{"id":26444,"date":"2026-04-03T10:32:26","date_gmt":"2026-04-03T08:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/31948-01\/"},"modified":"2026-04-03T10:32:30","modified_gmt":"2026-04-03T08:32:30","slug":"31948-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/31948-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung des Naturfreundehauses Grafhorn, Niedersachsen zur natur- und kulturhistorischen Bildungsst\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Naturfreundehaus Grafhorn soll als Jugendherberge zu einer natur- und kulturhistorischen Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte ausgebaut werden. Es ist geplant, einen Hauskomplex aus der Eisenzeit (zwei Geb\u00e4ude) als Freilichtmuseum zu errichten. Ausl\u00f6ser waren arch\u00e4ologische Grabungsfunde vor Ort. Die Eisenzeith\u00e4user sollen als Ausgangspunkt f\u00fcr die Implementierung eines umweltp\u00e4dagogischen Bildungsprogramms f\u00fcr Kinder und Jugendliche dienen, das eine Zeitreise mit vielf\u00e4ltigen natur- und kulturhistorischen Elementen, incl. der Reflektion der Nachhaltigkeit von Entwicklungen, erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst steht die Realisierung des Freilichtmuseums, d. h. die Errichtung eines eisenzeitlichen, dreischiffigen Wohnstallhauses und eines Grubenhauses als Nebengeb\u00e4ude, an. Erg\u00e4nzend dazu gibt es zahlreiche Fundst\u00fccke. Das Landesmuseum Hannover hat sich bereit erkl\u00e4rt, die Erstellung der Geb\u00e4ude sowie die Ausarbeitung einer Dauerausstellung fachlich zu begleiten. Zudem ist geplant, einen Eisenzeitgarten sowie einige Demonstrationsfl\u00e4chen (Waldnutzung, Rodung, Ackerbau, extensive Tierhaltung) zu Lern- und Anschauungszwecken anzulegen. Weitere, in der n\u00e4heren Umgebung befindliche Lernorte, wie ehemalige W\u00fcstungen, arch\u00e4ologische Fundst\u00e4tten, Wallhecken, Hudeb\u00e4ume, Relikte der Schneitelwirtschaft, landwirtschaftliche Areale, W\u00e4lder, Brachen, Moore etc., dienen der programmatischen Erg\u00e4nzung. Somit ergibt sich die M\u00f6glichkeit, in die Eisenzeit einzutauchen und von dieser Periode aus eine Zeitreise durch die Landschaftsgeschichte zu beginnen, die als erlebnis- und umweltp\u00e4dagogisches Angebot mit verschiedensten inhaltlichen Bausteinen vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen soll. Die Realisierung des daf\u00fcr zu erarbeitenden p\u00e4dagogischen Begleitkonzeptes, die Begleitung der Ma\u00dfnahmen, deren Evaluierung sowie die Ergebniszusammenstellung und Verbreitung in Form eines Readers werden in enger Kooperation mit der Naturfreundejugend Niedersachsen erfolgen. Kooperationen vor Ort, u.a. mit einem Eisenschmied, einem Imker, einem Landwirt, Waldp\u00e4dagogen usw., dienen der inhaltlichen Erweiterung und dauerhaften Etablierung des Kursangebotes. Das Projekt erf\u00e4hrt seitens des Instituts f\u00fcr Geobotanik der Universit\u00e4t Hannover weitere fachliche Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im bisherigen Projektzeitraum von September 2014 bis Mai 2017 konnte nach Abschluss eines umfangreichen Baugenehmigungsverfahrens der Bau des eisenzeitlichen Freilichtmuseums, bestehend aus einem dreischiffigen Wohnstallhaus und einem Grubenhaus als Nebengeb\u00e4ude, erfolgreich durchgef\u00fchrt werden. Im Herbst 2015 fand das Richtfest statt. Anschlie\u00dfend erfolgten das Eindecken der D\u00e4cher mit Reet sowie die Installation von Weidenflechtw\u00e4nden. Dem schlossen sich das Verputzen der W\u00e4nde mit Lehm und das Erstellen der Lehmfu\u00dfb\u00f6den an. Bis auf kleine, noch ausstehende Ausbesserungs- und Versch\u00f6nerungsarbeiten, konnte der Lehmbau an den Geb\u00e4uden fristgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrt und bis zum heutigen Zwischenberichtszeitpunkt weitgehend abgeschlossen werden.<br \/>\nParallel dazu wurde ein Elektroanschluss erstellt, die Verlegung der Erdkabel zu den Museumsgeb\u00e4uden vorgenommen sowie die Innenrauminstallation fertiggestellt. Erste Ausstellungsexponate und \u2013tafeln sowie eine passende M\u00f6blierung kamen zum Einsatz. Nach Abschluss all dieser Arbeiten waren die Museumsgeb\u00e4ude voll funktionsf\u00e4hig und f\u00fcr p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen mit Kindern und Jugendlichen sowie f\u00fcr Besuchergruppen uneingeschr\u00e4nkt nutzbar.<br \/>\nIm Au\u00dfenbereich wurde der Bauzaun durch eine ad\u00e4quate Einz\u00e4unung des Gel\u00e4ndes mit Holzpf\u00e4hlen und eingeflochtenen Weidenzweigen ersetzt. Eine baugleiche Umz\u00e4unung erhielt der 2016 fertiggestellte Eisenzeitgarten. Als erste Kulturen wurden Lein\/Flachs, Emmer und Einkorn zu Demonstrationszwecken angebaut. Zur Zeit entsteht ein weiterer sog. Mitmachgarten. Der Schafkoben ist ebenfalls fertiggestellt. Neben einer kleinen Herde von 11 Schafen sind als weitere Haustiere der damaligen Epoche auch 4 Ziegen angeschafft worden. Erste Geh\u00f6lze f\u00fcr die Niederwalddemonstrationsfl\u00e4che wurden 2016 angepflanzt, eine Erg\u00e4nzungspflanzung folgte 2017. Als n\u00e4chstes soll eine kleine Heidefl\u00e4che in Kombination mit einer Moor-Demonstrationsfl\u00e4che entstehen. Auch der Au\u00dfenbereich wird f\u00fcr die Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen genutzt. Neben dem Eisenzeitgarten und dem Mitmachgarten gibt es verschiedene Gruppenarbeitspl\u00e4tze, zum Teil mit Lagerfeuer, ein Areal f\u00fcr die Steinbearbeitung, einfache \u00d6fen zum Backen und Tonbrennen und nat\u00fcrlich einen Platz zur Eisenbearbeitung, ausgestaltet mit einem Rennofen f\u00fcr die Eisengewinnung und einer einfachen eisenzeitlichen Schmiede.<br \/>\nWie bereits in den vorherigen Zwischenberichten ausgef\u00fchrt, wurde das p\u00e4dagogische Begleitprogramm Zug um Zug didaktisch ausgearbeitet und inhaltlich erweitert, so dass verschiedenste Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Schulklasse sowie Kinder- und Jugendgruppen durchgef\u00fchrt werden konnten und k\u00f6nnen. Schwerpunkte bilden dabei fachliche F\u00fchrungen durch das Freilichtmuseum mit anschlie\u00dfenden Exkursionen zu naheliegenden historischen Orten sowie Kursangebote vor Ort als sog. Mitmachwerkstatt in den Bereichen T\u00f6pfern, Schmieden, Filzen, Weben, Steinbearbeitung. Die Programme finden im Rahmen von Halbtags- und Ganztagsveranstaltungen sowie als buchbare Komplettangebote f\u00fcr zwei-, drei- oder f\u00fcnft\u00e4gige Klassen- und Gruppenfahrten statt. Dar\u00fcber hinaus gibt es Projekttage von Schulen, Workshops sowie Multiplikatoren- und Teamerschulungen. Neben dem Eintauchen in die Vergangenheit und dem praktischen Erleben wird bei allen Ma\u00dfnahmen besonderer Wert auf die Reflexion bez\u00fcglich der Lebensbedingungen damals und heute gelegt und das Thema Nachhaltigkeit, insbesondere die Benennung nachhaltiger L\u00f6sungsans\u00e4tze und Handlungsm\u00f6glichkeiten, behandelt.<br \/>\nDie offerierten p\u00e4dagogischen Angebote erfreuten sich von Projektbeginn an einer regen Nachfrage. Von Mitte September bis Ende Dezember 2014 haben 349 Personen an Gruppenveranstaltungen teilgenommen. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 2.533 Personen; 2016 verdoppelte sich die Zahl auf 5.053 TeilnehmerInnen. In den ersten 4 Monaten des Jahres 2017 waren es 1.195 Personen, so dass seit Projektbeginn bis jetzt insgesamt 9.130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort verzeichnet werden konnten. Das erfreuliche Ergebnis ist sicherlich auch auf verst\u00e4rkte Kooperationen mit Bildungstr\u00e4gern und Schulen aus der Region zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Darstellung des Gesamtprojektes inkl. aller buchbaren Programme erfolgte in einem v\u00f6llig neu gestalteten Internetauftritt unter www.grafhorn.de . Der neue Web-Auftritt fungiert nicht nur als Medium zur Informationsweitergabe, zur Kontaktaufnahme interessierter Personen und zur Buchung der p\u00e4dagogischen Programme; er stellt auch ein zentrales Instrument der \u00d6ffentlichkeitsarbeit dar. Letztere wurde und wird parallel dazu auf klassischem Wege, z.B. durch Zeitungsberichte, erg\u00e4nzt. Vor allem die lokale Presse hat bisher in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden vom Projekt berichtet. Eine Auswahl von Berichten ist dem Web-Auftritt zu entnehmen (www.grafhorn.de Startseite>Freilichtmuseum>Presseberichte).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach einer Laufzeit von nunmehr 32 Monaten konnten alle Planungen und f\u00fcr den Zeitraum vorgesehenen Umsetzungen realisiert werden. Gr\u00f6\u00dfere Probleme organisatorischer, inhaltlicher oder finanzieller Art gab es bisher nicht. Alle Ausgaben liegen im Rahmen des zugrundeliegenden Kostenplans.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Naturfreundehaus Grafhorn soll als Jugendherberge zu einer natur- und kulturhistorischen Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte ausgebaut werden. Es ist geplant, einen Hauskomplex aus der Eisenzeit (zwei Geb\u00e4ude) als Freilichtmuseum zu errichten. Ausl\u00f6ser waren arch\u00e4ologische Grabungsfunde vor Ort. 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