{"id":26763,"date":"2023-08-27T10:32:02","date_gmt":"2023-08-27T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33159-01\/"},"modified":"2023-08-27T10:32:03","modified_gmt":"2023-08-27T08:32:03","slug":"33159-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33159-01\/","title":{"rendered":"Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen &#8211; Errichtung eines landesweiten Netzwerkes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Land Th\u00fcringen hat erhebliche Defizite im Rahmen der Umsetzung von Natura 2000 im Bundesvergleich. Um diesen Zustand zu verbessern, wurden landesweit 12 Natura-2000-Stationen eingerichtet. Das Kompetenzzentrum soll den Aufbau des Netzwerkes Natura-2000-Stationen koordinieren und die Zusammenarbeit der Stationen landesweit in enger Abstimmung zwischen staatlicher Naturschutzverwaltung und ehrenamtlichen Tr\u00e4gern steuern. Dabei werden die Stationen durch zielgerichtetes Management unterst\u00fctzt, um zur Verbesserung der Erhaltungszust\u00e4nde von Lebensraumtypen und Artvorkommen des Netzwerkes Natura 2000 beizutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeitsschritte richten sich nach dem Projektantrag und gliedern sich in f\u00fcnf Teilbereiche: Koordination, Kommunikation, Konzeption, Qualifikation und Evaluation.<br \/>\nKoordination: Hauptaufgabe des Kompetenzzentrums war die Koordination der Arbeiten der Natura-2000-Stationen. Vor allem in der Anfangsphase war das Kompetenzzentrum als Koordinationsstelle und Service-Einrichtung f\u00fcr das Netzwerk unabdingbar. Neben der Beratung der Stationen zu fachlichen- und verwaltungstechnischen Fragen spielte auch die Organisation von Natura-2000-Stationsmeetings als zentrale Austauschplattform des Netzwerkes eine Rolle. Zudem wurde der Austausch mit politischen Mandatstr\u00e4gerInnen fokussiert und eine Abschlussveranstaltung mit deutschlandweitem Publikum organisiert.<br \/>\nKommunikation: die Verbesserung der Kommunikation von Natura 2000 dient zum einen zur positiven Verankerung des Begriffs in der Bev\u00f6lkerung sowie zum Abbau von Vorurteilen, vornehmlich der LandnutzerInnen, gegen\u00fcber den Richtlinien. Dies wurde zum einen durch die Erstellung von Pr\u00e4sentationsmaterialien wie Brosch\u00fcren oder einer Website erreicht sowie durch \u00f6ffentlichkeitswirksame Aktionen wie die Pr\u00e4mierung von Natura-2000-LandwirtInnen. Auch ein regelm\u00e4\u00dfiger Newsletter sowie Publikationen waren Bestandteil des Kommunikationskonzeptes. Ein Parlamentarischer Abend diente zudem dazu, dass Erreichte den politischen Mandatstr\u00e4gerInnen aufzuzeigen und f\u00fcr das Netzwerk und dessen Erfolge zu werben.<br \/>\nKonzeption: Es fehlte insbesondere bez\u00fcglich des Einsatzes von F\u00f6rdermitteln an einer Priorisierung der Natura-2000-Schutzg\u00fcter in Th\u00fcringen. In Zusammenarbeit mit dem Th\u00fcringer Landesamt f\u00fcr Umwelt, Bergbau und Naturschutz wurde diesem Sachverhalt entgegengewirkt. Mithilfe von ExpertInnen-Workshops f\u00fcr alle Arten und LRT der FFH-Richtlinie wurde zun\u00e4chst eine landesweite Priorisierung durchgef\u00fchrt, welche in einem Priorit\u00e4tenkonzept f\u00fcr die Natura-2000-Schutzg\u00fcter in Th\u00fcringen m\u00fcndete. Dieses Konzept kann als Richtschnur f\u00fcr die Ma\u00dfnahmenplanung der Natura-2000-Stationen dienen, um den \u0084Sorgenkindern\u0093 der FFH-RL besondere Beachtung in der Ma\u00dfnahmenplanung zu schenken. Das Konzept liegt f\u00fcr Th\u00fcringen erstmalig vor.<br \/>\nQualifikation: Die Kolleginnen und Kollegen aus den Natura-2000-Stationen bringen unterschiedlichste Kenntnisse mit sich. Daher wurden vom Kompetenzzentrum gemeinsam mit Partnern Weiterbildungsveranstaltungen zu spezifischen Themen durchgef\u00fchrt. Ebenso wurden Bausteine f\u00fcr einen Natura-2000-Manager-Lehrgang konzipiert und testweise erprobt. Nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Stationen wurden qualifiziert, sondern auch weitere Partner des Netzwerkes wie Umwelt- oder Landnutzerverb\u00e4nde. Zudem wurden th\u00fcringen- und bundesweite Veranstaltungen organisiert und durchgef\u00fchrt mit TeilnehmerInnen aus dem gesamten Bundesgebiet.<br \/>\nEvaluation: Die Natura-2000-Stationen haben zahlreiche Projekte initiiert. Eine Auswahl dieser wurde geb\u00fcndelt in einer Brosch\u00fcre publiziert. Diese gibt nicht nur Hinweise f\u00fcr die Umsetzung in Th\u00fcringen, sondern kann aufgrund ihres Aufbaus auch anderen Bundesl\u00e4ndern Hinweise f\u00fcr die Umsetzung von Natura 2000 geben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der ersten Phase des Projektes ist es gelungen, das Netzwerk der Natura-2000-Stationen in die Th\u00fcringer Naturschutzlandschaft zu integrieren. Dabei konnte sich das Kompetenzzentrum Natura -2000-Stationen als zentraler Ansprechpartner und Service-Einrichtung etablieren, sowohl f\u00fcr die Natura-2000-Stationen selbst als auch f\u00fcr andere Naturschutzakteure wie Beh\u00f6rden oder Verb\u00e4nde. Es wurden zentrale Fragestellungen aufgegriffen, mit den entsprechenden Einrichtungen besprochen und eine L\u00f6sung herbeigef\u00fchrt, beispielsweise durch die Anpassung von F\u00f6rderrichtlinien. Die Funktion des Kompetenzzentrums als Service-Einrichtung und Koordinierungsstelle hat die Vernetzung der Stationen untereinander und mit anderen PartnerInnen deutlich vereinfacht. Dass es einer solchen Koordinierungsstelle bedarf, zeigen die zahlreichen positiven Resonanzen aus Naturschutzverwaltung und Ehrenamt sowie die intensive Inanspruchnahme des Kompetenzzentrums durch PartnerInnen des Netzwerkes.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um eine erfolgreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation durchzuf\u00fchren, wurden eine Website sowie Pr\u00e4sentationsmaterial erstellt. Durch ein einheitliches Auftreten nach au\u00dfen wurde das Netzwerk der Natura-2000-Stationen positiv in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung verankert. Hierzu z\u00e4hlt auch eine aktive Pressearbeit. Zu den Publikationen z\u00e4hlen neben den Pr\u00e4sentationsmaterialien in Form von Flyern und zwei Brosch\u00fcren auch Artikel in Fachzeitschriften. Die Arbeiten des Kompetenzzentrums und des Netzwerkes im Allgemeinen wurden zudem in zahlreichen Bundesl\u00e4ndern vorgestellt und dienten als positives Beispiel f\u00fcr eigene \u00dcberlegungen der L\u00e4nder. Die Vorreiterrolle Th\u00fcringens in der Umsetzung von Natura-2000 wurde erkennbar und stie\u00df \u00fcber die Landesgrenzen auf breites Interesse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wenn ein Bundesland in kurzer Zeit neue Strukturen wie die Natura-2000-Stationen schafft und F\u00f6rdermittel f\u00fcr die Umsetzung von Natura 2000 zur Verf\u00fcgung stellt, braucht es eine zentrale Koordinierungsstelle wie das Kompetenzzentrum Natura-2000-Stationen. Der Abschlussbericht legt dar, wie das Kompetenzzentrum neben fachlichen Hilfestellungen auch verwaltungstechnische Fragen kl\u00e4rt und die Bekanntheit und damit verbundene Akzeptanz von Natura 2000 st\u00e4rkt. Eine solche Einrichtung ist bundesweit einmalig und st\u00f6\u00dft auch weit \u00fcber Th\u00fcringen hinaus auf breites Interesse. Dass die Umsetzung von Natura 2000 nur gemeinsam gelingen kann, zeigt zum einen die Tr\u00e4gerschaft des Kompetenzzentrum in Form der GbR bestehend aus dem BUND Th\u00fcringen e. V., dem NABU Th\u00fcringen e. V. und dem Deutschen Verband f\u00fcr Landschaftspflege sowie die sehr gute Zusammenarbeit mit Fachbeh\u00f6rde und Ministerium. Durch die Verankerung der Natura-2000-Stationen und des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen im Th\u00fcringer Gesetz zur Neuordnung des Naturschutzrechts im Juli 2019 wird die als Modellprojekt begonnene Arbeit des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen dauerhaft rechtlich gesichert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Land Th\u00fcringen hat erhebliche Defizite im Rahmen der Umsetzung von Natura 2000 im Bundesvergleich. 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