{"id":26739,"date":"2025-09-11T10:32:08","date_gmt":"2025-09-11T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32883-01\/"},"modified":"2025-09-11T10:32:08","modified_gmt":"2025-09-11T08:32:08","slug":"32883-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32883-01\/","title":{"rendered":"Modellprojekt \u0082Greifswalder Agrarinitiative\u0091"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland werden grundlegende Naturschutzziele \u0096 insbesondere zum Schutz der Biologischen Vielfalt \u0096 nach wie vor nicht erreicht. Die genutzte Agrarlandschaft spielt hierf\u00fcr eine zentrale Rolle. In der \u0082Greifswalder Agrarinitiative\u0092 haben sich daher Landeigent\u00fcmer und Landbewirtschafter rund um Greifswald zusammengefunden, um die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen noch st\u00e4rker am Leitbild der Nachhaltigkeit auszurichten. Die Universit\u00e4ts- und Hansestadt Greifswald, die Universit\u00e4t Greifswald, die Peter-Warschow-Sammelstiftung und die Domgemeinde St. Nikolai besitzen im Umland der Stadt Greifswald zusammen etwa 10.000 ha landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che. Die Fl\u00e4chen sind an \u00f6rtlich ans\u00e4ssige Landwirtschaftsbetriebe verpachtet.<br \/>\nZiel des Projektes ist am Beispiel \u0084Bienen\u0093 und \u0084Ackerbegleitvegetation\u0093 bespielhaft herauszuarbeiten, wie Landeigent\u00fcmer und -bewirtschafter ihrer Verantwortung f\u00fcr eine nachhaltige Landnutzung gerecht werden und insbesondere die Biodiversit\u00e4t in der Agrarlandschaft f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Die Erfahrungen und Ergebnisse dieses Dialogprozesses sollen f\u00fcr potenzielle Nachahmer verf\u00fcgbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt setzt auf einen intensiven Dialogprozess zwischen Landeigent\u00fcmern und deren P\u00e4chtern. Es folgt einem interessensbasierten und handlungsorientierten Ansatz.<br \/>\n\u0095\tIn einer ersten Phase werden \u00f6kologische, \u00f6konomische und ethische Fragen der landwirtschaftlichen Praxis in einem moderierten Dialogprozess bearbeitet. M\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen und Ansatzpunkte f\u00fcr eine zuk\u00fcnftig ver\u00e4nderte landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Pachtfl\u00e4chen werden herausgearbeitet.<br \/>\n\u0095\tIn einer zweiten Phase werden erste beispielhafte Ma\u00dfnahmen umgesetzt.<br \/>\n\u0095\tIn Phase 3 werden die Erfahrungen ausgewertet und M\u00f6glichkeiten der Verstetigung identifiziert.<br \/>\nDie moderierten Dialogformate werden durch landschafts\u00f6kologische und -\u00f6konomische Untersuchungen (z. T. in Form von Qualifizierungsarbeiten) und Input von externen Experten unterst\u00fctzt und durch ein umweltethisches Gutachten zur Zuschreibung von \u0084Verantwortung\u0093 erg\u00e4nzt. Der Gesamtprozess wird extern evaluiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die wesentlichen Ergebnisse liegen in vier Bereichen:<br \/>\n1.\tDas umweltethische Gutachten bietet Begr\u00fcndungen f\u00fcr das (gemeinsame) Handeln von Akteuren \u0096 im vorliegenden Fall Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern und Fl\u00e4chenp\u00e4chtern \u0096 im Interesse einer nachhaltigeren Landwirtschaft: Der Schutz der Biodiversit\u00e4t kann als \u0084geteilte, prospektive Verantwortung\u0093 aufgefasst werden. Wenig zielf\u00fchrend scheinen Verantwortungszuschreibungen an nur eine Akteursgruppe. Retrospektive Untersuchungen der Schuldfrage f\u00fchren ebenso wenig weiter.<br \/>\n2.\tKonkrete Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t in der genutzten Agrarlandschaft sind hinreichend erprobt, aber noch unzureichend bekannt und h\u00e4ufig nicht an die lokalen Bedingungen angepasst. Die Implementierung in Form eines Angebotsverfahrens mit individuellen Nachver-handlungen wurde erfolgversprechend erprobt.<br \/>\n3.\tDie Verst\u00e4ndigung zwischen Eigent\u00fcmern und P\u00e4chtern wurde in Form von Vereinbarungen und Leitlinien festgehalten. Ein entsprechendes Leitbild in Verbindung mit einem Kooperationsmodell wurde von der B\u00fcrgerschaft der Stadt Greifswald, dem Senat der Universit\u00e4t Greifswald und dem Kirchengemeinderat der Domgemeinde beschlossen. Nach Ende der Projektlaufzeit ergaben wei-tere Beschl\u00fcsse der B\u00fcrgerschaft zu allgemeinen Pachtbedingungen und Pachtvergabekriterien die auf Vorarbeiten des Projektes aufbauen und zumindest mittelbar ebenfalls diesem zuzurechnen sind.<br \/>\n4.\tDie Erfahrungen aus dem Dialogprozess zwischen Vertretern der Eigent\u00fcmer, Bewirtschafter und der Wissenschaft (vertreten durch das Projektteam) wurden durch eine externe Evaluatorin aus-gewertet und evaluiert. Sie sind in einer popul\u00e4rwissenschaftlichen Brosch\u00fcre als \u0084Leitfaden f\u00fcr Nachmacher*innen\u0093 zusammengefasst. Die beteiligten Landeigent\u00fcmer und -p\u00e4chter haben Anfang 2020 einen Verein gegr\u00fcndet, der das entwickelte Leitbild und Kooperationsmodell weiter mit Leben f\u00fcllt.<\/p>\n<p>Im Projekt wurde unter den Schlagworten \u0084kooperativ \u0096 wissensbasiert \u0096 wertorientiert \u0096 landschaftsbezogen\u0093 der \u0084Greifswalder Ansatz\u0093 gepr\u00e4gt. Dieser Ansatz muss und kann bezogen auf andere Orte, mit anderen Akteuren und zu anderen Zeitpunkten entsprechend angepasst werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit Berichterstattung in Printmedien, im Radio und auf der Projekthomepage. Pr\u00e4sentation des Projektes und der Projektergebnisse auf zahlreichen Tagungen.<\/p>\n<p>Es liegt dauerhaft vor: Abschlussbericht mit zahlreichen Anlagen, darunter:<br \/>\n\u0095\t\u0082Erfahrungen aus der Greifswalder Agrarinitiative \u0096 ein Leitfaden f\u00fcr Nachmacher*innen\u0091<br \/>\n\u0095\tUmweltethisches Gutachten (in Kurz- und Langfassung)<br \/>\n\u0095\tBericht zur externen Evaluation des Dialogprozesses<br \/>\n\u0095\tPostersammlung (Ergebnisse von Qualifizierungsarbeiten)<br \/>\n\u0095\tBeschlusstexte zu Leitbild, Kooperationmodell u.a.m.<\/p>\n<p>Der Verein Greifswalder Agrarinitiative e.V. f\u00fchrt die \u00d6ffentlichkeitsarbeit auf eigener Homepage fort.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Thema \u0084Nachhaltige Landwirtschaft\u0093 ist und bleibt Gegenstand einer stetigen Diskussion. Wer hier aktiv werden will, steht in einem unaufl\u00f6sbaren Dilemma: Es soll und muss schnell etwas passieren (siehe: Klimawandel) und gleichzeitig soll und darf niemand \u0084\u00fcberw\u00e4ltigt\u0093 werden. \u0084In den Dialog kommen\u0093 und \u0084Menschen mitnehmen\u0093 wird gefordert, gleichzeitig werden schnelle Ver\u00e4nderungen erwartet.<br \/>\n\u0095\tIm Projekt wurde von Landeigent\u00fcmern und Landbewirtschaftern ein kooperativer Ansatz entwickelt, durch entsprechende Formate untersetzt, in der Praxis erprobt und dessen M\u00f6glichkeiten (und Grenzen) aufgezeigt.<br \/>\n\u0095\tDer Ansatz konnte durch parallele Gremienbeschl\u00fcsse in drei Institutionen (Stadt, Universit\u00e4t, Kirchengemeinde) abgesichert werden.<br \/>\n\u0095\t80% der beteiligten Landwirtschaftsbetriebe haben sich in diesem Kontext in einer Kooperationsvereinbarung zu einer F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t bekannt \u0096 auf ihrer gesamten Betriebsfl\u00e4che.<br \/>\n\u0095\tDie Beteiligten haben gemeinsam einen Verein gegr\u00fcndet und finanzieren eine Gesch\u00e4ftsstelle. Die Vereinsmitglieder sind insgesamt f\u00fcr 22.000 ha landwirtschaftlicher Fl\u00e4che verantwortlich.<br \/>\nDas Modellprojekt \u0082Greifswalder Agrarinitiative hat damit erfolgreich Grundlagen und Erfahrungswerte geschaffen, auf die stetig weiter aufgebaut wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden grundlegende Naturschutzziele \u0096 insbesondere zum Schutz der Biologischen Vielfalt \u0096 nach wie vor nicht erreicht. Die genutzte Agrarlandschaft spielt hierf\u00fcr eine zentrale Rolle. 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