{"id":26590,"date":"2023-07-14T10:36:52","date_gmt":"2023-07-14T08:36:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32631-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:36:54","modified_gmt":"2023-07-14T08:36:54","slug":"32631-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32631-01\/","title":{"rendered":"Wildnisbildung in Schulen der S\u00fcdwestkarpaten Rum\u00e4niens als Instrument der Umweltkommunikation von NGOs und Gro\u00dfschutzgebieten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Umweltbildungsprojektes, sollten Lehrer und Sch\u00fcler die n\u00f6tigen Grundlagen erhalten um ein Netzwerk von Jugendclubs aufzubauen, das sich f\u00fcr die lokale Wildnis einsetzt.<br \/>\nMittels verschiedener Bildungsaktivit\u00e4ten und Wildnis-Jugendclubs wurde eine Gruppe von 100 Sch\u00fclern bef\u00e4higt, innerhalb ihrer Gemeinden f\u00fcr ihre Wildnis aktiv zu werden und eigenst\u00e4ndige Projektideen umzusetzen. Sekund\u00e4r wurde dadurch die Eigeninitiative der Sch\u00fcler gest\u00e4rkt und sie bef\u00e4higt, sich als aktive B\u00fcrger in lokale Entscheidungen einzubringen. Das Wildnisbildungsprogramm kn\u00fcpfte an das be-reits bestehende Projekt \u0092Southwestern Carpathian Wilderness and Sustainable Developroject mana-gerent Initiatives\u0092 (SCWSDI) an, welches zum Ziel hat, in den S\u00fcdwestlichen Karpaten ein grossr\u00e4umi-ges Wildnisgebiet zu etablieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBasierend auf langj\u00e4hriger Erfahrung im Bereich der Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung, wurden zur Erreichung der Projektziele folgende Arbeitsschritte durchgef\u00fchrt:<br \/>\n&#8211; Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen als Coaches f\u00fcr die Wildnis-Jugendclubs<br \/>\n&#8211; Gr\u00fcndung von Wildnis-Jugendclubs in f\u00fcnf Schulen und Umsetzung von eigenst\u00e4ndigen Projekten<br \/>\n&#8211; Durchf\u00fchrung von Veranstaltungen wie Wildnis-Camps, einer Wildnis-Akademie und eines Multipli-katoren-Workshops<br \/>\nDas Methodenrepertoire ist erfahrungs- und handlungsorientiert: Sowohl individuelles als auch Gruppen-lernen (peer-to-peer) vornehmlich in der Natur standen im Vordergrund. Sch\u00fcler wurden bef\u00e4higt eigene Projektideen zu entwickeln und zielorientiert umzusetzen. Veranstaltungen dienten dazu spezifische F\u00e4-higkeiten zu vermitteln und den Austausch zwischen den Wildnis-Jugendclubs zu f\u00f6rdern. Lehrer und WWF-Mitarbeiter fungierten dabei als Coaches und \u0084Sparringspartner\u0093. Soziale Medien wie Facebook wurden benutzt um das Projekt \u00fcber das unmittelbare Projektgebiet hinaus bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche geplanten Aktivit\u00e4ten wurden erfolgreich umgesetzt und die Projektziele wurden vollumf\u00e4ng-lich erreicht und teilweise \u00fcbertroffen:<br \/>\n\u0095 Mehr als 100 Sch\u00fcler und bis zu 13 Lehrer beteiligten aktiv sich an den f\u00fcnf Wildnisclubs<br \/>\n\u0095 Die Jugendlichen f\u00fchrten eigenverantwortlich zw\u00f6lf Projekte in den angrenzenden Schutzgebieten oder ihrem unmittelbaren Umfeld durch (Zielvorgabe war f\u00fcnf)<br \/>\n\u0095 Ein spezifisches Lehrmittel wurde entwickelt und liegt in rum\u00e4nischer und englischer Sprache vor<br \/>\n\u0095 Im Rahmen eines Multiplikatorenworkshops und eines Abschlussworkshops wurden lokale und in-ternationale Experten mit dem Ansatz vertraut gemacht. Es zeichnen sich mehrere Folgeprojekte ab und in mindestens drei der f\u00fcnf Schulen werden die Wildnisclubs weitergef\u00fchrt.<br \/>\nSowohl Sch\u00fcler als auch Lehrkr\u00e4fte nahmen das Wildnisbildungsangebot bereitwillig an. Die Sch\u00fcler entwickelten Eigeninitiative und setzen erfolgreich Naturschutz-Projekte mit Parkrangern um. Der partizi-pative, handlungsorientierte Bildungsansatz, der in grossem Kontrast zum frontalen, hierarchischen Schulalltag steht, bef\u00e4higte Sch\u00fcler, aber auch Lehrer neue Lernformen zu testen. Die R\u00fcckmeldungen der Lehrer best\u00e4tigen dies: Sie w\u00fcnschten sich wie Sch\u00fcler behandelt zu werden und gemeinsam alle Phasen des Projekts, insbesondere Trekkings, Naturaufenthalte und Projekte zu durchlaufen.<br \/>\nDer Fortbestand eines Clubs in einer besonders wirtschaftsschwachen Ortschaft ist unwahrscheinlich. Hier zeigen sich exemplarisch auch Schw\u00e4chen des Ansatzes: Der Schulleiter hatte wenig Interesse an diesem ausserschulischen Angebot und die Motivation der involvierten Lehrer war gering, da sie sich kurz vor der Pensionierung resp. vor dem Absprung befanden. Gerade in solchen Schulen ist es wichtig, dass die Schulleitung und mitwirkende Lehrer vom Konzept \u00fcberzeugt sind. Mit diesem Projekt wurde ein Machbarkeitsbeweis eines neuen p\u00e4dagogischen Ansatzes erbracht, auf den sich aufbauen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der laufenden Aktivit\u00e4ten kam es zu verschiedenen Medienbeitr\u00e4gen. So wurde ein Beitrag \u00fcber das Wilderness Youth Camp im Februar 2016 im nationalen Fernsehsender ausgestrahlt. Es gab mehrere Artikel oder Radio- und Fernsehinterviews \u00fcber die Clubs in lokalen Medien. Dar\u00fcber hinaus wurden insgesamt sechs Medienmitteilungen vom WWF Rum\u00e4nien \u00fcber die Projektfortschritte ausge-sandt. Zudem wurde das Projekt in einem Magazinartikel einer lokalen Fluggesellschaft vorgestellt.<br \/>\nDie Facebook-Seite der Clubs wird rege benutzt und hat aktuell fast 600 \u0084followers\u0093. Es wurde ein Video-film der Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die Multiplikatorenveranstaltung (Train-the-Trainers) im November 2016 zusam-mengestellt, der einem breiteren Publikum zug\u00e4nglich gemacht wird.<br \/>\nDas Lehrmittel \u0084Wilderness Education Toolkit\u0093 liegt in rum\u00e4nischer und englischer Sprache vor und wird Umweltbildungsexperten in Ost- und Mitteleuropa zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In einer strukturschwachen Region, die jedoch \u00fcber einzigartige Naturwerte verf\u00fcgt, konnten mehr als einhundert Sch\u00fcler f\u00fcr Wildnis sensibilisiert und aktiviert werden. Das Ausbildungskurrikulum hat die Clubmitglieder bef\u00e4higt einen aktiven Beitrag zu den lokalen Schutzgebieten zu leisten, aber auch in Kontakt mit lokalen Beh\u00f6rden, Firmen und m\u00f6glichen weiteren Projektsponsoren zu treten. Wir erachten dies als wichtige Grundvoraussetzung, damit sich die Teilnehmenden als aktive B\u00fcrger f\u00fcr ihre Interes-sen einsetzen und gegen die fortschreitende Umweltzerst\u00f6rung engagieren k\u00f6nnen. Die teilnehmenden Lehrer wiederum waren mit fordernden Jugendlichen konfrontiert und konnten mit neuen Lehr- und Lern-feldern experimentieren. Wir hoffen, dass diese Erfahrungen auch in den Lehrerkollegien der f\u00fcnf Schu-len Niederschlag finden werden.<br \/>\nDie Tatsache, dass die Wildnisclubs in mindestens drei Schulen nach Abschluss des Projektes eigen-verantwortlich weitergef\u00fchrt werden (eine Schule ist noch unentschlossen, die andere macht nicht wei-ter), ist als Indiz zu werten, dass das Angebot ein wirkliches Bed\u00fcrfnis der Lehrer und Sch\u00fcler abdeckt.<br \/>\nDie Multiplikationsveranstaltungen und die englische Sprachversion des Lehrmittels bilden eine gute Grundlage f\u00fcr ein Fortbestehen und Weiterentwicklung des Ansatzes. Folgeprojekte in Rum\u00e4nien und Serbien sind in Ausarbeitung. Ein geplantes Schweizer Jugendlager in der Projektregion 2018 soll den Mitgliedern der Wildnisclubs die M\u00f6glichkeit geben ihre Naturgebiete schweizerischen Peers vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen. Damit werden ihr Selbstbewusstsein und Stolz \u00fcber ihre Wildnisgebie-te gest\u00e4rkt. Gleichzeitig erfolgt eine Multiplikation des Bildungsansatzes durch Gleichaltrige.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus kann dieser Ansatz auch exemplarisch f\u00fcr die mitteleurop\u00e4ische Wildnisbildung sein: Die Umsetzung von konkreten Projektideen im Schutzgebiet, welche gemeinsam mit Parkrangern entwickelt wurden, bewirkt eine viel intensivere und dauerhafte Identifizierung der Jugendlichen mit den Schutzge-bieten, als dies bei vielen eher kopflastigen Bildungsans\u00e4tzen der Fall ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen dieses Umweltbildungsprojektes, sollten Lehrer und Sch\u00fcler die n\u00f6tigen Grundlagen erhalten um ein Netzwerk von Jugendclubs aufzubauen, das sich f\u00fcr die lokale Wildnis einsetzt. 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