{"id":26412,"date":"2026-04-03T10:32:26","date_gmt":"2026-04-03T08:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/31842-01\/"},"modified":"2026-04-03T10:32:27","modified_gmt":"2026-04-03T08:32:27","slug":"31842-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/31842-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderinitiative Nachhaltige Pharmazie 2: Entwicklung einer biokatalytischen Synthese beta-chiraler Amine"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des vorliegenden Projekts war die Entwicklung eines biokatalytischen Synthesewegs f\u00fcr die Her-stellung von \u03b2-chiralen Aminen. Im Fokus des Interesses stand der pharmazeutische Wirkstoff Baclofen, das schon seit l\u00e4ngerer Zeit als Muskelrelaxans verwendet wird und bei dem in Zukunft durch eine Indi-kationserweiterung (Unterst\u00fctzung bei der Alkoholentw\u00f6hnung) ein neues Anwendungs- und Marktfeld hinzukommen kann. Die Zulassung hierf\u00fcr ist bereits f\u00fcr Frankreich erteilt und k\u00f6nnte bei Erfolg ausge-weitet werden. Zurzeit befinden sich rund 34 Fertigarzneimittel auf dem deutschen Markt. Der weltweite Jahresumsatz lag bei ca. 133 Millionen Euro. Nur das Racemat findet pharmazeutisch Verwendung, da das wirksame (R)-Baclofen nur schwer zu isolieren ist. Durch die geplante biokatalytische Synthese w\u00e4re es m\u00f6glich, Arzneimittel nur mit dem bis zu 5-fach aktiverem (R)-Baclofen zu vermarkten. Dies w\u00e4re zwar mit einer Neuzulassung verbunden, w\u00fcrde jedoch den Gedanken der spezialisierten Pharmazie verst\u00e4rken, die sich auf Patientenindividualit\u00e4t und Reinheit der wirksamen Bestandteile fokussiert. Au-\u00dferdem w\u00e4re es im Vergleich zu den aktuellen Syntheseschritten eine Verbesserung der \u00d6koeffizienz, die sich doppelt auswirkt (Wirkstoffsynthese, Biotransformation). Diese Faktoren k\u00f6nnten dem Standort Deutschland als traditionell starkem Land bei der Herstellung von Wirkstoffen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber den Wettbewerbern (vor allem aus Asien) verschaffen. Die in diesem An-trag vorgeschlagenen Schl\u00fcsselschritte sind 1. die asymmetrische Aminierung des Aldehyd-Precursors zum Baclofen, wobei das Chiralit\u00e4ts\u00aczentrum in \u00df-Position liegt, sowie 2. die Gewinnung des ben\u00f6tigten Aldehyd-Precursors aus der ent\u00acsprechenden Carbons\u00e4ure durch eine enzymatische Reduktion. Beide Schritte f\u00fcr sich genommen sind innovativ, da die biokatalytische Herstellung \u00df-chiraler Amine sowie die enzymatische Carbons\u00e4ure\u00ac\u00ac-<br \/>\nreduktion noch nicht industriell genutzt werden und in klassischen Prozessen schwermetallhaltige<br \/>\nReagenzien bzw. Katalysatoren notwendig sind. Daher sollten beide Schritte f\u00fcr die Synthese der oben genannten Verbindungen im industriellen Ma\u00dfstab optimiert werden. Im Erfolgsfall war zu erwarten, dass die erzielten Ergebnisse zuk\u00fcnftig f\u00fcr eine Vielzahl \u00e4hnlicher Verbindungen dieser Art angewendet werden k\u00f6nnen. Im Optimalfall gelingt es, beide Schritte als Kaskadenreaktion zu kombinieren, indem die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Enzyme in E. coli als Ganzzellsystem exprimiert werden und \u00f6kologische sowie \u00f6konomische Effizienz des Prozesses gesteigert werden. Die Schl\u00fcsselkriterien f\u00fcr die Optimierung des Prozesses sollten durch eine von Projektbeginn parallel durchgef\u00fchrte \u00d6koeffizienzanalyse ermittelt werden<br \/>\nZiel des vorliegenden Projekts war die Entwicklung eines biokatalytischen Synthesewegs f\u00fcr die Her-stellung von \u03b2-chiralen Aminen. Im Fokus des Interesses stand der pharmazeutische Wirkstoff Baclofen, das schon seit l\u00e4ngerer Zeit als Muskelrelaxans verwendet wird und bei dem in Zukunft durch eine Indi-kationserweiterung (Unterst\u00fctzung bei der Alkoholentw\u00f6hnung) ein neues Anwendungs- und Marktfeld hinzukommen kann. Die Zulassung hierf\u00fcr ist bereits f\u00fcr Frankreich erteilt und k\u00f6nnte bei Erfolg ausge-weitet werden. Zurzeit befinden sich rund 34 Fertigarzneimittel auf dem deutschen Markt. Der weltweite Jahresumsatz lag bei ca. 133 Millionen Euro. Nur das Racemat findet pharmazeutisch Verwendung, da das wirksame (R)-Baclofen nur schwer zu isolieren ist. Durch die geplante biokatalytische Synthese w\u00e4re es m\u00f6glich, Arzneimittel nur mit dem bis zu 5-fach aktiverem (R)-Baclofen zu vermarkten. Dies w\u00e4re zwar mit einer Neuzulassung verbunden, w\u00fcrde jedoch den Gedanken der spezialisierten Pharmazie verst\u00e4rken, die sich auf Patientenindividualit\u00e4t und Reinheit der wirksamen Bestandteile fokussiert. Au-\u00dferdem w\u00e4re es im Vergleich zu den aktuellen Syntheseschritten eine Verbesserung der \u00d6koeffizienz, die sich doppelt auswirkt (Wirkstoffsynthese, Biotransformation). Diese Faktoren k\u00f6nnten dem Standort Deutschland als traditionell starkem Land bei der Herstellung von Wirkstoffen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber den Wettbewerbern (vor allem aus Asien) verschaffen. Die in diesem An-trag vorgeschlagenen Schl\u00fcsselschritte sind 1. die asymmetrische Aminierung des Aldehyd-Precursors zum Baclofen, wobei das Chiralit\u00e4ts\u00aczentrum in \u00df-Position liegt, sowie 2. die Gewinnung des ben\u00f6tigten Aldehyd-Precursors aus der ent\u00acsprechenden Carbons\u00e4ure durch eine enzymatische Reduktion. Beide Schritte f\u00fcr sich genommen sind innovativ, da die biokatalytische Herstellung \u00df-chiraler Amine sowie die enzymatische Carbons\u00e4ure\u00ac\u00ac-<br \/>\nreduktion noch nicht industriell genutzt werden und in klassischen Prozessen schwermetallhaltige<br \/>\nReagenzien bzw. Katalysatoren notwendig sind. Daher sollten beide Schritte f\u00fcr die Synthese der oben genannten Verbindungen im industriellen Ma\u00dfstab optimiert werden. Im Erfolgsfall war zu erwarten, dass die erzielten Ergebnisse zuk\u00fcnftig f\u00fcr eine Vielzahl \u00e4hnlicher Verbindungen dieser Art angewendet werden k\u00f6nnen. Im Optimalfall gelingt es, beide Schritte als Kaskadenreaktion zu kombinieren, indem die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Enzyme in E. coli als Ganzzellsystem exprimiert werden und \u00f6kologische sowie \u00f6konomische Effizienz des Prozesses gesteigert werden. 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