{"id":26766,"date":"2026-03-19T10:32:17","date_gmt":"2026-03-19T09:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32864-01\/"},"modified":"2026-03-19T10:32:18","modified_gmt":"2026-03-19T09:32:18","slug":"32864-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32864-01\/","title":{"rendered":"&#8220;Der Preis des Wohlstands&#8221; &#8211; Entwicklung und Umsetzung eines Ausstellungsbereiches im \u00dcbersee-Museum Bremen zum Thema &#8220;Biodiversit\u00e4tsverlust und Fl\u00e4chenverbrauch durch Konsum und B\u00f6rsenhandel&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das \u00dcbersee-Museum Bremen entwickelt im Rahmen seiner kommenden \u201eAmerika\u201c-Dauerausstellung unter dem Titel \u201eDer Preis des Wohlstands\u201c einen Ausstellungsbereich, der die globalen Ph\u00e4nomene wie Fl\u00e4chen-verbrauch, Biodiversit\u00e4tsverlust und Konsum thematisiert. Der amerikanische Doppelkontinent mit seinen gro\u00dfr\u00e4umigen Landschaften eignet sich in besonderem Ma\u00dfe, die gro\u00dffl\u00e4chigen Ver\u00e4nderungen sichtbar zu machen. Zielsetzung dieses Ausstellungsbereiches ist es, dem Besucher die engen Zusammenh\u00e4nge zwi-schen seinem eigenen Konsum, der B\u00f6rse und dem Welthandel auf der einen und dem Verlust der biologi-schen sowie ethnischen Vielfalt und dem globalem Fl\u00e4chenverbrauch auf der anderen Seite aufzuzeigen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt haben wir die hochaktuellen Themen Fl\u00e4chenverbrauch und Biodiversit\u00e4tsverlust, die die derzeitige Diskussion zum Umgang des Menschen mit seiner Umwelt im Zeitalter der knapper wer-denden Ressourcen dominieren, in ihren Interdependenzen am Beispiel der Rohstoffe Erd\u00f6l, Mais und Soja untersucht. In einem zweiten Schritt wird das Thema B\u00f6rsenhandel in der Ausstellungsgestaltung in einen direkten visuellen und inhaltlichen Bezug mit o.g. Themen verbunden, und zwar in unmittelbar mit seinen naturr\u00e4umlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Der Besucher begreift die B\u00f6rse als globa-len Taktgeber und wird dadurch in die Lage versetzt, Weltern\u00e4hrung, Fl\u00e4chenverbrauch, Artenverlust und B\u00f6rsengeschehen mit seinem eigenen Konsum in Bezug zu setzen. Dar\u00fcber hinaus werden L\u00f6sungswege aufgezeigt. Durch diese Herangehensweise beschreitet das \u00dcbersee-Museum Bremen neue Wege in der Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Ausstellungsbereich \u201eDer Preis des Wohlstands\u201c liegt r\u00e4umlich im letzten Viertel eines Rund-gangs durch die neue \u201eAmerika\u201c-Ausstellung des \u00dcbersee-Museums. Um dorthin zu gelangen, durchqueren die Besucher die Bereiche \u201eEinwanderung\u201c, \u201eReligion\u201c und \u201eHerrschaft: Politik und Gesellschaft\u201c, die ihnen die Entwicklung des Doppelkontinents zu einem Macht- und Welthandels-zentrum erl\u00e4utern und die gesellschaftlichen Strukturen der verschiedenen Teile des Doppelkonti-nents darlegen. Der Besucher hat dabei erfahren, dass der Mensch seit seiner Ankunft Amerika ver\u00e4ndert hat. Diese Ver\u00e4nderungen haben mit der Besiedelung durch die Europ\u00e4er nach 1492 eine neue Qualit\u00e4t erreicht. Gleichzeitig hat der Besucher die Entwicklung verstanden, die zu der domi-nierenden Rolle Amerikas in der Welt gef\u00fchrt hat.<br \/>\nDie Besucher bewegen sich in einem Wechselspiel zwischen dem abstrakten B\u00f6rsengeschehen und den konkreten Auswirkungen auf die Naturr\u00e4ume. Die B\u00f6rse pr\u00e4sentiert sich als digitale Instal-lation, in der die einzelnen Produkte in Form von Zahlen, Tabellen, Kurven und Grafiken zu sehen sind. Im Bereich der naturr\u00e4umlichen Ver\u00e4nderungen nehmen die Produkte ihre nat\u00fcrliche Form an. Gezeigt werden Originale, Nachbildungen von Landschaften, Modelle und Fotos. Besucher erken-nen, dass die Daten und Zahlen der B\u00f6rse reale Folgen haben. Die Ausstellungsmittel bewegen sich zwischen Hands on und Gro\u00dfdioramen und schaffen so eine wechselnde Rhythmik, die den Besu-cher immer wieder mit neuen Eindr\u00fccken und Perspektiven \u00fcberrascht.<br \/>\nDas \u00dcbersee-Museum sieht sich als Familienmuseum. Das bedeutet, dass Menschen unterschiedli-chen Alters, Bildungsstands und unterschiedlicher Interessenslage gleicherma\u00dfen angesprochen werden. Sprachlich entspricht die Textinformation dem Verst\u00e4ndnisniveau der schulischen Mittel-stufe. Gleichzeitig sind die Texte hierarchisch aufgebaut. Sie reichen von allgemeinen Einf\u00fchrungen bis zu speziellen, detaillierteren Objekttexten. Niemand muss alles lesen, sondern der Besucher ent-scheidet selbst, wo er in die Tiefe gehen m\u00f6chte. Zus\u00e4tzlich wurde ein Audioguide f\u00fcr Erwachsene in Deutsch und Englisch sowie einen f\u00fcr Kinder entwickelt, der zus\u00e4tzlich noch in Form eines Quiz zum Mitmachen auffordert. In vielen Bereichen wird hier dem Besucher vertiefende Information zur Verf\u00fcgung gestellt.<br \/>\nF\u00fcr Familien mit Kindern im Vorschulalter sind zudem station\u00e4re Koffer eingerichtet, an denen sich Eltern gemeinsam mit ihren Kindern \u00fcber verschiedene Aufgaben und Objekte zum Anfassen und Ausprobieren tiefer auf die Ausstellungsthemen einlassen k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich werden f\u00fcr gef\u00fchrte Besuchergruppen Schubladen eingerichtet, die weiteres Informationsmaterial sowie Hands on-Elemente enthalten. So k\u00f6nnen in F\u00fchrungen weitere Aspekte einbezogen werden.<br \/>\nBegleitet wird die Ausstellung durch ein breites museumsp\u00e4dagogisches Programm, wobei in den ersten f\u00fcnf Monaten der Ausstellungslaufzeit neue Vermittlungsformate eingef\u00fchrt wurden. Gege-benenfalls werden diese auf der Basis von Evaluationen modifiziert, um anschlie\u00dfend in das dauer-hafte Programm des \u00dcbersee-Museums integriert zu werden. Dieses wird regelm\u00e4\u00dfig auf die Lehr-planinhalte abgestimmt.<br \/>\nLehrplanrelevante Themen, die sich ebenfalls mit weiteren Ausstellungsbereichen des Hauses ver-kn\u00fcpfen lassen, sind derzeit z.B. Ern\u00e4hrung, extreme Lebensr\u00e4ume und nachhaltige Ressourcennut-zung. Sie wenden sich an unterschiedliche Altersstufen und werden so angelegt, dass sie jeweils das Gesehene mit der eigenen Lebenswirklichkeit in Beziehung setzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die neue Dauerausstellung \u201eAmerika\u201c wurde vom 05. November 2016 bis 30. April 2017 beworben. Bereits im Vorfeld wurde die Ausstellung in der Presse sowie mit Social Media- und Werbeaktivit\u00e4-ten angek\u00fcndigt:<br \/>\nPresse:<br \/>\n\uf0b7 Im Feuilleton des Weser-Kuriers wurden die einzelnen Ausstellungskapitel Einwanderung, Reli-gion, Politik &#038; Gesellschaft sowie Welthandel in den vier Wochen vor Ausstellungser\u00f6ffnung je-weils ausf\u00fchrlich mit einem Artikel vorgestellt.<br \/>\n\uf0b7 In der Phase der Presse-Vorberichterstattung konnte das \u00dcbersee-Museum 139 Presseberichte und einen TV-Bericht generieren.<br \/>\n\uf0b7 W\u00e4hrend der laufenden Ausstellung in der Zeit von Anfang November 2017 bis Ende April 2018 kamen weitere 400 Presseberichte, 15 H\u00f6rfunkmeldungen und drei TV-Berichte hinzu.<br \/>\nMarketing<br \/>\n\uf0b7 Medienkooperation mit dem Nordwestradio<br \/>\n\uf0b7 Medienkooperation mit dem Weser-Kurier<br \/>\n\uf0b7 Die Ausstellung wurde mit Anzeigen, Plakaten und Flyer beworben:<br \/>\n\uf0b7 Zweimal wurde eine Plakatierung in Bremen und Umgebung mit Citylight-Plakaten, Gro\u00df-fl\u00e4chen sowie Allgemeinstellen A1 geschaltet.<br \/>\n\uf0b7 Anzeigen erschienen in regionalen Medien, wie Weser-Kurier, MIX, Foyer, Diabolo, Bre-mer, Bremen Magazin, Schwachhausen Magazin, Lilienthaler, Horner, Oberneulandma-gazin, Kunstst\u00fcck, Laufpass, Stadtmagazin Bremen, Achimer, Kinderei, Kinderzeit, Kin-derpassage, in \u00fcberregionalen Medien, wie die Zeit und SIM Kultur, in Publikationen der Bremer Tourismuszentrale (btz), der Volkshochschule und der Stadt- und Unibibliothek<br \/>\n\uf0b7 Das Rentier im Ausstellungsbereich Welthandel war das Motiv der Weihnachtskarte des \u00dcbersee-Museums.<br \/>\nSocial Media<br \/>\n\uf0b7 Die Ausstellung war auf den Social Media Kan\u00e4len Facebook und Youtube das wichtigste Thema w\u00e4hrend der Bewerbungszeit. Bereits ein halbes Jahr vor der Er\u00f6ffnung wurde das Thema dort gespielt. Das Rentier aus dem Bereich Welthandel war Co-Referent auf Face-book und kommentierte aus seiner Sicht immer wieder Themen der Ausstellung. Die The-menbereiche der Ausstellung wurden mit kleinen Filmen sowohl auf Facebook wie auch auf Youtube vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Laufzeit der Ausstellung \u201eAmerika\u201c in dem Status der Sonderausstellung wurde eine quantitative Besucherbefragung durch markt.forschung.kultur im gesamten \u00dcbersee-Museum durchgef\u00fchrt. Hierzu wurden in der Zeit vom 05. November 2016 bis 31. April 2017 gleichm\u00e4\u00dfig ver-teilt 645 Befragungen durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus wurde eine Besucherbeobachtung im Rahmen eines Seminars von Studenten des Masterstudiengangs International Studies of Leisure and Tou-rism der Hochschule Bremen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIm Folgenden sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:<br \/>\n\uf0b7 Mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren gelang es dem \u00dcbersee-Museum, Menschen in der \u201eRush Hour\u201c ihrer Biographie in das Museum zu locken. Dieses spricht f\u00fcr die Relevanz der Themen, diese in der Zeit knapp bemessene Besuchergruppe f\u00fcr einen Museumsbesuch zu mo-tivieren.<br \/>\n\uf0b7 Knapp ein Viertel der Besucher war unter 30 Jahre alt.<br \/>\n\uf0b7 41% der Besucher des \u00dcbersee-Museums waren als Familien mit minderj\u00e4hrigen Kindern im Haus.<br \/>\n\uf0b7 Die Ausstellung Amerika konnte vor allem neue Besucher aktivieren: 34% waren Erstbesucher, 55% Gelegenheitsbesucher des \u00dcbersee-Museums.<br \/>\n\uf0b7 90% aller Besucher des \u00dcbersee-Museums gingen in die Amerika-Ausstellung. \u00be der Besucher bewerteten die Ausstellung gut bis sehr gut. Die Weiterempfehlungsrate betr\u00e4gt 95%!<br \/>\n\uf0b7 Die Exponate, Texte, Graphiken und Filme in der Amerika-Ausstellung wurden von rund dreivier-tel der Besucher gut bis sehr gut bewertet. \u00dcber zweidrittel der Besucher betonten die Relevanz der ausgew\u00e4hlten Themen.<br \/>\n\uf0b7 Der Bereich \u201eWelthandel\u201c in der Amerika-Ausstellung hatte mit \u00fcber 10 Minuten die l\u00e4ngste Verweildauer der beobachteten Besucher. \u00dcber die H\u00e4lfte der Ausstellungsbesucher haben sich diesen Ausstellungsbereich intensiv angeschaut. Die beliebtesten Themen des Bereichs waren die Darstellungen zu Kaffee, Soja, Rind und Silber, gefolgt von Globaler Handel und Wirtschaft und an dritter Stelle wird der Ressourcenverbrauch genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das \u00dcbersee-Museum Bremen entwickelt im Rahmen seiner kommenden \u201eAmerika\u201c-Dauerausstellung unter dem Titel \u201eDer Preis des Wohlstands\u201c einen Ausstellungsbereich, der die globalen Ph\u00e4nomene wie Fl\u00e4chen-verbrauch, Biodiversit\u00e4tsverlust und Konsum thematisiert. Der amerikanische Doppelkontinent mit seinen gro\u00dfr\u00e4umigen Landschaften eignet sich in besonderem Ma\u00dfe, die gro\u00dffl\u00e4chigen Ver\u00e4nderungen sichtbar zu machen. 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