{"id":26689,"date":"2025-09-09T10:32:17","date_gmt":"2025-09-09T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32873-01\/"},"modified":"2025-09-09T10:32:17","modified_gmt":"2025-09-09T08:32:17","slug":"32873-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32873-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von zielorientierten und effizienten Verfahren und Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der BioDIversit\u00e4t in AgrarlandschafTEn  &#8212;  MEDIATE"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>MEDIATE stellt sich durch einen partizipativen Ansatz in zwei Landkreisen Niedersachsens dem Problem des R\u00fcckgangs der Biodiversit\u00e4t und der mangelnden Ma\u00dfnahmenakzeptanz in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen. Fragen zur \u00d6konomie, \u00d6kologie und Akzeptanz von Ma\u00dfnahmen zum Schutz und zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t stehen im Zentrum der Arbeiten. Das \u00fcbergeordnete Ziel von MEDIATE ist es, beispielhaft f\u00fcr eine Agrarregion zielorientierte und effiziente Verfahren und Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Biodiversit\u00e4t in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen zu entwickeln, auf kooperativem Wege umzusetzen und im Hinblick auf die landwirtschaftliche Ma\u00dfnahmenakzeptanz den hohen Anspr\u00fcchen an die betriebliche Integrationsf\u00e4higkeit von Ma\u00dfnahmen Rechnung zu tragen.<br \/>\nDabei wurden insbesondere die folgenden Fragen adressiert:<br \/>\n\u0095\tWie kann erreicht werden, dass Biodiversit\u00e4tsziele als integraler Bestandteil der Fl\u00e4chenbewirtschaftung von Fl\u00e4chennutzern akzeptiert und umgesetzt werden?<br \/>\n\u0095\tWelche Ma\u00dfnahmen in welcher Ausgestaltung und Vernetzung k\u00f6nnen dazu beitragen, den R\u00fcckgang an Lebensr\u00e4umen und den darin vorkommenden Arten in Ackerbauregionen zielorientiert und effizient zu stoppen?<br \/>\n\u0095\tWelchen Beitrag zur Erhaltung und Erh\u00f6hung der Biodiversit\u00e4t kann das Greening (insbesondere die Einrichtung von \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen) und schon bisher angebotene AUM leisten?<br \/>\n\u0095\tWelche weiteren Potenziale (z. B. produktionsintegrierte Ma\u00dfnahmen, Anbaudiversifizierung durch biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernde Feldfr\u00fcchte) k\u00f6nnen gemeinsam mit den Fl\u00e4chennutzern identifiziert werden?<br \/>\n\u0095\tWelche M\u00f6glichkeiten der Anpassung und Optimierung von Ma\u00dfnahmen(-b\u00fcndeln) existieren?<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Untersuchungsregion dienten die beiden Landkreise Nienburg und Diepholz in Niedersachsen. In der Untersuchungsregion wurden, gemeinsam mit ans\u00e4ssigen Landwirt*innen und unter fr\u00fchzeitiger Einbeziehung der vor Ort relevanten Akteur*innen, im Rahmen einer partizipativen Plattform, existierende Ma\u00dfnahmen und Verfahren analysiert sowie optimierte Ma\u00dfnahmen(-b\u00fcndel) entwickelt, umgesetzt und getestet. MEDIATE begleitete hierbei zum einen die konkrete Umsetzung von Ma\u00dfnahmen der ersten (Greening) und zweiten (AUM) S\u00e4ule der GAP und f\u00fchrt Analysen und Bewertungen aus \u00f6konomischer, landschafts\u00f6kologischer und naturschutzfachlicher Perspektive durch. Dadurch sollte eine Einsch\u00e4tzung der Biodiversit\u00e4tswirkung der Standardumsetzung von Ma\u00dfnahmen erzielt werden. Zum anderen wurden, parallel zu diesem Schritt, die entwickelten optimierten Ma\u00dfnahmen auf Partnerbetrieben umgesetzt und hinsichtlich ihrer Biodiversit\u00e4tswirkung gepr\u00fcft. Das Projekt war in f\u00fcnf Arbeitspakete (AP 0 &#8211; 4) unterteilt:<br \/>\nAP0: Projektmanagement und -koordination (Leitung: TI-BD, beteiligte Partner: alle)<br \/>\nAP1: Partizipative Entwicklung und Umsetzung von Verfahren und Ma\u00dfnahmen (Leitung: LWK, beteiligte Partner: alle)<br \/>\nAP2: \u00d6konomische Analyse und Bewertung der vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen und Politikempfehlungen (Leitung: TI-BW, beteiligte Partner: LWK)<br \/>\nAP3: Landschafts\u00f6kologische Analyse und Bewertung der aktuellen Umsetzung von Ma\u00dfnahmen sowie von entwickelten Ma\u00dfnahmenoptionen (Leitung: TI-BD, beteiligte Partner: UniG\u00f6, LWK)<br \/>\nAP4: \u00d6kologische Begleituntersuchungen zur Umsetzung von Verfahren und Ma\u00dfnahmen (Leitung: UniG\u00f6, beteiligte Partner: TI-BD, LWK)<br \/>\nInnerhalb dieser Arbeitspakete wurden i) die agrarstrukturelle und landschafts\u00f6kologische Ausgangssituation in der Projektregion sowie der Umfang und die r\u00e4umliche Verteilung der Umsetzung von AUM analysiert, ii) auf ausgew\u00e4hlten Betrieben die Umsetzung von Greening-Ma\u00dfnahmen erfasst und Potenziale f\u00fcr zus\u00e4tzliche bzw. alternative Ma\u00dfnahmenumsetzungen abgefragt, iii) im Rahmen der installierten partizipativen Plattform (PP) Diskurse zur Identifikation regionalspezifischer Zielvorstellungen durchgef\u00fchrt, iv) eine Sammlung s\u00e4mtlicher f\u00fcr Ackerfl\u00e4chen bekannter Ma\u00dfnahmen zusammengestellt, f\u00fcr die eine positive Wirksamkeit auf die F\u00f6rderung von Segetalflora, Arthropoden oder die Avifauna beschrieben ist oder nach Stand der Erkenntnisse zu erwarten sein w\u00fcrde, v) diese Ma\u00dfnahmenliste den f\u00fcr eine Mitarbeit im Projekt gewonnenen Kooperationslandwirten vorgestellt und mit diesen diskutiert, vi) basierend auf diesem partizipativen Prozess vier Ma\u00dfnahmen bestimmt, die den Weg in die Umsetzungsphase und die sich damit verbindende Begleitforschung fanden, vii) die Effekte der umgesetzten Ma\u00dfnahmen auf die Ackervegetation (2016-2020), bl\u00fctenbesuchende Insekten (2018) als auch die Revier- und Artenzahlen von Brutv\u00f6geln (2016-2019) sowie die Abundanz und den Artenreichtum nahrungssuchender V\u00f6gel im Winterhalbjahr im landwirtschaftlich genutzten Offenland (2016-2019) untersucht, viii) betriebswirtschaftliche Implikationen der MEDIATE-Ma\u00dfnahmen anhand von vier Schwerpunktbetriebe untersucht und hierzu der Ackerbau der Betriebe jeweils einer betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen und die Kosten der MEDIATE-Ma\u00dfnahmen betriebsindividuell dargestellt, ix) auf der Basis von wissenschaftlichen Studien, der Expertise im Projektteam und weiterer Biodiversit\u00e4tsexpert*innen ein Zielkonzept f\u00fcr den Schutz der Biodiversit\u00e4t erarbeitet, welches einen normativen Rahmen f\u00fcr die anzustrebenden Ver\u00e4nderungen in einer Region darstellt und f\u00fcr die Ableitung betrieblicher Biodiversit\u00e4tsszenarien verwendet, x) das Konzept in einem zweiten Schritt in der Partizipativen Plattform mit den regionalen Akteur*innen sowie im wissenschaftlichen Projektbeirat diskutiert und anschlie\u00dfend als Grundlage f\u00fcr die Ausarbeitung betrieblicher Biodiversit\u00e4tsszenarien verwendet, die zusammen mit den Landwirt*innen der vier Schwerpunktbetriebe entwickelt worden waren, xi) zur \u00f6konomischen Bewertung jedes Biodiversit\u00e4tsziel f\u00fcr die Fl\u00e4chen der vier Betriebe konkret geplant, sodass jedes Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel die Fl\u00e4chenumf\u00e4nge der f\u00fcr das jeweilige Biodiversit\u00e4tsziel ben\u00f6tigten Fl\u00e4chen erf\u00fcllte und auch die \u00f6kologischen und praktischen Kriterien m\u00f6glichst \u0084gut\u0093 einhielt, xii) auf Basis einer Gesamtbetrachtung der \u00f6konomischen wie \u00f6kologischen Bewertungskriterien eine Reihe von Schlussfolgerungen und Empfehlungen zur Gestaltung des f\u00f6rderpolitischen Rahmens allgemein und der Gestaltung und Ausrichtung von biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen im speziellen abgeleitet. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangssituation: Die Ackerwildkrautflora in der Untersuchungsregion ist stark verarmt und reduziert auf Arten, welche die aktuelle Bewirtschaftung gut tolerieren. Die Brutv\u00f6gel insbesondere von bodenbr\u00fctenden Offenlandarten, welche in den dichten, intensiv bewirtschafteten Kulturbest\u00e4nden keine geeigneten Nistm\u00f6glichkeiten mehr finden, sind stark im R\u00fcckgang. Ein Ma\u00dfnahmenanteil von 0,5 % in den Untersuchungsbereichen der Brutv\u00f6gel war nicht ausreichend, um eine positive Ver\u00e4nderung zu bewirken. Die Kulturpflanzenvielfalt ist aus \u00f6kologischer Sicht als gering zu bewerten, da sich die angebauten Getreidearten von den Bewirtschaftungsabl\u00e4ufen sehr \u00e4hnlich sind und damit sehr homogene Habitatbedingungen aufweisen. Die Landschaft ist sehr homogen und fraktal, die Vielfalt auf Landschaftsebene also sehr gering. Ferner ist die Landschaft synchron. Das bedeutet, dass sie im Jahresverlauf sehr strukturarm ist.<br \/>\nAlle vier MEDIATE-Ma\u00dfnahmen sind wirksam. Alle Ma\u00dfnahmen bringen eine signifikante Steigerung der Ackerwildkrautartenzahl und -deckung. Dies kann auf das an die Bed\u00fcrfnisse der Ackerwildkrautflora angepasste Management der Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden &#8211; insbesondere die beiden Ma\u00dfnahmentypen \u0084Extensiver Ackerstreifen\u0093 und \u0084Einj\u00e4hriger, brachliegender Feldrandstreifen\u0093 als l\u00e4ngerfristig hochwertiger f\u00fcr die F\u00f6rderung der \u00fcberwiegend einj\u00e4hrigen Ackerwildkrautflora eingestuft. Eine zus\u00e4tzliche Wiederansiedlung von Ackerwildkrautarten durch die Integration in regul\u00e4re Bl\u00fchmischungen, durch gezielte Aussaat oder auch der Mahdgut\u00fcbertrag von regionalen Spenderfl\u00e4chen erscheint aber notwendig. Die Ausbreitung regional seltener, weniger verbreiteter Arten ist derzeit in der F\u00f6rderpolitik nicht vorgesehen. Solche Arten werde typischerweise in sogenannten \u0084Negativlisten\u0093 der Saatguth\u00e4ndler gef\u00fchrt, sodass kein Saatgut dieser Arten in entsprechende Mischungen integriert werden darf. Wenn das Ziel jedoch der Erhalt solch seltener Arten ist, sollten diese Regularien angepasst werden, um deren zumindest regionales Aussterben zu verhindern. Eine hohe Abundanz und Vielfalt der best\u00e4ubenden Insekten fanden sich auf einges\u00e4ten Wildpflanzen-Bl\u00fchfl\u00e4chen und \u00fcberj\u00e4hrigen Bl\u00fchstreifen. In diesen Ma\u00dfnahmen sowie in brachliegenden Feldrandstreifen fand sich eine gr\u00f6\u00dfere Bl\u00fctenabundanz und -vielfalt als auf extensiven Ackerstreifen. Es zeigte sich eine Korrelation der Insekten- und Best\u00e4uberabundanz mit der Bl\u00fctenabundanz auf den Fl\u00e4chen sowie mit dem Pollenangebot. Insgesamt zeigten sich positivere Effekte von Bl\u00fchstreifen und brachliegenden Feldrandstreifen sowie von mehrj\u00e4hrigen Wildpflanzen-Bl\u00fchfl\u00e4chen zur Biomasseproduktion gegen\u00fcber extensiven Ackerstreifen. Die geringe Saatdichte bei Bl\u00fchstreifen (1g m-2) ist wirksam. Auch Tierarten, wie etwa bodenbr\u00fctende Feldv\u00f6gel, profitieren von lichtem Bewuchs und offenen Bodenstellen (Nahrungs- und Fortpflanzungshabitate). Die konkrete Ausgestaltung der Ma\u00dfnahmenpflege ist sehr bedeutsam. Die Pflege hat einen essentiellen Einfluss auf den Erhalt der Ma\u00dfnahmeneffekte. Hier besteht sowohl Forschungs- als auch Kl\u00e4rungsbedarf, insbesondere bez\u00fcglich des Abtransports, der Nutzbarkeit bzw. der Verwertung des Aufwuchses sowie der ben\u00f6tigten Technik\/Maschinenausstattung. Geteilter Umbruch auch bei der Brache ist empfehlenswert. Dieser hat sich beim Bl\u00fchstreifen f\u00fcr die Schaffung eines vielf\u00e4ltigeren Lebensraumes f\u00fcr unterschiedliche Organismengruppen der Agrarlandschaften bew\u00e4hrt (z. B. Feldv\u00f6gel, Bl\u00fctenbesucher, Pflanzen). Ein geteilter Umbruch bietet zudem gute zus\u00e4tzliche \u00dcberwinterungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Insekten und andere Tiere. Die Ma\u00dfnahme \u0084Extensiver Ackerstreifen\u0093 war aus landwirtschaftlicher Sicht meist nicht sinnvoll beerntbar (zu wenig Ertrag bzw. Reinigung\/Aufbereitung von Erntegut zu aufwendig). Flexibilit\u00e4t bei den Vorgaben zu Ma\u00dfnahmenumsetzung und -pflege aus Witterungsgr\u00fcnden sollte erm\u00f6glicht werden. Die Witterung kann einen entscheidenden Einfluss auf das \u00f6kologische Gelingen der Ma\u00dfnahmen haben. Daher sollte es m\u00f6glich sein, einzelne oder mehrere Parameter anzupassen, z. B. Bearbeitungszeitpunkte (u. a. Saatzeitpunkte anpassen, um Sp\u00e4tfrostsch\u00e4den zu vermeiden) oder punktuelle Eingriffe zuzulassen (aus Akzeptanzgr\u00fcnden w\u00e4re es beispielsweise denkbar, die punktuelle Entfernung von Distelherden zu erm\u00f6glichen).<br \/>\nDie Honorierung von Biodiversit\u00e4tsleistungen der Betriebe ist mitentscheidend, ob Biodiversit\u00e4tsma\u00dfnahmen zur Anwendung kommen. Das bisherige Kalkulationsverfahren f\u00fcr die Honorierung ber\u00fccksichtigt die Situation in Gunstregionen jedoch nur unzureichend: Insbesondere f\u00fcr Betriebe mit hohen Opportunit\u00e4tskosten stellen die bisherigen ELER-Pr\u00e4mien keinen ausreichenden \u00f6konomischen Anreiz dar, um entsprechende Leistungen anzubieten. Es bedarf deshalb einer st\u00e4rkeren regionalen Pr\u00e4miendifferenzierung, die sich z. B. an r\u00e4umlich differenzierten naturschutzfachlichen Zielen orientiert und die agrarstrukturelle sowie stand\u00f6rtliche Gegebenheiten ber\u00fccksichtigt. Ein Pionier-\/T\u00fcr\u00f6ffnungsbonus in den ersten drei Jahren g\u00e4be Anreize f\u00fcr eine m\u00f6glichst schnelle \u00f6kologischen Ver\u00e4nderung in der Landschaft. Analog und zus\u00e4tzlich zum Pionierbonus sollte f\u00fcr jeden Betrieb abh\u00e4ngig von der Anzahl der Ma\u00dfnahmen, der Ma\u00dfnahmenfl\u00e4chen und des Gesamtumfangs der Ma\u00dfnahmen ein Einf\u00fchrungsbonus ausgezahlt werden, der zur Verminderung der realen und gedanklichen H\u00fcrden bei der erstmaligen Umsetzung von Ma\u00dfnahmen bzw. von Ma\u00dfnahmenb\u00fcndeln beitr\u00e4gt. Dieser ist nicht zu verwechseln mit den Investitionskosten, die mit einzelnen Ma\u00dfnahmen verbunden sind. Investitionskosten sollten dann erstattet werden, wenn sie anfallen; d. h. zum Beginn einer Ma\u00dfnahme. Jede Ma\u00dfnahme sollte mit einer Mindestdauer belegt sein, dar\u00fcber hinaus ist die Laufzeit j\u00e4hrlich k\u00fcndbar. Eine m\u00f6gliche Staffelung k\u00f6nnte z. B. sein: 2-3 Jahre f\u00fcr produktionsintegrierte Ma\u00dfnahmen wie extensivierte Ackerfl\u00e4chen und Brachen, 4 Jahre f\u00fcr Bl\u00fchstreifen\/-fl\u00e4chen und ggf. 5 Jahre f\u00fcr Feldraine und andere, eher dauerhaft angelegte Habitate. W\u00e4hrend der Mindestlaufzeit sollte die Ma\u00dfnahme an der gleichen Stelle bleiben. Wird der Ort gewechselt, beginnt die Mindestlaufzeit von vorne, die Ma\u00dfnahme ist damit jedoch nicht \u0096 wie momentan \u0096 gescheitert. Verbleibt eine Ma\u00dfnahme nach der Mindestlaufzeit auf einer konkreten Fl\u00e4che, werden in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden (beispielsweise alle zwei Jahre) Zusatzpr\u00e4mien daf\u00fcr gezahlt. Diese Zusatzpr\u00e4mie k\u00f6nnte je nach Ma\u00dfnahmentyp unterschiedlich gro\u00df sein. Dadurch gibt es einen Anreiz f\u00fcr eine r\u00e4umlich m\u00f6glichst konstante Ma\u00dfnahmenlage, bietet gleichzeitig aber auch eine gewisse unternehmeri-sche\/ackerbauliche Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erhaltung und F\u00f6rderung eines m\u00f6glichst diversen Arteninventars in heterogenen Agrarlandschaften gelingt nur im Rahmen einer integralen landschaftsraumbezogen Umsetzung in Anh\u00e4ngigkeit vom rezent pr\u00e4genden Landnutzungssystem. Aus der Beratung und Begleitung der am Projekt mitwirkenden Landwirt*innen wurden strukturelle wie praktische Hemmnisse bei der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen identifiziert und daraus Erkenntnisse zur Aus- und Umgestaltung von Ma\u00dfnahmen, welche eine landbauliche Optimierung des \u0084Werkzeugkastens\u0093 bieten, erarbeitet. Hieraus ergaben sich folgende Empfehlungen:<br \/>\n\u0095\tBepreisung und Honorierung des \u0084\u00f6ffentlichen Gutes\u0093 Biodiversit\u00e4t<br \/>\n\u0095\tEinfluss des Fl\u00e4cheneigentums strukturell adressieren<br \/>\n\u0095\tKorrekturm\u00f6glichkeiten bei Ma\u00dfnahmenfehlentwicklungen und Einpreisen von ma\u00dfnahmenbedingten \u0084Folgesch\u00e4den\u0093<br \/>\n\u0095\tWissenstransfer und Ver\u00e4nderung des landwirtschaftlichen Selbstverst\u00e4ndnisses notwendig<br \/>\n\u0095\tLandschaftsbezogene Betrachtung, Beratung und kollektive Umsetzung alternativlos<br \/>\n\u0095\tUneingeschr\u00e4nkter Zugang zu spezifischen Beratungsangeboten essentielles strukturelles Erfor-dernis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens MEDIATE stellt sich durch einen partizipativen Ansatz in zwei Landkreisen Niedersachsens dem Problem des R\u00fcckgangs der Biodiversit\u00e4t und der mangelnden Ma\u00dfnahmenakzeptanz in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen. 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