{"id":26865,"date":"2024-11-27T10:44:10","date_gmt":"2024-11-27T09:44:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34370-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:44:13","modified_gmt":"2024-11-27T09:44:13","slug":"34370-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/34370-01\/","title":{"rendered":"Wassermanagement f\u00fcr Feuchtwiesen im Zeichen des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes ist es, optimale L\u00f6sungen f\u00fcr die Bew\u00e4sserung von Feuchtwiesen, sei es durch die einfache R\u00fcckhaltung des Wassers oder durch die k\u00fcnstliche Zufuhr des Wassers, zu erreichen, die langfristig ein wirkungsvolles Management eines Feuchtwiesenschutzgebiets f\u00fcr Wiesenv\u00f6gel er-lauben. Das Projekt soll insbesondere verhindern, hinsichtlich der Bew\u00e4sserung Fehlentscheidungen (zu lange oder zu intensive Bew\u00e4sserung) zu treffen, die langfristig negative Folgen f\u00fcr das Manage-ment eines Gebietes haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tLiteraturrecherche<br \/>\n2.\tFelderhebungen:<br \/>\nBenthosorganismen<br \/>\nRegenwurmproben<br \/>\nArthropoden (Laubsauger-Methode)<br \/>\nVegetationserfassungen<br \/>\nFutterwertanalyse (externes Labor)<br \/>\nBodenanalyse (externes Labor)<br \/>\nExperimentelle Bew\u00e4sserungen<br \/>\n3.\tBefragung der P\u00e4chter von Feuchtwiesen<br \/>\n4.\tBefragung von Wassermanagement-Experten<br \/>\n5.\tWorkshop (online)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die drei Nahrungsorganismen-Gruppen \u0096 Arthropoden, Benthos und Bodenlebewesen \u0096 reagieren un-terschiedlich auf die Einstauma\u00dfnahmen. Benthos-organismen profitieren von hohen Wasserst\u00e4nden, hingegen Bodenlebewesen wie Regenw\u00fcrmer und Schnakenlarven tolerieren l\u00e4ngere \u00dcberstauzeiten nicht. Die Arthropoden zeigen keinen eindeutigen, direkten Effekt der Einstauma\u00dfnahmen, sind aber in h\u00f6herer Vegetation zahlreicher als in k\u00fcrzerer. Dementsprechend hat die Einstauma\u00dfnahme, durch das verlangsamen des Aufwachsens der Vegetation, indirekt auch einen Effekt auf die Arthropoden. Wie-senv\u00f6gel nutzen gerne kurzrasige Bereiche als Brutplatz, somit hat der Wassereinstau auch hier posi-tive Auswirkungen. Aus der Sicht der Nahrungsverf\u00fcgbarkeit w\u00e4re also ein Mosaik an nassen und tro-ckenen Bereichen ideal f\u00fcr Wiesenv\u00f6gel, sowohl als Nahrungshabitat als auch Bruthabitat.<br \/>\nDurch die langsamer aufwachsende Vegetation haben Landwirte\/P\u00e4chter auf eingestauten Fl\u00e4chen Ein-bu\u00dfen bei der Futtermenge zu verzeichnen, jedoch nicht bei der Futterqualit\u00e4t. Auch die Befahrbarkeit wird aber durch den Wassereinstau verschlechtert. Da eine Nutzung unabdingbar f\u00fcr Wiesenv\u00f6gel ist, muss entweder angepasste Technik zum Einsatz kommen oder N\u00e4sse tolerante Weidetiere eingesetzt werden. H\u00f6here Wasserst\u00e4nde auf Niedermoorstandorten wirken sich positiv auf die Treibhaus-gasemissionen und die Bodensackung aus, ein weiterer Grund f\u00fcr h\u00f6here Wasserst\u00e4nde. Mit dem fort-schreitenden Klimawandel werden auch Trockenphasen \u00f6fter auftreten und somit wird auch die Land-wirtschaft von h\u00f6heren Wasserst\u00e4nden profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben dem Online-Workshop an der IWSG-Conference 2021 (international wader study group) mit 80 Teilnehmenden wurde (wird) das Projekt bzw. die Ergebnisse an folgenden Veranstaltungen pr\u00e4sentiert. <\/p>\n<p>&#8211;\tVorstellung des Projektes an der IWSG-Conference 2019 in Morecambe UK mit einem Poster:<br \/>\n\u0084Water management of wet meadows under climate change \u0096 Boost Wader Chick Food \u0096 a project presentation\u0093.<\/p>\n<p>&#8211;\tVorstellung des Projektes (unter anderen Themen) an einer digitalen \u0084Vorlesung\u0093 im Seminar Principles in Ecology an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel im Januar 2021, \u0084Wader conservation and good agricultural practice\u0093<\/p>\n<p>&#8211;\tEinladung zu einem Vortrag an der Brandenburgischen Akademie \u0084Schloss Criewen\u0093 zum Thema \u0084Wiesenbr\u00fcter \u0096 ein hoffnungsloser Fall?\u0093, wurde von 2021 auf 2022 verschoben.<\/p>\n<p>&#8211;\tErgebnispr\u00e4sentation an der EOU (European Ornithologists\u00b4 Union) 2022 in Gie\u00dfen, D mit einem Poster: \u0084The wetter the better? Impact of water management on prey availability for wet grassland breeding waders\u0093.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind h\u00f6here Wasserst\u00e4nde und teilweise \u00fcberstaute Bereiche im Gr\u00fcnland f\u00f6rderlich f\u00fcr Wiesenlimikolen. Wasserfl\u00e4chen\/Bl\u00e4nken welche bis ins sp\u00e4te Fr\u00fchjahr hinein erhalten werden k\u00f6nnen, dienen vor allem den K\u00fcken als Nahrungsgebiet. Die h\u00f6heren Wasserst\u00e4nde verlangsamen auch das Vegetationswachstum, was wiederum f\u00f6rderlich ist f\u00fcr Bodenbr\u00fcter wie den Kiebitz. Zuviel Wasser (\u00dcberstauzeiten von \u00fcber 4 Monaten) kann aber auch negative Auswirkungen haben vor allem auf die Bodenlebewesen wie Regenw\u00fcrmer und Schnakenlarven, wichtige Nahrungsorganismen von den Wie-senlimikolen. Eine topografische Heterogenit\u00e4t durch die sich \u00fcberstaute\/nasse und trockene Bereiche abwechseln ist ideal f\u00fcr Wiesenv\u00f6gel, da sich so Brut- und Nahrungshabitat in direkter Nachbarschaft finden.<br \/>\nDie Wasserverf\u00fcgbarkeit, sowie die Bodenverh\u00e4ltnisse beeinflussen die M\u00f6glichkeiten der Bew\u00e4sse-rung sowie der Wasserhalte-Kapazit\u00e4ten, dementsprechend sind lokal angepasste Ma\u00dfnahmen zwin-gend. Das verlangsamte Vegetationswachstum wirkt sich negativ auf die Futtermenge f\u00fcr Raufutter-verzehrer aus. P\u00e4chter\/Landwirte haben auf \u00fcberstauten, nassen Fl\u00e4chen Einbu\u00dfen in der Futtermenge und der Befahrbarkeit, jedoch keine oder nur geringe bei der Futterqualit\u00e4t.<br \/>\nH\u00f6here Wasserst\u00e4nde wirken sich positiv auf die Treibhausgas-Emissionen sowie Bodensackungen auf Niedermoorstandorten aus, ein positiver \u0084Nebeneffekt\u0093 auch im Sinne der Landwirte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes ist es, optimale L\u00f6sungen f\u00fcr die Bew\u00e4sserung von Feuchtwiesen, sei es durch die einfache R\u00fcckhaltung des Wassers oder durch die k\u00fcnstliche Zufuhr des Wassers, zu erreichen, die langfristig ein wirkungsvolles Management eines Feuchtwiesenschutzgebiets f\u00fcr Wiesenv\u00f6gel er-lauben. 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