die Kenntnisse des Anwenders begrenzt sind. Hier wird k\u00fcnftig noch mehr in die Ausbildung der Freiwilligen investiert werden m\u00fcssen. Auch wenn fehlende Kenntnisse durch intensive Betreuung seitensdes Fachpersonals rasch und gut erg\u00e4nzt und die TeilnehmerInnen so in die Lage versetzt wurden auf \u00e4hnliche Art in den Transekten aktiv zu werden, so muss doch betont werden, dass profunde Kenntnisse \u00fcber Falter nur \u00fcber lange und intensive Ausbildung erlangt werden kann. Hier waren dem Projekt deutliche Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zum Start des Projektes wurde ein eigenes Logo mit dem Projektnamen &#8220;Lepke-h\u00e1l\u00f3&#8221; (\u0084Schmetterlingsnetz\u0093) kreiert, Werbeposter und \u0096flyer wurden geschaffen, die gezielt durch die Medien publiziert, an Veranstaltungen pr\u00e4sentiert und \u00fcber die Nationalpark Homepage eingestellt wurden. \u00dcber den Ablauf und die M\u00f6glichkeit der aktiven Teilnahme am Projekt wurde kontinuierlich in \u00f6ffentlichen Medien berichtet.<br \/>\nDurch die geschaffene Dauerausstellung ist eine langfristige M\u00f6glichkeit gegeben, das Thema und den Naturschutzgedanken an die Bev\u00f6lkerung zu vermitteln.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der ?rs\u00e9g Nationalpark wird weiterhin die geschaffenen Strukturen betreuen, die Daten auswerten und gegebenenfalls das Nutzungsmanagement anpassen. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit hat sich gezeigt, dass vor allem auch SeniorInnnen eine gute Zielgruppe f\u00fcr die Ansprache vom ehrenamtlichen Engagement ist. Dies soll noch ausgebaut werden. Weitere Workshops und Arbeitstreffen sind zu dem Thema in Ungarn geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Ungarn war das b\u00fcrgerlich Engagement in Form von Citizen Science kaum bekannt. Daher war Ziel f\u00fcr den ungarischen ?rs\u00e9g Nationalpark und die umliegenden Natura 2000-Gebiete ein Netzwerk von qualifizierten jugendlichen Freiwilligen aufzubauen, die unter fachlicher Betreuung Daten zu den dortigen Tagfalterpopulationen erfassen. 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