{"id":26574,"date":"2023-07-13T15:30:35","date_gmt":"2023-07-13T13:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32516-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:30:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:30:36","slug":"32516-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32516-01\/","title":{"rendered":"Botanische G\u00e4rten als Quelle neuer invasiver Pflanzen: Risikoabsch\u00e4tzung und Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Frage, ob botanische G\u00e4rten mit ihrer hohen Anzahl an Wildpflanzenarten eine Quelle neuer<br \/>\ninvasiver Arten sind, wird in der Fachwelt seit einigen Jahren diskutiert. Die Vergangenheit hat gezeigt,<br \/>\ndass Verwilderungen aus botanischen G\u00e4rten geschehen und eine Reihe invasiver Pflanzenarten<br \/>\nentsprangen urspr\u00fcnglich den Pflanzungen in botanischen G\u00e4rten. Ziel des Projekts war, Arten in<br \/>\nbotanischen G\u00e4rten zu identifizieren, die in Deutschland noch nicht etabliert sind, in anderen Regionen<br \/>\nder Erde als invasiv gelten und somit auch f\u00fcr Deutschland eine Gefahr darstellen k\u00f6nnten.<br \/>\nUm m\u00f6gliche neue invasive Arten erkennen zu k\u00f6nnen, wurden die Pflanzenarten der Freiland-<br \/>\nLebendsammlungen von 20 botanischen G\u00e4rten Deutschlands und zwei des angrenzenden Auslands<br \/>\neiner Risikobewertung unterzogen. Ein hohes Invasionspotenzial f\u00fcr Deutschland liegt vor, wenn eine<br \/>\nArt in anderen L\u00e4ndern als invasiv gilt, erwiesenerma\u00dfen \u00f6kologische Sch\u00e4den verursacht und sie in<br \/>\nDeutschland \u00fcberwintern kann.<br \/>\nVon den \u00fcber 14 000 kultivierten Pflanzenarten gelten 401 frostharte Arten in anderen Regionen der<br \/>\nErde als invasiv. Von diesen k\u00f6nnen 30 Arten als m\u00f6gliche neue invasive Arten f\u00fcr Deutschland<br \/>\nbetrachtet werden. Diese Arten sind in Deutschland bisher nicht etabliert, haben in anderen L\u00e4ndern<br \/>\nerwiesenerma\u00dfen zu \u00f6kologischen Sch\u00e4den gef\u00fchrt, und wachsen in der Winterh\u00e4rtezone 7 oder in<br \/>\nk\u00e4lteren Zonen. Diese Arten k\u00f6nnten sich also in Deutschland erfolgreich ausbreiten. Zu solchen<br \/>\nArten geh\u00f6ren weit verbreitete und invasive Arten wie Lonicera japonica und Pueraria montana var.<br \/>\nlobata. Um eine Verwilderung und weitere Ausbreitung zu verhindern, sind entsprechende Vorsichtsma\u00dfnahmen<br \/>\nzu treffen, wie das Nicht-Verteilen von Samen und vegetativen Pflanzenteilen. Zudem<br \/>\nk\u00f6nnen botanische G\u00e4rten die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber diese Arten informieren, denn die meisten von ihnen<br \/>\nsind im Zierpflanzenhandel erh\u00e4ltlich (wenn auch meist als Sorten).<br \/>\nDas Projekt hat auch gezeigt, dass die Informationen \u00fcber die Pflanzenbest\u00e4nde in den botanischen<br \/>\nG\u00e4rten von sehr unterschiedlicher Qualit\u00e4t sind. Hier ist eine genaue und einheitliche Buchf\u00fchrung der<br \/>\nPflanzenarten in den Lebendsammlungen w\u00fcnschenswert. Idealerweise gibt es eine zentrale Datenbank,<br \/>\nwo alle Arten aufgef\u00fchrt und die invasiven Arten gekennzeichnet sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Frage, ob botanische G\u00e4rten mit ihrer hohen Anzahl an Wildpflanzenarten eine Quelle neuer invasiver Arten sind, wird in der Fachwelt seit einigen Jahren diskutiert. 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