{"id":26534,"date":"2024-11-27T10:42:08","date_gmt":"2024-11-27T09:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/32330-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:42:10","modified_gmt":"2024-11-27T09:42:10","slug":"32330-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/32330-01\/","title":{"rendered":"Naturschutz in Intensivgr\u00fcnland-Regionen &#8211; Biotoptopverbund am Beispiel des G\u00fcnztals"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Unterallg\u00e4u ist Teil eines des gr\u00f6\u00dften Gr\u00fcnlandgebiete Deutschlands mit sehr intensiver Nutzung. Es<br \/>\nbildet den rinderreichsten Landkreis Bayerns mit dem zugleich st\u00e4rksten Gr\u00fcnlandverlust in den letzten<br \/>\nJahren. Die darin eingebettete G\u00fcnz mit ihren Auen weist dennoch als \u00fcberregional wichtige Biotopverbundachse<br \/>\nnaturnahe Fl\u00e4chen und Strukturen mit landesweiter Bedeutung und Wiederbesiedlungspotential<br \/>\nf\u00fcr den Biodiversit\u00e4tserhalt auf. Es soll gezeigt werden, wie in der intensiv genutzten Gr\u00fcnlandregion,<br \/>\ndem Leitmotiv \u008410 % Biotopverbund\u0093 folgend Naturschutzziele umgesetzt werden k\u00f6nnen. Damit begegnet<br \/>\ndas Vorhaben einem der gravierendsten Defizite des Naturschutzes in Deutschland, dem quantitativen<br \/>\nund qualitativen Schutz des Gr\u00fcnlands. Gerade in den intensiv genutzten Gr\u00fcnlandgebieten fehlen vorbildhafte<br \/>\nund \u00fcbertragbare Umsetzungsbeispiele.<br \/>\nAufbauend auf vorliegenden Biotopverbund-Konzepten und ersten Weideprojekten verfolgt die Stiftung<br \/>\nKulturLandschaft G\u00fcnztal dabei folgende Ziele:<br \/>\n(1) Verbesserung des Biotopverbunds durch Ma\u00dfnahmen zur quantitativen und qualitativen Aufwertung<br \/>\nder gebietstypischen Lebensr\u00e4ume im Gr\u00fcnland einschlie\u00dflich der Kontaktbiotope<br \/>\n(2) Kooperative Planung der Ma\u00dfnahmen mit Fl\u00e4chennutzern und Beh\u00f6rden, unter Einbeziehung naturschutzrechtlicher<br \/>\nKompensation, Pooll\u00f6sungen und Agrarf\u00f6rderung<br \/>\n(3) Begleitende Umweltbildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Kern des Projekts ist die fortlaufende Ma\u00dfnahmenumsetzung. Dazu werden sowohl parallel als auch zeitversetzt je Einzelma\u00dfnahme folgende Schritte durchgef\u00fchrt: Detailplanungen; Beteiligung von Fl\u00e4 cheneigent\u00fcmern, Nutzern, Fachbeh\u00f6rden und ggf. der \u00d6ffentlichkeit; Abkl\u00e4rung der Finanzierung; Reali sierung und Kontrolle der Umsetzung; Abrechnung; exemplarisches Monitoring. Arbeitsbereich 1 &#8211; Planung und Koordination: Priorisierung und j\u00e4hrliche Fortschreibung der Ma\u00dfnah men im Gesamt-Projektgebiet, Abgleich mit Zielen Dritter, Fl\u00e4chenk\u00e4ufe, Planung von Kompensations ma\u00dfnahmen, Umsetzungskontrolle, Monitoring, PAG-Sitzungen, Berichterstattung Arbeitsbereich 2 &#8211; Ma\u00dfnahmenumsetzung: fortlaufender Hauptinhalt des Projektes Arbeitsbereich 3 &#8211; Umweltbildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit: Informationsveranstaltungen f\u00fcr Pro jektpartner; Onlinemedien, Printmedien, Exkursionen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, Publikation f\u00fcr Experte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Akzeptanz zur Beteiligung landwirtschaftlicher Betriebe am staatlichen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) in der Intensivgr\u00fcnlandregion wurde in zwei Modellgebieten erprobt. Aufgrund der festgestellten mangelhaften Akzeptanz f\u00fcr das Ziel, eine Extensivierung von Intensivgr\u00fcnland zu erreichen, wurde unter Beteiligung von Nutzern und Experten ein projekteigenes Gr\u00fcnlandprogramm entwickelt und modellhaft im Gemeindegebiet Kettershausen erprobt. Dabei konnte unter Beteiligung von 14 landwirtschaftlichen Betrieben die folgenden Ergebnisse f\u00fcr die Umsetzung erzielt werden: ? 3,0 Kilometer neue Randstreifen, davon 900 Meter mit Gr\u00fcnlandeinsaat auf Ackerfl\u00e4chen ? 16,2 Hektar neue Heuwiesen (sp\u00e4ter Schnittzeitpunkt), davon 4 Hektar auf ehemaligen Ackerfl\u00e4chen ? 2 Hektar neue Extensivweide mit Original Braunvieh-Tieren Im Rahmen einer externen Evaluation konnte aufgezeigt werden, welches die wichtigsten Erfolgsfaktoren f\u00fcr die Akzeptanz des Extensivierungsprogramms in der Landwirtschaft sind: H\u00f6he der F\u00f6rders\u00e4tze, Fle xibilit\u00e4t bei der Ma\u00dfnahmenumsetzung und schlanke B\u00fcrokratie bei der Abwicklung. Die Erkenntnisse aus dem Umsetzungsmodell wurden auch der bayerische Naturschutzverwaltung zur Verf\u00fcgung gestellt. Im Laufe der Projektdauer wurde ein Fl\u00e4chenerwerb von insgesamt 21 Hektar umgesetzt. Davon erwarb die Stiftung KulturLandschaft G\u00fcnztal 15,5 Hektar als Kompensationsfl\u00e4chen und 3 Hektar mit staatlicher Ankaufsf\u00f6rderung. Weitere 2,5 Hektar wurden vom Landkreis Unterallg\u00e4u erworben. Der Fl\u00e4chenankauf spielt in Intensivregionen eine zentrale Rolle f\u00fcr die dauerhafte Fl\u00e4chensicherung f\u00fcr Naturschutzzwecke und um umfangreichere Renaturierungs- und Biotopgestaltungsma\u00dfnahmen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Es fanden zahlreiche Biotopma\u00dfnahmen zur Aufwertung von Fl\u00e4chen statt. Auf 30 Eigentumsfl\u00e4chen der Stiftung sowie weiteren Fl\u00e4chen von Kommunen und Privatbesitzern konnten sowohl Ma\u00dfnahmen zur Aufwertung bestehender Biotope als auch zur Neuanlage von Biotopen umgesetzt werden. Hauptma\u00df nahmen waren dabei die Extensivierung und Artenanreicherung von Wiesen und R\u00fcckf\u00fchrung von \u00c4ckern zu Wiesen durch Ansaat. Dieses Ziel konnte auf \u00fcber 70 Hektar Projektfl\u00e4che erreicht werden. Erg\u00e4nzend wurden zus\u00e4tzliche Strukturelemente und Kontaktbiotope aufgewertet: Es wurden T\u00fcmpeln und Feucht mulden hergestellt, kleinere Flie\u00dfgew\u00e4sser renaturiert und Geh\u00f6lze gepflanzt. Mit dem Projekt \u0084G\u00fcnztal Weiderind\u0093 f\u00f6rdert die Stiftung KulturLandschaft G\u00fcnztal die extensive Bewei dung und die gef\u00e4hrdete Rinderrasse \u0084Original Braunvieh\u0093. Im Rahmen des DBU-Projektes konnten die Anzahl der Weiderind-Betriebe von drei auf sieben und die Anzahl der gehaltenen Weidetiere von 50 auf 95 Tieren ausgebaut werden. Die Vernetzung und Qualifizierung der Betriebe wurde durch regelm\u00e4\u00dfige Treffen und Veranstaltungen unterst\u00fctzt. Zur Verbesserung der Vermarktung und der Wertsch\u00f6pfung wurde die Direktvermarktung ausgebaut und durch die neu aufgebaute Website www.guenztal-weiderind.de verbessert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der \u00d6ffentlichkeit wurde die Projektarbeit intensiv durch Pressearbeit und Online-Medien so wie auch durch Exkursionen und Infost\u00e4nde transparent und bekannt gemacht. Durch verschiedene Print Produkte sowie in einer Infobeschilderung f\u00fcr die Schwerpunktgebiet in der Landschaft wurden Natur schutz-Fachthemen f\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit aufbereitet. Die Umweltbildung wurde konzeptionell wei terentwickelt und neue Bildungsmodule in die Anwendung gebracht. Der \u0084Schw\u00e4bische Wiesentag\u0093, als Kooperationsveranstaltung mit der Bayerischen Akademie f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege, sorgte auch \u00fcberregional f\u00fcr Vernetzung und Bekanntheit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmenevaluierung der Projektziele zeigt, dass fast alle angestrebten Projektziel erreicht werden konnten, in einzelnen Zielen gingen die Ergebnisse sogar \u00fcber die angestrebte Zielerreichung hinaus. Ziel 1: Verbesserung des Biotopverbunds durch Aufwertung von Lebensr\u00e4umen wurde zu 107 % erreicht. Ziel 2: Kooperative Planung und Umsetzung wurde mit 114 % deutlich \u00fcbertroffen Ziel 3: Begleitenden Umweltbildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit\u0093 wurde zu 108 % erf\u00fcllt. Weiter best\u00e4tigten die Wirkungskontrollen sowohl im \u00f6kologischen (Insektenmonitoring) als auch im sozio \u00f6konomische Bereich (Erfolgsfaktoren Gr\u00fcnlandprogramm), die positiven Ergebnisse der Projektarbeiten. Insgesamt wurde der Biotopverbund G\u00fcnztal nicht nur in den bereits vor dem DBU-Projekt bearbeiteten Schwerpunktgebieten deutlich ausgebaut, sondern es konnte die Umsetzung in drei zus\u00e4tzliche Schwer punktgebiete (Kettershausen, Haselbachtal, s\u00fcdlich Ottobeuren) bearbeitet werden. Mit dem DBU-Projekt konnte der Biotopverbund G\u00fcnztal einen gro\u00dfen Schritt weiter ausgebaut werden. Dies ist eine bedeutende Grundlage daf\u00fcr, dass nach Projektabschluss nun in einem \u0084Anschlussprojekt\u0093 unter dem Titel &#8220;Insektenfreundliches G\u00fcnztal&#8221; aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t im G\u00fcnztal weitergearbeitet werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Unterallg\u00e4u ist Teil eines des gr\u00f6\u00dften Gr\u00fcnlandgebiete Deutschlands mit sehr intensiver Nutzung. 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